Gepriesene Werbung aus der Schweiz

Autohandel Dieses Frühjahr wird der neue Ford Streetka erstmals auf Schweizer Strassen zu sehen sein.

Autohandel Dieses Frühjahr wird der neue Ford Streetka erstmals auf Schweizer Strassen zu sehen sein.Obwohl für diesen Flitzer von Ford keine Launchkampagne geplant war, hat Grendene Ogilvy & Mather in Zürich beschlossen, das Modell in der Schweiz trotzdem zu bewerben. «Weil wir überzeugt waren, dass dieses Modell die Marke Ford positiv beeinflusst und ein neues, jüngeres Publikum in die Ford-Showrooms bringt.» Ein weiser Werbergedanke, denn die Kampagne hat nicht nur den Kunden in der Schweiz überzeugt, sondern auch Ford of Europe in Deutschland, Frankreich und England. In diesen Ländern wird die Kampagne aus Zürich oder Teile davon nämlich inzwischen eingesetzt.Nur Mut, sagte sich Grendene Ogilvy & Mather und fuhr die Ford-Kampagne ein.

Europäische Marken profitieren vom Irak-Krieg

Branding Eine Umfrage der Berliner Agentur Publicis Public Relations unter rund 1000 deutschen Konsumentinnen und Konsumenten hat ergeben

Branding Eine Umfrage der Berliner Agentur Publicis Public Relations unter rund 1000 deutschen Konsumentinnen und Konsumenten hat ergeben, dass 41 Prozent unserer nördlichen Nachbarn aus politischen Gründen derzeit vermehrt europäische Markenartikel kaufen. Bewusst boykottiert werden US-Brands nur von jedem fünften der Befragten.

Seid umschlungen, ihr Preise

Nach rund zweijähriger Pause haben die APG-Oberen ihren Plakatwettbewerb unter dem Namen Poster-Night endlich wieder aufleben lassen.

