Der Motz von Butz: Der erbärmliche Zustand der Werbung!

Am Samstag, 16. November, widerspiegelte sich die Angsthasen-Strategie der Werbung anhand all dieser Plakate, ausgehängt an der bekannten Mauer an der Zürcher Weinbergstrasse. Von Theophil Butz

Um was es hier geht: Diese Plakate sind zu Fuss nur über die 15 Meter breite Strasse zu betrachten. Die meisten der angesprochenen Konsumenten sitzen aber im Tram oder im Auto. Sie haben also höchstens zwei Sekunden Zeit, um die Messages mitzubekommen. Die hier verkleinerten Plakate mit einer Höhe von ca. 20 mm entsprechen verhältnismässig einem in Wirklichkeit montierten Poster von 2 Metern Höhe. Um in einer Sekunde eine Plakatidee zu verstehen, sollte die Werbefläche auf die entscheidende Idee reduziert werden. Wenn Sie es also schaffen, Ihre Message auf diesen briefmarkengrossen Feldern unterzubringen, dann haben Sie die Werbung verstanden (und werden nicht mehr angemotzt). Ein uralter Trick, aber bewährt.

Meine Theorie: All diese Plakatgestaltungen beinhalten verschiedene Informationen bis hin zu kleingedruckten Texten für Eulen, aber nicht lesbar für Menschen. Als Gestalter fällt auch auf, dass alle Ele mente etwa die gleichgrosse Fläche einnehmen. Wer n diesen Beruf gelernt hat und nicht nur InDesign beherrscht, weiss, dass immer ein Teil, das Bild, die Headline, der Weissraum oder das Logo über 60 Prozent der Fläche einnehmen müssen, um so die Hauptbotschaft oder das Augenmerk auf den Beschauer zu richten.

Diese Mediaplatzierungen an der Weinbergstrasse kosten für 14 Tage eine Unsumme Geld. Meiner Meinung nach eine Unsumme zu viel. Plakate sind aber nicht das alleinige Medium mit der Werbekrankheit, möglichst viele Botschaften zu übermitteln. TV, Flyers, Inserate und Prospekt – alle leiden an diesem Virus. Der Aufsteller der Woche ist, dass Pierre C. Meier mir nächste Woche für meine Motze ab Januar versprechen wird, 17,65% mehr Honorar zu bezahlen. (Soso! Anmerkung der Redaktion.)

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Die Grossplakate hingen gleichzeitig an der Wand der Zürcher Weinbergstrasse. Fast ausschliesslich überfrachtete, oberflächliche und humorlose Botschaften. So kann es nicht weitergehen!

Theophil Butz, Grafiker, Werbeagentur-Inhaber, Inspirator und seit drei Jahren auch noch
Motzer für die Werbewoche-Leser. Sachdienliche Hinweise bitte an [email protected]

Kleine Agentur schafft Grosses

Die junge Agentur Andersdenker aus Belp hat für das KMU Solar 2 eine crossmediale Kampagne zur Kundengewinnung realisiert. Die Kampagne erzielte eine zweistellige Responsequote.

Im ersten Schritt wurde an die potentiellen Kunden von Solar 2 eine bildpersonalisierte Postkarte gesendet. Per persönlicher URL (PURL) konnte sich der Empfänger dann auf «seiner» personalisierten Website einloggen. Hierfür wurde auch ein personalisierter QR-Code integriert. Auf der PURL wurde der Kunde mit einem auf ihn individuell abgestimmten Angebot empfangen und konnte sich ein Geschenk bestellen. Im dritten Schritt wurde dem Kunden das gewünschte Geschenk und gegebenenfalls seine Produktbestellung geliefert.

Diese crossmediale Kampagne erreichte eine Responsequote von über 20 Prozent und positives Feedback weit über die Branche hinaus, wie die Agentur in einer Mitteilung vom Donnerstag vermeldet.

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Universal Analytics eröffnet neue Perspektiven und Fragen

Seit knapp einem Jahr steht Universal Analytics von Google als Beta-Version zur Verfügung. Google hat angekündigt, im Laufe der nächsten Monate sämtliche Analytics-Einstellungen automatisch auf Universal Analytics umzustellen. Da stellt sich die Frage, welchen Nutzen Universal Analytics bietet und welcher Handlungsbedarf besteht.

