News: Teleclub kommt ins Cablecom-Netz

Der Kabelnetzbetreiber Cablecom muss das digitale Programmangebot von Teleclub per sofort aufschalten.

Der Kabelnetzbetreiber Cablecom muss das digitale Programmangebot von Teleclub per sofort aufschalten.News Teleclub kommt ins Cablecom-Netz Laut einer Mitteilung von Teleclub hat es die Rekurskommission für Wettbewerbsfragen (Reko/ Wef) abgelehnt, einem Rekurs von Cablecom aufschiebende Wirkung zu erteilen. Die Weko hält es für wahrscheinlich, dass der Kabelnetzkonzern mit dem Ausschluss von Teleclub eine marktbeherrschende Stellung missbraucht und hatte darum ein Verfahren eröffnet. Der Kabelnetzkonzern sicherte zu, sich an die behördliche Anweisung zu halten, «sobald mit Teleclub eine Einigung bezüglich der kommerziellen Konditionen gefunden wird».
Radio Freiburg wird refinanziert Zur Stabilisierung seiner prekären finanziellen Lage führt Radio Fribourg/Freiburg eine Rekapitalisierung durch. Die Generalversammlung des zweisprachigen Senders hat der Herabsetzung des bisherigen Kapitals um 50 Prozent und einer gleichzeitigen Erhöhung des Aktienkapitals um 525000 Franken auf 856525 Franken zugestimmt. Die Radioleitung geht davon aus, dass der Jahresabschluss 2002 trotz eingeleiteter Spar- und Refinanzierungsmassnahmen ein Defizit aufweisen wird. Für 2003 sieht Radio Freiburg aber Chancen, dass sich die Situation verbessern lässt.
Stutz zu Moneycab Martin Stutz, derzeit noch Leiter der Onlineredaktion der Bilanz, wurde zum neuen Chefredaktor von Swisscontent/ Moneycab bestimmt. Der 39-Jährige, der schon bis März 2002 die Wirtschaftsredaktion von Swisscontent leitete, werde die neue Aufgabe spätestens Ende Februar 2003 antreten. Die bisherige Redaktionsleitung unter Franziska Hügli und Beat Römer, die beide vergangene Woche kündigten, hätten Stutz «ihre volle Unterstützung zugesagt», heisst es in einer Pressemitteilung.

Die Wir-AG von PwC

McCann-Erickson setzt für PricewaterhouseCoopers gediegene Testimonials ein

McCann-Erickson setzt für PricewaterhouseCoopers gediegene Testimonials einVon Luca Aloisi PricewaterhouseCoopers (PwC) Schweiz tritt selbstbewusst gegen die allgemeine Vertrauenskrise an. Dazu entwickelte McCann-Erickson eine Kampagne, die für das Wirtschaftsberatungs- und Prüfungsunternehmen Wettbewerbsvorteile bei den Mitarbeitenden findet und ihnen eine Plattform anbietet.
Bis vor wenigen Jahren brillierte die Branche der Unternehmensberater mit zweistelligen Zuwachsraten. Heute setzt ihr nicht nur die Konjunkturschwäche hart zu. Neben der flauen Auftragslage leidet die Consultingbranche unter anhaltendem Imageverlust. Den hat sie sich selbst eingebrockt. Viele von ihr entwickelten und umgesetzten Strategien endeten mit teils furchterregenden Bruchlandungen. Beispiele gefällig? Enron, Swissair, Swiss Dairy Food, ABB – die Kette von Beratungsversagen liesse sich beliebig fortsetzen. Kein Wunder, wenn die Schlagzeilen meist heftig ausfielen und noch ausfallen werden: «Zuerst das Geld, dann das Desaster» ist nur gerade eine milde Formulierung. Allenthalben ist Consultant-Bashing angesagt. Und nebst der ohnehin geringen sozialen wird neu auch die fachliche Kompetenz der Berater in Frage gestellt. Konsolidierung und Downsizing, Begriffe, die Berater vor allem im Umgang mit ihren Kunden anwendeten, fliegen wie Bumerange auf die eigene Firma zurück. Dass es aber im heutigen Kundenmarkt nicht für alle gleich eng geworden ist, hat Branchenleader PwC (41% aller Revisionsmandate börsenkotierter Schweizer Unternehmen) kürzlich wieder bewiesen.
Unterschiedliches
Branchenselbstverständnis
In diesem schwierigen Umfeld glänzt der Schweizer Zweig mit einem Wachstum von 4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Da sich PwC aber jüngst vom konjunkturgeplagten Consultingbereich trennte, erwartet das Unternehmen fürs laufende Geschäftsjahr einen geringeren Zuwachs. Denn auch die verbliebenen drei Dienstleistungsbereiche – Steuer- und Rechtsberatung, Wirtschaftsprüfung und -beratung sowie Corporate Finance & Recovery – sehen sich mit flagranter Zurückhaltung ihrer Kundschaft konfrontiert.
Die Wirtschaftsprüfer und -berater stehen nun selber auf dem Prüfstand. Folglich ist die Auftragslage und die Aussicht auf viel versprechende neue Mitarbeiter noch direkter ans Firmenimage gekoppelt als früher. Als Instrument zur Imagestärkung wird klassische Werbung allerdings nur «in bescheidenem Masse» eingesetzt, weiss Karin Schmid, Projektleiterin bei PwC. Inserate zu Fachthemen, Direktmarketing, Fachveranstaltungen und -publikationen sowie persönliche Kontakte der Spezialisten zu ihren Kunden fallen in Sachen Branding viel stärker ins Gewicht. Bei Imageauftritten der Beratungsfirmen sind die Umsetzungen bis auf wenige Ausnahmen wie Accenture durch einen Business-Einheitsbrei gekennzeichnet – als ob gerade Profillosigkeit in der Branche als Gütesiegel gelten würde.
Jede Firma ist so gut wie ihre Mitarbeiter – auch PwC
Als es darum ging, der umstrukturierten PwC ein Gesicht zu geben, wussten die Kreativen von Pitchgewinner McCann-Erickson, wie das Spektrum an Kompetenzen und Dienstleistungen auch nach dem Verkauf der Consulting-Linie hervorzuheben ist. «Die Zeiten verlangen nach Nüchternheit», erklärt CD Dominik Imseng die Ausgangslage. «Gefragt sind jetzt wieder die Tugenden der true old economy. Zwangsläufig müssen wir jetzt Tacheles reden.» Gespreizte Statements von Unternehmungsstrategen landen heute ungelesen im Papierkorb.
Wenn auch der Lösungsansatz im Grunde ein weiteres Testimonial ist, so besticht er trotzdem durch seine Einfachheit und Eigenständigkeit. Denn das Team um CD Edi Andrist und Imseng hat darin so manches eingepackt, das auf den Mut des Auftraggebers rückschliessen lässt.
Zum einen haben sie die Namen von jeweils drei PwC-Mitarbeitern so aneinander gereiht und in den Schriftzeichen des PwC-Logos abgesetzt, dass sich jedem «Don’t touch the logo»-Verfechter die Nackenhaare sträuben müssten. Andererseits haben sich die hochkarätigen Beraterinnen und Berater von den Fotografen Grundflum nicht in herkömmlichen Office-Situationen ablichten lassen, sondern in ungewohnt atmosphärischer Umgebung.
Hinzu kommen zum Teil kantige Zitate, die die Kompetenz der Experten belegen sollen. In der Ungezwungenheit der neun Sujets bringen die Persönlichkeiten die Unternehmenswerte wie Teamwork als verbindendes Fundament, Excellence und Leadership zum Ausdruck, erklärt Account Director Martin Samsel.
Mit dem siebenstelligen Mediabudget des ersten Kampagnen-Flights will der Auftraggeber sein Image bei nicht weniger als drei Zielgruppen stärken: bei der äusserst heterogenen Kundschaft, dem Karriere orientierten Nachwuchs – bei dem die Branche schon attraktiver erschien –, und last but not least bei den eigenen Angestellten.

