Matter & Partner et. al. für VSP

Der Verband Schweizer Presse (VSP) startet im Juni eine Gattungsmarketingkampagne.

Der Verband Schweizer Presse (VSP) startet im Juni eine Gattungsmarketingkampagne.Ziel der Werbekampagne sei es, Printwerbung im Markt als leistungsstark, vielfältig und sympathisch zu positionieren, heisst es im Konzept. Für das Motto und den Gestaltungsrahmen der Kampagne wurde Matter & Partner bestimmt. Zehn Werbeagenturen, die Printmedien zu ihren Kunden zählen, realisieren ihrerseits ganzseitige Anzeigen unter dem Slogan «Das kann nur ein Inserat». Diese sollen von den VSP-Verlagen unentgeltlich als Füller geschaltet werden. Zielpublikum sind Werbeauftraggeber, Media- und Werbeagenturen. Ende Jahr dürfen die Leser per Coupon und Internet ihr Lieblingssujet wählen.

Voodoo mit GC

Schönste Nebensache der Welt Wenn die Spieler des Fussball Club Zürich (FCZ) am 21. Mai um 20.15 Uhr in der Schlussphase der Finalrunde auf die Spieler des Grasshopper-Club Zürich (GCZ) treffen

Schönste Nebensache der Welt Wenn die Spieler des Fussball Club Zürich (FCZ) am 21. Mai um 20.15 Uhr in der Schlussphase der Finalrunde auf die Spieler des Grasshopper-Club Zürich (GCZ) treffen, könnte der Stadtclub mit einem Sieg seinem Erzrivalen im Kampf um den Meistertitel das entscheidende Bein stellen und tout Bâle aus dem Häuschen bringen. Um für dieses Spiel möglichst viele Supporter (auch vom Rhein?) in den Letzigrund zu locken, wirbt der FCZ jetzt mit einem Plakat für den Besuch dieses brisanten Derbys. Die Hesskiss-Kreativen setzten dafür die Begegnung schlicht und einfach mit Hilfe eines aufgespiessten Grashüpfers um – der sagt alles! Das Matchplakat im Format B12 hängt ab Woche 19 in und um Zürich. Für die FCZ-Fans ist es zudem im Format A1 beim Club und im Restaurant Flachpass erhältlich. Die Fotografie besorgte Derek Stierli von SchaubStierli. Die Aarauer Seriplakat sponserte den Druck der Plakate, und Clear Channel stellte die Plakatstellen zur Verfügung.Grasshoppers Meister? Da stehen der FCZ und Hesskiss davor.

Image aus Haut & Haar

Sind Sie der BMW- oder der Audi-Typ? Halten Sie sich in einer Bar lieber an einer San-Pellegrino- oder an einer Eptinger-Flasche fest?

Sind Sie der BMW- oder der Audi-Typ? Halten Sie sich in einer Bar lieber an einer San-Pellegrino- oder an einer Eptinger-Flasche fest?Oder umgekehrt: Welche Marke wären Sie, wenn Sie eine Zigarette oder ein Jogurt wären? Fragen, die vor 30 Jahren kaum jemand verstanden hätte, beantworten «zeitgeistige» Menschen heute stilsicher. Eine Folge der Verschiebung vom aussen- zum innenorientierten Konsum. Stand früher die Qualität eines Produktes im Vordergrund (AEG – Aus Erfahrung Gut), zählen in der heutigen Erlebnis- und Genussgesellschaft fast nur noch Image und Design. Den Zusatznutzen findet man heute denn auch immer weniger in linksdrehenden Molekülen, verbesserten Lipid- oder Cw-Werten. Marken kommunizieren ihr Image und somit Identifikations- und Orientierungshilfen mit Erlebnissen. Verständlich, dass differenzierende Produktmerkmale im Meer der Waren kaum mehr zu finden, geschweige denn werbewirksam umzusetzen sind. Wie soll da Präferenz geschaffen werden?Als Orientierung stiftendes Mittel bietet sich die Personifizierung der Marke mit Models aus Fleisch und Blut geradezu an. Das Produkt erhält menschliche Züge, tote Materie eine Seele. Die Projektionsfläche Mensch kristallisiert Wünsche, Vorstellungen und Gefühle des Verbrauchers: Der Produzent tritt so näher an den Kunden heran. Plötzlich kann ein Produkt zum käuflichen Helfer, guten Bekannten oder gar zum Freund werden. Deshalb wollen viele
Marketer ihrem Brand ein unverbrauchtes und unverwechselbares Gesicht verpassen, das die Werte der Marke verkörpert.
Nicht selten überlassen Firmen die Wahl potenzieller Imageträger dem Publikum. Ob dessen Wahl dem Archetyp der Marke entspricht, ist nicht so sehr von Belang. Viel wichtiger nämlich ist, dass die geschickte Event-Dramaturgie und die hohe Identifikation der Konsumenten mit dem Produkt zu einer werbetauglichen Wahl führt. Als willkommener Nebeneffekt winken die stärkere Markenbindung und die damit verbundene Absatzsteigerung.
Luca Aloisi, Stv. Chefredaktor

