Mode Mit Piktogrammen als Kleiderständer wirbt Ruf Lanz für die Girlie-Mode von Big.«Wer Big-Mode trägt, wird als Frau nicht nur für ihre Intelligenz geliebt», witzelt Markus Ruf. Big ist die Modekette für Girls zwischen 16 und 30 Jahren. Die Kette betreibt sieben Filialen in Zürich. Markus Ruf und Danielle Lanz betreuen das Label schon seit sechs Jahren. Seit 2001 unter dem Dach von Ruf Lanz. Die Kampagnen wurden immer wieder ausgezeichnet – wohl auf Grund der nicht unerheblichen Tatsache, dass Ruf Lanz bis jetzt noch nie Models in den Kampagnen gezeigt hat. Denn Ruf Lanz wollte immer wieder «die Wirkung von Kleidern dramatisieren und nicht einfach trendige Klamotten an hippen Models zeigen».
Dieses Jahr zeigen die Sujets Boys, die von Girls abgelenkt werden, die in kecken Minis am Strassenrand stehen. Markus Ruf und Danielle Lanz, die endlos lang Fahrstunden für ihren Führerausweis nehmen mussten (Ruf 80 Fahrstunden, Lanz 50), haben sich von den Piktogrammen der Verkehrstheorie inspirieren lassen.
«Die Zielgruppe hat die Fahrprüfung eben hinter oder noch vor sich und lebt deshalb sehr intensiv in dieser Bilderwelt», ist Ruf überzeugt. Zusätzlicher Vorteil: Die Sujets wirken unabhängig von der Mode, die gerade im Trend ist. Wichtiger noch: Big gerät damit nicht in eine austauschbare Ecke mit anderen Labels, die auf ihren Plakaten vielleicht ähnliche Mode zeigen. Mit dem durch seinen abstrahierten Minirock-Spickel auffallenden Girl wird Big positioniert als «heisser Laden für Girls im Kokettier-Alter, die gerne auffallen».
Die gestellten Unfälle wirken in ihrer Abstraktion nicht dramatisch, sondern haben in der Form der Piktogramme, die auch Anleihen bei den Comics nehmen, «etwas Nettes, Frisches und Junges», meint Danielle Lanz. Sämtliche Verkehrsteilnehmer sind wegen dem sexy Big-Girl am Strassenrand vom rechten Weg abgekommen, haben die Kurve nicht rechtzeitig gekriegt, Lichtsignale übersehen oder Einfahrten verpasst.
Die Kampagne startet im März. Es wird ein 12m2 grosses Plakat an der Weinbergstrasse in Zürich geben, dazu B12- und Tramplakate in den Linien, die an Big-Filialen vorbeifahren. Die Plakate im Tram sind zielgruppengerecht positioniert, weil die meisten Girls in der Stadt per öffentlichem Verkehr unterwegs sind. Weshalb auch keine Tramunfälle dramatisiert werden, da die Girls in den Trams stehen und Ruf Lanz sowieso für die Verkehrsbetriebe der Stadt Zürich arbeiten…
Fahrprüfung für Boys: Big-Plakate von Ruf Lanz.
Andreas Panzeri