Spots und Spoks

Dass die Zentralschweiz kein weisser Fleck auf der Werbelandkarte ist, konnte man letzte Woche in Emmenbrücke bei Luzern feststellen.

Dass die Zentralschweiz kein weisser Fleck auf der Werbelandkarte ist, konnte man letzte Woche in Emmenbrücke bei Luzern feststellen.Im Filmpalast MaxX stand die 1. Migros-Spotnight auf dem Programm – was nichts anderes heisst, als ein Potpourri der interessantesten TV- und Kinospots des orangen Riesen aus den letzten 40 Jahren. Keine schlechte Idee, die man da bei der Migros Luzern gebar, weshalb im Werbeclub Zentralschweiz auch gleich ein engagierter Partner für die «Migros-Rolle» gefunden werden konnte; mehr als vierhundert Gäste fanden den Weg in den Filmtempel an der Emme.Die kurze Begrüssung bestritten Marketingkommunikationsleiter Michel Reber, Gyula Sövegjarto, Präsident des Werbeclubs Zentralschweiz, und natürlich der Erfinder der Migros-Spotnight, Werbeleiter Martin Koch, gemeinsam. Dabei liess man sich den obligaten Seitenhieb auf die Konkurrenz nicht nehmen. Diese könne so eine Veranstaltung keinesfalls durchziehen, weil ihr dazu die nötige Kultur fehle. Gemeint war natürlich die Werbekultur, galt Migros doch bereits vor über 20 Jahren als wegweisend in der Kommunikation für die täglichen Verbrauchsgüter. Und wer will schon einen Abend lang Coop-Studio schauen?
Die Spotserie, beginnend mit Schwarzweiss-Produktionen aus den frühen Sechzigerjahren, gab eine exzellente Gelegenheit, Kontinuitäten und Brüche im Ablauf der Migros-Kommunikation zu analysieren. Ganz zu schweigen vom jeweils vorherrschenden Allgemeingeschmack, die Kleidung, Einrichtung oder Musik betreffend; diese muteten aus heutiger Sicht und trotz diverser Retrotrends zum Teil geradezu skurril an. Die Migros-Spotnight könnte ebenso als empirische Ethnostudie durchgehen.
Neben wegweisenden Arbeiten gabs da auch (für unsere Verhältnisse, wohl verstanden!) absolute Peinlichkeiten zu sehen: Darunter die gut fünfminütige Gesangseinlage «Eusi Migros» mit der Migros-Familie aus dem Jahre 1976; ein Paradebeispiel für «kreatives» Texten und eigentlich fast schon wieder kultig, weil aus heutiger Sicht ein absoluter Brüller. Hingegen geradezu revolutionär für einen Claim der Siebzigerjahre: «Cover Girl! New York – London – Migros.»
Eine weitere Offenbarung: Werbung für Migros gab es zweierlei. Diejenige vor und diejenige nach der Ära Collioud. Der heutige Publicis-CEO stellte von 1982 bis 1986 als verantwortlicher Vizedirektor für Marketingkommunikation Food und Non-Food das Konzept total um – die Zäsur hätte markanter nicht sein können. Plötzlich war die Migros frech, spritzig und witzig – entstaubt und um Jahre verjüngt.
Begonnen hat dies bekanntlich mit einem Jingle, der zum Ohrwurm mutierte und in immer wieder neuen Variationen eingesetzt wurde. Dabei wurde der Migros-Sound im Stil von Matt Bianco, Huey Lewis, Devo oder Michael Jackson interpretiert. Ebenfalls nachhaltig gewirkt haben die mehrfach preisgekrönten «Besser-auch-Spots» mit dem Claim «Produkt X kauft man besser in der Migros – Produkt Y übrigens auch». Jawohl, genau die mit den fliegenden Toastern und Toupets, runterrutschenden Badehosen oder Amok laufenden Rasenmähern.
Ein langer Applaus belohnte die Veranstalter für ihre blendende Event-Idee. Und weil die Archive noch längst nicht ausgereizt sind, wirds wohl irgendwann ein Sequel geben. Ist ja im Zeitalter von Matrix und Harry Potter gang und gäbe. Oder die Migros-Rolle geht wie ihr Vorbild aus Cannes auf Schweizer Tournee. Übrigens – zum Schluss gabs bei der Migros ausnahmsweise sogar Alkohol; ganz im Gegensatz zur Aussage in einem der gesehenen Spots. Am anschliessenden Apéro nämlich zeigten die Innerschweizer Stehvermögen und unterhielten sich noch recht lange bei Gourmessa-Canapés und Weisswein.
Erleichterung und Anspannung zugleich standen gewissen Teilnehmern an der Diplomfeier der Spok-PMK-Klasse in der Giesserei in Zürich-Oerlikon ins Gesicht geschrieben. Erleichterung, weil man jetzt die Freizeit endlich wieder ohne schlechtes Gewissen geniessen darf; Anspannung, weil die offiziellen Resultate just einen Tag später verschickt wurden und demnach das Zittern noch nicht ganz zu Ende war. Jedoch, die meisten nahmens locker – man lernt schliesslich fürs Leben, nicht für die Schule oder die Prüfungskommission.
Und was diese Youngsters präsentierten, die eben erst ihre Exerzitien hinter sich gebracht haben: Chapeau! Ein gestandener Senior-Account-Manager hätte es nicht besser gekonnt; im Konzept ging nicht einmal die Werbewoche als externer Beeinflusser vergessen. Nur als das Abspielen des Videofiles nicht funktionieren wollte, griff Schulleiterin Ursula Krebs kurz ein. Das Video könne auch bei ihr bestellt werden, half sie aus der Bredouille. Aber Achtung, liebe PMKs: Das nächste Mal beim Kunden ist dann die Ursula nicht mehr dabei; das muss dann sitzen!
Idealer Begleiter zur Migros-Reel: Popcorn.
Beat Fritschlief im Filmpalast MaxX glatt noch Mister Bean vor die Kanone. Es ging jedoch glimpflich aus, beim trotteligen Geheimagenten handelte es sich um einen Pappkameraden. Viel spannender waren an diesem Abend eh die Migros-Spots ohne Unterbrecher-Spielfilm. Ebenfalls auf dem Programm: Die Spok-Diplomfeier für die Absolventinnen und Absolventen des PMK-Kurses – einen Tag bevor der Prüfungsbescheid verschickt wurde.
Wo sich die Kommunikations-, Media- und Verlagsszene zu ihren Events trifft, orten wir an den verschiedensten Veranstaltungen. Haben Sie schon jetzt etwas zu berichten? Greifen Sie zum Hörer (Telefon
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Angst vor dem Verpuffen