Ein neues Spielfeld für Carlos

Sportmarketing Athleten statt Missen: Eine neue Agentur vermittelt bekannte Schweizer Sportler für Fotoshootings, Werbeauftritte und Referate und glaubt, damit eine Marktlücke gefunden zu haben.

Sportmarketing Athleten statt Missen: Eine neue Agentur vermittelt bekannte Schweizer Sportler für Fotoshootings, Werbeauftritte und Referate und glaubt, damit eine Marktlücke gefunden zu haben.Martin Bruderer, Mitbegründer der in Zürich angesiedelten Agentur Athletic Models, ist überzeugt: «Wir haben sehr gute Chancen, dass das Geschäft läuft. Denn bislang war es fast unmöglich, Spitzensportler einzeln als Werbeträger zu verpflichten.» Entweder fehlte der Kontakt zu den Sportlern, die Zustimmung des Vereins beziehungsweise Verbands – oder man musste gleich ein ganzes Team mitsponsern, um einen Spieler als Imageträger unter Vertrag nehmen zu können. Bei der Agentur Athletic Models kann man Teamplayer jetzt auch einzeln engagieren.
Über 35 Schweizer Spitzensportler – darunter die Beachvolleyballer Paul und Martin Laciga, Handballer Carlos Lima, Tenniscrack Ivo Heuberger, Snowboarder Ueli Kestenholz, Fechterin Gianna HablützelBürki oder Behindertensportlerin Edith Hunkeler – hat die Agentur derzeit unter Vertrag. 50 sollen es bis Ende Jahr sein. Eingesetzt werden können die Sportler als Imageträger, Models, Bodymodels oder als Referenten. Die Agentur hat zu diesen Zwecken nebst fotogenen Sportlern auch redegewandte Sportgrössen und junge Schwimmer und Ballett-Tänzerinnen und -Tänzer unter Vertrag genommen.
Durchschnittlich 2500 bis 12 000 Franken kostet eine Sportgrösse pro Fotoshooting. «Die Preise für Athleten und Bodymodels befinden sich absolut im Segment der Modelszene», sagt Bruderer.
Keine KonkurrenzGegründet wurde die Agentur am
5. Februar 2003 von Martin Bruderer, Ex-Eishockeyprofi der Kloten Flyers und diplomierter Marketingplaner, sowie von Corinne Dörig, ehemalige Mitgründerin der Eventagentur Action Agency. Grosse Aufträge hat die Athletic Models bislang noch nicht. «Mit gutem Grund», wie Bruderer erklärt: «Wir fangen erst an zu akquirieren.» Gespräche mit grösseren Werbeagenturen und interessierten Firmen hätten bereits stattgefunden. «Und es sieht gut aus», sagt Bruderer. Er ist überzeugt: «Wir haben viele interessante Sportler und das Know-how, um den passenden Sportler für den richtigen Auftritt auszuwählen und einzustimmen.» Konkurrenz brauchen Bruderer, Dörig und Co. derzeit noch nicht zu fürchten. Athletic Models ist in der Schweiz die einzige Agentur, die sich auf Sportler spezialisiert hat. Das schlägt sich auch in den bisherigen Werbeerzeugnissen nieder: Allzu viele ernst zu nehmende Werbeauftritte mit Schweizer Sportgrössen gab und gibt es bislang nicht.
Das will Athletic Models jetzt ändern. In den kommenden Wochen soll eine Hand voll weiterer Sportler bei der Agentur unterschreiben. «Wir haben von drei Schweizer Topfussballern bereits die mündliche Zusage», sagt Martin Bruderer.
Namen kann und will er jedoch noch keine nennen. «Aber es werden Topshots sein.»
Wortkarg gibt sich Bruderer auch betreffend der Honorare der Sportler. «Pro Auftrag erhalten wir eine Vermittlungsprovision. Den Rest bekommen die Sportler», erklärt Bruderer. Das Fotoshooting sei für die Sportler «selbstverständlich» gratis.
Carlos Lima, Gianna Hablützel-Bürki und Paul Laciga (v. l.): Gut dotierte Werbeauftritte gesucht.