Nach rund zweijähriger Pause haben die APG-Oberen ihren Plakatwettbewerb unter dem Namen Poster-Night endlich wieder aufleben lassen.Im Lakeside Casino Zürichhorn traf man deshalb nicht nur das fast vollständig angetretene APG-Kader, sondern auch viel Prominenz aus dem Media- und Kommunikationskuchen. Es gelte, in diesen wirtschaftlich schwierigen Zeiten an diesem Abend einige unbeschwerte Stunden miteinander zu verbringen, begrüsste Affichage-Holding-CEO Christian Kauter seine Gäste zwar leicht plattitüdenhaft, aber trotzdem mit dem goldrichtigen Vorsatz.Und er sollte Recht behalten, das Publikum kam voll auf seine Kosten. Guye-Benker-Beraterin Sibylle Siegrist gar doppelt und dreifach. Nicht nur, dass Kunde Weltwoche mit den von der Seefelder Agentur gestalteten Promisujets bei der Kategorie «Kommerzielle Serie» gewann und auch Plakat des Jahres wurde. Bei der Tombola heimste Madame Siegrist gleich noch eine schöne Damenuhr der Marke Omega ein.
Nebst der zackig durchgespielten Verleihung begeisterten die prägnanten, weil kurzen Laudatios und Reden die Gäste.
So blieb viel Zeit für erfrischende Tischgespräche. Einziger Kritikpunkt: Carlo Schmid Sutters programmatische Geisselung von Werbeverboten kommt zwar immer noch gut an, ist aber mittlerweile Standard. Schliesslich teilt das Fachpublikum professionaliter die Einstellung des SW-Präsidenten. Derlei Predigten sollten nicht vor Bekehrten, sondern vor den alliierten Werbeverhinderern von Bern und Brüssel gehalten werden.
Hammermässig war der Auftritt von La Compagnia Rossini. Man wähnte sich kurzzeitig in die Tonhalle oder ins Opernhaus versetzt. Der Mut der Veranstalter, den Showblock für einmal mit klassischer Musik zu besetzen, wurde mit Standingovations belohnt. Und auch die Weinreise, wie
die Getränkeauswahl des «Conferencier» Othmar Casutt scherzhaft genannt wurde, sorgte für Begeisterung. Gestartet wurde die weinselige Tour im Epesses, dann gings in die Bündner Herrschaft, um schliesslich im Valpolicella zu landen. Zum Schlummertrunk sollen sich zu guter Letzt sogar noch einige Gäste in die Haine der Normandie begeben und dem destillierten Apfelmost zugesprochen haben.
Barbara Higgs, Schauspielhaus, hier mit Gastgeber Christian Kauter und Christof Kaufmann (r.), OMD Schweiz.
Grosserfolg dank Weltwoche: Andi Prokesch (r.) gratuliert Andi Benker zum «Plakat des Jahres» und einem Kategoriensieg.
Ex-Gschpäänli aus der Publicis-/Optimedia-Zeit: Diana Strebel, CEO bei Wundermann, und Andy Lehmann, Mediahaus Seefeld.
In schönstem Purpur: Die APG-Ehrendamen Helga Ulrich, Liliane Schüpbach, Flavia Papi und Ursula Kilchenmann (v. l.).
Barbla C. Schaerer, Geschäftsführerin Farner PR, und Piero Schäfer, SW-Pressemann und Inhaber von Schäfer & Partner.
Einen Blick aufs aktuelle Plakatgeschehen geworfen: Agenturinhaber Peter Leutenegger und SW-Geschäftsführerin Monika Luck.
Eingespieltes Team: APG-PR-Frau Ruth Bertschi mit APG-Direktor Othmar Casutt, der souverän durchs Programm führte.
Präsidiale Diskussionen führten SW-Präsident Carlo Schmid Sutter (r.) und ASW-Präsident Diego Bally.
Abräumer bei der Poster-Night: Verlagsleiterin Uli Rubner mit Weltwoche-Werber Christophe Guye und Beraterin Sibylle Siegrist (r.).
Besuch vom Gockhausener Meisenrain: AD Willem Baumann und Beraterin Daniela Schödler von Advico Young & Rubicam.
Mediales Trio Infernale von Mediaedge CIA: Bernd Leckebusch, Urs Rueb und Saverio Progano (v. l.).
Die Bieler Young Directors: Rolf Bühler (l.), Direktor der APG-Filiale am Bielersee, mit Sawi-Direktor Jürg Engi.
Charmantes Werberinnenduo: Sarah Hiltebrand (l.) und Karin Stich von der Zürcher Agentur Noise.
Leben fürs Direktmarketing: SDV-Präsident Guido Wietlisbach, OgilvyOne, mit Daniela Reinhard von der SDV-Geschäftsstelle.
Holte zwei von drei Goldpreisen: René Eugster (l.) freute sich mit Guido Bertuzzi von Druckerei und Verlag Rheintal.
Ihre Agentur holte insgesamt sechs Preise: Natascha Baumgartel (l.) und Esmeralda Schürch von Fisch Meier Direkt.
Eliane Merz (l.), Heinrich Breiter und Esther Luterbacher von der Solothurner ASW-Agentur IBL und Partner.
Die DM-Nacht bietet beste Unterhaltung, sagten Myrtha Fotsch, Blickle Direktmarketing, und Jochen Ebner, One-Marketing-Services.
Francis Bissat (r.), FB Kommunikation, mit Jacqueline und Urs Anderegg von SPDS.
Plädoyer gegen schlechte Werbung in den Briefkästen: Frank Bodin (l.), Euro RSCG, und Gilbert Fisch, Fisch Meier Direkt.
Geschäftsführer der Werbeverbände: Peter Grob (l.), ASW und Idée-VfW, mit Walter Merz vom BSW.
Einmal Gold und einmal Silber gabs für Swisscard AECS mit Bettina Glarner und Markus Wirth.
Philip Kramer (l.) und Marcel Benz von Orange lassen Lowe-Direct-Beraterin Urte Krause für zwei Bronze-Preise hoch leben.
Peter Braegger und Daniela Massaro (r.) von Swisscard AECS mit Heike Rindfleisch von Momentum.
Claudia Giorgetti, Coop, Daniel Jud (l.), Baumer AG, und Martin Lütscher, Automobil Revue.
Ohren- und Augenschmaus: La Compagnia Rossini setzte den musikalischen Rahmen.
Modell des DM-Preises in Form eines stilisierten Telefonhörers.
Beat Fritschauf Event-Tournee. Grosse Anlässe standen vergangene Woche an und waren in der Agenda rot unterstrichen. Nachdem bereits am Dienstag die HandelsZeitung ihre Werbetrendstudie präsentiert hatte, lud am Donnerstag die APG zur Poster-Night 03 und am Freitag der Schweizer DM-Verband zur Verleihung der diesjährigen Direktmarketingpreise.
Wo sich die Kommunikations-, Media- und Verlagsszene zu ihren Events trifft, orten wir an den verschiedensten Veranstaltungen.
Haben Sie schon jetzt etwas zu berichten? Greifen Sie zum Hörer (01 296 97 98) oder in die Tasten ([email protected]). Veranstaltungstipps und weitere Shortlistbilder gibt es online unter www.werbewoche.ch
Gewinner der DM-Preise 2003Mailings Business-to-consumer
Silber OgilvyOne/Volvo Automobile OgilvyOne/Swisscard AECS
Bronze Fisch Meier Direkt/Swisscom Mobile
Mailings Business-to-businessGold Eugster Kommunikation/SieMatic Schweiz
Silber Fisch Meier Direkt/LibertyCall
Bronze Robert Haug/Eigenwerbung
Streuwerbung/Beilagen/Take-onesSilber Euro RSCG/Catapult/Arena225 Wirz Werbung/Tibits
Bronze Alex Schmid/Unilever Bestfoods
AnzeigenSilber Fisch Meier Direkt/LibertyCall
Bronze Lowe Direct/Orange Matter & Partner/Beobachter
Werbemittel in elektronischen MedienGold ePrint Factory/Swisscard AECS
Silber Angelink/Ittinger Klosterbräu
Bronze Futurecom/Axpo Holding
Mehrstufige DialogprogrammeSilber OgilvyOne/Volvo Automobile
Bronze Lowe Direct/Orange Sulzer Sutter/British American Tobacco
Internationale MailingkampagnenSilber Euro RSCG/Meltweg /Mouse Mouse/Active Consulting
Bronze OgilvyOne/Hapimag
Innovative Produktionstechnik manuellSilber Fisch Meier Direkt/Swisscom Mobile
Bronze Euro RSCG/Catapult/Blood, Sweat & Tears
Innovative Produktionstechnik maschinellBronze Fisch Meier Direkt/Saab Automobile
Fisch Meier Direkt/Neue Zürcher Zeitung
Agentur-EigenwerbungGold Eugster Kommunikation
Silber Matter & Partner
Bronze Alex Schmid OgilvyOne
KMU-Sonderpreis Direct MarketingSilber Euro RSCG Switzerland/Meltweg/ Mouse Mouse/Active Consulting
Bronze Bachmann und Partner/Garage Zimmerli
Ausländische KampagnenSilber BBDO InterOne/Deutsche Post OgilvyOne Worldwide/Dresdner Bank
Bronze OgilvyOne Worldwide/HighwayOne Germany
Publicis Dialog Marketing/ Deutsche Post