Wirtschaftspresse HandelsZeitung-Relaunch erst im Herbst.

Wirtschaftspresse HandelsZeitung-Relaunch erst im Herbst.Der auf Ende Mai vorgesehene Relaunch der HandelsZeitung wird auf einen noch nicht bestimmten Termin im Herbst verschoben. Verlagsleiter Ralph Büchi begründet dies mit dem «derzeitigen Klima», das für einen Relaunch «nicht sehr ermutigend» sei. Es bestehe die Gefahr, «dass er bloss verpufft». Bis Herbst sei die allgemeine Stimmung möglicherweise wieder optimistischer, was man dann mit dem Relaunch verstärken wolle. Büchi betont, dass es für die HandelsZeitung derzeit im Layout keinen dringenden Handlungsbedarf gebe. «Das Blatt steht gar nicht so schlecht da: Wir verlieren weniger Anzeigen als die Konkurrenz und gewinnen Marktanteile. Zudem haben sich auch unsere Leserzahlen wieder stabilisiert.» (mk)

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FeldschlösschenDer Sommer kommt, die nächste bierselige Kampagne rollt auf die Eidgenossen zu. Diesmal für den Superbrand(löscher) aus Rheinfelden. Klicks und Hicks auf www.werbewoche.ch/adratingCardinal
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«Es fehlen klare Affinitäten»

Christof Kaufmann, Geschäftsführer OMD Media, schätzt die tiefen Inseratepreise der Coop-Titel, aber nicht deren diffuse Leserschaft.