Annelies Friedli

«Langweilig, bieder und blöd»

Modelmarketing Für Vögele, Nivea, Epa und Co. sind sie viel versprechende Aushängeschilder. Für die Werberelite nicht mehr als aufgebauschte Produkte der Regenbogenpresse. Die Werbewoche hat wenige Tage vor der Mister-Schweiz-Wahl den Marktwert der Missen und Misters gemessen.

Modelmarketing Für Vögele, Nivea, Epa und Co. sind sie viel versprechende Aushängeschilder. Für die Werberelite nicht mehr als aufgebauschte Produkte der Regenbogenpresse. Die Werbewoche hat wenige Tage vor der Mister-Schweiz-Wahl den Marktwert der Missen und Misters gemessen.Frank Baumann, Inhaber der Werbeagentur Wörterseh, TV-Moderator und Ex-Jurymitglied der Mister-Schweiz-Wahl, nimmt kein Blatt vor den Mund: «Der Marktwert der Missen und Misters ist gleich null.» Seiner Meinung nach sind sie «zu langweilig, bieder und blöd». Nie und nimmer würde er mit einer Miss oder Ex-Miss Werbung machen. «Und erst recht nicht mit einem Mister Schweiz. Das wäre ein konzeptioneller Irrsinn.»Ein ähnliches Bild vom Mister Schweiz besitzt auch Markus Ruf, Mitinhaber der Agentur Ruf Lanz: «Wenn eine Firma mit Promis wirbt, dann soll ja in der Regel deren Image positiv aufs Produkt abfärben.» Wenn er aber die letzten Mister Schweiz betrachte, hege er allerdings Zweifel, ob das hier möglich sei: «Der eine war ein fundamentalistischer Christ, der kein Fettnäpfchen ausliess, der aktuelle leidet auf dem Cover der SI schmollend unter Einsamkeit und bekennt: ‹Ich hätte so gern eine Freundin!›» Null Interesse hat Ruf deshalb, mit einem Mister Schweiz zu werben.
Mit Vögele-Honorar zu Mango Ein bisschen mehr hält der ehemalige Werber des Jahres von den Missen: «Die haben in der Schweiz einen leicht höheren Stellenwert.» Dennoch zweifelt er, ob die Rechnung für die Sponsoren der Miss Schweiz aufgeht. «Das Werbeziel von Vögele ist es wohl, dass die Miss Schweiz das Image des Modehauses verjüngen soll.» Deshalb würden sie nicht selber zu den Leuten reden, «sondern lassen eine reden, von der sie glauben, dass ihr die Jungen eher glauben. Die Jungen wissen aber natürlich genau, dass die Miss Schweiz das Honorar, das sie von Vögele kriegt, lieber bei Mango ausgibt», sagt Ruf.
«Die Missen sind etwas für die Klatschpresse. Zu mehr reicht es ihnen nicht», lautete das brutale Urteil des international bekannten Fotografen Adrian Fritschi vor einigen Jahren in einem Artikel über das Image der gekrönten Schönheiten.
Der Missen-Macher und ehemalige Schweizer-Illustrierte-Chefredaktor Peter Rothenbühler gesteht: «Am meisten profitieren vom ganzen Missen-Kult doch die Medien, die Veranstalter und, wenns gut geht, Firmen, die ein Upgrading in die nächst höhere Imageklasse nötig haben. Für renommierte Firmen sind die Missen – oder erst die Misters – viel zu wenig spektakulär.«
Nur wenige Beaus und Beautys haben bei der Werberelite einen besseren Eindruck hinterlassen. Allen voran Melanie Winiger. Sie gilt als freche, witzige Powerfrau mit der nötigen Portion Sexappeal und Naivität. Doch auch sie schaffte den Sprung in den Werbeolymp nicht. Selbst die Kreativagentur Butz & Partner konnte daran nichts ändern. Für die italienische Modekette Oviesse liess sie Winiger in die Kamera tröten. Und erntete dafür von Kollegen harsche Kritik. Ruf: «Die Oviesse-Kampagne ist eine typische Testimonial-Kampagne, bei der man der Hauptdarstellerin Dinge in den Mund legt, die man gerne als ‹pfiffig› bezeichnet.» Und ein Werber, der nicht genannt sein will, findet die Oviesse-Werbung «schlicht peinlich». Dass dafür mit Winiger eine Ex-Miss-Schweiz genommen wurde, «passt dazu», sagt er.
Bei den Miss- und Mister-Veranstalter gibt man sich ob den Lästereien der Werbeelite gelassen. Mit gutem Grund: Ihr Geschäft mit den hübschen Girls, knackigen Jungs und Miss- und Mister-süchtigen Sponsoren floriert. Allein das Budget des Miss-Schweiz-Events beträgt 1,5 Millionen Franken. Das Budget des Mister-Schweiz-Anlasses immerhin eine Million Franken. Ebenso einträglich sind die Schönheiten selber: Eine Miss Schweiz erwirtschaftet in ihrem Amtsjahr rund 300000 Franken. Ein Mister Schweiz kommt etwa auf 100000 bis 150000 Franken. Wer mit einer Miss oder Ex-Miss-Schweiz werben will, muss 2500 bis 15000 Franken pro Verpflichtung hinblättern. Den Mister Schweiz gibts bereits ab 1800 Franken – die Ex-Misters für rund 30 Prozent weniger.
