Wullehus Konolfingen vs. «The Matrix Reloaded»

Aufgefallen Finden Sie die zehn kleinen Unterschiede zwischen diesem freundlichen Herrn im Wullehus-Katalog aus Konolfingen und Agent Johnson in «The Matrix Reloaded»?

Versandhandel Finden Sie die zehn kleinen Unterschiede zwischen diesem freundlichen Herrn im Wullehus-Katalog aus Konolfingen und Agent Johnson in «The Matrix Reloaded»?Es sind mehr als zehn? Stimmt – gleich ist einzig das Model: Daniel Bernhardt aus 4114 Hofstetten SO. Mensch oder Maschine? Schwer zu sagen; vor allem im Wullehus-Katalog ist die Tarnung nahezu perfekt. Vermutung für «Matrix III»: So wie Agent Johnson wird jeder Maschinenmensch dereinst in Unterwäsche vor seinen Schöpfer («The Source») treten, auf dass seine Bits auf immer den Nullen oder den Einsen zugeteilt werden. Beat Gloor

Zeigt mal eure Zähne her

Dentalhygiene Für den Migros-Kaugummi Candida White schaut Exxtra Kommunikation Tieren ins Maul – ganz entgegen gewohnter Werbestrategien.

Dentalhygiene Für den Migros-Kaugummi Candida White schaut Exxtra Kommunikation Tieren ins Maul – ganz entgegen gewohnter Werbestrategien.«Lächeln ist das wichtigste soziale Signal der menschlichen Mimik», ist der britische Anthropologe Desmond Morris überzeugt. Wen wunderts, dass das «Tier» Mensch immer mehr Geld in die Hand nimmt, um seinen Artgenossen ein perfektes Gebiss zu zeigen: Rund 163 Millionen Franken investierten die Eidgenossen 2002 in die Zahnpflege. Lächelnde Models sollen beweisen, dass ein weisses Gebiss der Schlüssel zum Erfolg ist. Im Mai ist auch Migros mit Candida White in den Markt der Zahnweiss-Kaugummis eingestiegen. Behaupten muss sich die Neulancierung vor allem gegenüber der ähnlich positionierten Marke V6. Diese ist schon seit längerer Zeit im Bereich Whitening aktiv. Während der Grossist seiner «Me-too»-Strategie treu bleibt, konzipierte Hausagentur Exxtra Kommunikation einen Kontrapunkt zu gängigen Kampagnen: Statt Menschen blecken auf drei Plakatsujets Vertreter der Tierwelt ihre Zähne. «Weil das Produkt nicht neu ist, können wir uns einzig in der Kommunikation von der Konkurrenz abheben», begründet Beraterin Barbara Hardmeier die ungewohnte Kreativstrategie.
Dass Herr und Frau Schweizer für ein makelloses Gebiss (fast) alles tun, widerspiegelt das Behandlungsangebot der ästhetischen Zahnmedizin. Neben Bleaching und Veneers – dabei werden dünne Schalen auf die Zähne geklebt – unterziehen sie sich auch kleinen chirurgischen Eingriffen, um das perfekte Lächeln zu erhalten.
Bleichen statt ÜbertünchenIn der Schweiz existieren für diesen Bereich der Zahnmedizin noch keine gesicherten Zahlen, wie Markus P. Lorch, Präsident der Schweizerischen Gesellschaft für ästhetische Zahnmedizin, erklärt. Demgegenüber zeigen amerikanische Erhebungen, dass Patienten immer häufiger der Schönheit wegen den Zahnarzt aufsuchen. Gemäss einer Studie der American Academy of Cosmetic Dentistry aus dem Jahr 2000 ist die Nachfrage nach ästhetischer Zahnmedizin seit 1995 stark gestiegen. Während sich Bleaching-Behandlungen verdreifacht haben, wurden Veneers rund doppelt so oft gewünscht, wie noch fünf Jahre zuvor. «Ich gehe davon aus, dass diese Zahlen mit einer zeitlichen Verzögerung auch auf Schweizer Verhältnisse übertragbar sind», gibt sich Lorch optimistisch.
Derweil sich Zahnärzte die Sitzungen teuer bezahlen lassen, sind die Produkte aus dem Detailhandel schon für wenige Franken erhältlich. Dass diese aber ein ausreichendes Ergebnis bringen, bezweifelt Lorch. Die für eine Bleichwirkung erforderlichen aktiven Stoffe seien nur in niedriger Konzentration enthalten, da die Gefahr einer Überdosierung bestünde. «Dunkle Zähne können mit solchen Produkten kaum sichtbar aufgehellt werden», meint der Ästhet unter den Dentisten.
Simone Keller

