Die Postmateriellen

Die kritischen Intellektuellen haben ein starkes Bewusstsein für Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit. Sie leben eine kosmopolitische Grundhaltung und haben vielfältige kulturelle Interessen.

Die kritischen Intellektuellen haben ein starkes Bewusstsein für Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit. Sie leben eine kosmopolitische Grundhaltung und haben vielfältige kulturelle Interessen.Die Postmateriellen sind der eher links-liberal orientierten oberen Mittelschicht zuzuordnen. Es sind sozial und ökologisch engagierte Weltbürger mit grossem Interesse an unterschiedlichen (multi-)kulturellen Strömungen. Ihre Anliegen sind soziale Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit. Man liest die Weltwoche, distanziert sich von der Überbetonung materieller Werte und kritisiert die negativen Auswüchse der Konsum- und Spassgesellschaft – allerdings stets vor dem Hintergrund der eigenen sozialen Lage und einer abgesicherten finanziellen Situation. Individualität und Selbstverwirklichung haben einen hohen Stellenwert, ebenso ein gewisses künstlerisches oder musisches Engagement. Kennzeichnend ist auch ein ausgeprägtes Bewusstsein für Wellness und Gesundheit. Bei den Freizeitbeschäftigungen stehen mentales Training, Yoga und Meditation an erster Stelle, gefolgt von kulturellen (Theater, Oper, Museum, Kino) und künstlerischen Aktivitäten (Malen, Zeichnen, Fotografieren). Ausserdem surfen sie im Internet herum, schneidern ihre Kleider selbst oder spielen mit den Kindern.
Die Postmateriellen entsprechen etwa elf Prozent des Kundenpotenzials* der Schweiz (ca. 670000 Personen), mit einer gleichmässigen Verteilung über die Sprachregionen. Allerdings sind kleinere regionale Nuancen erkennbar: In der Westschweiz ist der Aspekt des Lebensgenusses noch etwas stärker ausgeprägt, in der Deutschschweiz steht man dafür dem technischen Fortschritt etwas positiver gegenüber. Der Altersschwerpunkt des Segments liegt zwischen 30 und 60 Jahren, im Milieuvergleich findet sich hier der höchste Frauenanteil (68 %). Typischerweise sind die Postmateriellen verheiratet oder wieder geschieden; sie sind freiberuflich oder als leitende oder qualifizierte Angestellte tätig. Höhere und sehr hohe Einkommen überwiegen, doch verdienen die Postmateriellen im Schnitt weniger als die Arrivierten: Der Schwerpunkt liegt hier über einem monatlichen Nettoeinkommen von 4500 Franken.

Neumarkt im Glück

Kulturmarketing Vom Abgrund in den siebten Himmel: Nach einem eher düsteren Spielplan gehts im Theater Neumarkt ab 25. September wieder heiterer zu.

Kulturmarketing Vom Abgrund in den siebten Himmel: Nach einem eher düsteren Spielplan gehts im Theater Neumarkt ab 25. September wieder heiterer zu.Für die kommende Spielzeit hat sich das Direktoren-Duo, Crescentia Dünsser und Otto Kukla, der Glückssuche verschrieben. Das Heft zum Programm stammt auch dieses Jahr aus dem Walliseller Kreativshop FCB Leutenegger Krüll. Für die Illustration des Booklets haben Dramaturg, Kassendame und weitere Crewmitglieder des Theaters ihre ganz persönlichen Glücksbrin-ger hervorgekramt. Die abgebildeten Gegenstände lassen sich aus der jeweiligen Programmseite herauslösen und einem grossen Amulett gleich um den Hals hängen.

Wemf erwirtschaftet Reingewinn

Marktforschung Die AG für Werbemedienforschung (Wemf) hat im Jahr 2002 einen Umsatz von 8,5 Millionen Franken und einen Reingewinn von 292000 Franken erzielt.

Marktforschung Die AG für Werbemedienforschung (Wemf) hat im Jahr 2002 einen Umsatz von 8,5 Millionen Franken und einen Reingewinn von 292000 Franken erzielt.Die Mach Basic trug zum Gesamtumsatz 42 Prozent bei, die Mach Consumer 24 Prozent. Weitere 25 Prozent stammen von den Statistiken und neun Prozent von den Studien Dritter.

Ein spätes Revival

Zeitschriften Sie schreibt sich zwar nicht mit altdeutschem Esszett, versteht sich aber dennoch als magazinige Nachfolgerin der ehrwürdigen, von den Nazis 1934 eingestellten Voßischen Zeitung.