«Wir können uns nicht beklagen», heisst es darum beim Miss-Schweiz-Veranstalter. Trotz wirtschaftlich schlechter Lage haben beide Veranstaltungen – zumindest laut eigenen Angaben – keinerlei Probleme, zahlungskräftige Sponsoren zu finden. Im Gegenteil, wie Daniel Hartmann, Mitverantwortlicher
der Mister-Schweiz-Organisation, erklärt: «Die Sponsoreninteressen nehmen sogar deutlich zu.« Über 15 Sponsoren hat die Miss-Schweiz-
Organisation derzeit unter Vertrag. Bei der Mister-Schweiz-Organisation stehen fünf Firmen im Wort.
Mehrsprachig glaubwürdigZu den treusten Sponsoren zählen bei der Miss Schweiz Vögele Schuhe. Elf Jahre sponsert die Schweizer Schuhkette die Miss Schweiz schon. «Und das mit grosser Genugtuung», wie Mäni Frei, Inhaber der Werbeagentur Frei & Partner und Verantwortlicher für die Gesamtwerbung von Vögele Schuhe, erklärt. Er schwärmt von der Popularität der Missen, bezeichnet sie als «Glücksgriff für die Werbung» und sagt: «Die Miss Schweiz erfüllt alle unsere Kriterien, die wir an eine Modebotschafterin stellen.» Sie sei glaubwürdig, jung und – was vor allem zählt: Sie sei in allen drei Landesteilen der Schweiz bekannt. «Und dieses Kriterium erfüllen nicht viele andere Prominente in der Schweiz», sagt Frei.
An jährlich über 40 Events, auf zahlreichen Inseratensujets, Streuprospekten und Spots wirbt die Miss Schweiz für Vögele Schuhe. Und das zu einem fairen Preis-Leistungsverhältnis: «Eine Autogrammstunde kostet nur gerade 2500 Franken», verrät Frei.
Kritik am Missenkult sucht man auch bei Nivea vergebens. Daniel Münster, Verantwortlicher Sponsoring Nivea Schweiz, bezeichnet deren Miss-Schweiz-Engagement als «sehr gute Wahl» und erklärt: «Die Miss Schweiz hat eine gute
Ausstrahlung auf die Marke und
eine sehr hohe Medienpräsenz bei Ringier.» Seit zwei Jahren sponsert
Nivea Miss Schweiz. Drei Jahre
zuvor war das Unternehmen noch als Sponsor des Mister-Schweiz-Events tätig. Nochmals würde das
Nivea nicht mehr machen. «Der Mister Schweiz erfüllt unsere Anforderungen nicht», sagt Münster.
Eine andere Meinung über den Marktwert des Mister Schweiz hat Louis Giger jun., Geschäftsleitungsmitglied und Sohn des Besitzers der Gidor-Coiffure-Kette. Zum zweiten Mal sponsert Gidor Coiffure den Mister Schweiz. Giger begründet das Engagement so: «Wir werben mit dem Mister Schweiz, weil er schön ist und das Thema Schönheit zu uns passt.» Dass der Schuss auch nach hinten losgehen könnte – nämlich dann, wenn einer, wie einer der
derzeitigen Mister-Schweiz-Kandidaten, nicht nur schön, sondern auch noch eine Portion sonderbar ist und in einem Porno mitgespielt hat – beunruhigt Giger nicht. «Wir haben bislang sehr gute Erfahrungen mit dem Mister Schweiz gemacht.»
Die Werbeideen – es sind Schaufenster-Banner, Inserate und verschiedene Events – liegen bereits für den neuen Mister Schweiz bereit. Am 17. Mai wird er gewählt. Am 13. September folgt die Miss-Schweiz- Wahl. Und bereits jetzt steht fest: Im Gegensatz zur Mister-Schweiz-Wahl – sie wird auf den Sendern des TeleNewsCombi übertragen – wird dieser Event – SF DRS überträgt ihn live – zum Grossereignis. Vergangenes Jahr lag der Marktanteil der DRS-Liveübertragung bei 49,4 Prozent. Und bei den Ringier-Blättern sind die Seiten für die Missen-Specials bereits reserviert. Zur Freude der Sponsoren. Schliesslich nützt der Auftritt auch ihnen.
Dass die Missen für ihre Sponsoren nicht nur Gold wert sind, beweist ein Blick hinter die Kulissen. Gleich mehrere Girls wurden erwischt, wie sie statt Vögele-Schuhe andere Markenschuhe trugen. Auch die aktuelle Miss Schweiz, Nadine Vinzenz, leistete sich einen Fauxpas, als sie vor wenigen Wochen im SonntagsBlick gestand, dass sie in ihrem Alfa Romeo ständig Angst habe. Der Grund: «Man verfolgt mich und einige versuchen gar, mich auszubremsen.» Für Vinzenz war deshalb klar: Die Schriftzüge auf ihrem Auto «Alfa Romeo for misssuisse» müssen weg. Dass der Sponsor darüber nicht besonders erfreut sein dürfte, ist verständlich. «Ich sags ja, die Werbung mit Missen ist nicht nur phantasielos, sie ist ein Missgriff», spöttelt Baumann.
Für Sponsoren kann die Werbung mit Schönheiten – neben Imagegewinn – auch viel Ärger bringen.

