«Prime time» zeigt 50 Jahre TV-Geschichte

Das Museum für Kommunikation in Bern lässt in seiner Ausstellung «Prime time» 50 Jahre Fernsehgeschichte in der Schweiz Revue passieren.

Das Museum für Kommunikation in Bern lässt in seiner Ausstellung «Prime time» 50 Jahre Fernsehgeschichte in der Schweiz Revue passieren.Das Museum für Kommunikation in Bern lässt in seiner Ausstellung «Prime time» 50 Jahre Fernsehgeschichte in der Schweiz Revue passieren. Die Ausstellungsmacher wollen eine unterhaltsame Begegnung mit der Fernsehgeschichte und ihren Publikumslieblingen vermitteln.
«Prime time» beleuchtet auch die Gegenwart mit ihrer Bilderflut, der Virtualisierung der Welt und dem Trend zum Infotainment. Die Ausstellung wird am Freitag eröffnet und dauert bis zum 25. Juli 2004. Sie ist jeweils von Dienstag bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr geöffnet.

Präsidiales Zweigestirn

Einmal mehr tagte im edlen Fünfsternehotel Victoria-Jungfrau in Interlaken der Jahreskongress des Verbands Schweizer Presse.

Einmal mehr tagte im edlen Fünfsternehotel Victoria-Jungfrau in Interlaken der Jahreskongress des Verbands Schweizer Presse.Dieses Jahr stand er im Zeichen des zurücktretenden Präsidenten Hans Heinrich Coninx und des neu gewählten Hanspeter Lebrument. Wobei böse Zungen bereits munkelten, dass Coninx seinen Einfluss zu wahren wisse, sei er doch nun Ehrenpräsident – und sein Schwiegersohn Geschäftsführer des Verbands.
Wie dem auch sein wird: Die versammelte Verlegerschar erlebte eine präsidiale Verabschiedung. Neben einem Konzert des Zürcher Kammerorchesters gabs viele Gastreden, und zu guter Letzt gar mit zwei Liedern aus des neuen Präsidenten Heimat eine Gesangsdarbietung des gesamten Publikums.
Mit Berichterstattungsverbot belegt wurde allerdings die Party nach dem offiziellen Programm. Nur soviel: Dass der Shortlistautor dort mit den drei hübschesten Berner Oberländerinnen antanzte, war an der streng geheim gehaltenen Fete in Suite 402 die Attraktion schlechthin.
Von höchster Qualität ist jeweils auch die Publisher’s Night am Freitag. Der wunderschöne Saal sowie festlich gekleidetes Publikum verleihen dem Abend den richtigen Hauch von «Noblesse oblige». Einziger Kritikpunkt war der aufgetischte Seeteufel: Schlicht indiskutabel, weil zu Tode gekocht und darum zäh. Sowieso – Meerfisch, so nahe am Blausee, wo die Forellen von selbst ins Boot springen? Hier hätte es eine bessere Wahl gegeben.
Nach dem Essen traf man sich traditionsgemäss für ein langes Ausklingen des Abends an der Hotelbar zum Tanz. Dass dies das Stromnetz überlastete, so dass die Sicherungen – des Hotels, nicht der Teilnehmer – durchbrannten, tat der Stimmung keinen Abbruch. Die Jazz-Combo stieg flugs auf akkustische Instrumente um, was das Ambiente sogar noch gemütlicher machte.
Beat Fritschliebt es, ebenso wie andere Teilnehmer des Verlegerkongresses, sich für die Publisher’s Night in edles Tuch zu hüllen. Der Galaabend bildet
jeweils den Höhepunkt des jährlichen Stelldicheins des Schweizer Medienadels, der heuer im Grand Hôtel Victoria-Jungfrau stattfand.
Wo sich die Kommunikations-, Media- und Verlagsbranche zu ihren Events trifft, orten wir an den diversen Veranstaltungen der Szene. Haben Sie schon jetzt etwas zu berichten? Greifen Sie zum Hörer (01 296 97 98) oder in die Tasten (info@werbe woche.ch). Veranstaltungstipps und weitere Shortlistbilder gibt es online unter www.werbewoche.ch