Christof Kaufmann, Geschäftsführer OMD Media, schätzt die tiefen Inseratepreise der Coop-Titel, aber nicht deren diffuse Leserschaft.WW Herr Kaufmann, was bedeutet der markant gestiegene Anteil jugendlicher und männlicher Leser beim Publikum der Coop-Presse ?Christof Kaufmann Hinter dem grossen Zuspruch der jungen Zielgruppen verbirgt sich auch der Erfolg von 20 Minuten – diese Erfahrung weckt Appetit auf Ähnliches und bewirkt, dass viele Junge auch noch bei der Coopzeitung reinschnuppern. Trotzdem bin ich aber sehr gespannt darauf, ob die Zahlen von der Mach Basic im Herbst bestätigt werden oder nicht.
Aus welchen Bestandteilen setzt sich das Rezept für den Erfolg der Coopzeitung zusammen?Die Zeitung ist sehr nahe bei der Zielgruppe – sowohl hinsichtlich Auswahl der Lesestoffe als auch im Bereich Service. Was mir aber nach dem Studium von einigen Ausgaben ebenfalls aufgefallen ist: Die Kundenzeitung hat keinen Biss. Meinungen werden meistens ohne Gegenmeinungen aufgetischt – auf jegliches Polarisieren wird verzichtet.
Sieht so aus, als wäre das der Stein der Weisen, um möglichst wenige potenzielle Leser auszuschliessen.
Sicher, man kann auf diese Weise ganz klar breiter fahren.
Wird die Coop-Presse auf Grund der Leserschaftswerte nun für Sie auch zum Inserieren interessanter?Nein. Und zwar gerade wegen des sehr breiten Zielpublikums. Denn damit fehlen klare Affinitäten. Wenn wir eine Mediastrategie entwickeln, definieren wir unsere Zielgruppen sehr eng, und wir prüfen, bei welchen Medien wir das gesuchte Segment konzentriert vorfinden. Klar ist, dass die Coop-Presse mit ihrer diffusen Leserschaft das nicht bieten kann.
Aber wären denn nicht zumindest die eher tiefen Inseratetarife ein Grund, die Coop-Presse trotzdem als Inserateplattform zu wählen? Das Verhältnis von Preis und Reichweite ist grundsätzlich attraktiv. Wenn ich allerdings eine eng eingegrenzte Zielgruppe suche, zum Beispiel die 30- bis 39-Jährigen, dann wird auch die Coopzeitung rasch sehr teuer. Das ist aber generell so bei Titeln mit sehr breit gestreuten Leserschaften. Ein weiterer negativer Effekt für den Stellenwert als Inserateplattform ergibt sich durch die Tatsache, dass die Coopzeitung ein Gratisblatt ist – und daraus resultiert selbstredend auch eine viel tiefere Leserblattbindung als bei einem Kauftitel.
Coop-Titel haben zwar tiefe Anzeigenpreise, aber undeutliche Leserschaftsprofile.

Interview: Daniel Schifferle

Für die Amerikaner wächst Wein sogar in Bayern

Aufgefallen Keine andere Weinappellation löst so viele Kontroversen aus wie das Bordeaux.

Weinproduzenten Keine andere Weinappellation löst so viele Kontroversen aus wie das Bordeaux.Und bis zum heutigen Tag hat es weltweit noch kaum eine Winzergilde geschafft, so viel internationales Interesse und Renomee zu erzielen, wie die Weinbauern aus dem Bordelais. Nur: Die Weine der seit 1855 klassifizierten Top-Châteaux entsprechen nur mal fünf Prozent der jährlich 660 Millionen abgefüllten Flaschen. Der Rest ist mittelmässiger bis unterdurchschnittlicher Wein, im Abgang mehr kratzend als schmeichelnd. Anders gesagt (und getrunken): Man hat nicht unbedingt das Gefühl von zarten, verführerischen Lippen geküsst zu werden, sondern von Ötzi höchstpersönlich. Deutschland ist punkto Wein weit weniger bekannt als Bordeaux. Das hat wohl dazu geführt, dass ein zu kurz gewachsener Seppl mit seinen Lederhosen als Vertreter für deren Weinbaukultur hinhalten musste. Abgesehen von der Tatsache, dass in Bayern gar kein Wein produziert wird, stillen diese ihren Durst doch eher mit Bier. Anders ausgedrückt (und nicht getrunken): Der kleine Bayer hat sich pars pro toto im Regal verirrt.
Die zwei Anzeigen aus Weinfachzeitschriften machen trotz alledem vor, dass man auch mit stilvollen bis deftigen Sujets augenzwinkernd für Wein werben kann. Darauf stösst man am besten mit einem Gläschen Philipponat an. Millesimé, versteht sich.
(ck)

Schütze deine Kugel

Unfallverhütung Die Schweizerische Beratungsstelle für Unfallverhütung kämpft mit einer Fruitcake-Kampagne für mehr Sicherheitsbewusstsein beim Freizeitsport.