Big Business mit coolen Girlies

Hinter dem Erfolg der Missen steht Christoph Locher und sein Team.
Er hat geschafft, was viele für unmöglich hielten: Kein anderer Wettbewerb fasziniert die Schweizer mehr als der Miss-Schweiz-Event. Mitte der Neunzigerjahre hat der Unternehmer Christoph Locher die Miss-Schweiz-Organisation übernommen und professionalisiert. Sechs Monate – so heisst es – seien Locher und sein Team nur für die Miss Schweiz unterwegs. Als besonderen Service vermittelt die Miss-Schweiz-Organisation auch Ex-Missen. Aufnahme in der Kartei der Miss-Schweiz-Organisation haben Melanie Winiger (1996), Tanja Gutmann (1997), Sonia Grandjean (1998), Anita Buri (1999), Mahara McKay (2000) und Jennifer Ann Gerber (2001) gefunden. Laut Locher erhalten die Ex-Missen derzeit zwischen zwei und zehn Anfragen pro Monat. Bei der amtierenden Miss Schweiz sind es rund 20 Anfragen. Am meisten gefragt – wie könnte es anders sein – ist derzeit Melanie Winiger. (af)
Annelies Friedli

Vage Zusage an Private

Publikumsforschung Bei den SRG-internen Diskussionen über die neue Struktur des SRG-Forschungsdienstes (FD) dürfen die Privaten vielleicht schon bald mitreden.