Stabsübergabe – der scheidende Präsident der Schweizer Presse, Hans Heinrich Coninx.
Tagi-Chefredaktor Peter Hartmeier, Howard Griffiths, Orpheum Stiftung, und Thomas Pfiffner (v.l.), Zürcher Kammerorchester.
Genossen die Musikdarbietung am präsidialen Ehrenabend: Urs Wasserfallen, Pi.ar, und Publimedia-CEO Dani Strobel (r.).
Stocks-Verlagsleiterin Patrizia Serra (l.), Ueli Eckstein, stellvertretender CEO der AZ, und Gabi Wettstein, Marketingleiterin beim Tagi.
Christoph Richterich von Richterich & Partner mit Filippo Leutenegger und Beobachter-Chefredaktor Balz Hosang (v.l.).
Vize-Miss Stefanie Künzli, Miss Berner Oberland Raphaela Baumann und die drittplatzierte Manuela Lanker (v.l.): Holde Maiden.
Eleonore Droux, GL der Springer-Fachpublikation Medien & Medizin, unterhielt sich prächtig mit Peter Urs Naef.
Tamara Tschuor, Business Managerin Schweiz bei Reader’s Digest, mit Joachim Tillessen von der Bieler Gassmann-Gruppe.
Bruno Blaser (l.), Verlagsdirektor Blick und SonntagsBlick, mit den Journalisten Marianne Noser und Felix Aeberli.
Bruno Blaser (l.), Verlagsdirektor Blick und SonntagsBlick, mit den Journalisten Marianne Noser und Felix Aeberli.
Unverwüstliches Führungsteam des TV-Magazins TR-7: Geschäftsführer Sandro Rüegger und Chefredaktor René Hildbrand (r.).
Bestes Einvernehmen: Tele-Verlagsleiterin Jacqueline Friederichs mit Roli Wahrenberger, Verlagsleiter der Schweizer Familie.
Mussten für einmal nicht die ganze Journaille überwachen: Thomas Henne (r.) und Ralph Brechlin vom Argus der Presse.
Publigroupe-GD Otto Meier mit Myriam Engler, Verlagsleiterin Südostschweizer Mediengruppe, und Hanspeter Lebrument (r.).
Riccarda Mecklenburg (l.), m-&-m-Holding, mit Heike Findeis, Geschäftsführerin Springer Science and Business Media Schweiz.
Treffen mit Verlagsberater: Andreas Meili, Tamedia, und Uli Rubner, Jean Frey AG, mit Consultant Kurt W. Zimmermann (r.).
In Zukunft wohl etwas mehr Arbeit: Conny Moser, Personal Assistant von Hanspeter Lebrument, mit Urs Schnider vom MTJ.
Posierte gern fürs «Damenbild»: Jürg Wildberger mit Ringier-Konzernsprecherin Eva Keller (l.) und Barbla C. Schaerer, Farner PR.
Suzanne Speich mit Euro-RSCG-CEO Frank Bodin (l.) und Karl Lüönd, Leiter des Medieninstituts der Schweizer Presse.
Brigitte Schatzmann, Retail Brand Manager bei der Kiosk AG, mit Adrian Bauder, Inhaber von The Primetop Group.
Stilsicher wie immer: BZ-Verlagsdirektorin Franziska von Weissenfluh und Albert P. Stäheli, CEO der Espace Media Groupe.
Können als eine Art Gastgeber im Jungfrauland bezeichnet werden: Urs Gossweiler mit Ehefrau Beatrice, Gossweiler Media AG.
Bei Martin Kall (l.) weiss man nie so genau, ob er nicht wieder auf Einkaufstour ist – beispielsweise bei Charles von Graffenried?
Exzellente Laune herrschte am Galaabend, wie man Claudia und Daniel Kaczynski mit Christoph Richterich (l.) unschwer ansieht.
Der TV-Spezialist und Producer Anton Schaller mit Verlegerin Claudia Streit im Ballsaal des Victoria-Jungfrau.
Wird als neuer Verbandspräsident auch mal für Kontroversen sorgen: Hanspeter Lebrument.

Zuhören und sanieren

Christophe Waeber betreut als Anzeigenleiter bei Jean Frey Weltwoche und Bilanz gleichzeitig.