Leserbriefe

Die drei Festivals unter der Dachmarke «Lucerne» werden in diesem Jahr mit – für eine Veranstaltung dieses Kalibers – ungewöhnlichen Key Visuals beworben.

Die drei Festivals unter der Dachmarke «Lucerne» werden in diesem Jahr mit – für eine Veranstaltung dieses Kalibers – ungewöhnlichen Key Visuals beworben.Schöner Steilpass Deren Auswahl ist den Kreativen von Wirz Werbung gut gelungen.
Ihr Artikel vermittelt allerdings den Eindruck, als wäre die Dachmarke im Rahmen der aktuellen Kampagne erst gerade entwickelt und positioniert worden. Das ist so aber nicht richtig. Die neue Dachmarke «Lucerne Festival» wurde entsprechend der neuen Strategie bereits 2001 lanciert. Entwickelt wurde sie von MetaDesign. Unsere Agentur hat damals die Dachmarke erarbeitet, um Konsistenz im Auftritt der drei Festivals und damit die Voraussetzung für die angestrebten Synergien zu schaffen. Diesen Ball haben die Kollegen mit ihrer aktuellen Kampagne aufgenommen und weitergespielt. Ich denke aber, sie haben es nicht nötig, sich mit fremden Federn zu schmücken – und selbst ein Interesse daran, dass Corporate Identity und Werbung nicht in einen Topf geworfen werden.
Bruno Schmidt, Managing Director von MetaDesign, zum Artikel «Wirz-Sonate fürs Lucerne Festival» in WW 11/03
…
Welcher Zynismus?
Meine am Cannes Open eingereichte Arbeit für den Auftraggeber Xenix wird in der Werbewoche als zynisch bezeichnet. Darin tragen Palästinenser ein Sofa zurück in ihr von israelischen Bulldozern teilweise zerstörtes Haus in Ostjerusalem.
Ist es unehrenhaft, mit diesem verfremdeten Keystone-Foto auf Leid und Ungerechtigkeit des palästinensischen Volkes hinzuweisen? Das Bild kommuniziert die Grundhaltung von Xenix: Politisches Kino, das Realität abbildet. Wenn man in diesem Zusammenhang schon von Zynismus sprechen möchte, dann wenigstens von einem offen zur Schau gestellten. Übler Zynismus ist hingegen dort anzutreffen, wo schöne Menschen für Produkte lächeln, die ihr Versprechen nicht einzulösen vermögen. Sollte sich der Autor nicht vielmehr darum bemühen, diesen verdeckten Zynismus der Werbung zu diskutieren?
Dominic Suter, Freelancer auf Jobsuche, zum Artikel «Frisch frisierte Kordel» in WW 11/03

