Adlink Internet Media AG schluckt Qualiclick

Der führende europäische Onlinevermarkter Adlink Internet Media AG übernimmt den grössten Schweizer Branchenvertreter Qualiclick (Marktanteil rund 35%).

Der führende europäische Onlinevermarkter Adlink Internet Media AG übernimmt den grössten Schweizer Branchenvertreter Qualiclick (Marktanteil rund 35%).«Mit der Übernahme der Aktivitäten von Qualiclick geht unsere Firma sofort in die Profitabilität über», sagte Martin Radelfinger, Geschäftsführer der Schweizer Adlink-Tochter. Im Rahmen eines Assetdeals erhält Adlink (Schweiz) den Kundenstamm, 80000 E-Mail-Profile und das dreiköpfige Sales Team von Qualiclick. Gemäss Radelfinger kann das Unternehmen mit einem zusätzlichen Umsatzvolumen in siebenstelliger Euro-Höhe rechnen. Adlink, das letztes Jahr in der Schweiz auf einen Marktanteil (MA) von gegen 20% gekommen sei, werde dadurch hierzulande zum grössten Anbieter digitaler Kommunikations- und Marketinglösungen (mit etwa 55% MA).Damit bleibt die Publimedia Webadvertising AG mit etwa 35% Zweitplatzierter in der Branche, gefolgt von Goldbach Media (Active Agent und Media Agent) mit etwa 10%.
Die Aktionäre von Qualiclick erhalten im Gegenzug Aktien der Adlink Internet Media AG im Wert von rund 700000 Euro. Ob weitere Zahlungen getätigt werden, wurde auf Anfrage offen gelassen. «Beide Seiten sind mit der Transaktion zufrieden», sagte Qualiclick-Gründer und CEO Roger Lienhard. Er bestätigte, dass bei Qualiclick insgesamt rund 18 Millionen Franken investiert worden seien. Er bezeichnete den Deal gar als «fantastisch», auch für die Kunden, die mehr Sicherheit gewännen. Lienhard wird noch die Übergabe begleiten und sich dann neu orientieren.
Zufrieden ist man auch bei Tamedia, die mit 33% an Adlink (Schweiz) beteiligt ist. René Gehrig, der die Tamedia im Adlink-VR vertritt, bezeichnete die Übernahme als «Riesenrutsch». «Die Chance, dass Adlink nun schwarze Zahlen schreibt, stehen sehr gut», sagte er. (mk)

Ausserdem: Roman Zenoni, Zentralpräsident des Schweizerischen Marketing Clubs (SMC), hat ein Beratungsunternehmen gegründet.

Ausserdem Roman Zenoni, Zentralpräsident des Schweizerischen Marketing Clubs (SMC), hat ein Beratungsunternehmen gegründet. Roman Zenoni Management Services bietet Beratung, Entwicklung und Umse

Ausserdem Roman Zenoni, Zentralpräsident des Schweizerischen Marketing Clubs (SMC), hat ein Beratungsunternehmen gegründet. Roman Zenoni Management Services bietet Beratung, Entwicklung und Umsetzung von Strategien für Führungs-, Marketing-, Verkaufs- und Kommunikationsaufgaben an.
Die Berner Kommunikations- und Werbeagentur Stoll Traber & Partner (ST&P) hat einen neuen Mitinhaber. Seit Anfang Jahr ist der stellvertretende Geschäftsführer Peter Matthys an der Agentur beteiligt. Verstärkt haben die Berner auch die Beratung: Anfang April wechselte Rosemarie Rotzetter (Bild), bisher Kommunikationsleiterin des Schweizer Computerkonzerns Digital-Logic, ins Team von ST&P.
Ab sofort wird Knuth Hackbarth, Direktor der Medienforschung von IHA-GfK, für das Werbeforschungsunternehmen Media Focus tätig. Zudem kümmert sich Jens Windel, Delegierter der Gesellschafterversammlung, um die Optimierung der Zusammenarbeit bei Datenerfassung und -verarbeitung zwischen Media Focus und AC Nielsen in Hamburg.
Martin Bettler verstärkt die Werbeagentur DDB Zürich. Bettler startete seine Laufbahn als Werber bei Aebi Strebel und war zuletzt als Art Director (AD) bei McCann-Erickson in Zürich tätig. Bei DDB wird er als Senior AD zusätzlich leitende Funktionen in der Kreation wahrnehmen.
Bei der Zürcher Kommunikationsagentur FKP Identity, Zürich, wird neu Dani Weber tätig. Er soll die Bereiche Beratung, Konzept, Kundenakquisition und -betreuung verstärken.
Im Zuge des Relaunchs vom Februar baut das Programmmagazin TR7 das Anzeigenmarketing aus. Ab 1. Mai übernimmt Patrick M. Knecht (Bild) die Funktion des Product Manager.
Heike Faller wird Senior Public Relations Specialist bei Symantec Schweiz. Vom Standort Bassersdorf aus soll sie die gesamten Kommunikationsaktivitäten des Anbieters von IT-Sicherheitslösungen vorantreiben.
Berthold Krumeich ist seit Anfang April neuer Technical Director der Schweizer Webagentur Die Argonauten.
Grafiker Severin Gehring wechselt per Ende April von der Küsnachter Werbeagentur Bunt zur Frontwork in Winterthur.