Christophe Waeber betreut als Anzeigenleiter bei Jean Frey Weltwoche und Bilanz gleichzeitig.Der neue Anzeigenchef für Bilanz und Weltwoche versteht sich nicht als Verwalter, sondern als einer, der «etwas aufbauen» will. Das hat Christophe Waeber schon einmal bewiesen – in Portugal. Mit einem Last-Minute-Ticket gelangte Waeber an die Atlantikküste. Mehr als zwei Jahre ist er geblieben. Schon am zweiten Tag war der Urlaub zu Ende. Er hat an der Algarve ein Haus entdeckt, das er unbedingt renovieren wollte. Es war eine Ruine. Aber die Liegenschaft hatte Potenzial. Der Gewinn bringende Verkauf des renovierten Hauses brachte ihn auf den Geschmack. Waeber sanierte noch weitere Ruinen und entdeckte eine Marktlücke. So entwickelte sich aus dem Ferientrip eine Consultingfirma, die Ausländern im Süden Portugals auch noch beim Gründen von KMU half. Einer seiner Kunden hat dank Waebers gutem Rat in Portugal sogar eine kleine Zeitung gegründet.Das war ein Wink des Schicksals. Der fleissige Aussteiger kehrte 1995 in die Schweiz zurück und liess sich von Publicitas anstellen. In einer Stabsstelle der Generaldirektion war er fast vier Jahre im Marketing tätig. Später baute er bei der Wirtschaftszeitung Cash den Marketingsupport auf und leitete diverse Verlagsprojekte, um sich danach auf Agenturseite weiterzuentwickeln: Bei DDB in Zollikerberg wirkte Waeber zuerst in der Kreativagentur an strategischen Planungen mit, später tat er dasselbe bei deren Media-Ableger OMD. Dort wurde er nach der Neustrukturierung der OMD Gruppe Chef der operativen Unit Zürich City, bevor er wieder «zurück zu den Wurzeln» auf die Verlagsseite gewechselt hat.
Es sei wertvoll, dass er beide Seiten kenne, meint Waeber. Er hat als erste Massnahme bei Jean Frey die Präsentationen der Titel selber geschrieben, «kurz und knapp», denn er weiss, «was Agenturen und Kunden wollen und wofür sie keine Zeit haben».
Zeit sparen sowohl inhouse als auch beim Kunden, das ist eine seiner neuen Doppelfunktionen. Zeit ist Geld. Und wenn man bei einem grossen Kunden mit einem Termin gleich zwei Titel präsentieren kann, ergibt das für Waeber «betriebliche Synergien, die wir natürlich nutzen wollen».
Bei Weltwoche und Bilanz sind etwa 40 Prozent der Anzeigenkunden – rund 30 Key Accounts – gleich. Die Positionierungen der beiden Titel sind zwar verschieden, aber komplementär: «Mit Bilanz und Weltwoche decken wir die Nordfelder des Medien-Radars qualitativ überdurchschnittlich ab, erschliessen exklusive Leserkreise.» Mit Waebers Job bei Jean Frey ändert sich in der Verkaufsstruktur auf der Ebene Gebietsverkaufsleiter gar nichts: Sie bleiben bei ihren angestammten Titeln. Die Umstrukturierungen betreffen nur die Verlagsleitung und Anzeigenleitung.
Als Erstes hat der «Marketing-Mensch» die Situation analysiert. Wie ist die Befindlichkeit der Titel und der Leute? Dann sei es darum gegangen, eine Strategie für die beiden Titel auszuarbeiten. Um sie hernach umzusetzen. Sein Ziel und jenes vom Jean Frey Verlag: Den erfolgreichen Weg der Weltwoche weiter gehen und beim Wirtschaftsmagazin mit kleinen Korrekturen und einem konzentrierten Auftritt erreichen, «dass die Bilanz wieder verstärkt Talk of Town ist». Waeber ist überzeugt: «Wir haben Top-Leute, -Strukturen und -Produkte.» Das will er entsprechend kommunizieren: «Jetzt packen wir es an.»
Die neue Geisteshaltung ist bereits mit dem Media Trend Award belohnt worden. Für Waeber die offizielle Anerkennung, dass er «ein gutes Team vorgefunden» hat. Eigene Qualitäten glaubt Waeber auch zu besitzen. Man sage ihm unter anderem eine grosse Empathie nach, will meinen: Er kann gut zuhören – und ebenso gut beraten.
Christophe Waeber hilft als Anzeigenleiter mit, dass die Bilanz wieder Talk of Town wird.
Andreas Panzeri

Beste Plakate in Luzern

Grafik Exklusiv in der Schweiz wird an der Hochschule für Gestaltung und Kunst Luzern vom 30. September bis zum 12. November die Ausstellung «100 beste Plakate 02: Deutschland, Österreich, Schweiz» gezeigt.