Für Betreiber einer Website mit einem Login- Bereich bringt Universal Analytics echten Mehrwert. Beim Login-Prozess wird die von Google generierte anonymisierte Besucher- ID mit persönlichen Daten aus dem CRM oder der Kundendatenbank angereichert, um die Eigenschaften und das Verhalten der Besucher vertieft zu analysieren. Das Tool stellt allerdings nur Besuchergruppen dar und nicht den einzelnen Besucher. Mit Universal Analytics werden Analysen wie diese möglich:

– Analyse der Customer Journey/der Customer Life Time Value: Ein Website- Besucher nutzt diese heute mit bis zu drei unterschiedlichen Geräten (PC, Mobile, Tablet). Universal Analytics ermöglicht das Geräte-übergreifende Tracking von angemeldeten Nutzern.

– Einbinden von proprietären Daten in die Analyse: Nutzerdaten des Betreibers der Website, wie z. B. Punktestand im Online-Game oder Anzahl Bestellungen, lassen sich via Datenimport in die Analyse einbinden und parallel zu den vorhandenen Metriken visualisieren und analysieren.

– Klassische Analysen nach demographischen Merkmalen oder Sinus-Milieus: Der Website-Betreiber übergibt der Besucher- ID Eigenschaften wie Alter, Wohnort oder Umsatzstärke. So lassen sich u. a. Unterschiede im Verhalten von eingeloggten Benutzergruppen (Alter, Ortschaft etc.) aufdecken.

– Nachvollziehen der Offline-Wirkung von Online-Marketing-Massnahmen: Offline-Daten wie z. B. Umsätze pro Outlet oder Anrufe im Call Center werden in Google Analytics eingespielt, um die Offline- Wirkung am POS von Online-Werbung zu verfolgen oder die Korrelation zwischen Online- und Offline-Kanälen zu analysieren. Die Universal Analytics Features lassen sich nur vollumfänglich nutzen, wenn sich die Konsumenten regelmässig in die Website einloggen. Für alle anderen Website-Betreiber bietet Universal Analytics lediglich einen bescheidenen Mehrwert.

Die Umstellung auf Google Universal Analytics ist zwingend

Bis zum Ablauf der Deadline in zwei Jahren bleibt das bekannte Google Analytics Tracking garantiert vollumfänglich funktionstüchtig. Die Benutzer sind jedoch angehalten, den neuen Universal Code in ihre Website zu implementieren, sonst riskieren sie einen Datenausfall. Es besteht jedoch definitiv kein Grund, in Panik zu verfallen. Vielmehr bleibt genügend Zeit, um sich mit den neuen Features von Google Analytics auseinanderzusetzen und die Umstellung sauber aufzugleisen.

Universal Analytics verändert das Online- Marketing Universal Analytics ist ein grosser Schritt in Richtung «User zentrierte Analyse» und ermöglicht Online-Marketing-Massnahmen auf den Menschen, der hinter dem PC, Smartphone oder Tablet steckt, auszurichten. Fraglich ist die rechtliche Grundlage: Welche Daten dürfen, sollen an Google in die USA übermittelt werden? Zudem wird das Tool den Widerstand der Web-Nutzer und Datenschützern provozieren. Schlussendlich ist es eine Frage der eigenen Business-Ethik, wie weit Universal Analytics ausgereizt wird, da theoretisch das Tracking bis auf den einzelnen Besucher möglich wird.

Imre Sinka

Serviceplan: Kampagne für Stöckli Skis

Die aktuelle Kampagne von Serviceplan für Stöckli Outdoor Sports erzählt Geschichten über die Herstellung der Stöckli Skis.

Als Schweizer Ski-Manufaktur behaupte sich Stöckli gegen die grossen Skiproduzenten, die ihre Produkte irgendwo maschinell herstellen (lassen), heisst es in der Mitteilung vom Donnerstag. Das Herzblut, mit dem im Familienbetrieb Stöckli seit über 75 Jahren Ski hergestellt werden, soll in der aktuellen Kampagne deutlich werden. Die zwei Hauptfilme der Kampagne sind ab sofort im Schweizer Fernsehen und auf Stoeckli.ch zu sehen, wo auch Interviews, Informationen und Making-ofs mit Tina Maze und den Schweizer Skimachern zu finden sind.