Publikumsforschung Bei den SRG-internen Diskussionen über die neue Struktur des SRG-Forschungsdienstes (FD) dürfen die Privaten vielleicht schon bald mitreden.Jedenfalls prüft die SRG derzeit, ob und unter welchen Bedingungen der Verband Schweizerischer Privatradios und der Privat-TV-Verband Telesuisse in die bestehende SRG-interne Arbeitsgruppe eingebunden werden können. Anfang Juni will die SRG-Generaldirektion (GD) dazu einen Entscheid fällen. Dies teilte Walter Rüegg, Direktor von Radio DRS und GD-Mitglied, am 2. Mai den Vertretern beider Verbände in einer Aussprache mit.
Der FD ist ein Service Center der SRG, erhebt aber auch Nutzungsdaten für die Privaten. Als vor einem Monat bekannt wurde, dass die SRG den FD in ihre
100-prozentige Tochter Publica Data AG integrieren will (WW 14/03), protestierten die privaten TV- und Radioveranstalter. Sie waren nicht informiert worden, fühlten sich von der SRG hintergangen und forderten daraufhin eine sofortige Mitsprache.
(mk)

Neuer Frontmann für Filmzeitschriften

Anzeigenmarketing Ab sofort ist Joël Dufour (39) der neue Mann an der Verkaufsfront der beiden Kinozeitschriften Film demnächst und Avant première.

Anzeigenmarketing Ab sofort ist Joël Dufour (39) der neue Mann an der Verkaufsfront der beiden Kinozeitschriften Film demnächst und Avant première.Anzeigenmarketing Ab sofort ist Joël Dufour (39) der neue Mann an der Verkaufsfront der beiden Kinozeitschriften Film demnächst und Avant première. Die beiden Titel aus dem Westschweizer Verlagshaus Quorum Communication erreichen gemäss Mach Basic 2002 insgesamt 490000 Leser. Dufour war unter anderem beim Kinodia-Vermarkter Perdiag, bei Edipresse und beim Kinobetreiber Métrociné tätig. Er löst Martial Grognuz ab, der die Quorum-Gruppe auf eigenen Wunsch verlässt.

Omis Konfiglas klemmt

Fitnesscenter Nicht die branchenübliche Schadenfreude oder Übertreibung soll Arena225 als exklusiven Fitnessclub positionieren. Euro RSCG machts mit subtiler Ritterlichkeit.

Fitnesscenter Nicht die branchenübliche Schadenfreude oder Übertreibung soll Arena225 als exklusiven Fitnessclub positionieren. Euro RSCG machts mit subtiler Ritterlichkeit.Nahezu jeder zwölfte Schweizer besitzt ein Fitness-Abo. Zählt man jene hinzu, die unregelmässig Hanteln stemmen, kommt man auf gut das Doppelte. Einzig im Work-out-Heimatland USA ist die Fitness-Gemeinde verhältnismässig grösser.Verdankte die hiesige Fitness-Branche anfänglich den Boom den Krankenkassen, die grosszügige Beiträge an Abos zahlten, hat sich der Zulauf bei den 700 eingetragenen Centers heute wieder verflacht. Wiederum wegen den Krankenkassen, die ihren Leistungskatalog spürbar strafften. Um Marktanteile zu sichern, sind differenzierende Kampagnen conditio sine qua non eines jeden Clubs.
Das weiss auch Frank Bodin, CEO von Euro RSCG. «Viele Agenturen machen sich längst einen Sport daraus, grosse Ideen für kleine Sportgeschäfte oder Snowboardschulen auszubrüten.» Zusammen mit CD Jürg Aemmer und seinem Team entwickelte er einen völlig überraschenden Auftritt für den Zürcher Fitness- und Dance-Club Arena225, dessen Zielpublikum laut Bodin progressiv sei.
Auf dem Leitgedanken bauend, dass nur, wer fit ist, jemanden im Rollstuhl über eine Rampe stossen oder seiner Oma das Konfiglas öffnen kann, verliessen die Kreativen ausgetretene Werbepfade und entwickelten ungewohnte Motive: Menschen, die fit genug sind, um anderen zu helfen. «Nicht bloss Werbung für ein weiteres Fitnesscenter», meint Aemmer, «sondern auch ein Appell für mehr Menschlichkeit».
Euro-RSCG-Gentlemen gehen in den Arena-225-Fitnessclub.