Grafik Exklusiv in der Schweiz wird an der Hochschule für Gestaltung und Kunst Luzern vom 30. September bis zum 12. November die Ausstellung «100 beste Plakate 02: Deutschland, Österreich, Schweiz» gezeigt.Ausgestellt werden Plakate, die von einer internationalen Jury unter Vorsitz von Henning Wagenbreth aus über 1000 Einsendungen ausgewählt wurden. Die Auswahl bietet einen vielfältigen Überblick über das gegenwärtige Plakatdesign im deutschsprachigen Raum. Aus der Schweiz schafften es 22 Plakate in die Auswahl. Ein Katalog zur Ausstellung ist im Hermann Schmidt Verlag Mainz erschienen, ISBN 3-87439-629-0.

Zahl der Woche

Branding Studies Bereits 15 Prozent des weltweiten Gesamtumsatzes bei Konsumgütern entfallen auf Eigenmarken, und die Tendenz ist steigend, besonders in den «Emerging Markets». Das hat eine Studie von ACNielsen ermittelt, die 80 Warengruppen in 36 Lä

Branding Studies Bereits 15 Prozent des weltweiten Gesamtumsatzes bei Konsumgütern entfallen auf Eigenmarken, und die Tendenz ist steigend, besonders in den «Emerging Markets». Das hat eine Studie von ACNielsen ermittelt, die 80 Warengruppen in 36 Ländern untersucht hat. Spitzenreiter ist die Schweiz mit einem Eigenmarkenanteil von 38 Prozent, vor Grossbritannien (31 %) und Deutschland (27 %). In den USA beträgt der Anteil 15 Prozent allerdings ohne Einbezug von Wal-Mart.

33. Mobius Awards ausgeschrieben

Zum 33. Mal findet der US-Kreativwettbewerb Mobius Awards statt. Bis zum 20. Oktober können Werbemassnahmen eingereicht werden, die in den letzten 12 Monaten neu oder erneut lanciert wurden.

Zum 33. Mal findet der US-Kreativwettbewerb Mobius Awards statt. Bis zum 20. Oktober können Werbemassnahmen eingereicht werden, die in den letzten 12 Monaten neu oder erneut lanciert wurden.Die Preise werden im Februar 2004 verliehen. Bei den 32. Mobius Awards war die Schweiz mit dreimal Gold vertreten (Euro RSCG und zweimal Lowe). Die Anmeldung ist online möglich unter www.mobiusawards.com.

«Werbegeschenke sind oft Umweltverschmutzung»

Werbeartikel III Was hält die Eliteszene von Werbegeschenken? Wann setzt sie auf Werbegeschenke? Und welche Werbeartikel liegen bei den Kreativen im Trend?