Verantwortlich bei Stöckli: Beni Stöckli (CEO), Adrian Albrecht (Marketingleiter). Verantwortlich bei Serviceplan: Viviana Chiosi, Andrea Zanzerl, Jan Krohn (Kreation), Manuela Brunner, Sonia Ducu (Beratung), Sacha Moser, Christian Baertschi (Gesamtverantwortung). Verantwortlich bei Condor Films: Tobias Haase (Regie), Alessandra Angiuli (Producer). Making-ofs: Luc Kämpfen.
 

//www.youtube.com/watch?v=eiUR3RaiZyQ

//www.youtube.com/watch?v=thn4OsNpqek

Facebook auf Papier

LikeMag hat das geschafft, was allen Verlegern Mühe macht: mit Facebook Geld zu verdienen. Das erste Best-of-Social-Media-Print-Magazin (ja, Sie haben richtig gelesen, Print) publiziert alles Mögliche, von nackten Pferdereitern bis zu schönen Landschaftsbildern über ausgeflippte Kochrezepte. Hauptsache User Generated Content.

Wie das geht? Jedermann kann sich auf der Website www.likemag.com mit dem eigenen Facebook- Account einloggen und sofort loslegen, Beiträge aller Art posten, kommentieren und liken. Statt einer Redaktion entscheiden die Leser in der digitalen Welt ganz nach ihrem eigenem Gusto – die User als Redaktion sozusagen. Die besten Posts werden jeweils herausgepickt, in der Printversion publiziert und mit coolen Preisen belohnt.

Auf der Facebook Fanpage zählt das Magazin bereits über 16 000 Likes. Nun stehen seit November in der Stadt Zürich an diversen Standorten, neben 20 Minuten und Blick am Abend, die ersten Like- Mag-Zeitungsboxen. Facebook wird dadurch noch mehr zum Mainstream. Es wird auch für Nicht-Facebook- User zugänglich und sichtbar.

Doch wieso sollten wir nach der Arbeit zu einem Magazin wie LikeMag anstatt einer anderen Gratiszeitung greifen? Das LikeMag kommt schon völlig anders daher, etwa so wie man sich ein Best-of-Social- Media-Magazin vorstellt. Das Cover ziert eine Userin in Form eines so genannten «Selfies», ein Selbstporträt, welches in den meisten Fällen vor dem Spiegel und natürlich mit dem Smartphone gemacht wird. Wer aufs Titelblatt will, kann sein Selbstporträt ganz einfach auf die Website hochladen und wird mit einer Portion Glück und gutem Aussehen zum nächsten Covergirl gekürt. Das Inhaltsverzeichnis ist im Stil von Google mit blaugrüner Schrift. Die Rubrik «Plapperazzi» in Twitter- Form. Der Hauptteil erinnert stark an eine Facebook- Timeline. Der Inhalt des Magazins ist in diverse Rubriken wie FTW, WTF, FML, Lookbook etc. gegliedert (wenn Sie die Begriffe nicht kennen, googlen Sie sie). Eine Sprechblasen-Konversation im iPhone-Nachrichten-Look – what else? – rundet das digitale Erlebnis ab. Das ganze Magazin ist ein Feuerwerk an digitalen Posts unserer Jugend und ein Querschnitt durch den Trash von Social Media. Das Magazin erscheint ca. zehnmal jährlich. Vor jeder Publizierung eines Magazins findet dazu eine so genannte «LikeMag Release Gala» im Zürcher Club Plaza statt. Die optimale Verbindung von Real und Digital.

Trotz der verschiedenen Rubriken verliert man als Leser schnell den Überblick. Zu stark ähneln sich die Posts, das Facebook Design im Hauptteil kommt eher schwerfällig daher. Die Themen, ein zusammengewürfeltes Mischmasch. Für manche Leute womöglich zu viel des Guten? Ich finde das Magazin dennoch spannend, da es Social Media, Print sowie Party verbindet und dadurch die digitale Welt mit der realen vernetzt. Das LikeMag ist ein Nachrichtenmagazin in digitaler Form. Wie vieles im Social Web ist dies Geschmackssache, aber den Versuch, neue Modelle auszudenken und neue Wege zu gehen, muss man honorieren. I Like.