«Gute Leute machen Märkte»

Agenturen Sebastian Turner, Vorstandsvorsitzender von Scholz & Friends, hat sich aus der Cordiant-Gruppe freigekauft und blickt mit Optimismus in die Zukunft.

Agenturen Sebastian Turner, Vorstandsvorsitzender von Scholz & Friends, hat sich aus der Cordiant-Gruppe freigekauft und blickt mit Optimismus in die Zukunft.WW Um ein solches Buyout in der gegenwärtigen Krise
abzuschliessen (siehe auch Kasten), muss man entweder die Lage
verkennen oder ein unverbesserlicher Optimist sein. Wo reihen Sie sich ein, Herr Turner?
Sebastian Turner: Bei den Krisen-Abschliessern. Wir schliessen sie jetzt einfach mal ab.
Die am Management Buyout
(MBO) beteiligte Private-Equity-
Gesellschaft will aber ihre
Beteiligung an Scholz & Friends
(S&F) in fünf Jahren Gewinn
bringend verkaufen. Stehen Sie
jetzt nicht unter einem enormen
Erfolgsdruck?
Ja. Wie alle anderen allerdings auch.
S&F hat für rund 50 000 Euro 154 Arbeiten in Cannes eingereicht. Wie sieht Ihre Erfolgsbilanz aus?
Einmal Gold, zweimal Silber und einmal Bronze, dazu 19 Shortlistplätze.
Branchenexperten wollen einen Trend Richtung regionale Kreativagentur sehen, weil immer mehr Grosskonzerne wie Procter & Gamble – oder in Ihrem Fall Coca-Cola und
Siemens – solche den bisherigen
Netzwerk-Agenturen vorziehen. Wie
beurteilen Sie diese Entwicklung?
Die Auftraggeber stehen unter einem noch grösseren Erfolgsdruck. Ihre Budgets sinken, aber die Erwartungen steigen. In dieser Situation erkennen sie, dass Kreativität der Wirkungshebel ist, der nicht mehr Geld, sondern mehr Intelligenz verlangt. Das ist eine grosse Chance für alle Agenturen, die ein hohes kreatives Niveau pflegen. Für Scholz & Friends als kreatives Network ist es ein Geschenk. Den Gewinn von Coca-Cola und Siemens sehen wir als Zeichen, dass dieser Weg zum Ziel führen kann.
Was gibt Ihnen die Gewissheit, für die Grosskunden mit der Zeit nicht auch langweilig zu werden?Gewissheit gibt es keine. Wir müssen sehr gut sein, das heisst, unsere Kunden müssen sehr erfolgreich sein, und das heisst heute: Die Agentur muss die richtige Strategie richtig kreativ umsetzen.
Verlassen Sie sich da nicht zu sehr auf die Treue Ihrer Top-Kreativen, die ja jederzeit von den Netzwerk-Agenturen abgeworben werden könnten?
Die Mitarbeiter sind wichtiger als die Kunden, so sonderbar sich das anhört. Nur wer gute Leute hat, kann Kunden gewinnen und binden. Mit dem MBO schaffen wir ein einzigartiges Netzwerk, das inhabergeführt, kreativ und unternehmerisch ist. Das ist ein Biotop für Spitzenkönner, das Sie nicht einfach in jedem Bürocenter nachzüchten können.
Was waren die Motive, sich trotz MBO und schrumpfende Werbevolumen in der Schweiz, in Zürich, ein Büro zu eröffnen?Ein tolles Team – Christian Binder, Günther Schneider und Yvonne Hodel als Verwaltungsrätin. Gute Leute machen Märkte.
Apropos Yvonne Hodel: Weshalb hat sich Scholz & Friends in der Schweiz nicht nach einer passenden und gut positionierten Agentur wie zum Beispiel WHS umgeschaut?
Wir haben jetzt eine wunderbar zu uns passende und sehr gut positionierte Agentur. Aus dem Stand hat Scholz & Friends Zürich Etats von Coca-Cola und von Viva erobern können. Ich selbst habe 1990 in Ostdeutschland eine Agentur zu dritt gegründet. Seit Jahren sind wir in der Region die Nummer eins mit rund 170 Leuten.
Derzeit wird spekuliert, dass nach JvM und S&F auch Springer & Jacoby zum Sprung über den Rhein ansetzt. Was macht das kleine Werbeland Schweiz für deutsche Agenturen so interessant?
Die Schweiz ist nah, wohlhabend und liegt im gleichen Sprachraum. Zudem gibt es auch eine emotionale Seite. Die gute Werbung kam mit der GGK über die Schweiz nach Deutschland. Mit einem Büro in der Schweiz sind wir da, wo die Qualität herkommt.
Nach zwei Jahren kräftiger Einbussen spricht jetzt der Zentralverband der Deutschen Werbewirt-
schaft von «einigen punktuellen
Lichtblicken», wie steigende Werbeetats und seit langem wieder erste Wachstumsraten im April.
Mit einem Bein stehen Sie jetzt
auch in der Schweiz. Steht uns
auch hier eine Trendwende bevor?
Davon verstehe ich zu wenig. Meine Mentalität ist eher: Wir fangen jetzt einfach mal an, geben uns viel Mühe, haben auch etwas Glück und dann wird es schon werden.
Welche Branchen werden Hoffnungsträger sein und die Werbeinvestitionen wieder ankurbeln?Der Handel, die Telefonie, die schnell drehenden Konsumgüter.
Scholz-&-Friends-Kampagne in der Schweiz für Viva.