Werbeartikel III Was hält die Eliteszene von Werbegeschenken? Wann setzt sie auf Werbegeschenke? Und welche Werbeartikel liegen bei den Kreativen im Trend?Antworten darauf bekam die werbewoche von Frank Bodin, Rolf Zimmermann, Markus Gut, Markus Ruf und Dominik Imseng. Rolf Zimmermann Managing Director Spillmann, Felser, Leo Burnett:
«Klar – wir entwickeln auf Wunsch auch Werbegeschenke. Ich rede dabei aber nicht von Kugelschreibern oder Schirmen, sondern von Artikeln, die mit der Aussage der Werbebotschaft respektive der Marke übereinstimmen. Um das passende Give-away zur vorhandenen Werbeidee zu finden,
lassen wir sehr oft die Artikel extra herstellen. Wichtig dabei ist, dass die Werbegeschenke in den meisten Fällen nicht allzu viel kosten und dennoch nicht gerade nach drei Tagen auseinander fallen. Eines unserer bekannteren Beispiele ist der Skifahrerbeschleuniger, der wie eine Rätsche funktioniert und den wir für unseren Kunden Swisscom für die Ski-Weltmeisterschaft in St.Moritz entwickelt haben.»
Markus Gut Executive Creative Director Publicis:
«Wenn Werbegeschenke Sinn machen, sind sie ein gutes Mittel, um Aufmerksamkeit zu wecken. Unabdingbar ist dabei aber, dass erst die Idee entwickelt und dann nach dem passenden Produkt gesucht wird. Die besten Beispiele für gelungene Werbegeschenke sind unsere Give-aways für Sportplausch Wider. Nicht umsonst wurden wir für diese schon zigfach ausgezeichnet. Sie passen in die Werbe- und Kommunikationsstrategie, sind überraschend und spannend.
Leider gibt es aber auch viele ideenlose Werbegeschenke, irgendwelche Produkte, auf denen lieblos irgendein Logo hingedruckt wurde und hinter denen absolut keine Werbeidee steht.»
Markus Ruf Creative Director und Mitinhaber Ruf Lanz:
«Ehrlich gesagt, fallen mir spontan wenig sinnvolle Anwendungen ein. Oft handelt es sich doch um Standardware, auf die Autogaragen, Pizzerias und Pubs einfach ihre Logos drucken. Ein nachvollziehbarer oder gar überraschender Zusammenhang zum Werbenden besteht nur selten. Allenfalls versucht man, dem Ganzen mit einem dünnen Wortspiel ein bisschen Sinn einzuhauchen (à la «Wir sind Feuer und Flamme für Ihren Auftrag» auf einem Feuerzeug). Was es auch nicht besser macht. Interessante Anwendungen entstehen, wenn zuerst eine gute Idee da ist, welche ein bestimmtes Werbegeschenk zwingend macht. Beispiel: die Give-aways, die Markus Gut und ich seit einigen Jahren dem Sportplausch Wider vorschlagen und die mit schöner Regelmässigkeit ausgezeichnet werden. Dabei ist bezeichnend, dass man diese Werbegeschenke meistens nicht im Katalog findet, sondern extra herstellen lassen muss.»
Dominik Imseng Creative Director McCann-Erickson Schweiz:
«Auch Werbegeschenke sind eine kreative Chance. Schön, wenn man sie eigens produzieren kann – wie beispielsweise unseren Flipchartblock fürs NZZ Grandplus. Aber auch ein gewöhnlicher Kugelschreiber kann entzücken – sofern die Headline stimmt.
Einmal mehr gilt also: Die Idee machts.»
Frank Bodin CEO Euro RSCG Schweiz:
«In den meisten Fällen sind Werbegeschenke eine Umweltverschmutzung. Oder eine aktive Bestechung. Sinn machen Werbegeschenke nur, wenn sie einen zusätzlichen Inhalt vermitteln oder der Werbeträger einen besonderen Bezug zum Produkt herstellt. Bei Werbegeschenken verhält es sich wie bei der richtigen Werbung: Ohne Idee ists Müll.»
SFLB für Swisscom.
Publicis für Sportplausch WiderPappstars als ‹Werbegeschenke› für den Privatsender NRJ.
McCann-Erickson für NZZ Grandplus
Umfrage: Annelies Friedli

Geliebte und gehasste Presseförderung

Presseförderung Der Verband Schweizer Presse hat seine Wünsche an die neue Form der Presse-förderung formuliert. Ein vorerst erfolgloses Veto in letzter Minute gegen den unerwünschten Medienartikel.