Jetzt ist der Christian der König

Wachstumseinbruch in der PR-Branche – Farner PR neu an der Spitze des BPRA-Rankings

Wachstumseinbruch in der PR-Branche – Farner PR neu an der Spitze des BPRA-RankingsVon Andreas Panzeri Die Nettohonorarumsätze der PR-Agenturen stiegen vergangenes Jahr um 4,6% auf 107,8 Millionen Franken. Dies geht aus den vom Bund schweizerischer PR-Agenturen (BPRA) jährlich publizierten Zahlen hervor. Farner PR hat Trimedia überholt und liegt neu an der Spitze des Agenturenrankings.
Bereits im Oktober 2001 haben viele Agenturen ihre Erwartungen nach unten revidiert und noch eine knappe Geschäftsausweitung von 1,3% prognostiziert. Im goldenen Jahr 2000 hatte das effektive Wachstum noch bei rund 25% gelegen. Die offizielle Marktstatistik 2001 bestätigt nun mit 4,6% die Wachstumsverflachung, allerdings nicht im ursprünglich befürchteten Ausmass.
Die 21 heutigen BPRA-Mitglieder erwirtschafteten im Berichtsjahr 2001 mit 77% Marktanteil in der Schweiz 91 Millionen Franken mit 383 Beschäftigten. Die Pro-Kopf-Umsätze sanken gegenüber dem Vorjahr von 250000 auf 237000 Franken.
Im Kommentar zum Ranking stellte BPRA-Präsident Ulrich Bollmann fest, dass BPRA-Agenturen schneller wachsen als der gesamte Agenturmarkt. Den Spitzenplatz nimmt im Jahr 2001 mit einem Umsatz von 14,9 Millionen Franken erstmals Farner PR ein, die weit über dem Marktdurchschnitt 21% zulegte und damit die bisher führende Trimedia überflügelte, die 14,5 Millionen Franken erreichte. Auf den nächsten Plätzen finden sich Wirz PR mit 11,6, Burson-Marsteller mit 10,8 sowie das Nicht-BPRA-Mitglied Bütikofer, das mit 10,1 Millionen Franken rund 11% an Volumen verlor. Insgesamt legten diese Big Five gegenüber 2000 um knapp 4% zu und verfügten über einen Anteil von 68% am erfassten Agenturmarkt.
Neu in der statistischen Entwicklung ist das stärkere Wachstum des Mittelfeldes. Die C-Matrix Group, Mediapolis, cR Kommunikation, Frei Kirchgessner und PiAr auf den Plätzen 5 bis 10 der BPRA-Mitglieder steigerten ihre Honorarumsätze um 15% auf 20,5 Millionen Franken. Dieses Wachstum stellt eine Trendumkehr dar, waren es in den letzten Jahren stets Grossagenturen gewesen, die ein überdurchschnittliches Wachstum verzeichneten.
Bei der Gliederung der Umsätze nach Dienstleistungen zeichnen sich gegenüber dem Vorjahr keine Veränderungen ab. Mit 48% nimmt Corporate Communications nach wie vor den Spitzenrang ein, gefolgt von Produkte-PR/ Marketingkommunikation mit
17 und Investor Relations mit 13 sowie Public Affairs mit 12%.
Im Berichtsjahr hat sich der Trend zu kurzfristigeren Kundenentscheiden fortgesetzt. «Das erschwert allen Agenturen eine optimale Bewirtschaftung der eigenen Ressourcen und führt auf Auftraggeberseite gelegentlich zu unprofessionellen Briefings», sagte
Bollmann.
2001 haben verschiedene internationale Netzwerke das Interesse an einer stärkeren Verknüpfung im schweizerischen Markt bekundet. Burson-Marsteller blieb jedoch die einzige voll integrierte Netzwerkagentur.
Nach der Mitgliederversammlung hat der BPRA heute 21 Mitglieder. Neu sind DBCOM in Lausanne und Vector Communications, Zürich, dazugekommen. Weggefallen sind Wenger und Pielken.
Die Mitgliederversammlung in Zug bestätigte Ulrich Bollmann, Burson-Marsteller, als Präsidenten sowie die bisherigen Vorstandsmitglieder Christian König, Farner PR, und Peter Felber, Int/Ext-Gruppe, in ihren Funktionen. Hugo Schmidt, Schmidt PR, hatte auf eine Wiederwahl verzichtet. An seiner Stelle wurde Alfred Köcher, C-Matrix Group, gewählt.
Am Tag seiner Mitgliederversammlung hat der BPRA eine frisch herausgeputzte Website aufgeschaltet. Auf www.bpra.ch finden sich auch weitere Details zum neuen Agenturranking.

Aufgefallen: Der neue Ikea-Katalog macht auch Hobbyneurologen klar, was passieren kann, wenn man zu lange vom Elch geknutscht worden ist… oder den eigenen Elchtest vermasselt hat.

AufgefallenDer neue Ikea-Katalog macht auch Hobbyneurologen klar, was passieren kann, wenn man zu lange vom Elch geknutscht worden ist… oder den eigenen Elchtest vermasselt hat. Mann beziehungsweise vor allem Frauen entwickeln eine überraschende

Aufgefallen Der neue Ikea-Katalog macht auch Hobbyneurologen klar, was passieren kann, wenn man zu lange vom Elch geknutscht worden ist… oder den eigenen Elchtest vermasselt hat. Mann beziehungsweise vor allem Frauen entwickeln eine überraschende Abneigung gegen alles Nackte. Allerdings nicht dem eigenen Körper, sondern der eigenen Wohnräume gegenüber. «Wie das Parkett einfach so nackt daliegt, ist doch abartig» oder «Natürlich benutze ich eine Tagesdecke. Ich bin doch kein Grüsel». Solche Sätze bilden die Kernaussagen des eben verteilten Werbemittels dieses unmöglichen Möbelhauses: «Bekämpft Nacktheit.» Mal abgesehen von den sprachlichen Sturzflügen, die wahrscheinlich eine Folge der Übersetzung aus dem Schwedischen sind, oder einfach eines absoluten Wodka-Abusus, wurde schon lange nicht mehr ein derart aussagestarkes Dokument über das Wesen des nordischen Humors verteilt. Wirklich lustig muss man das alles auch nicht finden…na ja, zum Glück gibts in der Schweiz keine Elche.
Chandra Kurt [email protected]
Kolumne

