Goldenes Dreieck versilbern
Pendlerzeitungen Vor der Befriedigung etwaiger Expansionslüste will (und muss) Tamedia 20 Minuten erst rentabel machen.
Pendlerzeitungen Vor der Befriedigung etwaiger Expansionslüste will (und muss) Tamedia 20 Minuten erst rentabel machen.Dass der zu erwartende Segen der Wettbewerbskommission für die Vermählung von 20 Minuten mit Tamedia mindestens vier Wochen auf sich warten lässt, dürfte besonders den Werdsträsslern gut ins Konzept passen. Denn bis dahin müssen jene personellen und strategischen Weichen gestellt werden, die Tamedias zäh erhandeltes Pendlerblatt schnell und nachhaltig in die Gewinnzone führen sollen.Wer aus den zwei bis vor einer Woche noch konkurrierenden Kaderteams diese Herkulesaufgabe schultern soll, wird laut Tamedia-Sprecherin Franziska Hügli zwar «erst nach Abschluss der Weko-Untersuchungen entschieden». Drehen tut sich das Personalkarussell aber schon heute. Unbedingt vermeiden wolle man bei der Zusammenführung «interne Frontenbildungen wie damals bei Crossair und Swissair», so Hügli. Angestrebt werden müsste, so darf also spekuliert werden, eine paritätische Doppelspitze. Diese könnte etwa aus dem von Tamedia geschätzten Rolf Bollmann als Geschäftsführer und Marco Boselli als neuem Chefredaktor bestehen. Der hat dem Vernehmen nach mit seinem «Express»-Konzept beim Tamedia-Management Punkte gesammelt.
Inhaltlich wird das eine oder andere totgeborene redaktionelle «Express»-Baby wohl so oder so in 20 Minuten wieder auferstehen. Strategisch hingegen sieht Hügli derzeit kaum Optimierungspotenzial. An Erweiterungen des Verteilungsgebiets, neue Distributionskanäle oder regionale Allianzen wolle man erst denken, wenn 20 Minuten fest im schwarzen Zahlenbereich verankert sei. Helfen könnten dabei etwa attraktive Kombirabatte für Drei-Städte-Buchungen sowie die Ausschöpfung von Tamedias crossmedialem Marketing-Power. Erklärtes Ziel von Tamedia und den bisherigen Aktionären sei jedenfalls, «das stetig steigende Leserpotenzial mit allen Mitteln in einen Markterfolg umzumünzen».
Davon explizit ausgenommen werden derzeit einzig Inseratekombis mit den Bezahlzeitungen Tages-Anzeiger und SonntagsZeitung. «Dass wir Pendlerzeitungen als zukunftsträchtige Printgattung ausbauen wollen, heisst nicht, dass wir unsere Abotitel damit kommerziell kurzschliessen», betont Hügli. Dasselbe gilt gemäss Ex-«Express»-Chef Marius Hagger übrigens auch für das ehrwürdige Tagblatt, wenn auch aus anderem Grund. Dessen USP sei künftig nämlich wieder die Hauszustellung in Zürich. Entsprechend richte sich das Tagblatt an «ein anderes, werbetechnisch mit 20 Minuten inkompatibles Publikum».
Gabs am Montag nicht: «Express».
Tamedia-Gruppe Konsolidierte Erfolgsrechnung2002 2001 Veränderung
Ausgewählte Bilanzkennzahlen in Mio. sFr. in Mio. sFr. in %
Betriebsertrag 640,3 756,1 – 15,3
Betr.Ergebnis vor Abschreibungen (Ebitda) 71,1 145,7 – 50,8
Betriebsergebnis (Ebit) 17,6 79,2 – 77,8
Konzernergebnis
weitergeführte Bereiche 20,2 43,4 – 53,5
nicht weitergeführte Bereiche 15,4 (55,2) ––
Total 35,6 (11,8) —
Oliver Classen
Inhaltlich wird das eine oder andere totgeborene redaktionelle «Express»-Baby wohl so oder so in 20 Minuten wieder auferstehen. Strategisch hingegen sieht Hügli derzeit kaum Optimierungspotenzial. An Erweiterungen des Verteilungsgebiets, neue Distributionskanäle oder regionale Allianzen wolle man erst denken, wenn 20 Minuten fest im schwarzen Zahlenbereich verankert sei. Helfen könnten dabei etwa attraktive Kombirabatte für Drei-Städte-Buchungen sowie die Ausschöpfung von Tamedias crossmedialem Marketing-Power. Erklärtes Ziel von Tamedia und den bisherigen Aktionären sei jedenfalls, «das stetig steigende Leserpotenzial mit allen Mitteln in einen Markterfolg umzumünzen».
Davon explizit ausgenommen werden derzeit einzig Inseratekombis mit den Bezahlzeitungen Tages-Anzeiger und SonntagsZeitung. «Dass wir Pendlerzeitungen als zukunftsträchtige Printgattung ausbauen wollen, heisst nicht, dass wir unsere Abotitel damit kommerziell kurzschliessen», betont Hügli. Dasselbe gilt gemäss Ex-«Express»-Chef Marius Hagger übrigens auch für das ehrwürdige Tagblatt, wenn auch aus anderem Grund. Dessen USP sei künftig nämlich wieder die Hauszustellung in Zürich. Entsprechend richte sich das Tagblatt an «ein anderes, werbetechnisch mit 20 Minuten inkompatibles Publikum».
Gabs am Montag nicht: «Express».
Tamedia-Gruppe Konsolidierte Erfolgsrechnung2002 2001 Veränderung
Ausgewählte Bilanzkennzahlen in Mio. sFr. in Mio. sFr. in %
Betriebsertrag 640,3 756,1 – 15,3
Betr.Ergebnis vor Abschreibungen (Ebitda) 71,1 145,7 – 50,8
Betriebsergebnis (Ebit) 17,6 79,2 – 77,8
Konzernergebnis
weitergeführte Bereiche 20,2 43,4 – 53,5
nicht weitergeführte Bereiche 15,4 (55,2) ––
Total 35,6 (11,8) —
Oliver Classen