Presseförderung Der Verband Schweizer Presse hat seine Wünsche an die neue Form der Presse-förderung formuliert. Ein vorerst erfolgloses Veto in letzter Minute gegen den unerwünschten Medienartikel.
Der Positionsbezug kam zwar gerade noch rechtzeitig, den Willen des Nationalrates vermochte er aber trotzdem nicht mehr zu beeinflussen. Am vergangenen Dienstag debattierte die Grosse Kammer die parlamentarische Initiative «Medien und Demokratie» – und damit den Entwurf eines neuen Medienartikels in der Bundesverfassung. Dabei ging es um eine neue Variante der Presseförderung, die nach dem Aus für die Posttaxenverbilligung ab 2008 in die Bresche springen soll.Der Nationalrat hat die Initiative mit 83 zu 68 Stimmen überwiesen. Nun liegt der Ball beim Ständerat, der zu einem späteren Zeitpunkt darüber befinden muss, ob ein Medienartikel in der Verfassung zweckmässig sei, der direkte Förderungsmassnahmen an einzelne Presseunternehmen vorsieht.
Genau dies wollen die Schweizer Zeitungs- und Zeitschriftenverleger aber nicht. Der Grund für ihre ablehnende Haltung: Sie befürchten politischen Einfluss auf die geförderten Medien, sobald staatliche Instanzen darüber entscheiden, welche Zeitungen wie unterstützt werden sollen. Im Sinne eines Gegenvorschlags hat der Verband Schweizer Presse seine eigenen Vorstellungen zur Presseförderung entwickelt. Am Jahreskongress in Interlaken wurde das neue Modell erstmals von Marco de Stoppani, Leiter der zuständigen Arbeitsgruppe, und Daniel Kaczynski, Geschäftsführer des Verbandes, der Öffentlichkeit vorgestellt.
Entstanden ist ein Grundsatzmodell, das auf indirekte Presseförderung setzt. Kernstück des Vorschlags: Der Staat stellt zwar Subventionen zur Verfügung, greift aber nicht in die Verteilung der Gelder ein. Nach den Vorstellungen des Verbandes wird das gesamte Handling einer unabhängigen Stiftung übertragen und somit direkter politischer Einflussnahme im vornherein ein Riegel geschoben. Gemäss den Intentionen der verbandsinternen Arbeitsgruppe sollen in diesem breit abgestützten Gremium sieben bis elf Stiftungsräte Einsitz nehmen, die für eine Amtsperiode von vier Jahren gewählt sind. Deren Aufgabe wird die Entgegennahme, Verwaltung und Verteilung der Gelder gemäss den Bedürfnissen der Verlage sein.
Über die als besonders heikel bewertete Organisationsform hinaus formulierte der Verband auch gleich seine Vorstellungen, was alles ab 2008 förderungswürdig sei. Neu sollen neben der Distribution zusätzlich drei weitere Bereiche Beiträge erhalten, nämlich Bildung, Selbstkontrolle und Datenversorgung. Der vom Verband errechnete Mittelbedarf von insgesamt 150 Millionen Franken sieht allerdings vor, dass der Löwenanteil – 120 Millionen Franken – nach wie vor dem Vertrieb zufliessen. Dabei müssen die rund 3000 Titel, die heute von Posttaxenverbilligungen profitieren, keine negativen Überraschungen gewärtigen. Denn sämtliche von ihnen werden auch mit dem neuen Modell zu Beiträgen kommen. Im Einzelfall soll es sogar noch mehr geben: Nebst dem Grundsatz, kleine Titel überdurchschnittlich zu fördern, schlägt der Verband vor, zusätzliche Unterstützung zu gewähren, wenn bestimmte Kriterien erfüllt sind.
Mittel auch für AgenturenGemäss den Wünschen der Schweizer Verleger sollen ab 2008 pressenahe Bereiche und Institutionen von staatlichen Zuschüssen profitieren, die bisher ihre Mittel vollumfänglich selber beschaffen mussten: Profitieren davon sollen die Bereiche Bildung (Ausbildungsinstitutioen mit dem Status höherer Fachschulen wie MAZ und Medieninstitut) und die Selbstkontrolle (ein branchenübergreifendes Gremium), denen zusammen 20 Millionen Franken zugedacht werden. Der vierte Bereich, der mit zehn Millionen Franken unterstützt werden soll, ist die Datenversorgung. In den Genuss dieser Summe sollen nationale und sprachregionale Nachrichten-, Text- und Bildagenturen kommen, die bisher – neben den Nutzerentgelten – zu einem schönen Teil mit Sponsoring- und Spendengeldern finanziert sind.
Gegen «Subventionsjägerei»
Die umstrittene neue Form der Presseförderung war am Verbandskongress gleich zweimal Schwerpunktthema: Bei der Mitgliederversammlung und bei der Podiumsdiskussion tags darauf. Dabei meldeten sich auch kritische Stimmen zu Wort. Neben dem Brienzer Kleinverleger Urs Gossweiler, der sich bereits im Vorjahr heftig gegen jegliche Form der staatlichen Presseförderung gewehrt hatte, argumentierte Filippo Leutenegger auf ähnliche Weise. Auch von FDP-Parteipräsidentin Christine Langenberger-Jaeger bekamen Gossweiler und Leutenegger Schützenhilfe. «Subventionen geben falsche Anreize für die künftige Strukturbildung. Tatsache ist, dass geförderte Bereiche früher oder später strukturschwach werden», sagte Leutenegger. Der Jean-Frey-CEO glaubte auch schon zu wissen, dass das Parlament einer Stiftung nicht zustimmen werde. «Wenn der Staat so viel Geld gibt, dann will er die Kontrolle darüber haben.»
Wie kontrovers die Meinungen zur Presseförderung im Verband Schweizer Presse sind, zeigte auch die Schlussabstimmung: 92 Mitglieder sagten ja zum Arbeitsgruppenvorschlag, 49 lehnten sie ab und elf enthielten sich der Stimme.
Der Verband will nun das ausformulierte Modell in den kommenden Monaten Politikern und Behördenvertretern vorlegen. Dabei soll vor allem dessen Realisierbarkeit geklärt werden. Eine zweite Phase sieht vor, sämtliche zur Gründung der Stiftung benötigten Dokumente wie Stiftungsurkunden, Richtlinien und Reglemente zu erarbeiten.
Prüfstein Lobbyarbeit: Die Verbandsspitze muss sich für ein neues Presseförderungsmodell stark machen.
Daniel Schifferle