Unfallverhütung Die Schweizerische Beratungsstelle für Unfallverhütung kämpft mit einer Fruitcake-Kampagne für mehr Sicherheitsbewusstsein beim Freizeitsport.Unfälle sollen in Zukunft weder Tote noch Schwerverletzte fordern – so die Vision der Schweizerischen Beratungsstelle für Unfallverhütung (BfU). Seit 1938 setzt sich die private und politisch neutrale Stiftung für mehr Sicherheit in Strassenverkehr, Privathaushalt, Freizeit und beim Sport ein. Trotz aller Aufklärung verunfallen jedes Jahr in der Schweiz aber immer noch eine Million Menschen – lediglich ein Viertel davon am Arbeitsplatz. Unter dem Motto «Enjoy sport – protect yourself» wartet die Beratungsstelle seit Mitte Mai mit einer neuen Präventionskampagne gegen Unfallfolgen im Sport auf. Ein Spot und Plakate sollen die Bevölkerung zum Tragen einer Schutzausrüstung anhalten. Anders als ihre Zürcher Kollegen für die Sportfactory (siehe Seite 2) verzichtet das Team der konzeptführenden Berner Agentur Fruitcake aufs «Bangemachen». Gezeigt wird nicht die Folge eines Sturzes ohne Helm, sondern was geschieht, wenn man sich schützt. Der Plot ist so simpel wie verblüffend: Die Kugeln eines Klick-Klack-Spiels werden zu Helmen, die die Köpfe lachender Frauen und Männer schützen. «Die Kampagne hängt an einen einsetzenden Trend an», kommentiert CD Lahor Jakrlin die Strategie und führt aus: «Schutzaccessoires und Helme werden immer attraktiver, sprich leichter und besser im Design.» Was früher aus ästhetischen Gründen abgelehnt wurde, sei heute Teil des sportlichen Lifestyles, so der CD weiter.
Allerdings erst bei einem kleinen Teil der Bevölkerung, wie die Helmtragquote bei Velofahrern 2002 zeigt: Nur 23 Prozent der Schweizer behelmten ihre Köpfe. Gemäss BfU verursachen die beinahe 300000 Sportunfälle jährlich Behandlungskosten von rund einer Milliarde Franken. Hinzu kommen indirekte Kosten von 2,3 Milliarden Franken. Kein Wunder also, ist der Schweizerische Versicherungsverband Kooperationspartner des bis 2006 laufenden Auftrittes.
Simone Keller

Netzwoche ergänzt ihr Netz

IT-Magazine Sie ist ein Kind des Internethypes, existiert aber noch: Die Netzmedien AG und ihre Netzwoche.