Schwach
Von Liz Sutter
1 Meter 62, 55 Kilo. Okay, ich bin nicht Claudia Schiffer, aber eine zweite Nella Martinetti bin ich auch nicht. Erwartungsvoll betrete ich den Laden und frage die Verkäuferin, ob ich das schwarze Schlauchkleid anprobieren dürfe. Die Frau verengt ihre ohnehin kleinen Augen, reckt das Kinn und ruft entsetzt: «Für Sie?!!! Unmöglich! Für dieses Kleid brauchts eine schlanke Person!» Szenenwechsel. Ein bekanntes Café in Zürich. Ich bestelle ein Birchermüsli mit Rahm und einen Pfefferminztee. Man bringt mir ein Mineralwasser und einen Pfefferminztee. Ich staune ob der seltsamen Kombination, und es stellt sich heraus, dass die Serviererin statt «mit Rahm» «Mineral» verstanden hat. Sie trägt das Wasser ans Buffet zurück und sagt zu ihrer Kollegin: «Die hat so einen komischen Dialekt!»
Boutique und Café haben mich fürs Erste gesehen. Schade. Da entwerfen Menschen tolle Kleider, richten schöne Lokale ein, machen feines Birchermüsli und gute Werbung. Und dann scheiterts am letzten Glied in der Kette. Kein Wunder, bei den Löhnen. Aber ist das der einzige Grund für die Schwachstelle? Ich weiss es nicht. Aber als Fabrikant wärs mir nicht wurst, wenn verärgerte Kundinnen ihre alten Klamotten wieder aus dem Kleidersammelsack fischten. Als Wirtin würde es mir zu denken geben, wenn beleidigte Gäste ihren Kaffee fortan selber brauten. Als Journalistin kann ich meine Erlebnisse wenigstens in Geschichten verbraten. Und amüsiert feststellen, dass es andern ähnlich geht. Da berichtet Urs Bühler im NZZ Ticket über ein neues Lokal, das mit erstklassigem Service wirbt.
Schwacher Trost.
[email protected]
Liz Sutter ist Journalistin.
Business Lunch

Das Glück, provenzalisches Fernweh in Zürich zu stillen
Gut, es liegt ein wenig versteckt am Rande der Altstadt, aber in Rufweite zu Konservatorium, Kunsthaus und Pfauenbühne, das Romantikhotel Florhof. Macht nichts. Denn hier wird – im dezent blauen Restaurant – eine Küche geboten, die ihresgleichen sucht. Küchenchef Eric Denéchau hält dem Pächterpaar Brigitte und Beat Schiesser die Treue, und das zahlt sich vor allem für den Gast aus. Endlich, möchte man ausrufen, kann man in Zürich eine französische Mittelmeerküche goutieren und sich danach in Lob darüber ergehen. Und käme denn endlich der Sommer und fände man einen Platz auf der neu gestalteten Terrasse, das Glück vom Fernweh, das man vor der Haustür stillen darf, wäre komplett.
Mittags serviert die aufmerksame Crew unter den Augen von Restaurantleiter Maurizio Davini einen Dreiganglunch zu 41 Franken. Wer nur zwei Gänge mag, blättert 34 Franken auf den Tisch. Mit Verlaub, das ist schon unverschämt günstig für Zürcher
Verhältnisse – oder marketingchinesisch gesagt: optimales Preis-Leistungs-Verhältnis. Die Babycrevetten auf grünem Spargelsalat an Orangenvinaigrette – mais oui, Monsieur Denéchau: superbe und äusserst angenehm ausgewogen, weil die Zitrusfruchtsäure Spargeln und Crevetten verführerisch begleitete. Anstelle des Bio-Rindsfilets Stroganoff kamen poelierte Fische mit gekochten Artischocken nach provenzalischer Art an einer Olivenöl-Emulsion, fritierte Artischocken-Spaghettini und blaue Kartoffeln auf den Tisch. Viele Worte für ein wunderbares Gericht – wobei ich gerne gestehe, den Unterschied zwischen einer blauen und einer «gelben» Kartoffel nicht ausmachen zu können. Zum Dessert: Zuccotto mit Früchten garniert mit Erdbeercoulis. Nun könnte man endlos darüber streiten, wie denn ein richtiger Zuccotto und so weiter und so weiter sei…dieser kam auf einem Schokoladebett daher und bestätigte, dass nichts so sicher ist wie der Wandel von Rezepturen. Was solls? Auch der schmeckte köstlich.
Man nehme sich genügend Zeit, um in diesem hübschen Rahmen zu tafeln. Handys hört man ungern klingeln, aber dafür gibts einen valablen gläsernen Ersatz: die von Davini (was für ein Name!) zusammengestellte Weinkarte lässt kaum Wünsche offen. Man fühlt sich ausgesprochen wohl in diesem Lokal, hat Platz für Gespräche und Beine und gehörigen Abstand zum Nachbartisch. Allez-y! Aber vorher reservieren.
Carlo Bernasconi [email protected]
Romantikhotel FlorhofFlorhofgasse 4
8001 Zürich
Tel. 01 261 44 70
Fax 01 261 46 11
www.florhof.ch

Kopf der Woche: «Bevor man im grossen Stil verkaufen kann, muss man die Basis kennen»