Rückkauf der Kontrolle

Tage der Entscheidung in Berlin: Die siebtgrösste Werbeagenturgruppe Deutschlands – Scholz & Friends – kauft sich zusammen mit einer
Risikokapitalgesellschaft für rund 50 Millionen Euro aus der von Schulden geplagten englischen Werbeholding Cordiant frei. Die neuen Inhaber wollen nach Abschluss des Management Buyouts und des Rückkaufs von gestreuten Aktien über 95 Prozent des Aktienkapitals kontrollieren. (la)
Interview: Luca Aloisi

«Wir wollen klare Positionen einnehmen»

Diego Bally, der noch bis zur kommenden Jubiläumsversammlung die ASW präsidiert, kratzt gerne an verkrusteten Abrechnungsmodellen in der Branche.

Diego Bally, der noch bis zur kommenden Jubiläumsversammlung die ASW präsidiert, kratzt gerne an verkrusteten Abrechnungsmodellen in der Branche.WW Haben kleine Agenturen in diesen Krisenzeiten mehr Chancen, weil sie bei einem Kurswechsel nicht so schwerfällig zu steuern sind?Diego Bally: Das kann man generell nicht so sagen. Es gibt sicher den Hinweis im Markt, dass kleinere Agenturen, die eine gute Beziehung zu ihren Kunden pflegen, weniger unter Druck kommen, solange ihre Kunden nicht selber in eine Krise geraten. Bei einer grossen Agentur ist die Neigung der Kunden vielleicht grösser, die eine Agentur gegen eine andere auszuspielen und dabei die Kosten zu drücken. Die persönliche Beziehung zwischen zwei Menschen spielt bei grossen Agenturen in solchen Momenten eine geringere Rolle. Demgegenüber verfügen wir als mittlere und kleinere Agenturen über einen Vorteil. Wir sind inhabergeführt, und wir können einem Kunden über Jahre hinweg die gleichen Ansprechpartner garantieren. Das führt zu freundschaftlichen Verhältnissen, die im Marketing mittlerweile auch als Erfolgsfaktoren erkannt werden. Man kann lang anhaltende Strategien umsetzen, was eine Voraussetzung ist, um zum Beispiel einen nachhaltigen Aufbau einer Marke zu betreiben.
Zurzeit geht der Trend dahin, dass sich bei grossen BSW-Agenturen verschiedene Kreative, CDs und Berater selbstständig machen und eine eigene kleine Agentur gründen. Treten diese der ASW bei oder bleiben sie weiterhin eher am BSW orientiert?
Es gibt beides. Einige freuen sich über die sehr kollegiale und freundschaftliche Welt der ASW. Andere arbeiten mehr ADC-orientiert und wollen dort ihren Anschluss behalten. Beides kann sehr schön nebeneinander existieren.
Ein wichtiges Stichwort im Jahresbericht ist das so genannte Allianz Agreement. Wie realistisch ist diese eher idealistische Idee?
Sie gärt schon lange. Es gibt den Wunsch von Seiten gewisser Agenturen, die bereits miteinander in einem losen Verbund zusammenarbeiten, dass jetzt in einem schriftlichen Agreement festgehalten wird, wie man überhaupt miteinander arbeiten soll. Ein solches Netzwerk wird sehr individuell von Persönlichkeiten geprägt sein. Die Idee liegt sicher im Trend, auch wenn sie tatsächlich ein bisschen utopisch bleibt. Es bedingt gewisse Voraussetzungen, damit ein definiertes Agreement überhaupt zum Spielen kommen kann.