Etat-News: Euro-RSCG-Export: Swiss Post

In einem Pitch hat Euro RSCG das Budget von Swiss Post International (SPI) gewonnen.

In einem Pitch hat Euro RSCG das Budget von Swiss Post International (SPI) gewonnen.Etat-News Euro-RSCG-Export: Swiss Post Bisher wurde der Etat von Jung von Matt/Limmat betreut. Das Mandat umfasst Strategie und Kreation einer multinationa-len Dachkampagne mit DM- und Verkaufsförderungsmassnahmen. Die Kampagne startet laut Euro-CEO Frank Bodin Anfang 2003 in Deutschland, Österreich und den Niederlanden. «Wir dürfen Schweizer Werbung ins Ausland exportieren», freut sich Bodin, «das ist das Beste, was einer Schweizer Agentur passieren kann.»
Marengo spricht für Spirig Pharma Spirig Pharma AG in Egerkingen SO beauftragt die Zürcher PR-Agentur Marengo mit der Kommunikation für ihr dreiteiliges Hautschutzkonzept der Marke Excipial. Spirig ist laut Marengo Marktführer im Bereich Dermatologie.

Harmonische Ausritte

Das Magazin Pferdharmonie/Chevalharmonie will Pferdeliebhaber im Galopp erobern

Das Magazin Pferdharmonie/Chevalharmonie will Pferdeliebhaber im Galopp erobernReiter und Pferdefreunde in der Schweiz werden ab Dezember neue Lektüre zu ihrem Lieblingstier entdecken. Das Magazin Pferdharmonie beziehungsweise Chevalharmonie wird von den beiden Jungverlegerinnen Corinne Tâche-Berther, auch Mitherausgeberin des Magazins SeventhSky, und Patricia Bechaalany in Eigenregie herausgegeben. Die Idee zum Magazin kam den beiden Pferdenärrinnen vor rund zwei Jahren, als sie ernüchtert feststellen mussten, dass es in der deutschen und in der welschen Schweiz bloss Verbandszeitschriften für Pferdezüchter und Pferdesport gibt. Grosszügige Bebilderung im geplanten Luxusmagazin
Das Themenspektrum sei in diesen Verbandsorganen sehr eng, meint Corinne Tâche. Zudem sei die redaktionelle Qualität eher schwankend als konstant, stellen die beiden Verlegerinnen und Pferdebesitzerinnen übereinstimmend fest. Und Pegasus, das Pferdemagazin für die Deutschschweiz, habe wohl eine Redaktion in der Schweiz, sei aber in der Themenauswahl eher auf das benachbarte deutschsprachige Ausland ausgerichtet und orientiere sich mehrheitlich an der Freizeitreiterei.
Das Magazin soll 100 Seiten umfassen und mit einer Startauflage von je 35000 Exemplaren in deutscher beziehungsweise französischer Sprache lanciert werden. Es erscheint zweimal jährlich im Mai und im November. Die erste Ausgabe Anfang Dezember wird just zum prestigeträchtigen CSI-Hallenturnier in Genf mit internationaler Beteiligung aufgelegt. Ferner wollen die Verlegerinnen das Magazin über Reitbetriebe und Fachgeschäfte sowie durch Direct Mail vertreiben. Am Kiosk kostet Pferdharmonie/Chevalharmonie zehn Franken.
Für die Anzeigen haben die Pferdenärrinnen vor allem bei Banken, Versicherungen, Autohäusern und Uhrenherstellern, aber auch bei Reitartikelherstellern angeklopft. Denn der Zeitschriftenneuling versteht sich als Luxusmagazin. Sprachlich richte sich das Magazin auch an Menschen, die noch nie in einem Sattel gesessen seien, versichern die Verlegerinnen.
Der Reit- und Pferdefreund wird nebst einem breit gefächerten Themenspektrum auf zehn Seiten stimmungsvolle Fotos finden. Der Amerikaner Robert Vavra, weltweit die Nummer eins in Sachen Pferdefotografie, der auch schon von Schauspieler und Pferdeliebhaber Robert Redford für seine Filme engagiert wurde, hat den beiden Frauen aus der Romandie spontan ein Fotoshooting zu einem Spezialpreis zugesagt. Daneben gibt es auch Modefotos mit einer Dressurmeisterin zu bewundern. Anita Vaucher