Ich sehe, was du nicht siehst

Tabakindustrie Sulzer Sutter, Zürich, setzt für einen Relaunch von Parisienne Extra und Ultra auf frische Farben und die Spassgesellschaft junger Erwachsener.

Tabakindustrie Sulzer Sutter, Zürich, setzt für einen Relaunch von Parisienne Extra und Ultra auf frische Farben und die Spassgesellschaft junger Erwachsener. «Newly painted» heisst das Thema der Kampagne für die neuen Packungen der Zigarettensorten Parisienne Extra und Ultra. Die Farbe Orange für Extra ist eine unkonventionelle Wahl – starke Farbsignale für eine milde «Zigi». Näher am Produkt ist Hellblau für die neu gestylte Ultra ausgefallen. Beide Sorten behalten ihren Geschmack bei.Die neuen Hüllen sollen den beiden Mischungen in der gesamten Parisienne-Produktfamilie mit den weiteren Blends Super, Mild und Special Mild ein selbstbewussteres Auftreten ermöglichen – was die bisherigen Verpackungen offenbar nicht vermochten. Die neuen Schachteln wurden von der Agentur Sulzer Sutter in Zusammenarbeit mit ihrem Kunden British American Tobacco Switzerland sowie externen Designern entwickelt.
Die Sujets der «Newly painted»-Kampagne zeigen Packungen in Displays mit Farbspritzern, als wäre ein Farbbeutel gegen die Zigarettenschachteln geflogen. Aber auch Steller wurden designt, die so aussehen, als hätte jemand mit dem Farbroller darübergestrichen. Eine Teaser-Kampagne mit dem Hinweis auf diese Farbänderungen ist in den Szenetiteln Kult und Forecast bereits angelaufen. In den Anzeigen werden gelbe Bananen mit der Farbe Blau überstrichen oder gelbe Briefkästen mit der Farbe Orange.
Die Plakat- und Anzeigenkampagne wird begleitet von punktuellen Massnahmen, die laut Agentur beim Parisienne-Publikum schon immer gut angekommen sind. An ausgewählten Orten werden zum Beispiel Plakate von Promotern in Maler-Overalls überstrichen.
Mal deine Parisienne selbst an
Seit April werden an ausgewählte Adressen von Rauchern, die «garantiert über 18» sind, in einer Sneak Preview grafisch überzeugende Muster mit den neuen Farben verschickt. Typisch für die immer wieder überraschenden Ideen von Parisienne sind auch die Give-aways mit dem Claim «Coming soon» und echten Samen, aus denen orange und hellblaue Blumen wachsen. In einer anderen Aktion werden Postkarten mit dünn aufgedruckten echten Wasserfarben-«Töpfchen» verschickt, mit denen man seine alte Parisienne selbst neu gestalten kann.
Auch am Kiosk sind die alten Päckchen mit einer Info versehen, wonach die zwei Zigarettensorten bald mit neuen Farben auftreten werden. In der Box macht ein Einstecker auf die bevorstehenden Veränderungen aufmerksam.
«Coming soon» heisst auch die Botschaft einer Promo-Aktion in Bars und Kneipen. Da gibt es etwa einen Wettbewerb, bei dem Promotionshostessen die Raucher dazu animieren, anhand eines Farbmusters die neuen Farben der Parisienne zum Beispiel an einem Kleid oder im real existierenden Umfeld ihrer Bar zu entdecken. Der Event erinnert stark ans Spiel «Ich sehe was, was du nicht siehst» und wird von den Promoleuten mit einer Pola im Bild festgehalten. Für spontane Wettbewerbsteilnehmer, welche die neue Farbe in ihrem Umfeld irgendwo aufgespürt haben, gibt es neben einem Hauptpreis verschiedenste Goodies als Sofortpreise zu gewinnen. «Eine Kampagne allein reicht nicht, es braucht Events auf verschiedenen Ebenen, die Spass machen», meint dazu Francis Sulzer.
Hundert Jahre erfolgreich
Parisienne gibt es als Marke nur in der Schweiz und in Österreich. Sie ist 100 Jahre alt und erfolgreich. Während andere nationale Brands im Zuge amerikanischer Marketingoffensiven eingegangen sind, hat Parisienne mit den milden Gelben beim Zielpublikum der 18- bis 30-Jährigen Marlboro überholt. Die Zigarette hat damit in den letzten sieben Jahren ihren Marktanteil auf über 12 Prozent stetig steigern können. Das sei auch der Zeitraum, in dem Sulzer Sutter für das Budget von Parisienne zuständig ist, freut sich Francis Sulzer. Erreicht habe man den Erfolg in dieser Zeit mit Marketingmassnahmen, die jeweils «bewusst alle Regeln umgekehrt» haben. Parisienne gilt mit ihrer trashigen Verpackung unter anderem als Trendglimmstengel der Technoszene. Die neue Kampagne von Sulzer Sutter hat sich aber nicht weiter bei dieser bestimmten Zielgruppe aufgehalten, sondern setzt erneut bewusst auf einen völlig offenen Stil.
Sulzer Sutters Orange und Hellblau sind die neuen Trendfarben für den Brand Parisienne.
Andreas Panzeri