Werben ist wie Sex, nur sollte man dabei was denken…

ADC Beim 39. Wettbewerb des Art Directors Clubs Deutschland (ADC) wählte «die bedeutendste Kreativjury des Landes» aus über 7000 Arbeiten «die kreativsten» aus.

ADC Beim 39. Wettbewerb des Art Directors Clubs Deutschland (ADC) wählte «die bedeutendste Kreativjury des Landes» aus über 7000 Arbeiten «die kreativsten» aus.So steht es geschrieben im ADC-Buch 2003. Blättert man im fast 900 Seiten dicken Wälzer, findet man mehr als 1001 Ideen, wie Werbung heute kreativ sein kann. So spendet zum Beispiel eine Anzeige auf Seite 23 allen Werbern Trost, die beim Rally leer ausgegangen sind. Es war eben immer schon etwas einfacher, mit erhöhtem Testosteronspiegel an eine Werbeaufgabe heranzutreten… (pan)

Weko bewilligt Tamedia-Einstieg bei 20 Minuten

Pressekonzentration Die Wettbewerbskommission (Weko) genehmigt die Übernahme der 20 Minuten (Schweiz) AG durch das Zürcher Medienhaus Tamedia.

Pressekonzentration Die Wettbewerbskommission (Weko) genehmigt die Übernahme der 20 Minuten (Schweiz) AG durch das Zürcher Medienhaus Tamedia.Pressekonzentration Die Wettbewerbskommission (Weko) genehmigt die Übernahme der 20 Minuten (Schweiz) AG durch das Zürcher Medienhaus
Tamedia. Über die Beteiligung der Berner Zeitung (BZ) wurde noch nicht entschieden. Tamedia und BZ wollen 20 Minuten gemeinsam über die Express Zeitung AG erwerben. Dabei sollen sich die Berner mit 17,5 Prozent an der Express Zeitung beteiligen. In der Vorprüfung hatte die Weko Anhaltspunkte für die Begründung oder Verstärkung von marktbeherrschenden Stellungen auf den Werbe- und Lesermärkten Bern und Zürich gefunden. Für Zürich seien diese Anhaltspunkte in der vertieften Prüfung weggefallen, schreibt die Weko. In Bern erfordere die geplante Minderheitsbeteiligung der BZ-Mutterfirma Espace Media Groupe am Bund Verlag eine neue Beurteilung des Zusammenschlusses zwischen BZ und 20 Minuten.