Manuel P. Nappo, Studienleiter CAS Social Media Management HWZ Hochschule für Wirtschaft Zürich. www.fh-hwz.ch/smm
 

Lack dich frei: Kampagne für Nail-Academy

Für die Nail-Academy von Alessandro hat Kraftkom die Kampagne «Lack dich frei» konzipiert und realisiert. Angesprochen werden hauptsächlich Frauen, die sich beruflich neu ausrichten, selbständig machen, wieder ins Berufsleben einsteigen oder etwas dazu verdienen möchten.

Thematisch passende Sprüche wie «Feile an deiner Karriere», «Hänge deinen Job an den Nagel» oder «Mach deine Zukunft nagelneu» wurden typografisch plakativ in Szene gesetzt, um Teilnehmer für den viertägigen Basiskurs zu gewinnen. Mittels QR-Code und URL gelangen Interessierte für weitere Informationen und zwecks Anmeldung auf die Landingpage.

Zu sehen ist die Kampagne auf Plakaten in Frauenfeld, Wil und Winterthur, auf Screens im öffentlichen Verkehr sowie auf Facebook.

Verantwortlich bei Alessandro: Daniel Kühne (Marketing Manager), Patrick Oliva (General Manager), Sylvie Scherf (Leiterin Academy). Verantwortlich bei Kraftcom: Pascale Hoch (Beratung), Natalie De Cataldo (Media & Produktionsmanagement), Simone Bonilla (Art Direction).

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Rosarot: Neues Image für Piatti

Rosarot hat für AFG Küchen die Werte der Marke Piatti neu interpretiert und im Rahmen einer Imagekampagne als TV-Spots und Inserate inszeniert.

Das zu bewerbende Produkt – die Küche – rückte in der aktuellen Kampagne in den Hintergrund. Den Fokus richtete man auf das sich in der Küche abspielende Leben. Die drei TV-Spots als Kern der Imagekampagne zeigen die Küche als Ort der täglichen Interaktion – wo Geschichten geschrieben und Erinnerungen geweckt werden: lustige und traurige Momente, die erste Liebe, hitzige Diskussionen, das perfekte Dinner.

Piatti soll verstärkt als familienfreundliche, sympathische und lebendige Küche sowie als traditionelles Schweizer Unternehmen, das höchsten Qualitätsansprüchen gerecht wird, wahrgenommen werden, heisst es in der Mitteilung vom Donnerstag.

Verantwortlich bei Piatti: Peter Waltenspühl (Leitung Marketing), Nicole Thier (Kommunikation). Verantwortlich bei Rosarot: René Karrer (kreative Leitung), Andreas Steiner (Konzept, Text), Yolanda Lopez (Art Direction), Sandra Brandenberger (Grafik, Design), zusätzlich unterstützt durch Hanspeter Graf und Thomas Campolongo. Shining Pictures (Filmproduktion), Elias Ressegatti (Regie), Daryl Hefti (Kamera), Stefan Bircher (Produzent), Sophie Toth (Produktionsleitung), Great Garbo (Musik).
 

//www.youtube.com/watch?v=dBLPsy-Z-3g

//www.youtube.com/watch?v=wezYy77hmaw

Optimale Monetarisierung

Real Time Bidding (RTB), Real Time Advertising (RTA) und Programmatic Buying sind im Trend. Gleichzeitig sind sie eine Herausforderung für Premium Publisher.

Wie soll ein Premium Publisher mit dem Thema umgehen? Soll er die Tür für sein Inventar öffnen und so von möglichen zusätzlichen Kampagnen profitieren? Was hat er für Möglichkeiten, um sein Premium-Inventar zu «schützen», ohne aber den allgemeinen Trend zu verschlafen und in Zukunft von Marktentwicklungen zu profitieren. Diese Fragen hat sich die Omnimedia AG gestellt. Sie ist Vermarkterin der Scout24-Gruppe, Anibis und Ticketcorner sowie technischer Partner von Energy und Cash. Kilian Kämpfen, der Geschäftsführer von Omnimedia, hat unsere Fragen beantwortet.
 
WW: Seit wann beschäftigen Sie sich mit dem Thema?
Kilian Kämpfen: Vor über zwei Jahren haben wir entschieden, uns dem Thema intensiv anzunehmen und nach möglichen anderen Wegen zu suchen.
 