Dachcom Gmeiner säubert den Bodensee

Die BSW-Agentur Dachcom Gmeiner aus Rheineck SG berät das Amt für Umwelt der Internationalen Bodenseekonferenz (IBK).

Die BSW-Agentur Dachcom Gmeiner aus Rheineck SG berät das Amt für Umwelt der Internationalen Bodenseekonferenz (IBK).Sie wurde mit der Kommunikation zum Themenkomplex Landwirtschaft/ Gewässerschutz beauftragt. Umgesetzt wird ein Öffentlichkeits- und Messeauftritt mit Informations- und Animationselementen rund um den Bodensee, wie es in einer Mitteilung heisst. Erste Arbeiten sind im Juni zu sehen. Dachcom Gmeiner setzte sich gegen schweizerische, deutsche und österreichische Agenturen durch. Die IBK versteht sich als Bindeglied für die grenzüberschreitenden Anliegen in diesem Dreiländereck.

Mörderisch fliegen die Postpakete

Postmarketing ExpressPost lässt ihre Produktvorteile durch Lang Gysi Knoll mit knallharten Argumenten kommunizieren.

Postmarketing ExpressPost lässt ihre Produktvorteile durch Lang Gysi Knoll mit knallharten Argumenten kommunizieren.Im internationalen Vergleich steht die Schweizer Post punkto Pünktlichkeit immer noch einsam an der Spitze. Diese Position will sie jetzt auch im Geschäftsbereich Eilsendungen unter Beweis stellen. Auf erstaunliche Art für einen Service Publique. Möglich machts die Teilliberalisierung. Dadurch sieht sich die Post gezwungen, nebst ihrer Finanz- auch die Image-Eigenständigkeit zu stärken. Zur Arrondierung liess sie da-her auf die unterhaltsame Swiss-Kurier-Kampagne eine für ExpressPost folgen. Diese dramatisiert den Produktnutzen – Mond-Sendungen erreichen ihr Ziel über Nacht bis spätestens um neun Uhr des folgenden Tages – in derselben überraschenden Manier: Die Kreativen von Lang Gysi Knoll (LGK) realisierten einen TV-Spot, von dessen Werbeidee die POS-Plakate sowie diverse begleitende Massnahmen mit dem Key Visual «Paket kurz vor Aufprall» abgeleitet wurden.
Der Tod kommt auch samstags
Der Streifen ist im Eiltempo erzählt: Ein Buchhalter, Typ durchorganisiert bis in die Fingerspitzen, betritt morgens sein Büro und geht pedantisch seinen Morgenritualen nach: Mappe versorgen, Bleistifte ordnen, verträumter Blick auf die Wallace-&-Gromit-Uhr, als ihn aus heiterem Himmel und mit voller Wucht ein gelbes Postpaket am Kopf trifft. Die Off-Stimme: «Vorsicht! Der Swiss-Express kommt garantiert bis neun Uhr früh. Und das in der ganzen Schweiz.»
Denselben Typ sieht man kurz darauf in korrekter Freizeitbekleidung seinen Rasen mähen und erneut von einem mordspünktlichen Paket getroffen. Lakonische Erklärung: «Übrigens auch am Samstag.»
Natürlich habe es Bedenken gegeben, erklärt Konzepterin Daniela Jakab: «Nicht des umgeworfenen Bünzlis, sondern des Paketinhaltes und der möglichen Assoziationen wegen.» So viel Mut zum letalen Humor belohnen wir mit dem nachdrücklichen Hinweis, dass die Post auch den Paketinhalt in einwandfreiem Zustand pünktlich ans Ziel bringt. Luca Aloisi
Die Argumente für ExpressPost treffen auch am Samstag ins Schwarze: TV-Spot von LGK.