Suisa-Gebühren für TV-Spots bleiben umstritten

SRG hält an der Abgeltung durch Werbeagenturen fest

SRG hält an der Abgeltung durch Werbeagenturen festDie Suisa-Entschädigungen für die Ausstrahlung von Werbespots muss nur noch die SRG bezahlen», triumphiert der Verband Schweizer Werbeauftraggeber (SWA). Als Tarifpartner der Rechteverwerterin Suisa gilt laut einem Entscheid der Schiedskommission nur, wer die urheberrechtliche Handlung «Senden» vornimmt. Der Sendetarif W wird den Werbetreibenden nicht mehr verrechnet, nur der Aufnahmetarif VN bleibt.Der SWA stellt in einer Medienmitteilung deshalb die Preispolitik der Werbezeitvermarkterin Publisuisse in Frage. Da die Suisa-Gebühren in Zukunft aus dem SRG-Budget bestritten würden, sei eine Tariferhöhung von durchschnittlich 1,5 Prozent «an sich nicht gerechtfertigt, da in diesem Aufschlag vorsorglich die Kosten des Tarifes W eingerechnet wurden».
Dem widerspricht Othmar Stadelmann, Leiter Finanzen und Betrieb der Publisuisse. Für die neuen Tarife habe man das ganze Pricing überprüft. Suisa-Gebühren seien nur ein Kostenfaktor von vielen und nicht relevant für das Ergebnis. Klar sei, dass die SRG Kosten für TV-Spots nicht mit Konzessionsgeldern bezahlen könne, sondern an Publisuisse weiterreichen müsse. (sm)

Aufgefallen: Frauen vertragen weniger Alkohol als Männer. Am liebsten trinken sie süsslich-klebrigen Likör.

AufgefallenFrauen vertragen weniger Alkohol als Männer. Am liebsten trinken sie süsslich-klebrigen Likör. Das alles ist aber nichts als ein unbewiesenes Gerücht. Woher ich das weiss? Jeder zweite Gastronom im Land wird das bestätigen wollen.

Aufgefallen Frauen vertragen weniger Alkohol als Männer. Am liebsten trinken sie süsslich-klebrigen Likör. Das alles ist aber nichts als ein unbewiesenes Gerücht. Woher ich das weiss? Jeder zweite Gastronom im Land wird das bestätigen wollen. Dass solche Erkenntnis mehr mit seiner Fantasie zu tun hat als mit den Vorlieben des weiblichen Gaumens, ist wieder ein anderes Thema. Welchen Effekt zu viel Alkohol hingegen im männlichen Gehirn auslöst, zeigen folgende zwei Kampagnen. Je höher die Promille, desto abstruser die Kreation. Die Beauty-Suppe gegen die Olive mit der Always-Ultra-Flüssigkeit. Nüchtern ist das kaum auszuhalten. Aber zum Glück ist die nächste Flasche nicht weit. Pommery? Wodka? Nicht unbedingt.
Chandra Kurt
[email protected]
Kolumne

Gut gemeint? Denkste! Von Michael Barney
Hüten Sie sich vor Menschen, die es angeblich gut mit Ihnen meinen. Das sind alle um Sie herum, Eltern, Lebens- oder Ehe-partner und die Ärzte sowieso. Warum? Wenn man Sie fragt «Wie gehts?», ist man in Wahrheit gar nicht dran interessiert. Eine irgendwie blöde Alltagssitte, die der Montagsfrage im Betrieb ähnelt «Wie war das Wochenende?» Keine Sau will es wirklich wissen, was Sie oder ich am Wochenende gemacht haben. Solche Fragen sind die reinste Heuchelei. Was wäre, wenn man antwortete: «Den Nachbarn erwürgt», na? Genauso blöd, wie den Kellner zu fragen, ob er den Fisch empfehlen kann. Was soll der schon antworten? «Nee, der ist von letzter Woche.» Als Kind litt ich unter Fragen wie «Schmeckts?» am Tisch oder «Wie wars in der Schule?». Leute, die in festen Beziehungen leben, kennen die schlimmsten Fragen. «Liebst du mich noch?» Was soll man darauf antworten? «An was denkst du gerade?» Nur, weil man in der GQ blättert und zufällig die Seite aufgeschlagen hat, auf der sich ein Nacktmodell räkelt. Noch arger die Vorwurfsfrage: «Du hast doch was?!» Natürlich hat man nichts. Man will nur einfach seine Ruhe haben. «Aber ich merks dir doch an.» Alles gute Gründe, allein zu leben. Denn in Wahrheit geht es nur ums Du-gehörst-zu-mir, Du-bist-mein-Ein-und-Alles. Um im Mittelpunkt zu stehen, kochen Deutschlands Frauen den besten Kaffee der Welt, putzen sich die Hände blutig und tragen Slip-Einlagen. Misstrauen Sie allen, die sich um Ihr Wohlergehen sorgen. Ärzten besonders. Jene, die selber qualmen, saufen und bequem an Drogen kommen, verbieten Ihnen konsequent eben jene Laster. Ganze Industrien sind damit beschäftigt, uns ein schlechtes Gewissen einzureden. Die Werbung eingeschlossen. Und so setze ich mich morgen wieder an den Schreibtisch und texte «Wenn Ihr Mobiltelefon das nicht kann, war es dann wenigstens teuer». Ernst gemeint? Denkste!
Michael Barney ist Senior-Copywriter bei Lowe, Zürich Business Lunch Am Kreuzpunkt von Kunst und Ökonomie
Es gibt in Zürich ganz wenige Lokale, von denen man mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit annehmen kann, dass sie die eigene Lebenszeit überdauern werden. Was also darüber schreiben? Das Essen war schon immer so – mal war es besser, mal schlechter: In einer Beziehung, die nun mehr als ein Vierteljahrhundert dauert, sieht man über Höhen und Tiefen hinweg, glättet das Licht der Erinnerung manche Unebenheiten aus.
Die «Kronenhalle» in Zürich gehört zu meinen Lieblingslokalen. Manchmal des Essens wegen, und weil gewisse Gespräche dort besser gelingen – beispielsweise am Nachmittag, wenn die Tische von einer schweren grünen Decke belegt sind, kaum ein Mensch in der «Halle» sitzt und man trotzdem, wenn einen der Hunger überfällt, etwas zu essen bekommt. Dann und wann fällt ein erheiternder Sonnenstrahl durch die Fenster.
Mittags und abends herrscht Gewusel, aber keine Nervosität. Vielleicht darum, weil sich hier die Nervenstränge von Ökonomie und Kunst kreuzen. Für einen Business Lunch eine hervorragende Adresse. Was gibts zu essen? Die Karte ist üppig, macht einige saisonale Ausflüge, enttäuscht aber nur wirklich den Snob unter Gourmets. Brasserie-typisch ist die Küche – das gehört schon mal aufgeschrieben: Was hier aufgetischt wird, ist üppig, macht satt und wird von allem Firlefanz verschont. Muss doch nicht noch ein Thymianzweiglein irgendwo ins Filet gesteckt werden. Auch der neue Küchenchef Peter Schärer versteht sein Handwerk comme il faut, denn er hats vom Vorgänger Hans Lichtenberg gelernt. Eine typische «Kronenhalle»-Lösung. Zuverlässig ist auch das Angebot von der Voiture – weils schnell serviert wird. Die Salate sind immer sehr frisch und exzellent, und die Mousse au chocolat hat schon manchen Gast zur Nachspeise verführt, obschon er absolut wohlgenährt und zufrieden am letzten Tropfen der Reserve de la patronne nippte. Mein Gott, das alles kostet eine Kleinigkeit. Aber was ist heute schon das Geld eines Lunches gegen die Gewissheit, morgen wieder alles so anzutreffen, wie mans am Tag zuvor verlassen hat? Übrigens: Wenns unter den schönen Leuchtern und neben den Klassikern der Moderne mal zu viele Gäste hat, kann man seinen Teller von der Voiture auch in der hervorragend geführten Bar verspeisen.
Carlo Bernasconi
[email protected]
KronenhalleRämistrasse 4
8001 Zürich
Tel. 01 251 66 69
Tel. Bar 01 251 15 97
Bewertung