Gregor Eschle ist seit Februar Anzeigenleiter des Nachrichtenmagazins Facts

Gregor Eschle ist seit Februar Anzeigenleiter des Nachrichtenmagazins FactsKopf der Woche «Bevor man im grossen Stil verkaufen kann, muss man die Basis kennen»
Seit über sechs Jahren pendelt Gregor Eschle von Luzern nach Zürich. Und weil er seit kurzem nach Meggen umgezogen ist, dauert die Pendlerei jetzt noch etwas länger. In die Limmatstadt zu ziehen, war für den 31-Jährigen aber trotzdem nie ein Thema. Abgesehen von der Hektik, mit der er Zürich verbindet, würde dem neuen Facts-Anzeigenleiter hier vor allem auch die Luzerner Fasnacht fehlen.
Der Brancheneinstieg vor bald zehn Jahren erfolgte für Eschle zufällig. Nach einem Sprachaufenthalt in London wusste der gelernte Verkäufer nicht genau, wie seine berufliche Zukunft aussehen sollte. Weil ihn die Arbeit mit Kleinkindern gereizt hätte, spielte Eschle sogar mit dem Gedanken, Kindergärtner zu werden. Diese Möglichkeit verwarf er jedoch wieder, als sich ihm eine Stelle als Verkäufer im Aussendienst bot. Rückblickend bezeichnet er die ersten Jahre als wertvolle Zeit, in der er das Geschäft von der Pike auf gelernt hat: «Bevor man im grossen Stil verkaufen kann, muss man die Basis kennen.»
Peter Urs Naef, ehemaliger Weltwoche-Verlagsleiter, prägte seine Karriere massgeblich mit, indem er ihn 1996 bei seinem Blatt anstellte. Bis vor kurzem noch hielt der gebürtige Luzerner der von Krisen heimgesuchten Zeitung die Treue, zuletzt als Gebietsverkaufsleiter und stellvertretender Anzeigenleiter. Hängt sein Abgang Ende Januar mit den Turbulenzen der letzten Monate zusammen? «Nein, für mich war es einfach an der Zeit, einen Schritt weiter zu gehen», sagt er.
Neben dem neuen Job absolviert Eschle zurzeit die Ausbildung zum Verkaufsleiter am Sawi. Wegen dieser Verpflichtung plante er ursprünglich, sich erst nächstes Jahr nach einer neuen Stelle umzusehen. Facts-Verlagsleiter Christoph Marty überzeugte Eschle vor Jahresbeginn, sich die Chance nicht entgehen zu lassen und zu wechseln.
Nach gut zwei Monaten hat sich Eschle nicht nur an die engen Raumverhältnisse des Tamedia-Glaspalastes gewöhnt, sondern verfolgt bereits auch ehrgeizige Ziele. «Die Pflanze, die in den letzten sieben Jahren enorm gewachsen ist, muss jetzt tiefe und beständige Wurzeln schlagen.» Damit das Blatt weiterhin erfolgreich Anzeigen verkaufen kann, will es Eschle als qualitativ hoch stehendes und etabliertes Produkt in den Köpfen der Kunden verankern. Deshalb ist er auch überzeugt, dass Facts vom Image der Boulevardzeitschrift wegkommen muss. Nach den letzten krisenintensiven Monaten ist der Sawi-Absolvent erleichtert darüber, vom schaukelnden Kahn Weltwoche im sicheren Hafen Facts eingefahren zu sein.
Neben der Fasnacht, die für ihn das Fest schlechthin ist, bezeichnet Eschle Kochen, gutes Essen und edle Weine als seine grossen Leidenschaften. Daniela Zivadinovic

Alles Kokain, oder was?

Die ADC/BSW-Kreativschule hat die Nachwuchsarbeiten für Cannes juriert

Die ADC/BSW-Kreativschule hat die Nachwuchsarbeiten für Cannes juriertVon Andreas Panzeri Die Kreativschule des ADC/BSW hat die Anzeige «Rubik-Würfel» von Fabian Esslinger und Regula Fecker zur besten Arbeit gewählt. Sie strebt in Cannes internationale Anerkennung an.
Gemeinsam mit dem Art Directors Club (ADC) betreibt der Branchenverband Schweizer Werbe- und Kommunikationsagenturen (BSW) seit 1990 eine Kreativschule für die berufsbegleitende Nachwuchsförderung. In rund 150 Theorielektionen in den Bereichen Text und Artwork sowie anhand praktischer Übungen können die jungen Kreativen über zwei Jahre hinweg von ihren Vorbildern das Werbehandwerk lernen.
Als Teil der Ausbildung gestalten die Kursteilnehmerinnen und Kursteilnehmer im Rahmen eines jährlichen Wettbewerbs jeweils eine eigene Printanzeige. Die Aufgabe lautet: Werbung für die ADC/BSW-Kreativschule machen und aufzeigen, wieso man die Kurse an dieser Schule besuchen sollte!
Unter den rund 20 Arbeiten hat eine prominente Jury mit André Benker, Simone Fennel, Daniel Matter und Hans Tanner unter Teilnahme von Patricia Meneghin von der Schulleitung sowie dem BSW-Geschäftsführer Walter Merz drei Sujets ausgezeichnet.
Nervöses Stirnrunzeln bei der ADC-Jury…
«Es war ein sehr guter Jahrgang», meint André Benker zu den diesjährigen Wettbewerbsarbeiten. Das Gremium hat alle Sujets einer eingehenden Diskussion unterzogen und war sich dann schnell einig: Die Siegerarbeit «Rubik-Würfel» von AD Fabian Esslinger und Texterin Regula Fecker darf die Schweiz am internationalen Finale beim grossen Wettbewerb in Cannes vertreten, der jährlich dem Nachwuchs ein Schaufenster bietet.
Zu denken gab der Jury das Kuriosum, wonach gleich drei der rund 20 Teams in ihren Lösungen mit dem Thema «Kokain» gespielt hätten. «Das schien uns doch recht eigenartig», wundert sich André Benker, der an der Kreativschule seit drei Jahren als Coach wirkt und von einem sehr positiven und konstruktiven Geist an dieser Schule spricht. «Es findet sich hier eine anregende Mischung von kreativen Leuten.»
Der nächste Kurs an der ADC/BSW-Kreativschule beginnt im Herbst dieses Jahres. Für einen Platz am Fenster sollte man sich möglichst schnell bewerben, denn die Kurse sind sehr gefragt.