Luca Aloisi

Wemf muss Net-Audit-Zahlen berichtigen

Die AG für Werbemedienforschung (Wemf) muss die März-Daten ihrer Internetnutzungsstatistik Net-Audit deutlich korrigieren.

Die AG für Werbemedienforschung (Wemf) muss die März-Daten ihrer Internetnutzungsstatistik Net-Audit deutlich korrigieren.Die Zahl der Visits sei auf Grund eines Software-Fehlers falsch aus dem Zählsystem gelesen worden, heisst es in einer Mitteilung. Für die NZZ Online ergeben sich beispielsweise noch 2,846 Millionen Visits statt 4,871 Millionen, für die Weltwoche 67972 statt 102215. Die Page Impressions bleiben dagegen unverändert. Die korrekten Zahlen werden auf www.wemf.ch ausgewiesen.

Europa-Etat von Xbox wandert zu McCann

Microsoft hat das europäische Werbebudget der Spielkonsole Xbox von Bartle Bogle Hegarty (BBH) abgezogen und an McCann-Erickson übertragen.

Microsoft hat das europäische Werbebudget der Spielkonsole Xbox von Bartle Bogle Hegarty (BBH) abgezogen und an McCann-Erickson übertragen.McCann war bereits in den USA und Asien für Xbox verantwortlich. Ein Microsoft-Sprecher erklärte, hinter dem Schritt stehe der Wunsch nach einer einzigen weltweiten Agentur. BBH hat mit der Xbox-Kampagne unter dem Claim «Life is short. Play more» mehrere Preise (darunter Gold in Cannes) gewonnen. Gemäss dem britischen Branchendienst Campaign überprüft Microsoft zurzeit auch das paneuropäische Direktmarketing, für das Agency Republic aus der Omnicom-Holding zuständig ist.

Schwarze Null für die AZ Medien Gruppe

Regionalpresse Die AZ Medien Gruppe hat im Geschäftsjahr 2002 einen Reingewinn von nur 600000 Franken erwirtschaftet.

Regionalpresse Die AZ Medien Gruppe hat im Geschäftsjahr 2002 einen Reingewinn von nur 600000 Franken erwirtschaftet.Im Jahr 2001 hatte sie einen Gewinn von 8,6 Millionen Franken erzielt. Der Rückgang müsse im
Zusammenhang mit ausserordentlichen Abschreibungen und Sonderaufwendungen gesehen werden, schreibt die AZ Medien Gruppe. Der Betriebsertrag lag mit 198,4 Millionen Franken nur zwei Prozent unter dem Vorjahresresultat. Das ordentliche Betriebsergebnis habe sich aber mehr als halbiert, heisst es weiter. Vom Abschwung in den
Werbeausgaben, der sich im zweiten Halbjahr beschleunigt hatte, seien die meisten Unternehmensbereiche
beeinflusst worden.

Singing Lovely

Onlinegames Können Kühe singen? Ja, natürlich – weils die Schweizer Milchproduzenten so wollen.

Onlinegames Können Kühe singen? Ja, natürlich – weils die Schweizer Milchproduzenten so wollen.Auf www.swissmilk.ch startet Lovely ein Spiel namens «A cappella». Darin präsentiert sie sich mit ihren Freundinnen nach dem Motto «Milch bringt Dich in Schwung» als A-cappella-Chor. Da nur gut gefütterte und glückliche Kühe singen (Sopran oder Alt?), schlüpft der Spieler in die Rolle des Bauers, der für die optimale Fütterung der Tiere zuständig ist. Aber Obacht: Bei Übersättigung oder Unterernährung der Kühe erwarten den Spieler witzige grafische Animationen, die je nach Anzahl Fehler zum Spielende führen können. Richtig landwirten will halt gelernt sein und macht erst noch Spass.
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