Essen …………………..4
Getränke ………………4
Bedienung …………….4
Businessfaktor ……..5
5=top, 4=sehr gut, 3=o.k., 2=naja, 1=Flop

Käse aus Kamelmilch

Rolex geht im Mäzenatentum neue Wege und zeichnet nebst Forschern jetzt auch Kunstschaffende aus

Rolex geht im Mäzenatentum neue Wege und zeichnet nebst Forschern jetzt auch Kunstschaffende ausvon Anita Vaucher Alle zwei Jahre vergibt der Genfer Uhrenhersteller Rolex seine «Rolex Awards for Enterprise». Die begehrten Preise gehen an Forscher, die abseits von üppig fliessenden Fördergeldern an einer besseren Welt werkeln. Der Genfer Uhrenhersteller will nun auch Kunstschaffenden einen bezahlten Mentor zur Seite stellen.
Typisch Genf, typisch Rolex. Wenn es darum geht, mäzenatisch zu wirken, hält sich das Traditionshaus vornehm zurück: «Wir bieten unseren Preisträgern eine Plattform und wollen die Medien auf deren Tun aufmerksam machen», sagt Rolex-Sprecherin Dominique Dadion. «Wir bleiben bewusst im Hintergrund.» Das wird nun auch beim neuesten Projekt der Uhrmacher der Fall sein: 2003 wird erstmals «The Rolex Mentor and Protegé Arts Initiative» realisiert: In fünf Kunstbereichen finanziert Rolex je einem viel versprechenden Talent die Patenschaft eines weltberühmten Künstlers.
Nein, meint Dadion, das sei keine Abkehr von der Kommunikationsstrategie, denn alle Produkte – Luxusuhren – würden weiter für sich sprechen. Die tun das beredt an Golf- oder Tennisturnieren, in Anzeigen, in Publikationen. «Wir wollen das Mäzenatentum aber nicht mit den klassischen Kommunikationsmitteln vermischen», ergänzt sie.
So kommt es, dass der bereits 1976 gegründete «Rolex Awards for Enterprise» in den Medien kaum Niederschlag findet. Obschon: Da hätten sich bereits bei der ersten Award-Ausschreibung – aus Anlass des 50. Geburtstags der Rolex Oyster ins Leben gerufen – 3000 Bewerber gemeldet, erinnert sich Rolex-Award-Projektleiter Quentin Deville. Der damalige Uhren-Patron André J. Heiniger liess aber nach jeder Preisrunde alle Welt im Ungewissen, ob er die Awards nochmals ausrichten wollte.
In der Jury sitzen auch abenteuerlustige Kerle
Seit 1996 ist aber klar: Alle zwei Jahre beugt sich eine Jury aus hochkarätigen Wissenschaftern über die Eingaben aus aller Welt: Und wie es sich für einen Global Player gehört, wurden die fünf Preisträger heuer in Tokio gefeiert. Tatsächlich kann sich jedermann um einen Award, bestehend aus einer Preissumme von 100000 Dollar, einer goldenen Rolex-Uhr und viel Medienaufmerksamkeit, bewerben. Zur zehnten Vergabe der Awards meldeten sich 1400 Bewerber aus 113 Ländern. «Davon haben einige Dutzend echte Chancen auf einen Preis», sagt Deville.
Bei jeder Award-Runde wird eine neue internationale Jury gebildet, die sich in Genf trifft und ohne dafür bezahlt zu werden, die Projekte begutachtet. In der Jury befinden und befanden sich in der Regel Wissenschafter, aber auch so abenteuerlustige Kerle wie Sir Edmund Hillary, der erste Bezwinger des Mount Everest.
«Die Rolex-Awards sind unser Beitrag zu einem besseren Verständnis der Welt, in der wir leben», sagte Rolex-CEO Patrick Heiniger an der Preisverleihung im Tokioter Hotel Okura (www. rolexawards.com). Ausgezeichnet wurden Laureaten aus Frankreich, Brasilien, Kanada, den Vereinigten Staaten und Südafrika. So hat etwa der Franzose Michel André ein System entwickelt, das Hochseekapitäne vor Walschwärmen warnt. Sein «Wal-Anti-Kollisions-System» beruht auf den akustischen Signalen, die diese Säugetiere im Meer aussenden.
Aber nicht nur Sorgen um bedrohte Kreaturen und Energien lenken die Jurymitglieder. Beispielsweise vergab Rolex 1993 einen Award an Nancy M. Abeiderrahmane aus Mauretanien – ihr war ein Verfahren gelungen, aus Kamelmilch Käse herzustellen.
Wie im Mittelalter: Der Mentor sorgt für seinen Protegé
Rolex hat sein Mäzenatentum dieses Jahr um eine künstlerische Dimension erweitert, «The Rolex Mentor and Protegé Arts Initiative». Über ein Jahr lang wird ein Meister seines Fachs einem begabten Schüler mindestens während 30 Tagen im Jahr mit Tat und Rat zur Seite stehen.
Die Preisträger wurden am 13. Juni im Museum der Frick Collection in New York bekannt gegeben. Die Koryphäen Sir Colin Davis (Musik), William Forsythe (Tanz), Toni Morrison (Literatur), Alvaro Siza (Visual Arts) und Robert Wilson (Theater) kümmern sich verdienstvoll um die Newcomer Federico Leon (Theater), Sahel al-Hiyari (Visual Arts), Julia Leigh (Literatur), Sang Jijia (Tanz) und Josep Caballé-Domenech (Musik).
Im Mittelpunkt dieser Patenschaft stehen aber nach dem Verständnis von Rolex weniger einzelne Unterrichtsstunden. Vielmehr geht es um die Teilhabe am Arbeitsalltag des Mentors, auf dass der Protegé erkenne, woraus sich die Existenz eines grossen Künstlers zusammensetzt. Wiederum steht Rolex-CEO Patrick Heiniger einem Ausschuss von Beratern vor, der sich aus so renommierten Künstlerinnen und Künstlern wie Christo und Jeanne-Claude, Wole Soyinka oder Frank Gehry zusammensetzt.
Die Paten und die Protegés kommen über ein Jahr lang in den Genuss auch von finanziellen Zuwendungen seitens von Rolex. Andererseits verzichtet das Uhrenhaus auf einen Imagetransfer auf der Kommunikationsseite, wie Deville erklärt. Das habe historische Gründe, meint er. Schon André J. Heiniger habe sich bei der Gründung des «Rolex Awards for Enterprise» weniger um den Impact für die Uhrenfirma gekümmert als ums soziale Engagement dahinter.