«Die Presse erhält an den Kiosken immer mehr Platz»

Josef Jungo, K-Group, zur Kritik der Verlage und zur Gratisabgabe von 20 Minuten

Josef Jungo, K-Group, zur Kritik der Verlage und zur Gratisabgabe von 20 Minutenvon Markus Knöpfli Letztes Jahr hat die K-Group in der Schweiz den Umsatz und die Investitionen erhöht. Dennoch wird sie immer wieder von den Verlagen kritisiert. Der Versuch mit 20 Minuten am Kiosk ist jedoch nur ein Kritikpunkt, auf den Josef Jungo, Geschäftsführer der K-Group Schweiz, eingeht.
Letztes Jahr hat die K-Group allein in der Schweiz 33 Millionen Franken investiert. Wofür?
Josef Jungo: Gut 40 Prozent investierten wir in die Erhaltung des Verkaufsstellennetzes, in Neu- und Umbauten. Rund 30 Prozent fliessen in technische Anlagen, wie die neue Kommissionierungsanlage oder das Datawarehouse.
30 Prozent der Investitionen werden für Neukonzepte wie Convenience oder neue Pressewarenträger ausgegeben.
Wie gross war 2001 der Anteil der Presse am Umsatz der K-Group Schweiz?
Jungo: Etwa 33 Prozent, das sind knapp über eine halbe Milliarde Franken.
Im Valora-Halbjahresbericht 2001 war von einem «leichten Umsatzrückgang» beim Pressebereich die Rede. Wie sieht das übers ganze 2001 aus?
Jungo: Dieser Bereich ist seit etwa fünf Jahren rückläufig und lag einmal bei 35 Prozent. Letztes Jahr haben die Zeitungen weiter verloren (Gratiszeitungseffekt), die Abnahme flachte aber deutlich ab, und die Zeitschriften haben sich sogar beinahe stabilisiert.
Die Rückläufigkeit im Pressebereich erstaunt Verlage nicht. Sie sagen, die Produktevielfalt an den Kiosken habe derart zugenommen, dass immer weniger Platz für Printtitel vorhanden ist.
Jungo: Das Gegenteil ist der Fall. Wie gesagt, wir investieren bis 15 Millionen Franken pro Jahr in unsere Kioske, die auch vergrössert werden. Die Presse erhält jeweils mehr als 50 Prozent des Platzes, und dieser Anteil wird immer grösser. Zudem investieren wir in neue Pressegestelle und Wände, die mehr Möglichkeiten bieten.
Die Verlage kritisieren auch, dass Promotionen nicht vollständig umgesetzt würden. Was die K-Group anbiete, könne sie nicht bis zum letzten Depositär überprüfen.
Jungo: Promotionen machen wir primär an den Eigenstellen und nur bei Depositären, die eng mit uns zusammenarbeiten. Was auch wichtig ist: Wenn wir ein flächendeckendes Promotionsangebot machen, reden wir immer nur von 1000 unserer 1350 Verkaufsstellen (VS). Der Grund: Nicht alle Kioske sind gleich ausgrüstet.
Lässt sich dieses Problem also mit einer besseren Kommunikation Ihrerseits lösen?
Jungo: Das ist ein Teil der Lösung. Weitere Teile sind Quality Management und die enge Zusammenarbeit mit den Medienhäusern. Beides wurde intensiviert und zeitigt gute Erfolge.
Wie viel nimmt die K-Group Schweiz durch Promotionen ein?
Jungo: Letztes Jahr waren es keine vier Millionen Franken.
Kritisiert wird aber, die K-Group gehe immer mehr dazu über, Verlagen und anderen Firmen Verkaufsförderung anzubieten statt Zeitungen zu verkaufen.
Jungo: Dass dies überhaupt nicht stimmt, sieht man nur schon am Umsatz des Presseverkaufs von einer halben Milliarde Franken, der ja zum bescheidenen Promotionsertrag in keinem Verhältnis steht. Schon unsere Investitionen in die Kioske sind viermal höher. Richtig ist einzig, dass wir das Potenzial von einer Million zahlenden Kunden pro Tag noch mehr nutzen und unseren Partnern – auch Werbeagenturen – die Möglichkeiten besser präsentieren wollen. Wenn nämlich ein neues Produkt beworben wird, kann man dies ganz konkret am POS unterstützen. Aber unsere Hauptinteressen sind ganz klar ein gutes Angebot und ein guter Absatz.
Manche Verlage kritisieren zudem, dass die Promotionen zu teuer seien. Sie sagen, es lohne sich eher, Geld in die Abowerbung zu stecken als in den Einzelverkauf.
Jungo: So pauschal kann ich das nicht beurteilen. Ich meine, es braucht beides, denn der Einzelverkauf ist meist der Steigbügelhalter für Abokunden.
Was macht die K-Group denn nun selbst, um den Presseabsatz wieder in die Höhe zu treiben?
Jungo: Von unseren Investitionen haben wir ja schon gesprochen. Demnächst eröffnen wir zudem in Bern das erste unserer neu konzipierten Pressecenter, in denen wir noch besser nach Titelkategorien präsentieren können. Doppelpräsentationen von Pressetiteln ist ebenfalls ein Thema. Weiter ist es uns gelungen, Warenhäuser davon zu überzeugen, dass der Umsatz mit grösseren Pressewänden steigt. Und schliesslich wollen wir unsere Kontakte zu den Verlagen so vertiefen, dass wir gemeinsam noch besser auf Ereignisse wie den Tod von Queen Mum oder die Medaillen von Simon Ammann reagieren können.
Was war der wirkliche Grund dafür, dass Sie den Versuch, 20 Minuten an den Kiosken gratis abzugeben, gestoppt haben?
Jungo: Dem Entscheid lag eine normale betriebswirtschaftliche Betrachtung zu Grunde, zu der es intern allerdings keine Einstimmigkeit gab. Unsere primäre Stossrichtung ist der Verkauf und nicht das Verschenken von Presseerzeugnissen. Der Vertrieb von Gratiszeitungen hingegen ist ein Service im Feinlogistikbereich, der uns aber eines unserer Kerngeschäfte kaputt macht – einerseits am POS selbst, andererseits stört er unsere Beziehung zu den Verlagen.
Dieser letzte Punkt war denn wohl zur Hauptsache ausschlaggebend für den Stopp, oder? Ihre eigene Studie sagte ja, dass weder der Absatz im Bereich Presse noch der der übrigen Produkte unter dem Versuch litt.
Jungo: Die Beziehung zu unseren strategischen Partnern spielt logischerweise auch eine wichtige Rolle, aber letztlich standen betriebswirtschaftliche Überlegungen im Vordergrund. Dies umso mehr, als sich mehrere Verlage für die Distribution und die Druckaufträge ihrer Konkurrenten, der Pendlerzeitungen, bemühten. Merkwürdig war zudem, dass diejenigen, die uns den Test verbieten wollten, an den Testresultaten besonders interessiert waren.