Ohne Beziehungen untereinander läuft da wohl wenig …Wenn Netzwerkangebote gegenüber einem Kunden erbracht werden sollen, muss die Bekanntschaft unter den Partnern sehr gut sein. Es braucht Teamlösungen, die dieses Netzwerk unterstützen. Dazu soll innerhalb des Netzwerks wie auch gegenüber den Kunden Transparenz herrschen. Das hat sich eben bei einem Projekt konkretisiert, bei dem wir mit modernster IT-Technologie ein System etablieren und dann unseren Mitgliedern anbieten wollen. Sicher werden nicht alle mitmachen. Aber Networking ist ein Trend bis hin zur Idee, dass ein Freelancer von zu Hause aus oder mit einer virtuellen Agentur arbeiten kann.
Mehrere ASW-Agenturen arbeiten also zusammen am gleichen Projekt?Genau. Wichtig ist dabei aber, dass die einzelnen Mitarbeitenden innerhalb des Netzwerks sich ganz klar zu einer Kernkompetenz verpflichten. Es kann nicht jeder Fullservice anbieten und vom Netzwerk profitieren wollen. Die einzelnen Mitglieder müssen sich als Spezialisten mit unterschiedlichen Schwerpunkten anbieten.
Der ASW macht nicht mehr mit bei der vom BSW praktizierten Honorarordnung. Wieso?
Es gibt verschiedene Abrechnungsmodelle mit Kunden, sei es ein Honoror auf Pauschal- oder Stundenbasis, so wie es Ingenieure oder PR-Berater meistens machen. Wir haben eine Initiative ergriffen, bei der wir zunehmend festgestellt haben, dass die Honorierung mit 17,65 Prozent Utopie werden wird. Da sagten wir uns, dass die alte Honorarordnung, die wir seinerzeit mit dem BSW zusammen entwickelt haben, ihren Dienst nicht mehr erfüllen kann. Wir sind beim BSW vorstellig geworden und haben versucht, eine neue Regelung zu finden. Diese heisst bei uns Werbeleistungsvertrag und basiert auf dem Werkvertrag. Der Werbeleistungsvertrag steht mittlerweile und wird sehr häufig angewandt, auch von Nicht-ASW-Mitgliedern.
Warum, schätzen Sie, hat der BSW die Sache nicht mitgetragen?Beim BSW hat man vermutlich eher aus politischen Überlegungen heraus nicht mitgemacht. Ich verstehe, dass viele Grossagenturen auch weiterhin gerne ihre Prozenthonorierungen hätten. Als kleinere können wir uns vielleicht eher leisten, verkrustete Abrechnungsmodelle anzukratzen und aufzubrechen. Wir sind überzeugt, dass der Werbeleistungsvertrag die zukunftsweisende Regelung zwischen Werbeauftraggeber und Agenturen ist.
BSW und BPRA diskutierten über eine grosse Allianz. Die kommt jetzt vorderhand noch nicht. Was ist die Haltung der ASW in dieser Frage?
Grundsätzlich ist das Sache des BSW. Wir haben eine andere Haltung dazu. Wir glauben, dass ein Branchenverband die Aufgabe hat, eine Branche so zu vertreten, dass er eine klare Position einnehmen kann. Wenn ein Verband auch Mitspieler vom Markt als Mitglieder ernennt, die verschiedenen Kategorien angehören, dann lähmt sich der Verband selbst, weil er keine klare Meinung mehr nach aussen vertreten kann. Mit dem Verband Schweizer Werbung (SW) haben wir genau dieses Problem. Wir haben drei Parteien: Werbeagenturen, Auftraggeber und Medien. Und alle haben unterschiedliche Interessen. Ein spezialisierter Branchenverband kann nicht funktionieren, wenn die Interessen von Werbeagenturen, Direct Mail, Media und jetzt auch noch Public Relations alle unter dem gleichen Hut vertreten sein wollen. Da sind Interessenskonflikte vorprogrammiert.
Interview: Andreas Panzeri