IT-Magazine Sie ist ein Kind des Internethypes, existiert aber noch: Die Netzmedien AG und ihre Netzwoche.Heinrich Meyer und Thomas Brenzikofer, die beiden Inhaber der Basler Firma Netzmedien AG, zeigen sich eher zurückhaltend, wenn es darum geht, firmeninterne Zahlen preiszugeben. Weder sind beglaubigte Auflage- oder Leserzahlen ihrer ICT-Branchenzeitschrift Netzwoche noch Umsatz- oder einigermassen aufschlussreiche Prozentzahlen zum Geschäftsverlauf erhältlich. Aber beide behaupten im Brustton der Überzeugung: «Die Netzmedien AG schreibt schwarze Zahlen, und auch die Netzwoche mit derzeit sieben redaktionellen Mitarbeitern finanziert sich selbst.» Dazu waren allerdings nicht ganz schmerzfreie Kostensenkungen nötig: Die ehemals ausgelagerten Bereiche Akquisition und Administration werden mittlerweile intern erledigt, zudem wurde vor wenigen Wochen ein Mitarbeiter entlassen. «Ein schwieriger Entscheid», sagt Meyer nicht ohne Bedauern. Klar ist: Auch die Netzwoche ist punkto Inserate nicht auf Rosen gebettet. Die Ausgaben der letzten Wochen wiesen zwischen 1,33 und 3,33 Anzeigenseiten auf.«Best of Web» zum dritten MalAber im Unterschied zu einigen andern Internetblättern, die erst auf den Markt kamen, als die Internetblase am prallsten (und kurz vor dem Platzen) war, erscheint die Netzwoche weiterhin. Am 28. Mai führt sie zudem zusammen mit der Simsa (swiss interactive media and software association), deren Publikationsorgan sie ist, zum dritten Mal den Anlass «Best of Swiss Web» durch. Die 337 zu bewertenden Projekteingaben zeigen: Die Netzmedien bewegen sich in einer Branche, die zwar zurückbuchstabieren musste, aber quicklebendig geblieben ist.
Schwächelndes MessegeschäftDie Netzwoche erscheint mit einer Auflage von 12000 Exemplaren, 400 davon gehen an Simsa-Mitglieder, rund 6000 sind abonniert (nach Meyer ist die «Tendenz steigend»), 4000 werden jeweils für Zielversände eingesetzt, und der Rest wird an Events und Messen aufgelegt. Für die Branchenanlässe Internet-Expo und Orbit lanciert die Netzwoche jeweils zwei Ausgaben, wegen der vielen Inserate. Mittlerweile diskutiert man in der Branche aber über eine Fusion der beiden Messen. «Wir rechnen mit einem schwachen Messegeschäft», folgert Heinrich Meyer. Weshalb man sich auf die Orbit hin «etwas Neues» überlegt. Welche Strategien er in Sachen Messen verfolgt, will er aber ebenso wenig sagen.
Neue Ideen für einen neuen Markt sind und bleiben wohl die Hauptstärke der Netzmedien, die neben ihrem Wochentitel auch den täglichen Netzticker, das neu sechsmal jährlich erscheinende Themenkompendium Netzguide produziert sowie unter dem Namen Netzreport halbjährliche Marktstudien in Auftrag gibt. «77 Prozent unserer Kunden nutzen zwei oder mehr unserer Produkte», weiss Meyer.
Leadmedium, auch bezüglich Ertrag, bleibe aber die Netzwoche, unterstreicht er. Doch der 130-seitige Netzguide steht ihr wohl kaum nach: Er strotzt zwar nicht gerade vor Anzeigen, weist aber im hinteren Teil rund ein Dutzend bezahlte Porträts von IT-Firmen auf.
Markus Knöpfli

JobChange

Der Verband Schweizer Werbung (SW) hat an seiner Mitgliederversammlung den elfköpfigen Vorstand neu bestellt. Folgende sieben Mitglieder wurden neu gewählt: Saverio Progano (Managing Director Mediaedge|CIA) als Vertreter des Westschweizer Verbands F

Der Verband Schweizer Werbung (SW) hat an seiner Mitgliederversammlung den elfköpfigen Vorstand neu bestellt. Folgende sieben Mitglieder wurden neu gewählt: Saverio Progano (Managing Director Mediaedge|CIA) als Vertreter des Westschweizer Verbands FRP, Beat Mühlemann (Leiter Marketingkommunikation
Migros-Genossenschafts-Bund), Bernhard Eggli (Leiter Brand
Management & Communication UBS), Cornelia Harder (Managing Director Publicis), Urs Schneider (Geschäftsführer Mediaagentur M&M), Otto Meier (Generaldirektor Publicitas AG) und Guido
Wietlisbach (Präsident Schweizer Direktmarketing-Verband).
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Der frühere Werber und Blick-
Chefredaktor Walter Bosch nimmt im Verwaltungsrat (VR) der Swiss International Air Lines Einsitz. Er wurde für eine Amtszeit von drei Jahren gewählt.
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Kommunikationschefin Andrea Hemmi verlässt McDonald’s Schweiz. Sie hat ihren Rücktritt wegen «Meinungsverschiedenheiten bei der Unternehmenskommunikation» eingereicht.
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Der Direktor der Allgemeinen
Plakatgesellschaft (APG), Christian Kauter, wird neuer Präsident der Arbeitgeberverbände des Kantons und der Region Bern. Kauters Vorgänger, der Berner Verleger Rudolf Stämpfli, übernimmt Mitte Jahr das Präsidium des Schweizerischen Arbeitgeberverbandes.
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Lars Rupprecht ergänzt als Redaktor und Junior-Berater das Team der Kommunikationsagentur Karl F. Schneider AG in Schlieren.
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Thomas Ramseier, Unitleiter
und GL-Mitglied von Wirz Werbung, verlässt die Werbeagentur, um sich neu zu orientieren. Alleiniger Client Service Director von Wirz Werbung ist Manfred Hager.
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Nadine Ott verstärkt das Team der Zürcher Kommunikationsagentur Lienert ComBasis.