Designer, Verleger, Lehrer

Lars Müller erhält den 6. Jan-Tschichold-Preis Das Bundesamt für Kultur (BAK) hat den Gestalter und Verleger Lars Müller mit dem Jan-Tschichold-Preis ausgezeichnet.

Lars Müller erhält den 6. Jan-Tschichold-Preis Das Bundesamt für Kultur (BAK) hat den Gestalter und Verleger Lars Müller mit dem Jan-Tschichold-Preis ausgezeichnet.Lars Müller erhält den 6. Jan-Tschichold-Preis Das Bundesamt für Kultur (BAK) hat den Gestalter und Verleger Lars Müller mit dem Jan-Tschichold-Preis ausgezeichnet. Erstmals in der sechsjährigen Geschichte wurde die mit 15000 Franken dotierte Auszeichnung des Eidgenössischen Departements des Inneren (EDI) keinem jungen Gestalter zuerkannt.
«Die Auszeichnung ehrt ihn als Buchgestalter, Verleger und Lehrer, der das Schweizer Design- und Buchdesignschaffen fördert», sagt Miriam Fischer von der Sektion Kunst und Kultur beim BAK.
Der Preisträger wurde von derselben Jury ermittelt, die auch den Wettbewerb «Die schönsten Schweizer Bücher» juriert, den das BAK seit über 50 Jahren ausschreibt. Um dem Wettbewerb mehr Gewicht zu verleihen, beschloss man 1997 die Ausschreibung des Jan-Tschichold-Preises. Die Jury setzte sich aus einem Verleger, vier Gestaltern und zwei Fachpersonen aus den technischen Bereichen zusammen.
«Ich freue mich sehr über diese Auszeichnung. Auch weil sie neben den vielen anderen Preisen, die ich bereits gewonnen habe, die erste ist, die mit Geld verbunden ist», meint Lars Müller.
Die Verleihung findet am 4. Mai im Rahmen der Vernissage des Kataloges «Die schönsten Schweizer Bücher» im Foyer des Museums für Gestaltung in Zürich statt. Ernst Weber

20 Minuten fährt S-Bahn.

Die Pendlerzeitung 20 Minuten übernimmt die 400 Verteilboxenplätze auf dem Gebiet der Zürcher S-Bahn (172 Stationen), die nach dem Aus der Konkurrentin Metropol frei wurden.

Die Pendlerzeitung 20 Minuten übernimmt die 400 Verteilboxenplätze auf dem Gebiet der Zürcher S-Bahn (172 Stationen), die nach dem Aus der Konkurrentin Metropol frei wurden. 20 Minuten setzte sich in der Ausschreibung des Exklusivvertrags gegen den ZürichExpress und die geplante TV-Programmzeitschrift U 1 des österreichischen Fernsehprojekts Kanal 1 durch. In Bern und Basel vermieten die SBB ihre Standflächen schon seit Oktober 2000 an 20 Minuten. Die Erfahrung der 20-Minuten-Gruppe als Herausgeberin einer Pendlerzeitung sowie das eigentliche Angebot hätten den Ausschlag gegeben, teilten die SBB mit. Neue Schläuche. Angesichts der Fendant-Überproduktion hat sich das Walliser Unternehmen Provins für einen revolutionären Schritt entschieden. Nach einer Marktanalyse und mit der Unterstützung des Schweizer Lieferanten Tetra-Pak-Verpackungen hat Provins den «Barille du Saint-Bernard» entwickelt («ein Bouquet von schöner Komplexität»). Die elegante Umschreibung für Wein in der Kartontüte kommt in diesen Tagen in «Fässchen» mit 25 und 100 Zentiliter Inhalt in alle grossen Jumbo- und Carrefour-Läden. Damit Weingott Dionysos nicht zürnt, wird während der Einführungsphase mit jedem verkauften «Barille du Saint-Bernard» ein Beitrag an die dringend notwendige Renovation der Kapelle aus dem 17. Jahrhundert im Hospiz auf dem Grossen Sankt Bernhard gestiftet.
SWA-Rekurs zu stande gekommen. Der Schweizerische Werbe-Auftraggeberverband (SWA) muss eine ausserordentliche Generalversammlung einberufen, an der über die Trennung vom bisherigen Geschäftsführer Fredi Schwab diskutiert wird. Gegen die Beschlüsse des Vorstands wurde ein Rekurs eingereicht, der von den Mitgliederfirmen Baer, Swiss Life, Eichhof, SMP, Epa, Basler Versicherungen und SBB lanciert wurde (siehe auch Seite 20). Gemäss den SWA-Statuten müssen 10 Prozent der zurzeit 130 Mitglieder einen Rekurs unterschreiben, damit er zu Stande kommt. Diese Zahl wurde laut dem neuen SWA-Geschäftsführer Jürg Siegrist erreicht. Nach Recherchen der WerbeWoche wurde der Rekurs von 25 Mitgliedern unterstützt, die über 50 Prozent der im SWA vereinigten Billings abdecken. Die Rekurrenten fordern eine lückenlose Aufklärung über die Entscheide rund um den Wechsel in der Geschäftsführung durch alle Beteiligten und Betroffenen.
Lautloser Killer. Nach Kokain und Heroin klassifiziert die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Droge Alkohol auf Rang 7 der süchtigmachenden und lautlosen Killer. Nicht nur in der Schweiz wird Alkoholismus aber immer noch irgendwo zwischen Kavaliersdelikt und Bierseligkeit angesiedelt. Dabei ist Alkoholismus bereits die häufigste Männerkrankheit in der Schweiz bei den 30- bis 44-Jährigen. Trotzdem wird Alkoholmissbrauch verharmlost. Eine Tatsache, welche die neuste Kampagne der Hilfsorganisation der Anonymen Alkoholiker mit einer neuen Kampagne von Claude Catsky zu ändern versucht. Das eindringliche Inserate- und Plakatmotiv stylisiert einen Flaschenhals zur gefährlichen Waffe, mit der man sich selber umbringt. Zum symbolischen Bild gibt es auch einen TV-Spot. Dieser wurde von Catsky in Zusammenarbeit mit der Schweizer Filmproduktionsfirma Blood, Sweat & Tears realisiert.
Fisch Meier direkt räumt ab. Vergangenen Freitagabend feierte sich die Schweizer Direktmarketingbranche mit der Verleihung des 4. DM-Preises. Unter mehr als 280 Eingaben wurden 13-mal Gold, 10-mal Silber und 16-mal Bronze vergeben. 65 Finalisten erhielten einen Letter of Distinction. Erfolgreichste Agentur war Fisch Meier Direkt mit einem Gold-, 4 Silber- und 3 BronzeAwards. Auf Platz 2 folgt Lowe Direct (2 Gold, 2 Silber, 2 Bronze). Den 3. Rang eroberte mit Matter & Partner eine klassische Werbeagentur (2 Gold, 1 Silber, 1 Bronze). Gold erhielten auch Alex Schmid (2), Futurecom Interactive, WBO OgilvyOne, Gaiser & Partner, Bachmann und Partner, Baumer AG und BBDO Inter-One (siehe auch Shortlist Seite 21).
ESPO Aktuell. Bei Gassmann in Biel-Bienne wird zurzeit tonnenweise Zeitungspapier angekarrt. Das Druckerei- und Medienunternehmen produziert vom 15. Mai bis 20. Oktober täglich ein Expo.02-Journal in Deutsch und Französisch sowie bei besonderen Anlässen auch in Italienisch, Rätoromanisch und Englisch. Die beim Verleger des Bieler Tagblatts und Journal du Jura gedruckte Expo-Zeitung erscheint in einer Auflage von 30000, an Wochenenden bis 60000 Exemplaren. Vierfarbig bietet die Zeitung nebst Expo-Aktualitäten auch Infos zum Expo-Besuch sowie eine Rubrik «People». Mit 16 bis 24 Seiten, im handlichen Tabloid-Format, wird das Journal an offiziellen Expo-Parkplätzen, in Hotels, Tourismusbüros der einzelnen Expo.02-Städte, auf den Arteplages und voraussichtlich in den wichtigsten Zügen zur Expo.02 kostenlos abgegeben. Das Journal wird über Werbeeinnahmen finanziert und in Biel von 15 zweisprachigen Redaktionsmitgliedern zusammengestellt.
Editorial