Etat-News: Bosch wäscht weiter mit jvm

Der deutsche Elektronikkonzern Bosch setzt weiter auf Jung von Matt. Die Münchner Filiale Jung von Matt/Isar gewann in einem Pitch den Europaetat für Hausgeräte.

Der deutsche Elektronikkonzern Bosch setzt weiter auf Jung von Matt. Die Münchner Filiale Jung von Matt/Isar gewann in einem Pitch den Europaetat für Hausgeräte.Etat-News Bosch wäscht weiter mit jvm Die Kollegen an der Elbe betreuen bereits das Budget von Bosch Powertools. Die Agentur soll Bosch-Hausgeräten mit einem zweistelligen Euro-Millionenbetrag eine Spitzenposition im Bewusstsein der Verbraucher sichern.
Electronic Ivony Die Zürcher Designagentur Ivony wurde von der Schaffner EMV AG mit dem Etat für ein neues Corporate Design betraut. Schaffner bietet Prüfgeräte und Dienstleistungen im Bereich elektromagnetischer Verträglichkeit an.

Sonntags: Zeitungsruhe

WHS wirbt in einer Leserkampagne für eine Pause mit der SonntagsZeitung

WHS wirbt in einer Leserkampagne für eine Pause mit der SonntagsZeitungPlay it again, Reini Weber! Bereits zum zweiten Mal hat der kreative Kopf von Weber Hodel Schmid eine Kampagne für die SonntagsZeitung (SoZ) komponiert. Dabei stand ihm der Sinn nach viel heiligem Bimbam: Ehret den Sonntag als Ruhetag. Höchstens die Zeitung soll man am siebten Schöpfungstag in die Hand nehmen – und alles Schweisstreibende sein lassen. Zumindest suggerieren dies die Printmotive. Da werden die Tagesbefehle und Tätigkeiten lauter beklemmend hyperaktiver Sonntagswerkler mit ihrer To-Do-List abgebildet. Nur mit einem Blick in die SoZ können sie sich in die Idylle einer intelligenten und unterhaltsamen Lektüre retten. Die neue Kampagne mit sieben Motiven ist am 3. November gestartet, zeitgleich mit einem «sanft renovierten» Layout der SonntagsZeitung. Seite 10

«Bald neue Verträge publizieren»