Bahnhöfe werden für Politplakate geöffnet

Ab sofort ist auf den Arealen der Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) auch politische Plakatwerbung erlaubt.

Ab sofort ist auf den Arealen der Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) auch politische Plakatwerbung erlaubt.Die SBB-Konzessionspartnerin Impacta AG (eine Affichage-Tochter) teilte mit, dass sämtliche bisherigen Einschränkungen aufgehoben wurden. Die Liberalisierung betrifft neben der klassischen Plakatierung auch die elektronische «Plakat»-Werbung, namentlich die E-Boards in den Bahnhöfen Zürich, Bern und Genf. Derzeit werden die nötigen Anpassungsarbeiten vorgenommen. Die verifizierten Plakatnetze stehen ab Mitte Juli, die E-Boards ab sofort für politische Werbung zur Verfügung. Weiterhin tabu für Politik bleibt die Werbebeschriftung von Lokomotiven.

Neue Werbeidee rollt an

Velotaxi Im Ausland hat sich die Idee bereits bewährt.

Velotaxi Im Ausland hat sich die Idee bereits bewährt.In Berlin zum Beispiel transportieren 110 Velotaxis mehr als 250000 Fahrgäste pro Jahr. Jetzt sollen die trendigen Dreiräder auch in der Schweiz populär werden. Die Zürcher Betreiberfirma CityWings hat in den Städten Baden, Romanshorn, St.Gallen, Wil und Winterthur insgesamt 20 Velotaxis stationiert. Die umweltfreundlichen Verkehrsmittel sollen «die erste und letzte Meile im öffentlichen Verkehr erschliessen», wie CityWings propagiert. Und da diese auffälligen Taxis vorwiegend auf belebten Plätzen und Strassen im Zentrum zum Einsatz kommen, eignet sich das hippe Fahrzeug natürlich auch als Werbeträger. Unter der Kontaktnummer 01 401 55 46 oder www.city wings.ch ist zu erfahren, dass ein «Banner» auf einer Verstrebung für zwei Saisons 20000 Franken für sämtliche 20 Fahrzeuge kostet. Es können aber auch individuelle «Plakatflächen» auf der Rückwand der Velos gezielt für Tage, Wochen oder Monate gemietet werden.