Wie sind Sie vorgegangen?
Wir haben uns eng mit Agenturen und Kunden – unseren wichtigsten Werbepartnern – ausgetauscht. So fanden wir eine Lösung, die alle Bedürfnisse der Parteien und vor allem auch die der vermarkteten Premium Sites erfüllt. Parallel zu unseren Tests machten wir eine Marktanalyse, um herauszufinden, wer auf den europäischen und anderen Märkten etwas Ähnliches anstrebt und welche Technologien angeboten werden. Nach einigen Monaten und vielen Skype Meetings haben wir festgestellt, dass die meisten Anbieter der Technologien nicht bereit waren, genau unsere Lösung umzusetzen, sondern einzig das Interesse verfolgten, unser Inventar in ihrem Trading-System anzubieten und für möglichst viele ihrer Demand-Side- Platform-(DSP)-Kunden freizuschalten. Wir aber wollten einen «private marketplace» mit unseren Regeln aufbauen und nicht einfach ein bestehendes System übernehmen.

Wie sieht die Lösung aus?
Die Lösung ist ein neue Vermarktungspyramide (siehe Abbildung), die sowohl Premium wie auch RTA zulässt und in bestimmten Bereichen sogar RTB ermöglicht. Die Idee dahinter ist, dass auf dem ganzen Inventar, Bereiche, Channels oder Platzierungen für RTA unter unseren Vorgaben freigegeben werden.

Was ist «Analog Buying»?
Das ist der klassische Verkauf, bei dem wir mit unseren Sales-Mitarbeitern die Agenturen und Kunden beraten und betreuen. Da werden zum Beispiel Branding-Produkte und spezielle Integrationen auf den Sites angeboten. Eines dieser Produkte ist zum Beispiel die Total Branding Week, mit dem Search-Background- Werbemittel auf Autoscout24, das mit einem Triple-Ad und Mobile-Ads ergänzt wird und als Fixintegration angeboten wird. Dieses Angebot läuft eine Woche und erreicht knapp vier Millionen Kontakte.

Was meinen Sie mit «Programmatic Buying»?
Das ist unser neues Angebot. Wir definieren zwei Bereiche: Programmatic Direct und Programmatic Indirect.

Wo liegen die Unterschiede?
Programmatic Direct sind Kampagnen, die automatisch über unsere technische Lösung (aktuell das Sell Side Cockpit unseres Technologiepartners) auf allen unseren Premium-Platzierungen ausgeliefert werden, sobald der richtige User für die Kampagne auf die Site kommt und die Demand Side (DSP) der Agenturen oder Kunden diese dann zum vordefinierten Preis kaufen will. Wir liefern alle IAB-Standard- Werbemittel, also Leaderboard, Skycrapper, HalfpageAD und Rectangle, aus. Zugang zu dieser Art der automatisierten Buchung bekommen nur Agenturen und Kunden, die einen relevanten Anteil an Branding-Produkten im Analog Buying bei der Omnimedia buchen. 

Können Sie ein Beispiel geben?
Eine Agentur X bucht 2013 einen Premiumumsatz über das ganze Jahr von 500 000 Franken. Das berechtigt sie, in 2014 neben ihren Analogbuchungen zusätzlich zu fixen CPM automatisiert auf unser Inventar zuzugreifen. Den Preis dafür definieren wir in einem Vertrag für das neue Jahr. Dieser gilt dann für alle Kampagnen der Agentur, die sie im 2014 im Programmatic Direct buchen wollen. Jeweils Ende Jahr werden wir dann den Vertrag mit den Agenturen für das Folgejahr neu definieren und wieder ihr gesamtes gebuchtes Premium-Volumen dabei berücksichtigen. Die Agentur muss im Programmatic- Direct-Bereich keine fixen Volumen abnehmen, sondern nur dann, wenn ihre Kampagnen bei Omnimedia die richtigen Zielgruppen erreichen. Dies erfolgt alles automatisiert, und ihr DSP kommuniziert mit unserer Sell Side Platform (SSP) (oder unsere Technologie SSC). Die Agentur erhält so also Zugang zu ca. 500 Millionen Adimpressions und kann ihre Kampagnen automatisch ohne Excel und E-Mail abwickeln. Einer der Vorteile, den wir da sehen, ist die Optimierung der Prozesse zwischen Agenturen und Publisher. Es braucht in Zukunft nicht immer noch mehr Kampagnenmanager, sondern eher gut ausgebildete Yield-Manager und Berater, die den Agenturen Produkte bereitstellen und die Automatisierung überwachen und optimieren. Abgerechnet wird dann monatlich, und Agentur X bekommt von uns eine Rechnung über die bezogenen Adimpressions.