Goldbach-CEO Klaus Kappeler hofft auf eine künftige Nachfrage nach Crossmedia

Goldbach-CEO Klaus Kappeler hofft auf eine künftige Nachfrage nach CrossmediaVon Daniel Schifferle Den künftigen Schwerpunkt der Goldbach-Gruppe sieht CEO Klaus Kappeler in der Vermarktung von Crossmedia. Der im Moment noch im Ausbau begriffene Geschäftsbereich werde spätestens in zwei oder drei Jahren in ein markantes Wachstum übergehen. Mit dem Verkauf von Hitradio Z, der den Weg für die Radiovermarktung weiter ebnen soll, will sich Goldbach Media aber Zeit lassen.
Die Zukunft der Goldbach Media-Gruppe liegt offensichtlich wieder beim alten Geschäft, das man schon pflegte, bevor auch Goldbach Media dem New Economy Hype und den Internetträumen verfallen war. Nur: Am Ende werden Sie um Hitradio Z ärmer sein. Das ist ein hoher Preis.
Klaus Kappeler: Goldbach Media wird weiterhin im elektronischen Crossmediabereich tätig sein. Als einziges Unternehmen in der Schweiz. Wir werden uns aber wie publiziert auf den B-2-B-Markt konzentrieren, das ist absolut unsere Stärke. Wir wachsen dieses Jahr um die vierzig Prozent, was uns nicht sehr viele Unternehmen nachmachen können. Wir werden intensiv weiter investieren im Onlinebereich, im Mobile-bereich und in neuen Medien wie Flatscreens.
Goldbach hat, wie man weiss, seit 2001 ein Problem mit der Eigenkapitaldecke. Die aufwändige Expansion in die neuen Geschäftsfelder hat das Unternehmen ausgeblutet. Jetzt ist dringend Geld notwendig. Ist das der Grund, weshalb Sie Hitradio Z verkaufen wollen?
Kappeler: Wir wollen uns auf unsere absolute Kernkompetenz konzentrieren, und das ist die Vermarktung von elektronischen Medien. Dies ist der Grund, weshalb wir Hitradio Z verkaufen.
Mit Hitradio Z gibt Goldbach viel auf. Neben einem sicheren Ertragspfeiler auch einen starken symbolischen Wert: Radio Z war der Anfang der Gruppe und blieb lange Zeit die Basis des heutigen Unternehmens.
Kappeler: Aber innerhalb von zwanzig Jahren hat sich aus diesem Geschäft heraus viel entwickelt. Hitradio Z macht heute einen sehr geringen Anteil des Umsatzes aus. Wir werden den Radiosender ohnehin nicht einfach verkaufen. Wir wollen ihn in ein Netzwerk hineinbringen, in dem er breiter abgestützt ist, ohne dass wir uns ganz von ihm trennen müssen.
Sie wollen Hitradio Z nur ohne Vermarktungsabteilung verkaufen?
Kappeler: Ja, der Sender ist nur ohne Vermarktung zu haben. Die werden wir sicher behalten.
Wo setzen Sie das unterste Angebot beim Kaufpreis? In der Branche wird die Summe von 18 Millionen Franken herumgeboten, die der Sender kosten soll.
Kappeler: Über den Verkaufspreis spreche ich nicht, und genau so wenig kann ich über potenzielle Käufer Auskunft geben. Überlassen wir solche Dinge doch den Spekulationen der Journalisten.
Die gegenwärtige Konjunkturlage ist ein schlechter Zeitpunkt, um einen attraktiven Verkaufspreis zu erzielen. Die Fantasie aus den Medien ist raus, sie sind gegenwärtig kein Renner mehr.
Kappeler: Wir leben in einer Zeit, die wie jede andere auch ihre Chancen bietet. Für uns ist wichtig, dass der Sender ins richtige Umfeld hineinkommt, weniger der Zeitpunkt. Ich kann aber nicht sagen, wann der Kauf über die Bühne gegangen sein wird. Nur so viel: Wenn man etwas bekannt gibt, ist es im Interesse aller, dass man es dann auch innerhalb einer vernünftigen Zeit abwickelt.
Haben Sie bereits Interessenten an der Strippe?
Kappeler: Es haben sich zahlreiche Interessenten gemeldet. Jedenfalls kann ich die in der Presse kolportierte Sorge, es könnten zu wenig Interessenten da sein, überhaupt nicht bestätigen.
Als einen der Beweggründe für den geplanten Verkauf erklären Sie, die Synergiegewinne zwischen den Tochtergesellschaften in den Bereichen B2B und B2C hätten sich neutralisiert anstatt sich auszuzahlen. Was heisst das?
Kappeler: Wir haben den Umsatz bei der Radiovermarktung dieses Jahr mehr als verdoppelt, und wir wollen in diesem Bereich weiter markant wachsen. Dieses Ziel wird aber behindert durch die Tatsache, dass Hitradio Z selber zur Gruppe gehört. Weil das so ist, sind Mediaagenturen und Werbeauftraggeber besorgt, Hitradio Z könnte bevorteilt werden. Um dem entgegenzuwirken, müssen wir den Sender verhaltener positionieren, als es seiner tatsächlichen Leistung entspricht. Sobald aber Hitradio Z nicht mehr mehrheitlich zu uns gehört, werden wir den Sender viel aktiver vermarkten können als heute.
Steht auch die 35-Prozent-Beteiligung bei Radio Ri zum Verkauf?
Kappeler: Das ist nicht ausgeschlossen. Im Augenblick hat Radio Ri aber überhaupt keine Priorität.
Wann trennen Sie sich vom Internetportal Moneycab, das Monat für Monat einen sechsstelligen Betrag verschluckt? Das Businessmodell von Moneycab hat nicht mal funktioniert, als die Börse noch einigermassen in Fahrt war. Wie sollte es denn künftig funktionieren, nachdem die Anleger für viele Jahre von der Börse vertrieben sein dürften?
Kappeler: Moneycab ist ein schwieriger Fall, das gebe ich zu. Im Moment kann ich Ihnen aber nichts zu seiner Zukunft sagen, denn wir sind mit verschiedenen möglichen Partnern im Gespräch. Moneycab hat anerkanntermassen eine der besten Wirtschaftsredaktionen und wird in den interessierten Kreisen sehr stark beachtet.
Für die Zukunft setzt Goldbach Media den Schwerpunkt auf die Vermarktung von Crossmedia-konzepten. Crossmedia war schon in den Boomjahren kaum gefragt, mit der Werbemarktkrise haben Auftraggeber jetzt erst recht keine Ohren mehr dafür.
Kappeler: Ob Hochkonjunktur oder Flaute – Kunden suchen immer nach neuen und attraktiveren Möglichkeiten, um ihre Zielgruppe besser zu erreichen. Crossmedia ist nicht einfach eine Technik sondern eine Philosophie, wo und wann ich mein Publikum am erfolgreichsten treffe. Das stösst auch im aktuellen Werbemarktklima durchaus auf interessierte Ohren.
Goldbach Media werde die Crossmediavermarktung markant ausbauen, kündigen Sie an. Werden Sie intern Stellen umlagern?
Kappeler: Wir bauen das Angebot im Bereich Crossmedia massiv aus, nicht die Stellenzahl. Bereits in den nächsten Tagen werden wir neue Verträge publizieren können.
Als Vermarkterin kann Goldbach Media nicht mehr stark wachsen: In der Deutschschweiz sind mit Ausnahme von Super RTL bereits sämtliche möglichen Werbefenster geöffnet. In der Westschweiz gäbe es zwar TV-Kandidaten, infolge der verschlossenen Kabelnetze in Genf und Lausanne aber keine Wege. Auch zusätzliche Erträge aus der Radiovermarktung werden nicht in den Himmel wachsen, denn den ohnehin kleinen Radiokuchen müssen Sie mit Radiotele teilen.
Kappeler: Wir werden auch nächstes Jahr zweistellig wachsen. Neben einem weiteren Zuwachs im TV-Markt wird auch der Bereich Radio nochmals ganz extrem zulegen. Und wir werden uns vor allem im noch jungen Bereich Crossmedia Wachstumspotenziale erschliessen. Ich bin überzeugt, dass wir bis in zwei, drei Jahren hier ein ganz grosses Wachstum realisieren werden.
Das hat man beim Internet schon lange gesagt, es ist aber, wie alle Welt mittlerweile weiss, ganz anders gekommen.
Kappeler: Noch kein Medium war innerhalb kürzester Zeit am Ziel. Auch das Medium Online nicht. Online ist im Moment verschrien, und ich gebe auch zu, dass es gegenwärtig kein Geschäft ist. Aber: Man sieht, dass es sich langsam entwickelt und seinen Platz finden wird innerhalb der Medienangebote. Wir würden nicht investieren, wenn wir nicht damit rechnen können, dass dies eintrifft.
Goldbach hat innerhalb der vergangenen zwölf Monate dreimal eine Kapitalerhöhung vorgenommen. Insgesamt flossen dabei um 1,2 Millionen Franken in Ihre Kassen. Ging es dabei darum, den gesetzlich vorgeschriebenen Reserven nachzukommen? Oder führen Sie etwas im Schilde mit dem Geld?
Kappeler: Nein, nein. Das waren ganz normale Kapitalerhöhungen, die sich jeweils aus der Integration neuer Geschäftsfelder ergaben.
2001 schrieb Goldbach Media einen Verlust von 9,4 Millionen Franken bei einem Bruttoumsatz von 115 Millionen Franken. Wie werden diese Zahlen für das laufende Jahr ausschauen?
Kappeler: Wir haben ein hohes Wachstum. Unser Bruttoumsatz wird dieses Jahr wahrscheinlich über 150 Millionen Franken betragen. Aber das sind Schätzungen. Für die definitiven Zahlen muss ich auf unsere Bilanz-Medienkonferenz im Mai oder im Juni des nächsten Jahres verweisen.
Wird das Ergebnis weniger tiefrot sein als im 2001?
Kappeler: Auch dazu möchte ich mich im Moment noch nicht äussern.