Private forschen bei SRG bald mit

Marktforschung Die SRG will ihren Forschungsdienst in die Publica Data integrieren und Private ins Boot holen.

Marktforschung Die SRG will ihren Forschungsdienst in die Publica Data integrieren und Private ins Boot holen.Der SRG-Forschungsdienst, der für die SRG-Medien und für die privaten Radio- und TV-Sender Marktdaten erhebt, ist heute ein Service Center der SRG. Die Vermarktung der Daten ist dagegen Aufgabe der 100-prozentigen SRG-Tochter Publica Data AG. Das soll sich nun ändern. Nach einem Vorschlag der SRG-Geschäftsleitung wird der Forschungsdienst in die PDAG integriert und das Aktionariat dieser neuen PDAG auch für private Anbieter sowie Werbeauftraggeber und Agenturen geöffnet. Zur Zahl der Teilhaber hat die SRG keine konkreten Vorstellungen, deren Anteile sollen aber «in etwa die Marktverhältnisse widerspiegeln», sagte DRS-Direktor Walter Rüegg, auch Mitglied der SRG-Geschäftsleitung. Fest steht, dass die SRG eine klare Mehrheit behalten will. Der PDAG-Verwaltungsrat, der aus drei SRG-Vertretern und zwei Privaten (je ein Kunden- und ein Medienvertreter) besteht, wird nicht verändert. Ihm soll aber ähnlich wie bei einem Zweikammerparlament ein Stiftungsrat zur Seite gestellt werden, der die einzelnen Interessengruppen, und nicht deren Marktstärke, vertritt. Zudem ist geplant, die User-Commissions (je eine für SRG-Medien und für die Privaten) zu einem Gremium zu fusionieren.
So soll die neue PDAG die bestehenden Radio- und TV-Messpanels (Radiocontrol, Telecontrol) der SRG abkaufen, diese betreiben und die Daten vermarkten. «Das bringt einen gewissen Gewinn an Effizienz», betont Rüegg.
Der DRS-Chef lädt alle interessierten Gruppen auf den 9. Juli zu einer Information nach Zürich ein. Ende August dürften die Stellungnahmen der Betroffenen bei Rüegg vorliegen. Im September soll gemäss SRG-Plan die neue Struk-tur von der SRG-Geschäftsleitung beschlossen werden. Danach kann die Suche nach einem Nachfolger für den Forschungsdienst-Leiter Matthias Steinmann beginnen.
Steinmanns bevorstehende Pensionierung Mitte 2004 war der Auslöser für die geplante Umstrukturierung. Die privaten Anbieter hatten allerdings im Frühjahr dagegen protestiert, weil sie weder informiert noch in die Projektgruppe einbezogen worden waren.
(mk)

Wenn Redaktionen kopieren statt kreieren

Medienstudie Eine Analyse zeigt: Journalistische Originalität wird immer mehr zum Ausnahmefall.