Was ist Programmatic Indirect?
Programmatic Indirect wird mit dem klassischen RTB umgesetzt. Aber auch hier bestimmen wir, mit wem wir zusammenarbeiten wollen und zu welchen CPM die DSP und Adnetworks unsere Adimpressions beziehen können. Für diese Art der Vermarktung haben wir Teile des Inventars definiert. Diese sind nicht im 100 Prozent sichtbaren Bereich oder in Channels, die wir sonst nicht nur direkt über den Analogverkauf anbieten. Das kann zum Beispiel in Unterkategorien einer Site sein, die zwar viel Traffic hat, aber nur am Ende der Site eine Werbeplatzierung zulässt. Auch hier haben wir in unserem System die volle Kontrolle und können bis auf einzelne Kunden die URL sperren, um sicherzustellen, dass keine unerwünschte Werbung auf unseren Sites erscheint. Denn viele Publisher möchten Werbung für Erotik-Produkte, politische Kampagnen und natürlich Werbung der Konkurrenz ausschliessen. Wir haben das in den letzten 12 Monaten getestet und können mittlerweile zu 95,5 Prozent sicherstellen, dass diese Kampagnen ausgeschlossen werden.

Was sind die Vorteile?
Wir sind überzeugt, mit diesen Varianten der Vermarktung einen neuen Weg gefunden zu haben, das Inventar auf allen Platzierungen und Sites noch optimaler zu moneterisieren. Zusätzlich, und das ist noch viel wichtiger für die Zukunft, ist es uns gelungen, mit unseren Premiumkunden einen automatisierten Prozess der Buchungen zu finden, bei dem alle Parteien profitieren. Auch werden diese Premiumkunden einen Vorteil gegenüber ihren Konkurrenten haben, wenn sie mit uns auf diesem Weg zusammenarbeiten.

Interview: Pierre C. Meier

Das Interview wurde schriftlich geführt.

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Erfolgreichster Kurzfilm des Jahres aus Zürich

Am Dienstag wurde der Erfolg des Schweizer Kurzfilms «Un mundo para Raúl» unter der Regie von Mauro Mueller und produziert von den beiden Werbern Ivan Madeo und Urs Frey gleich zweifach bestätigt.

Im Rahmen der Cadrage 2013 hat der Film am Dienstag Abend den ersten Platz als erfolgreichster Zürcher Kurzfilm des Jahres gewonnen. Dafür erhält Regisseur Mauro Mueller von der Zürcher Filmstiftung eine Fördergutschrift von 20’000 Franken. Gleichzeitig wurde der Schweizer Kurzfilm am Best of International Short Films Festival in La Ciotat, Frankreich, mit dem Golden Sun Award (1. Jurypreis) prämiert und einstimmig als bester Film unter 57 der weltweit erfolgreichsten Kurzfilme des letzten Jahres gewählt. Mit diesen neusten Erfolgen steigt der Palmarès dieses Films auf 20 Auszeichnungen und über 40 Festivals. Darunter gelistet ist auch der Student Oscar der Academy of Motion Pictures Arts and Sciences, der im Juni in Los Angeles gewonnen wurde (Werbewoche.ch berichtete).

Der Zürcher Mauro Mueller zeigt in seinem 15-minütigen Drama das grosse Dilemma der sozialen Klassenunterschiede in Lateinamerika am Beispiel einer intimen Missbrauchsgeschichte. Als der mexikanische Bauernsohn Raúl gebeten wird, sich um den reichen Sprössling des lokalen Landbesitzers zu kümmern, entflammt zwischen den beiden Jungen ein Spiel um Macht und Stolz.

//vimeo.com/41455156

 

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SRF startet SmartTV-Angebot mit HbbTV

Am 4. Dezember 2013 startet SRF+, das SmartTV-Angebot von Schweizer Radio und Fernsehen. Es basiert auf HbbTV, Hybrid broadcast broadband TV, und ermöglicht es, direkt am Fernseher Multimediainhalte aus dem Internet abzurufen.