Service: ADC lädt zum Jahrmarkt der Eitelkeiten

Die Ausschreibung zur ADC-Jurierung 2003 ist eröffnet.

Die Ausschreibung zur ADC-Jurierung 2003 ist eröffnet.Service ADC lädt zum Jahrmarkt der Eitelkeiten Aspiranten auf einen der begehrten Würfel können ihre Kreationen bis zum 22. November einreichen. Am Modus wurden einige Änderungen vorgenommen. Statt 15 Kategorien gibt es nur noch 9. Eigenbedarf, Fachpresse und Public Service fallen weg bzw. wurden in die verbliebenen Bereiche integriert. Direktwerbung und Verkaufsförderung wurden zusammengefasst. Zudem würden die Anforderungen an die Echtheit der Einsendungen härter, schreibt der Art Directors Club. Unterlagen können bei ADC-Geschäftsführerin Helen Müller (info@adcschweiz .ch oder Tel. 01 262 00 33) angefordert werden.
Wegweiser Schrift Mit dem Band «Erste Hilfe in Typografie» legten Hans Peter Willberg und Friedrich Forssman vor zwei Jahren eine ideale Einstiegslektüre vor, die sich bewusst auch an interessierte Laien wandte, weil Typografie «heute nicht mehr allein Profis vorbehalten ist». Jetzt ergänzt Willberg nach dem Grosserfolg mit dem ersten Buch sein Werk mit einem «Wegweiser Schrift». Der Leitfaden im Schriftendschungel will allgemein verständlich und fundiert in Geschichte, Form, Auswahl und Mischung von Schrift einführen. Mit Beispielen und Praxisübungen schult Willberg den Blick für Form und Stil verschiedener Schriften und den Umgang damit. «Wegweiser Schrift» aus dem Verlag Hermann Schmidt, Mainz kostet Fr. 23.40 und ist unter ISBN 3-87439-569-3 zu bestellen.
Textwerkzeuge Wie hebe ich meine Botschaft aus der Flut von Texten heraus? Die nötigen Tipps für die richtige Schreibe, vom Werbetext bis zur Produktbeschreibung liefert Helga Zimmer-Pietz’ Leitfaden mit praktischen Beispielen. In acht Kapiteln präsentiert sie das nötige Werkzeug, mit dem das Handwerk des professionellen Textens im Schnellzugstempo erlernt werden soll.
Helga Zimmer-Pietz: «Professionelles Texten», Wirtschaftsverlag Ueberreuter, ISBN
3-7064-0172-X, Fr. 19.30.

«V. I. from A. to Z.»