SW und BPRA planen Fusion

Verbandspolitik Die Schweizer Werbe- und PR-Agenturen sollen einen gemeinsamen Verband erhalten.

Verbandspolitik Die Schweizer Werbe- und PR-Agenturen sollen einen gemeinsamen Verband erhalten.Die Vorstände des Branchenverbands Schweizer Werbe- und Kommunikationsagenturen und des Bunds der Public Relations Agenturen der Schweiz schlagen ihren Mitgliedern einen Zusammenschluss vor. Die neue Organisation werde rund 100 Agenturen umfassen, die ein Honorarvolumen von 400 Millionen Franken erzielten und rund zwei Drittel des Agenturmarktes repräsentierten, teilten die Verbände mit.

Butterbrot und Peitsche

Aufgefallen Die überregionale «Qualitätspresse» ist zukunftstauglich und zudem unentbehrlich fürs gesellschaftliche Geistesleben. Das Problem sind nicht die Geschäftsmodelle von FAZ, NZZ und Co., sondern deren Manager.

Kolumne Die überregionale «Qualitätspresse» ist zukunftstauglich und zudem unentbehrlich fürs gesellschaftliche Geistesleben. Das Problem sind nicht die Geschäftsmodelle von FAZ, NZZ und Co., sondern deren Manager.
Das Unternehmen auf Kernkompetenzen zurückfahren» lautet eine berühmte Standardforderung der Analysten. Siemens-Chef Heinrich von Pierer bemerkt gelegentlich trocken, er wäre längst pleite, wenn er solchen Forderungen gefolgt wäre. Finanzkreise hatten ihm verschiedentlich das Abstossen von Betriebsteilen nahe gelegt, die inzwischen wieder hoch lukrativ sind.Der wohlfeile Spruch mit den «Kernkompetenzen» ist also kein Patentrezept. Bei einigen Verlagshäusern hätte es sich allerdings gelohnt, sich öfter auf das zu konzentrieren, was man wirklich kann. Grosse Qualitätszeitungen kämpfen derzeit um ihr Leben. Die Süddeutsche Zeitung (SZ) hat zuerst ihre Jugendbeilage, dann ihre Hauptstadtseite und schliesslich noch ihre Beilage für Nordrhein-Westfalen gestrichen. Auch die Frankfurter Allgemeine hat ihre Berliner Seiten eingestellt. Die Frankfurter Rundschau musste unlängst eine Landesbürgschaft beantragen, und selbst die Neue Zürcher Zeitung sah sich zu stram-
men Kostensenkungen gezwungen. Steht das Geschäftsmodell
der überregionalen Qualitätszeitung vor dem Aus? Die SZ-Redaktion befürchtet dies und hat aus Protest das traditionelle «Streiflicht» auf Seite eins erstmals ausfallen lassen und durch einen Hinweis auf die eigene Krise ersetzt.
Höchste Zeit also für bewährte Hausmittel. So empfiehlt Claus Strunz, Chefredaktor von Bild am Sonntag, angesichts einbrechender Anzeigen den Bezugspreis zu erhöhen. So viel wie eine Tasse Kaffee, sagen Verlagsmanager, darf eine Qualitätszeitung schon kosten. Das tönt plausibel, wird die Auflagen aber weiter senken. Auch die coolen Kostenkiller gehen einen riskanten Weg. Wer Sonntagsbeilagen, Magazine und Medienseiten streicht, reduziert die Universalität des jewei-ligen Blattes und verscheucht nicht nur Kosten, sondern auch Leser.
Der Unterschied zwischen klassischen Regionalzeitungen und dem überregionalen Blatt ist ja gerade deren kultureller, ökonomischer und internationaler Mehrwert. Man zieht das nationale dem Lokalblatt vor, weil es einen Essay von Arundathi Roy, eine Polemik von Adolf Muschg oder eine Analyse über Microsoft enthält. Für solche Stücke aber braucht man
finanzielle und intellektuelle Ressourcen. Die Qualitätszeitung bestimmt den geistigen Spielraum der Eliten eines Landes; nicht allein, aber doch in erheblichem Masse. Wer das Geschäftsmodell der überregionalen Qualitätszeitung opfert, rüttelt deshalb an der Satisfaktionsfähigkeit einer ganzen Gesellschaft.
Gefährdet werden die Qualitätszeitungen durch Randaktivitäten wie sündhaft teure Internetauftritte, erfolglose TV-Experimente, zugekaufte Fachverlage etc. Dazu kommt allerdings der gewaltige Einbruch im Rubrikenanzeigenmarkt. Die Frankfurter Allgemeine hat gegenüber dem Boomjahr 2000 drei Viertel ihrer Stellenanzeigen verloren. Ausserdem hat man Prestigeobjekte einfach blind durchgeboxt. Sind Sonntagsausgaben (FAZ, NZZ) hehre Pflicht oder entbehrliche Kür? Solche Fragen muss sich das Management heute stellen – und fix beantworten.
Dennoch: Die Qualitätszeitung an sich, einschliesslich aufwändiger Wirtschafts- und Kulturteile, wird bei grosser Kostendisziplin und trotz sinkender Auflagen auch diesen langen Konjunkturwinter überdauern. Aber jetzt gilt es, wieder klare Prioritäten zu setzen, frei nach dem Motto: erst das Brot, dann die Butter. Aber nicht vergessen: Ohne Brot verhungert man.
> Peter Glotz war Bundesgeschäftsführer der SPD und bis 1996 Mitglied des Deutschen Bundestags. Heute lehrt der Professor Kommunikationsmanagement an der Universität St.Gallen.