Steigende Auflage und Beachtung Erfreuliche Nachricht in eigener Sache: Die WerbeWoche ist weiter gewachsen. Die AG für Werbemedienforschung (Wemf) hat die Auflage der WerbeWoche für das Jahr 2001 mit 3869 Exemplaren beglaubigt. Das entspricht einer Zunahme von 1,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr – und dies in einem für Medien und Agenturen schwierigen Jahr.
Positiv entwickelt haben sich die Abonnements und der Kioskverkauf der führenden Schweizer Wochenzeitung für Marketingkommunikation und Medien. Übrigens: Die WerbeWoche kann an über 80 ausgewählten (Bahnhof-)Kiosken in der Schweiz gekauft werden. Eine Liste dieser Verkaufsstellen finden Sie auf unserer Homepage (www.werbewoche.ch) unter dem Link «Abo».
Und noch eine erfreuliche Nachricht: Das tägliche Newsmail der WerbeWoche, in dem wir über die wichtigsten Ereignisse der Kommunikationsbranche kurz und bündig berichten, haben rund 7000 Personen abonniert.
Bei dieser Gelegenheit teilen wir Ihnen auch gerne mit, dass die WerbeWoche vom Verband Schweizer Presse wiederum mit dem Titel «Schweizer Qualitätsfachzeitschrift (QFZ)» ausgezeichnet worden ist. Ein Qualitätstitel, der uns auch weiterhin zu fundierten, sorgfältig recherchierten Informationen, Analysen und Kommentaren verpflichtet.
Redaktion und Verlag danken allen Leserinnen und Lesern für das entgegengebrachte Vertrauen. Samuel Helbling, Chefredaktor

Bücher-Service: Tipps zum Wahlerfolg

Bettina Jaques-Bosch, PR-Beraterin und Wahlkampfexpertin, liefert mit ihrem Leitfaden «Wahlerfolg! Beispiele und Trends 2001 bis 2003»

Bettina Jaques-Bosch, PR-Beraterin und Wahlkampfexpertin, liefert mit ihrem Leitfaden «Wahlerfolg! Beispiele und Trends 2001 bis 2003»Bücher-Service Tipps zum Wahlerfolg ein Nachfolgewerk zu ihrer 1997 publizierten Studie «So gewinnt man Wahlen». Jaques-Bosch zeichnet vier ausgewählte Wahlkampagnen von Nationalräten nach und untersucht deren Aufbau, Werbemittel und PR-Strategien. Ergänzt werden diese durch eine Umfrage bei allen gewählten Nationalrätinnen und -räten von 1999 sowie einem Kapitel über die Instrumente der Medienarbeit.
Bettina Jaques-Bosch: «Wahlerfolg – Beispiele und Trends», Kranich-Verlag, ISBN 3-909194-07-9, 79 Franken.
PR-Gags schreiben Geschichte Die Autorin Claudia Cornelsen geht davon aus, dass nicht nur Stefan Raab und Verona Feldbusch PR-Spezialisten sind, sondern dieser Berufszweig schon in den vier Evangelisten des neuen Testamentes seine Exponenten fand. Von der christlichen Gründerzeit spannt sie einen Bogen bis zur Gegenwart und spickt ihn mit skurrilen Ideen und auffallenden Persönlichkeiten, die die Gesetze des herausragenden PR-Gags in die Tat umsetzten. Essayistisch deckt sie so die Tricks und Kniffe der Medienprofis auf.
Claudia Cornelsen: «Lila Kühe leben länger – PR-Gags, die Geschichte machten», Wirtschaftsverlag Carl Ueberreuter, ISBN 3-7064-0811-2, 45.60 Franken.
Anleitung zum Werbespot Der selbstständige CD und Regisseur Albert Heiser liefert eine schrittweise Einführung in die Konzipierung und Produktion guter Werbefilme. Sein Handbuch liefert Einsteigern Einblicke in Aufgabenstellung, Darstellungsstile und Umsetzung von TV-Spots und erläutert an zahlreichen Beispielen die Kniffe und Muster erfolgreicher Produktionen.
Albert Heiser: «Bleiben Sie dran! – Konzeption, Produktion und Rezeption von Werbefilmen – ein Blick hinter die Kulissen», Verlag Bastei Lübbe, ISBN 3-404-94012-1, 26.90 Franken.