Ähnlich wie beim Teletext werden mit SRF+ Zusatzinformationen zum Fernsehangebot angezeigt. SRF blendet im laufenden Programm ein Icon, Text, Bild oder Banner ein, um auf das SmartTV-Angebot hinzuweisen. Dieses kann dann mit der roten Taste der TV-Fernbedienung geöffnet werden, wie es in einer Mitteilung heisst. SRF+ wird ab dem 4. Dezember über die Sender SRF 1 HD und SRF zwei HD ausgestrahlt.

News, Sport, Wetter, SRF Player und «Zambo»

Bisherige Teletextangebote können bei SRF+ mit Seitenzahlen angesteuert werden. Die Nachrichten (News und Sport) werden zum Teil bebildert und mit Sportresultaten ausgewählter Ligen und Sportarten aufgewertet. Auch die Wetterprognosen erscheinen in grafischer Darstellung. Ergänzt wird das Informationsangebot mit Lottozahlen von Swiss Lotto und EuroMillions. Wer zudem über eine Breitband-Internetverbindung verfügt, dem bietet SRF+ Zugriff auf den SRF Player sowie auf spezielle Inhalte des Kinderprogramms «Zambo».

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Über Satellit und Kabel

Wichtigste Voraussetzung zur Nutzung von SRF+ ist ein SmartTV mit Internetverbindung. Ältere TV-Flachbildschirme mit HDMI-Anschluss können mittels einer HbbTV-Set-Top-Box nachgerüstet werden. SRF+ kann aber auch über kompatible Digitalreceiver, die an den Fernseher angeschlossen sind, genutzt werden. HbbTV lässt sich problemlos über Satellit (DVB-S) empfangen, jedoch nicht über Antenne (DVB-T). Ein Empfang über Kabel (DVB-C) hängt vom jeweiligen Anbieter ab. Momentan unterstützen zum Beispiel UPC Cablecom oder QuickLine die neue Technologie. Alle wichtigen Gerätehersteller unterstützen HbbTV. Europaweit bieten immer mehr Fernsehsender diesen neuen Zusatzservice an. Nebst SRF sind dies im deutschsprachigen Raum (Auswahl): 3sat, ARD, Arte, BR, Kabel eins, KiKa, MDR, NDR, n-tv, ORF, Pro Sieben, RTL, Sat.1, SWR, Vox, ZDF sowie Themensender wie Eurosport, Euronews oder KinoweltTV.

Liquidsketch ist Schweizer App des Jahres

Erstmals wurden gestern Abend in Zürich in feierlichem Rahmen die «Best of Swiss Apps Awards» verliehen. Der Titel «Master of Swiss Apps» geht an das Puzzle-Spiel Liquidsketch.

Vor über 300 Personen im Aura wurden in zehn Fachkategorien die besten App- und Mobile-Projekte ausgezeichnet, sowie der Gesamtsieger «Master of Swiss Apps» gekürt. Am erstmals ausgerichteten «Best of Swiss Apps Award» wurden von Schweizer Unternehmen und vor allem Mobile- und Werbeagenturen insgesamt 130 Projekte in die zehn Kategorien eingereicht. Nach intensiver Bewertung der 41 Jurymitglieder schafften es 69 Projekte auf die Shortlist. An der Award Night wurden insgesamt zehn Gold- und weitere 34 Silber- und Bronze-Gewinner gekürt.

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Master of Swiss Apps 2013: Liquidsketch beste App des Jahres

Zum diesjährigen Master of Swiss Apps und somit zur besten App des Jahres wählte das Publikum die App Liquidsketch. Liquidsketch ist ein verblüffendes Puzzle-Spiel für das iPad. Beinahe unglaublich realistisches Wasser kann mit dem Finger oder durch Neigen des iPads in Bewegung gebracht werden. Das Spiel beinhaltet gegen hundert mehrheitlich orginelle Aufgaben, die etwa durch Bewegen und Mischen von farbigem Wasser gelöst werden müssen. Die verschiedenen Puzzles bauen auf dem Verständnis von physikalischen Eigenschaften von Wasser auf. Ein äusserst gelungenes und innovatives Konzept, das wirklich toll umgesetzt wurde. Neben der sehr guten Usability überzeugen auch der ausgezeichnete Levelaufbau und die klaren Spielziele. Ein «trockenes Thema» (Fluiddynamik) wird äusserst «spritzig» umgesetzt.