Marx für Progressive und Betuchte

Wochenzeitung Die WoZ bricht weiter Tabus und finanziert ihren Relaunch per Kapitalerhöhung.

Wochenzeitung Die WoZ bricht weiter Tabus und finanziert ihren Relaunch per Kapitalerhöhung.Die letzte Grosskollekte für die WoZ hiess «eine Million mit links», liegt über fünf Jahre zurück und war eine reine Spendenaktion. Mit der für den 4. September angekündigten Einführung von Wirtschafts- und Konsumthemen geht das linke Schweizer Zentralorgan auch finanziell neue, unorthodoxe Wege: Die für den Relaunch nötigen 500000 Franken will man diesmal über eine ordentliche Aufstockung des Grundkapitals der WoZ-kontrollierten «AG für internationale Medienerzeugnisse» beschaffen.Herzstück der dazu von Spillmann Felser Leo Burnett ausgeheckten Kampagne ist das Buch «Die Kapitalerhöhung», laut Inserat das wichtigste Werk seit Karl Marx’ «Das Kapital» – wenigstens für die neue WoZ. Geschaltet wird das selbstironische Sujet ausser im eigenen Blatt auch im Tages-Anzeiger und der NZZ. Im Buch beschreiben Polit-, Kultur- und sogar Wirtschaftspromis ihr Verhältnis zur streitbarsten Wochenzeitung der Schweiz. Besitzer dieser epochalen Leserumfrage wird automatisch und nur, wer bis Ende Juli
einen der 500 Partizipationsscheine zeichnet. Glaubt man dem Prospekt, bleibt dies «garantiert die einzige Rendite, welche diese Investition in die Medienvielfalt» abwirft.
(oc)

Verhängnisvoller Fetischcharakter

Aufgefallen Kommunikation um jeden Preis ist so kontraproduktiv wie das Totschweigen. Alles ist nur eine Frage der Dosis.