Post-Karte aus Hollywood

Bankenwerbung PostFinance goes to Hollywood, um sich bei den jährlich rund 100000 neuen kontowilligen Jugendlichen den Löwenanteil zu sichern.

Bankenwerbung PostFinance goes to Hollywood, um sich bei den jährlich rund 100000 neuen kontowilligen Jugendlichen den Löwenanteil zu sichern.Das Kino mit all seinen emotionalen Traumwelten zwischen Herz-Schmerz und Action-Thrill ist das Jugendmedium. Wie keine andere eignet sich deshalb die Welt des Kinos als Plattform für Jugendmarketing. Es war nur eine Frage der Zeit, bis sich auch Publicis für Kundin PostFinance dieses Themas annehmen würde.Unter dem Motto «Konto auf und Film ab» führen die Werber von der Theaterstrasse die Joint-Marketing-Strategie zusammen mit Sony ins Jubiläumsjahr. Mit dem DVD-Player-Angebot will die Akquisitionskampagne an bisherige Erfolge anknüpfen. «Das Konzept mit der jährlichen Jugendaktion hat sich in den letzten zehn Jahren hervorragend etabliert», freut sich CD Markus Gut.
Nur in der Terminierung des Kampagnenstarts wird eine Änderung erkennbar. Knapp eineinhalb Monate früher als üblich wurde dieser heuer angesetzt. «Wir wollen damit in einer Phase sichtbar sein, in der die meisten unserer potenziellen Kunden ihren Lehrvertrag abschliessen», erklärt Roger Thöny, Verantwortlicher Marketingkommunikation Jugend bei PostFinance. Keine Reaktion auf die akute Lehrstellensituation in der Schweiz, fügt er an. Eine Verschärfung der Marketingaktivitäten ist auch bei der Konkurrenz bisher nicht zu spüren.
Da PostFinance laut eigenen Angaben in diesem Marktsegment Leader ist, steht es ihr gut an, branchenweit den Ton anzugeben. Ohne selbstherrlichen Gestus, sondern entsprechend ihrer Positionierung als sympathische Alternative zur Bank mit unprätenziösen, gradlinigen Auftritten, integriert sie jeweils einen Brand, der bei Jugendlichen gerade hoch im Kurs steht. Davon profitieren nicht nur die Teens, die ein gelbes Konto eröffnen, sondern die Post und Marken wie H & M, Panasonic oder EasyJet, die bereits an einer Kampagne beteiligt waren.
Die diesjährige Kampagne profiliert PostFinance gegenüber anderen Finanzinstituten mit drei Sujets in verschiedenen Print- und Poster-Formaten und schlägt optisch eine ansprechende Brücke zwischen Eröffnungsgeschenk und Post, über die das Kernzielpublikum der 15- bis 16-Jährigen gehen soll. Dabei spulen die Kreativen das ganze Repertoire an berühmten Symbolen ab, die das grosse Kino zu bieten hat, und projizieren darauf die deutliche Aufforderung «Konto auf» – vom Walk-of-Fame-Stern über einen Kinotempel in amerikanischem Stil bis hin zum Hollywood-Schriftzug.
Bekanntlich macht Déjà-vu Kasse. Besonders in Hollywood, wo sich die Sequel-Industrie grosser Beliebtheit erfreut. Und so, wie
sich selbst halbwegs gelungene Remakes mit ordentlichen Marketingbudgets in Blockbusters für jüngere Generationen verwandeln lassen, belebt auch die PostFinance-Kampagne ein Werbesujet aus einer alten Jugendkonto-Kampagne der UBS (Guye & Partner) wieder.
Sprechen garantiert auf Hollywood an: Jugendliche mit der Absicht, ein Konto zu eröffnen, sind die Hauptzielgruppe von PostFinance.
«Original» fürs UBS-Konto.
Finanzmarketing Rund 100000 Jugendliche eröffnen jährlich ein neues Konto. Die Post will sich den Löwenanteil in diesem Markt sichern und macht dazu einen Umweg nach Hollywood. >> S. 7
Luca Aloisi