Von Beat Fritsch

Von Beat FritschEin VIG für VIP – sprich «Very Important Grossanlass» für alle Freunde, Partner und Kunden – stand mit der 25-Jahre-Bilanz-Party letzte Woche zuoberst auf dem Eventkalender der Branche. Das «Very Important…» wurde denn auch gleich zum roten Faden des Festchens erhoben. Die Bilanz-Hauswerber von Publicis kreierten über zehn verschiedene, zur Party gehörende Gadgets. Diese Aufgabe dürfte AD Luigi Del Medico, verantwortlich für das CI des Anlasses, und Jasmin Schmid, welche die Realisation ausführte, einiges Kopfzerbrechen bereitet haben. Schliesslich sind etliche Werbemittel, wie Produktionsfachleute wissen, nicht einfach so von heute auf morgen lieferbar.Die in Bilanz-Rot – pikanterweise auch die Hausfarbe von Publicis – gehaltenen Gadgets deckten ein weit reichendes Spektrum ab. Beginnend mit der vorab verschickten VIE (Very Important Einladung) gabs diverse Beschilderungen wie VIT (Very Important Toilette), natürlich unterteilt in VIM (Very Important Männer) und VIF (Very Important Frauen), VIE (Very Important Eingang), oder VIG (Very Important Garderobe). Aber auch die Namensschildchen VIG (Very Important Gast), die Catering-T-Shirts VIK (Very Important Kellnerin), die Servietten-Banderole VIS (Very Important Serviette), die VIB (Very Important Bierdeckel), die VIZ (Very Important Zündhölzer) und die Speisekarte VIM (Very Important Menu) waren zu sehen. Die Gäste letztlich schritten beim Eintreffen natürlich über den roten VIT (Very Important Teppich).
Bereits im Entree konnte man sich ein Bild der bewegten Geschichte des Wirtschaftsmagazins machen, das in der Vor-Cash-Zeit der Achtzigerjahre noch leicht despektierlich als Wirtschafts-Blick bezeichnet wurde. Neben den verschiedenen Bilanz-Werbekampagnen fand vor allem die Inhaber-Galerie im Eingangsbereich grosse Beachtung. Die Publikation hat schon einige Besitzer kommen und gehen sehen, darunter mittlerweile gescheiterte wie Werner K. Rey, aber auch nach wie vor (mehr oder minder) erfolgreiche wie Bilanz-Gründer Beat Curti oder die Basler Verlegerfamilie Hagemann.
Lohnenswert ist ein Studium der Titelseiten im Laufe der Zeit, passiert doch dort die Wirtschafts- und Politikgeschichte des letzten Vierteljahrhunderts in konzentrierter Form Revue. Zu sehen waren schon Sozi-Chefideologe Karl Marx, zwei Päpste, diverse Bundesräte und Bundesrätinnen, etliche Gastrounternehmer und andere Wirtschaftsführer, aber auch wirtschaftliche Totalversager. Denn Erfolg im Business war und ist nicht das Kriterium für die Abbildung auf Seite eins. Auch Misserfolg und kapitales Versagen kann einem die – dann eher zweifelhafte Ehre – einer Frontpage-Nennung einbringen.
Nur – ein Werber hats leider noch nie dorthin geschafft; allenfalls begnadete Kommunikatoren wie die Hayeks (Nicholas, Nick und Sam), die Ringiers (Michael und Christoph) und natürlich Roger Schawinski. Aber auch Globi und Mickey Mouse oder Jahrhundertsymbo-le wie die Coke-Flasche, das
McDonald’s-M, die Levi’s-Jeans,
das Rolls-Royce-Insignium Lady Emily und natürlich gleich mehrfach das Schweizerkreuz auf Flugzeugflosse schmückten schon den Bilanz-Titel.
Zu sehen sind all die Covers in der Jubiläumsbeilage, die im letzten Heft eingesteckt war. In dieser ist auch das «ewige Impressum» bemerkenswert, das genau zu lesen sich allemal lohnt. Darin aufgeführt sind sämtliche Namen, die mindestens einmal im Impressum des Finanztitels zu finden waren. Darunter auch allerlei Branchenbekannte. Beispielweise Walter Bosch, allseits angesehener Kommunikationsexperte; Peter Hartmeier, einst Bilanz-Herausgeber, heute Tamedia-Konzernsprecher; Peter Höltschi (= 1993), Autor, Journalist, ADC-Mitglied und ehemaliger Chefredaktor der Schweizer Illustrierte; Serge Riedener, Ende der Achtzigerjahre freier Bilanz-Mitarbeiter und heute Mitinhaber der Agentur Inhalt & Form; Hildegard Schwaninger, Mutter aller Schweizer Shortlist- und Klatschkolumnen; Thomas Trüb, Cash-Erfinder und Ringier-Konzernleitungsmitglied; Christian Wapp, Ex-Chefredaktor der WerbeWoche und heutiger Bilanz-Produktionschef; Jürg Wildberger, TV-3-Erfinder, und, last but not least, der aktuelle «Schawi-Intimfeind» Kurt W. Zimmermann, um nur einige der exactement 295 Namen zu nennen.
Ein weiteres Jubiläum stand bei der Werbeagentur Metzgerlehner Worldwide an: «20 Jahre im Werbehimmel und 20 Jahre in der Werbehölle», hiess das Motto – und mit entsprechenden T-Shirts waren die Mitarbeitenden der Agentur bekleidet. Vor genau zwanzig Jahren starteten Ted – weiland noch unter dem seriös klingenden Namen Anton Ernst Metzger – und Matthias Blatter mit Metzger Blatter Partner ihr eigenes Kommunikationsunternehmen. In ihrer Geschichte hiess die Agentur auch Metzger Lehner Briccola, bevor sich die heutige Konstellation mit Marco Lehner herauskristallisierte. Für viel Vergnügen sorgte die von Metzger an diesem Abend immer wieder gern erzählte Geschichte von sich und seiner Agentur. Er startete seine Karriere 1963 als Werbeassi bei der Amag, war zehn Jahre lang Leiter der Werbe- und Verkaufsförderungsabteilung – so nannte man das damals – bei Globus und schliesslich Beratungsgruppenleiter bei Wirz. Auch die aufliegende Broschüre, die anlässlich der Lancierung der Agentur kreiert wurde, sorgte für Heiterkeit – und für wehmütige Erinnerungen an die heile Schweizer Werbewelt der Achtzigerjahre. Wie dem auch sei, die Agentur hat alle Branchenstürme überlebt und floriert prächtig. Ganz im Gegensatz zu anderen. Oder kann sich noch jemand an eine Agentur namens Brüllmann & Contini (später CSWH Univas) erinnern, die auch eine Station auf Metzgers Karriereweg war?
Beat Frisch

war letzte Woche V. I. B. (Very Intensive Busy). Zur aktuellen Jahreszeit füllt sich bekanntlich der Veranstaltungskalender bis knapp an die (Kopf-)Schmerzgrenze. Zwei Jubiläen standen an: Das Wirtschaftsmagazin Bilanz feierte unter dem Motto «Very Important» das 25-jährige Bestehen, die Werbeagentur Metzgerlehner Worldwide das 20-jährige Bestehen. Himmlisch gut mit höllisch vielen Leuten präsentierten sich beide Events.
Wer sich in der Kommunikationsszene an Partys trifft, orten wir an den verschiedensten Veranstaltungen der Branche. Haben Sie jetzt schon etwas Spannendes zu berichten? Greifen Sie zum Hörer (01
296 97 98) oder in die Tastatur ([email protected]). Für Veranstaltungstipps und gelegentlich auch weitere Shortlistbilder: www.werbewoche.ch

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