Kolumne Kommunikation um jeden Preis ist so kontraproduktiv wie das Totschweigen. Alles ist nur eine Frage der Dosis.Kommunikation ist nicht alles, aber ohne Kommunikation ist alles nichts. Diese Binsenweisheit musste lange genug erkämpft werden, gegen die Informations- und Diskussionsverweigerer hier und anderswo. Tempi passati. Heute gehört eine offene und aktive Kommunikationspolitik schon fast zum guten Ton. Jedenfalls bestreitet niemand mehr die entsprechenden Ansprüche und Anforderungen. Wer immer heute etwas bedeuten, erreichen, verteidigen oder verändern will, muss kommunizieren wollen und kommunizieren können. Er muss also nicht nur sach- und sozialkompetent sein, sondern auch kommunikationskompetent. Das Vertrauen von Wählern, Steuerzahlern, Mitgliedern, Mitarbeitern, Sozialpartnern, Kunden oder Journalisten gewinnt, wer seine Vorhaben, Entscheidungen und Interessen begründen und plausibilisieren kann, damit sie von den Betroffenen (respektive von deren Sachwaltern und Interpreten) verstanden und akzeptiert werden können. Viele Entscheidungsträger in Politik, Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur haben sich dieses Gebot – nach langem Schweigen und Mauern – mittlerweile in einem Ausmass zu Eigen gemacht, das nun zur Beunruhigung Anlass gibt: Es wird auf Teufel komm raus kommuniziert – auch wenn man nichts oder nichts Neues zu sagen hat.
Oder es wird manchmal sogar in guter Absicht verfrüht kommuniziert. Beispielsweise, wenn ein Projekt noch nicht ausgereift, noch zu wenig abgestützt ist. Oder wenn der zu kommunizierende Entscheid noch gar nicht gefallen, der Entscheidungsprozess noch offen ist. Die für alle Beteiligten unangenehme Folge solchen Übereifers: Entweder folgen den Worten keine Taten, was mit Vertrauens- und Glaubwürdigkeitsverlust teuer bezahlt wird. Oder man ist plötzlich in der Pflicht und muss den schönen Worten gute Taten folgen lassen, die man so weder gewollt noch in ihren Auswirkungen bedacht hat.
Verbreitet ist schliesslich auch der Sündenfall der einseitigen Informationspolitik, die ausschliesslich oder zumindest zuerst via Medien stattfindet. Immer mehr Executives gieren nach öffentlicher Aufmerksamkeit, bevor sie in gleicher Sache die von einem Vorhaben oder einer Entscheidung Betroffenen orientiert haben – und lösen unnötige Irritationen bis hin zu handfestem Widerstand aus. Oder man benutzt die Hersteller von Öffentlichkeit als Instrument zur Platzierung interessensgeleiteter Botschaften, ohne zu bedenken, dass Medien vielfach andere Interessen verfolgen. Oder aber ohne
zu bedenken, dass der anvisierte Empfänger der Mitteilung vermutlich wenig Freude hat, diese zuerst in der Presse zu lesen.
Kommunikation als Fetisch hat ihre Tücken und Kehrseiten, die sorgsam bedacht und unbedingt berücksichtigt sein wollen. Im Zentrum kommunikativer Professionalität muss stets die Frage stehen, was und wann genau über welchen Kanal an welche Adresse kommuniziert werden soll. Die konsequente Anwendung dieser Maxime bedeutet, dass eine etwas zurückhaltendere, besser dosierte und nicht nur über die Medien abgewickelte Kommunikation manchmal die klügere Variante ist.
Kenneth Angst war Mitglied der Chefredaktionen von Weltwoche und NZZ und ist heute Geschäftsführer der Kommunikationsagentur Mediapolis, Zürich.

«Was ist Werbung» in der 3. Auflage

Die Broschüre «Was ist Werbung» ist dieser Tage in der dritten Auflage auf Deutsch und auf Französisch erschienen.

Die Broschüre «Was ist Werbung» ist dieser Tage in der dritten Auflage auf Deutsch und auf Französisch erschienen.Sie wird von der Schweizer Werbung (SW) herausgegeben und stellt über 50 Berufsbilder der kommerziellen Kommunikation vor. Von den früheren Auflagen wurden rund 30000 Exemplare verteilt. Die Realisierung der Broschüre ermöglichten UBS,
Migros und weitere Sponsoren. «Was ist Werbung» kann per
Fax 01 211 80 18 oder per E-Mail unter [email protected] bestellt werden. Einzelexemplare sind gratis. Bei grösseren Bestellungen werden pro Exemplar 1 Franken sowie die Portokosten verrechnet.

Airp(l)aine

Geistiges Eigentum Die fliegenden Postpakete aus der aktuellen ExpressPost-Kampagne haben offenbar Swiss-CEO André Dosé inspiriert: Just unter dem Namen «Swiss-Express»

Geistiges Eigentum Die fliegenden Postpakete aus der aktuellen ExpressPost-Kampagne haben offenbar Swiss-CEO André Dosé inspiriert: Just unter dem Namen «Swiss-Express»Geistiges Eigentum Die fliegenden Postpakete aus der aktuellen ExpressPost-Kampagne haben offenbar Swiss-CEO André Dosé inspiriert: Just unter dem Namen «Swiss-Express» – wie die Express-Dienstleistung der Post – will er die ehemalige Crossair-Flotte ausgliedern. Derweil sich die Swiss-Verantwortlichen noch die Köpfe über die logistische Durchführung zerbrechen, stösst man sich bei ExpressPost am Namen des künftigen Regionalcarriers. Bereits vor zwei Jahren hat die Post die Marke «Swiss-Express» beim Institut für Geistiges Eigentum deponiert. Vergangenen Sonntag zeigte sich das Unternehmen von «seiner sportlichsten Seite» und schaltete ein von Lang Gysi Knoll konzipiertes «Gratulationsinserat» für den künftigen Namensvetter. Bleibt zu hoffen, dass die Swiss-Spitze die Spots mit den «mörderisch fliegenden Postpaketen» (WW 15/03) nicht allzu wörtlich nimmt.
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