//www.youtube.com/watch?v=CxqSQWHrrXE

Die Goldgewinner in den zehn Fachkategorien

In jeder der zehn Fachkategorien bestimmte die Jury – allesamt Expertinnen und Experten in ihrem Bereich – die Medaillengewinner. Insgesamt wurden zehn Gold-, 14 Silber- und 20 Bronze-Auszeichnungen vergeben.

Übersicht Gewinner 2013
 

Kategorie Gewinner-Projekt Auftraggeber Auftragnehmer
Master «Best of Swiss Apps 2013»
 
Liquidsketch Privat Tobias Neukom
Enterprise Partners Group iPad Information Platform Partners Group MP Technology
Business Comparis Immobilien Windows Store App Comparis.ch Zühlke Engineering
Productivity Sennheiser LSP-500 Pro App Sennheiser Nose Design
News Nachtschichten Zürcher Hochschule der Künste Zürcher Hochschule der Künste
Travel Uepaa! Uepaa Uepaa
Lifestyle Grand Prix von Bern approppo Approppo
Entertainment Swisscom TV App Swisscom Youngculture
Knowledge Appolino Plus & Minus +
Appolino Schreiben
Lehrmittelverlag St. Gallen Lernetz
Games Liquid Sketch Privat Tobias Neukom
Public Affairs Meteo Swiss Meteo Schweiz Ubique Engineering

Eine Übersicht über alle Gold-, Silber- und Bronzegewinner finden Sie auf Bosw.ch

NZZ Labs lanciert Stream-Experiment

Die NZZ will auf das veränderte Nutzungsverhalten der User reagieren und testet ab Mittwoch einen Stream, der eine alternative, responsive Ansicht der Inhalte von Nzz.ch bietet.

Die Art und Weise, wie Informationen im Netz konsumiert werden, hat sich in den letzten Jahren stark verändert. Insbesondere drei Entwicklungen lassen sich dabei laut NZZ verstärkt beobachten:

– eine zunehmende Verbreitung der Layoutmetapher des «Streams», die man von Social-Media-Angeboten wie Twitter und Facebook kennt und die zuletzt auch von mehreren Nachrichtenseiten übernommen wurde (zum Beispiel Reuters oder Quartz)

– ein Bedürfnis nach Informationsangeboten, die stärker auf die eigenen Interessen zugeschnitten sind – ebenfalls ein Muster, das stark von Facebook und Twitter geprägt wird, aber ein Wunsch, der auch aus unserer Leserschaft regelmässig geäussert wird

– eine Zunahme der Displayvielfalt, der häufig mit einem Responsive Design begegnet wird, das sich dem jeweiligen Gerät anpasst und so insbesondere auch mobilen und auf Touch-Eingabe basierenden Nutzungsformen gerecht wird.

Diese Entwicklungen zeigen sich laut NZZ im Layout vieler Newssites noch nicht: In der Regel sehen alle Leser dieselbe, statische Einstiegsseite, unabhängig von ihren persönlichen Themenpräferenzen. Responsives Design, das sich dem benutzten Zugangsgerät anpasst, sei noch eher Ausnahme als Regel. Vor diesem Hintergrund hat sich das NZZ Lab Gedanken darüber gemacht, wie die Inhalte der NZZ den neuen Nutzungsgewohnheiten entsprechend ausgespielt werden können. Das erste Ergebnis dieser Überlegungen ist NZZ Stream. NZZ Stream ist eine alternative Ansicht der Inhalte auf Nzz.ch, die eine Übersicht aller Artikel chronologisch abbildet, sich automatisch aktualisiert und mit einem Ressort-Filter personalisierbar ist. Die vorliegende Version 1.0, aufrufbar unter Stream.nzz.ch, wurde im Sinne eines «minimum viable product» mit dem Ziel umgesetzt, das Konzept unter realen Bedingungen zu testen und so Erkenntnisse zu Akzeptanz, Nutzen und Nutzung einer solchen Darstellung zu gewinnen. Zudem interessiert sich die NZZ dafür, in welche Richtung sich dieses Angebot aus Sicht der Leser weiter entwickeln könnte.

Die Erkenntnisse aus dem Experiment sollen dabei helfen, aktuelle und zukünftige Informationsangebote passgenauer auf die Bedürfnisse unserer Leser auszurichten. Über ein Formular wird Feedback über den Stream gesammelt.

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Screenshot Stream.nzz.ch

 

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