Medienstudie Eine Analyse zeigt: Journalistische Originalität wird immer mehr zum Ausnahmefall.Für die Literaturwissenschaft ist «Intertextualität» ein zentraler Arbeitsbegriff. Wie viel Flaubert etwa steckt in Thomas Mann? Allgemeiner: Welche (Lese-)Spuren eines Werks lassen sich in einem anderen rekonstruieren? Auf publizistische Texte hingegen möchte man ihn lieber nicht anwenden, denn er würde gehörig am Lack der Eigenständigkeit von Journalisten kratzen.Genau dies aber hat eine Forschergruppe um Harald Burger, Professor für Linguistik an der Universität Zürich, in der Studie «Medientexte zwischen Autor und Publikum» getan. Fazit: News-Journalisten schreiben einander hemmungslos ab. «Der Autorenanteil eines Medientextes ist minim, Intertextualität dagegen Programm.» Das so geschaffene Realitätsbild werde ein für den Rezipienten unentwirrbares Konstrukt, das Informationsquellen nicht offen lege, sondern systematisch verschleiere.
Untersucht wurden die Berichterstattung und Wertung in Tages- und Wochenzeitungen sowie in den öffentlich-rechtlichen wie privaten Radio- und Fernsehprogrammen zu den Themen Gentechnologie und Sozialversicherungen. Verglichen wurden dabei sinnvollerweise nicht nur Artikel und Sendungen, sondern auch deren alltägliche Entstehung.
Diese sieht zumeist so aus, dass die Agenturen mit der Berichterstattung beginnen. Wie die Sprachwissenschaftler bemerken, «informieren schon Agenturen nur scheinbar neutral», obwohl sie diesen Anspruch erheben. In ihren Texten befänden sich bereits Wertungen des so genannten Prätexts, also des an der Pressekonferenz abgegebenen Wortlautes. Als nächste in der News-Verwertungskette versuchen die elektronischen Medien zwar, ihre Berichterstattung mittels Experten- oder Betroffeneninterview zu differenzieren. Die ursprüngliche Wertung bleibt jedoch erhalten, denn «während der Arbeit gleichen Journalisten ihre Beiträge laufend mit denjenigen anderer Medien ab».
Aber nicht nur die brandaktuelle Aufbereitung von Aktualität kreiert tendenziell einen Einheitsbrei, auch die Printmedien am Folgetag liefern nur minimale Differenzierungen. Vor allem überregionale Zeitungen beziehen in Kommentaren zwar Stellung, doch für die hierzu nötige Eigenrecherche ist häufig keine Zeit. Ihre Texte basieren also wiederum auf (Agent)urtext – womit sich der Kreis schliesst.
In nüchternem Stil betreibt und belegt diese Analyse die Demontage der Journalisten als Autoren. Diese erscheinen vielmehr als «Textkompositeure» – und die Massenmedien werden als Institutionen gezeichnet, die von einer gut geölten PR-Maschinerie auf Trab gehalten werden. Um so erschreckender das unerschütterliche Vertrauen der Rezipienten. Eine parallel durchgeführte, nicht repräsentative Befragung zeigt nämlich, dass das Publikum den Einfluss der Agenturen als niedrig und den Anteil an Eigenrecherche als hoch einschätzt.
Der für alle – auch kommerzielle – Medienschaffenden brisante Befund, dass sich Redaktionen zunehmend in Kopieranstalten verwandeln, bedeutet für deren publizistische Produkte einen schleichenden Verlust an Glaubwürdigkeit und Einzigartigkeit. Die Erosion dieser beiden Säulen wird nicht nur das Publikum, sondern auch die werbetreibende Wirtschaft irgendwann zur Kenntnis nehmen und entsprechend quittieren.
> Medientexte zwischen Autor und Publikum. Intertextualität in Presse, Radio und Fernsehen von Martin Luginbühl, Thomas Baumberger, Kathrine Schwab und Harald Burger. Seismo-Verlag, Zürich 2002. 248 Seiten, Fr. 42.–.

Mari Serrano

Leutenegger im Presse-TV-VR

Privat-TV Jean Frey AG macht jetzt beim Verlegerfernsehen mit.