Zeitschriften Sie schreibt sich zwar nicht mit altdeutschem Esszett, versteht sich aber dennoch als magazinige Nachfolgerin der ehrwürdigen, von den Nazis 1934 eingestellten Voßischen Zeitung.Die seit vergangenem Samstag bundesweit an gut sortierten Kiosken erhältliche Voss (Startauflage 10000 Exemplare) heisst im Untertitel Berliner Zeitschrift, erscheint vierteljährlich und möchte laut Initiant Andreas Bock zum «New Yorker für Deutschland» werden. Diesem nicht ganz unbescheidenen Anspruch vermag die fünf Euro teure Erstausgabe trotz ansprechender Essays (unter anderem von Jakob Augstein, Sohn des verstorbenen Spiegel-Gründers) freilich nicht gerecht zu werden. Dennoch: So viel antizyklischem Verlegermut kann man nur eine Menge neugieriger Leser und aufgeschlossener Anzeigenkunden wünschen. Bonne chance!

Kall nimmt Zeitschriften ins Visier

Print /An der dritten Generalversammlung von Tamedia sagte deren operativer Leiter, Martin Kall, vor den Aktionären im Zürcher Kongresshaus, er sehe «keinerlei Hinweise für ein baldiges Ende der Rezession».

Print /An der dritten Generalversammlung von Tamedia sagte deren operativer Leiter, Martin Kall, vor den Aktionären im Zürcher Kongresshaus, er sehe «keinerlei Hinweise für ein baldiges Ende der Rezession».Print An der dritten Generalversammlung von Tamedia sagte deren operativer Leiter, Martin Kall, vor den Aktionären im Zürcher Kongresshaus, er sehe «keinerlei Hinweise für ein baldiges Ende der Rezession». Deswegen müsse das seit Oktober 2000 börsenkotierte Unternehmen weiter «hart» an der Optimierung seiner Kostenstrukturen arbeiten. Im dritten Quartal 2003 will Kall in Arbeitsgruppen das Zeitschriftengeschäft genau unter die Lupe nehmen.

Die Traditionell-Bürgerlichen

Im traditionell (klein) bürgerlichen Milieu spielen christliche Wert- und Moralvorstellungen sowie der Wunsch nach Sicherheit eine überaus grosse Rolle.

Im traditionell (klein) bürgerlichen Milieu spielen christliche Wert- und Moralvorstellungen sowie der Wunsch nach Sicherheit eine überaus grosse Rolle.Das Leben der Traditionell-Bürgerlichen ist geprägt vom unerschütterlichen Festhalten an Traditionen und Konventionen: Man lebt nach strengen Moralvorstellungen und hält sich an die christlichen Werte. Der Alltag wird von einer strikten, traditionellen Rollentrennung zwischen den Geschlechtern bestimmt und bewegt sich im Dreiklang von Pflichterfüllung, Disziplin und Ordnung. Die Menschen im traditionell-bürgerlichen Milieu empfinden in materieller und auch in emotionaler Hinsicht ein starkes Sicherheitsbedürfnis. Das Festhalten an traditionellen Werten, die gewohnten Lebensumstände in vertrauter Umgebung vermitteln diese Sicherheit. Veränderungen, etwa durch technischen Fortschritt, werden dagegen als Bedrohung empfunden. Häufig fürchten die Angehörigen dieses Milieus auch, mit den gesellschaftlichen Entwicklungen nicht Schritt halten zu können, und schotten sich entsprechend ab. Die traditionelle Lebensführung setzt sich auch in der Freizeit fort. Bevorzugt werden «sinnvolle» Beschäftigungen: Stricken, Schneidern, Kochen, Backen, Lesen, Basteln und Heimwerken. Geht es in die Natur, wird gewandert.
Die Traditionell-Bürgerlichen machen rund neun Prozent des Kundenpotenzials* in der Schweiz aus, das sind insgesamt 550000 Personen. Regionale Schwerpunkte liegen in der Deutschschweiz und dem Tessin. Das Segment der Traditionell-Bürgerlichen ist das älteste der Schweiz: Drei Viertel haben die 60 bereits überschritten, altersbedingt ist der Anteil der Frauen (61 %) und der verwitweten Personen (28 %) entsprechend hoch. Die Traditionell-Bürgerlichen sind meist Rentner oder Hausfrauen, aber auch einfache Angestellte und Arbeiter. Niedrige Bildungsabschlüsse überwiegen, und fast 40 Prozent der befragten Personen in diesem Milieu haben monatlich weniger als 3850 Franken zur Verfügung.

Edipresse expandiert nach Russland

Print Die Westschweizer Verlagsgruppe Edipresse übernimmt 52 Prozent am russischen Zeitschriftenverlag ID Kone-Liga Press ZAO.