Festland bringt Licht in ruhige Därme

Die St.Galler Kommunikationsagentur Festland wurde vom Unternehmen für Luft- und Klimatechnik Luwa in Uster mit der Konzeption einer neuen Firmenbroschüre beauftragt.

Die St.Galler Kommunikationsagentur Festland wurde vom Unternehmen für Luft- und Klimatechnik Luwa in Uster mit der Konzeption einer neuen Firmenbroschüre beauftragt.Die Broschüre soll ab Mitte Jahr insbesondere in den Kernmärkten Nordamerika, Asien und Europa eingesetzt werden. Von Solvay Pharma Schweiz erhielt Festland den Auftrag, eines der führenden Medikamente gegen Reizdarm auf dem Schweizer Markt zu relancieren. Der neue Auftritt des rezeptpflichtigen Medikaments wird im Frühsommer zum Einsatz kommen.

«Härtere Werte»

Wemf Zeitschriften-Chef Alexander Theobald über die neue Beglaubigungspolitik von Tamedia.

Wemf Zeitschriften-Chef Alexander Theobald über die neue Beglaubigungspolitik von Tamedia.WW Wer und was hat bei Tamedia zu dieser Umstellung der Beglaubigungspolitik gedrängt?Alexander Theobald Das war ein Geschäftsleitungsentscheid. Wir sind nach wie vor der Meinung, dass die Auflage ein wichtiger Indikator für die Werbewirtschaft ist, noch wichtiger ist aber die Leserschaft.
Weshalb ausgerechnet jetzt?
Wir haben auch unsere Vertriebskanäle nach dem Kosten-Nutzen-Verhältnis analysiert. Dabei haben einige Kanäle ungünstig abgeschnitten. Das heisst, wir verzichten auf die Beglaubigung gewisser Kanäle, die gemäss Wemf zugelassen wären.
Das zeigt aber auch, dass in den Vorjahren viel zu viel Promo- und Schnupperexemplare in die Auflagen hineingepumpt wurden.
Gerade bei Zeitschriften ist der Anteil an Promo- oder Aktions-
Abos hoch. Hier kann man sparen.
Einbrüche von mehr als einem Viertel der Auflage bei Annabelle und über 22 Prozent bei Facts sind dem Image dieser Titel sicher nicht zuträglich.
Ich würde nicht von Einbrüchen reden. Wir weisen härtere Werte aus – dies kann die Werbewirtschaft nur begrüssen.
Tamedia bekundet damit auch Misstrauen gegenüber der Wemf-Praxis.
Nicht im Geringsten. Es gibt auch andere Verlage, die in die gleiche Richtung gehen. Ziel ist es, gleich attraktive Leserschaften zu generieren – aber mit geringeren Auflagen.
Werden im Herbst die Leserzahlen analog zur Auflage schrumpfen?
Aktuell sind unsere Leserschaften sogar leicht steigend – bei allen unseren Zeitschriften. Das wissen wir auf Grund von Zwischenauswertungen, die wir von der Wemf erhalten.
Dürfen wir bei dieser Umstellung auf eine «nachhaltige Auflage» nun für die nächsten Jahre mit stabileren Auflagen der Tamedia-Zeitschriften rechnen?
Wir wollen in Zukunft nur noch Zu- oder Abgänge ausweisen, die den Entwicklungen bei Fest-Abo und Kioskverkauf entsprechen.
Interview: Daniel Schifferle
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