Privat-TV Jean Frey AG macht jetzt beim Verlegerfernsehen mit.Die Generalversammlung von Presse-TV (PTV) hat die Jean Frey AG als Aktionärin aufgenommen. Sie hält einen Anteil von zehn Prozent. Diesen trat ihr die Basler Mediengruppe (BM) ab, die bisher 20 Prozent besass. Als Jean-Frey-Vertreter wurde CEO Filippo Leutenegger in den PTV-VR gewählt. Die BM bleibt durch CEO Beat Meyer vertreten. Die PTV-Mitgliedschaft bildet für die Jean Frey AG die Voraussetzung, um weiterhin den «Business-Talk» der Bilanz machen zu können. (mk)

Da lächelt aber das Sönnchen

Polit-Plausch Es ist eine vaterländische Tatsache, dass die schönsten Bikes auf Schweizer Strassen im Ausland hergestellt werden.

Polit-Plausch Es ist eine vaterländische Tatsache, dass die schönsten Bikes auf Schweizer Strassen im Ausland hergestellt werden.Polit-Plausch Es ist ei-ne vaterländische Tatsache, dass die schönsten Bikes auf Schweizer Strassen im Ausland hergestellt werden. Shimano, Cinelli, Mavic, Cannondale, Scott oder Leggero heissen die trendigsten Marken. Die Unterwanderung der helvetischen Velokultur mit ausländischen Produkten wird nun von Markus Ruf und Markus Gut mit einem Inserat kommuniziert, das grafisch beinahe unverwechselbar an den Stil der SVP-Werbung angelehnt ist. «SPW» für Sportplausch Wider Wallisellen prangt dabei frech als Logo unter dem lachenden SVP-Sönnchen. Gelacht hat übrigens auch Christoph Blocher. Der grosse SVP-Kommunikator sei, so die Kreativen, für diese Parodie im Vorfeld kontaktiert worden und habe «die Idee sehr lustig» gefunden. Fand sogar Blocher lustig: SPW.

Ammarkt bewirbt Privatkredite für CS

Die St.Galler Agentur Ammarkt Marketing Consulting ist von Credit Suisse mit dem Marketing- und Werbeetat für den Bereich Privatkredit betraut worden.

Die St.Galler Agentur Ammarkt Marketing Consulting ist von Credit Suisse mit dem Marketing- und Werbeetat für den Bereich Privatkredit betraut worden.Gemäss Mitinhaber Michael Schmid konnte sich Ammarkt den Auftrag während einer Agenturevaluation sichern. «Credit Suisse gab uns eine Chance, unser Konzept vorzustellen, bevor ein Pitch ausgeschrieben wurde», so Schmid. Ammarkt nutzt die Chance und realisiert nun klassische Printwerbung, Direktmarketing- und POS-Massnahmen sowie weitere Kommunikationsmittel, über die Schmid noch nichts verraten wollte. Die Kampagne lehnt sich an den Gesamtauftritt der Credit Suisse an.

Aus für Rankings?

BSW Wer einen Blick auf das aktuelle Ranking der Werbeagenturen Italiens wirft, kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus: Ausser Armando Testa auf Platz 1 sind kaum bekannte Namen in den Top Ten zu finden.

BSW Wer einen Blick auf das aktuelle Ranking der Werbeagenturen Italiens wirft, kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus: Ausser Armando Testa auf Platz 1 sind kaum bekannte Namen in den Top Ten zu finden.Schuld ist ein neues Gesetz in den USA, der so genannte Sarbanes-Oxley Act. Dieses Gesetz droht Managern börsenkotierter Unternehmen mit Haftstrafen, wenn Tochterfirmen falsche Geschäftszahlen veröffentlichen. Deshalb haben die grossen Werbeholdings ihren Agenturen vor Ort verboten, wie bisher Umsatzzahlen an die Branchenverbände weiterzugeben. Die Order gilt auch in der Schweiz, wie Geschäftsführer Walter Merz vom Branchenverband Schweizer Werbe- und Kommunikationsagenturen (BSW) bestätigte. Im nächsten Jahr werde es deshalb kein BSW-Ranking geben, denn eine Rangliste mit Lücken mache wenig Sinn. Im Vorstand und im europäischen Dachverband EACA würden derzeit über Alternativen zu den bisherigen Rankings diskutiert, sagte Merz.
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