Print Die Westschweizer Verlagsgruppe Edipresse übernimmt 52 Prozent am russischen Zeitschriftenverlag ID Kone-Liga Press ZAO.Über den Kaufpreis wurden keine Angaben gemacht. Das Unternehmen, das in Edipresse Kone-Liga ZAO umbenannt wird, wurde 1993 gegründet und gibt rund 20 zumeist monatlich erscheinende Titel heraus. ID Kone-Liga Press ist im Zeitschriftenmarkt für Handarbeiten, Modebusiness, Garten und Einrichtung tätig.

Sharing statt Entlassungen

Wirtschaftspresse Stocks-Redaktoren müssen auch für andere HandelsZeitungs-Blätter schreiben.

Wirtschaftspresse Stocks-Redaktoren müssen auch für andere HandelsZeitungs-Blätter schreiben.Mit der Umstellung bei Stocks von der wöchentlichen auf die 14-tägliche Erscheinungsweise ab Juli müssen Überkapazitäten abgebaut werden. Neben Entlassungen kommt auch eine Usanz zum Zuge, die in der Verlagsgruppe HandelsZeitung Tradition hat: Man sucht Möglichkeiten für ein Redaktoren-Sharing mit anderen Titeln aus dem gleichen Haus (Schweizer Bank, Schweizer Versicherung, New Management). «Für eine spezialisierte Gruppe im Bereich der Wirtschaftspresse – mit Titeln, die sich inhaltlich ergänzen – ist dieser Weg sinnvoll», sagte Ralph Büchi, Chef der Verlagsgruppe HandelsZeitung. (dse)

Bossard holt einen Therapeuten ins Haus

Mit der International Maitland Teachers’ Association (IMTA) hat Bossard Kommunikation einen neuen internationalen Kunden gewonnen.

Mit der International Maitland Teachers’ Association (IMTA) hat Bossard Kommunikation einen neuen internationalen Kunden gewonnen.Die IMTA beauftragte die Luzerner Werbeagentur mit der Erarbeitung einer neuen Corporate Identity und eines neuen Corporate Designs. IMTA bietet Fachkurse für die physiotherapeutische Behandlung bei neuro-muskulo-skelettalen Problemen nach dem Konzept des australischen Therapeuten Geoffrey D. Maitland an.

Swissflirt.ch im TV

Die Internetplattform Swissflirt.ch und Now Production realisieren gemeinsam eine neue Flirt-TV-Show.

Die Internetplattform Swissflirt.ch und Now Production realisieren gemeinsam eine neue Flirt-TV-Show.Internet Die halbstündige Sendung mit Namen «Swissflirt-TV» wird ab Mitte August wöchentlich auf Tele Top zu sehen sein. Laut Regula Künzler von der Thurgauer Produktionsfirma Now werden den Kandidatinnen und Kandidaten von einer Lebensberaterin Karten gelegt und allgemeine Tipps gegeben. Wer sich für die Kandidaten interessiert, kann über Swissflirt.ch mit ihnen Kontakt aufnehmen.

«Joya rennt» auch für Sat 1 Schweiz

Die Single- und Reiseshow «Joya rennt» wechselt von den TeleNewsCombi-Sendern zu Sat 1 Schweiz.

Die Single- und Reiseshow «Joya rennt» wechselt von den TeleNewsCombi-Sendern zu Sat 1 Schweiz.Das Format wird für den Neustart am 12. September weiterentwickelt. Vor allem der Dating- und Reiseteil soll besser integriert und umgesetzt werden. Statt 14-täglich strahlt Sat 1 die Sendung wöchentlich aus. Moderator bleibt Björn Hering. «Wir haben uns für die Sendung entschieden, weil die temporeiche und interaktive Show ein junges, urbanes und mobiles Publikum anspricht», erklärte Marc Görtz, Programmberater von Sat 1 Schweiz.

MSN Schweiz halbiert Stellenzahl

Internet Die Online-Plattform MSN Schweiz reduziert ihr Contentangebot und streicht im Zug einer bereits angekündigten Ausrichtung auf bezahlte Dienstleistungen vier ihrer acht Arbeitsplätze.

Internet Die Online-Plattform MSN Schweiz reduziert ihr Contentangebot und streicht im Zug einer bereits angekündigten Ausrichtung auf bezahlte Dienstleistungen vier ihrer acht Arbeitsplätze.Drei der betroffenen Mitarbeiter können bei der Microsoft Schweiz weiter arbeiten. Marketing Manager Michael Seiler wird das Unternehmen aber verlassen, wie der NetzwocheTicker berichtete. Die Vermarktung der Onlineplattform wird neu ganz an Active Agent ausgelagert.
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