Ehrliches ist gutes Fleisch

Freiburghaus & Partner weckt für Proviande die neue Fleischeslust

Freiburghaus & Partner weckt für Proviande die neue FleischeslustAuf dem Speisezettel von Herrn und Frau Schweizer standen in der Vergangenheit Fleischgerichte nicht an erster Stelle. Rinderwahnsinn, Maul- und Klauenseuche sowie Skandale um den Antibiotikamissbrauch in der Tieraufzucht verdarben manchem Karnivoren den Appetit. Den vor allem medial aufbereiteten Horrorszenarien will die Branchenorganisation Proviande mit einer national ausgerichteten Imagekampagne ein Gegengewicht setzen. Schweizer Fleisch soll als Qualitätsmarke neu positioniert werden. Die Berner Agentur Freiburghaus & Partner zeigt darum den unspektakulären (Fleisch-)Alltag auf Plakaten und Inseraten in der ganzen Schweiz. Seite 12

Rangeleien bei Presse-TV

Die neue Jean Frey AG wünscht einen 10-Prozent-Anteil beim Verleger-Fernsehen

Die neue Jean Frey AG wünscht einen 10-Prozent-Anteil beim Verleger-FernsehenVon Markus Knöpfli Damit die Bilanz ihren Business-Talk auf Presse-TV weiterführen kann, müsste ihre mittlerweile selbstständige Mutter Jean Frey AG eigentlich Aktionärin beim Verlegerfernsehen auf SF 2 werden. Ob sie darf, ist noch nicht entschieden. Ringier könnte sich querstellen.
Seit dem 15. März, als der Verwaltungsrat von Presse-TV zum letzten Mal getagt hatte, liegt der Vorschlag auf dem Tisch: Die Basler Mediengruppe (BM) tritt die Hälfte ihres 20-Prozent-Anteils am Verlegerfernsehen an ihre ehemalige Tochter Jean Frey AG ab, was dieser ermöglichen würde, ebenfalls Teilhaberin zu werden und ihre Sendungen einzubringen. Dies wiederum wäre aber für die Jean Frey AG die langfristige Voraussetzung dafür, im Rahmen von Presse-TV den Business-Talk der Bilanz weiterzuführen und allenfalls andere Projekte zu lancieren.
Unter normalen Umständen wäre die Aufnahme der Jean Frey AG wohl eine Formsache, denn an sich hat wohl keiner der übrigen Presse-TV-Teilhaber (Ringier 30%, NZZ 30%, die deutsche Verlegergruppe DCTP 20%) etwas gegen einen weiteren Aktionär – umso mehr, als dessen Business-Talk heute schon anständige Quoten erzielt. Das sieht auch BM-CEO Beat Meyer so: «Ein Rauswurf wäre nicht im Interesse von Presse-TV, denn Bilanz-Business-Talk ist eine gute Sendung.»
Streicht der Beobachter sein Ringier-TV-Sponsoring?
Doch die derzeitigen Umstände sind nicht «normal», wirft doch der Krach zwischen BM und Ringier wegen des abgebrochenen Jean-Frey-Deals seinen Schatten bis in den Presse-TV-VR. Dort sitzen unter anderem ausgerechnet zwei Personen, die sich seit einigen Monaten lieber aus dem Weg gehen: Beat Meyer und – seit kurzem erst – Ringier-COO Martin Werfeli.
Letzterer sagt offen, dass er die Zusammenarbeit zwischen BM und Ringier «bei Presse-TV handicapiert» sieht, denn «selbstverständlich haben wir bezüglich der Eigenschaften der BM-Verantwortlichen eine geänderte Sicht». Vielsagend fügt er hinzu: «Die Entwicklung bei Presse-TV bleibt abzuwarten.» So viel steht aber fest: Will die BM wirklich 10 Prozent verkaufen, haben die anderen Aktionäre ein Vorkaufsrecht. Ob Ringier dieses wahrnehmen will, ist noch nicht entschieden, Werfeli will es aber eingehend prüfen, sagt er.
Doch was geschieht mit dem Bilanz-Business-Talk, falls Ringier das Vorkaufsrecht tatsächlich wahrnimmt – beziehungsweise falls die BM unter solchen Umständen das Angebot zurückziehen sollte? «Diese Sendung kann man trotzdem bei Presse-TV machen, auch ohne Jean Frey AG im Aktionariat. Dafür wird sich schon eine Zusammenarbeitsform finden», sagt Werfeli achselzuckend und verweist auf die interimistische Regelung, die seit der Selbstständigkeit der Jean Frey AG gilt. Dort ist allerdings die Verteilung der Werbeeinnahmen im Umfeld des Talks noch nicht ausgehandelt.
Sollte Ringier Jean Frey AG tatsächlich einen Haken stellen, hätte dies auch für den grössten Schweizer Medienkonzern einen (kleinen) Widerhaken: Vermutlich würde der Beobachter aus dem Hause Jean Frey sein Sponsoring bei Ringiers Konsum-TV – im Rahmen von Presse-TV – einstellen, zumal Ringier an einem eigenen Konsummagazin arbeitet. Eine Stellungnahme von Jean-Frey-CEO Filippo Leutenegger war dazu nicht erhältlich.
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