Vorwiegend staatlich

Oliver Classen über den ruinösen Ausverkauf der Pressefreiheit

Oliver Classen über den ruinösen Ausverkauf der PressefreiheitVerkommt das Zeitungsland Schweiz zur Bananenrepublik? Diese verständliche Befürchtung äussert Hanspeter Lebrument im Gespräch mit der Werbewoche (Seite 29). Anlass dazu gibt dem frisch gebackenen Verlegerpräsidenten der abstruse Anti-Konzentrationspassus in der RTVG-Revision und nicht das noch viel gravierendere Plazet des Nationalrats zum neuen Medienartikel und der damit verbundenen direkten Presseförderung.Zwar wehrt er sich (wie die meisten seiner Zunft) gegen Berner Umarmungen. Dennoch ist Lebrument schon von Amts wegen mitverantwortlich für dieses medien- wie ordnungspolitische Debakel. Schliesslich schlug sein Verband Schweizer Presse den staatsgläubigen SP-Eiferern mit der Relativierung, künftige
Fördermassnahmen sollten «vorzugsweise» indirekt erfolgen, beim letzten Jahreskongress den entscheidenden ideologischen Steilpass. So gesehen ist das realitätsfremde Stiftungsmodell (siehe Seite 20) letztlich nicht mehr als dessen konsequente Verwertung – und ein Eigentor für die gesamte Branche.
Gedacht war der kleine, heim-tückische Einschub ursprünglich als rhetorische Konzession an jene subventionsgeilen Klein- und Kleinstverleger, die immer mal wieder Sezessionsgelüste hegen. Nun zeigt sich: Im Vergleich zur angekündigten Aushöhlung der Schweizer Pressefreiheit wäre eine Spaltung des die widersprüchlichsten Interessen vertretenden Verbandes das weitaus geringere Übel.
Bleibt zu hoffen, dass Lebrument dies auch so sieht und seiner offiziellen Bestürzung nun schnell Taten folgen lässt. Sonst könnte er eines nicht allzu fernen Morgens statt im geordneten helvetischen Bannwald tatsächlich in einer wild wuchernden Bananenplantage erwachen.
> Oliver Classen, Redaktor

Alle entscheiden sich am Mittwoch

Wirtschaftspresse Für die aufgefrischte HandelsZeitung baut Jung von Matt/Limmat ihr Image zu einem Entscheider-Tool um.

Wirtschaftspresse Für die aufgefrischte HandelsZeitung baut Jung von Matt/Limmat ihr Image zu einem Entscheider-Tool um.Derzeit erholen sich die Aktienmärkte noch grösstenteils unter Ausschluss der breiten Öffentlichkeit. Vertrauensaufbau braucht eben Zeit. Zudem scheinen viele Beteiligte aus schmerzhaften Fehlern gelernt zu haben. Bei vielen Wirtschaftstiteln stimmt alleine schon der Umstand optimistisch, dass der Auflagen- und Leserschwund gestoppt werden konnte. Es geht wieder aufwärts, wenn auch noch in kleinen Schritten, und auf diesem Weg hat sich die HandelsZeitung (HZ) in eine Verschönerungs- und Verjüngungskur begeben. Seit einer Woche erscheint der Wirtschaftstitel mit neuem Konzept und Layout. Nicht aus der Defensive heraus habe man diesen Relaunch vollzogen. Der Rückgang bei den Leserzahlen sei kein Vertrauensentzug, sondern die Folge des betrieblichen Rotstifts gewesen, so Verleger Ralph Büchi. Und die Talfahrt im Inseratevolumen sah bei der HZ mit kumulierten 15,9 Prozent bis Juli 2003 im Vergleich zur Konkurrenz geradezu harmlos aus. Wer sie nicht liest, solls spüren
Sekundiert wird das visuell und inhaltlich leicht geliftete Wirtschaftsblatt von einer Imagekampagne, die laut Martin Samsel, Beratungsgruppenleiter im Hause Jung von Matt/Limmat (JvM), beim guten Ruf der Zeitung ansetzt. Zugleich versucht die Agentur, das Nice-to-have-Image der HZ beim Publikum in ein Need-to-have zu kehren. Wer das Blatt nicht gelesen hat, soll das, so die Werbeidee, auch zu spüren bekommen. Unentbehrlich soll die HZ sein, indem sie im zwingenden Themenmix erfolgreiche Persönlichkeiten vermehrt zu Wort kommen lässt.
«Der Benchmark für dieses Need-to-have ist für uns die NZZ», sagt Samsel. Das differenzierte Versprechen, das die HZ geben kann, liege in ihrer Relevanz als Entscheider-Tool, weil sie allen Facetten der komplexen Wirtschaft gerecht werde, war das Werberteam bei JvM/Limmat überzeugt.
Als Ausgangspunkt für die Kampagne diente die Erkenntnis, dass selbst erfahrene Führungskräfte sich mit Entscheidungen nicht immer leicht tun. Unter dem Motto «Warten auf Mittwoch» dramatisieren deshalb die ersten drei Anzeigenmotive den Produktnutzen und zeigen Manager, die hin und her überlegen oder im Pyjama schlaflos im Bett liegen und grübeln. Bis eben der Mittwoch dämmert, der Erscheinungstag der HZ, der ihrem Zögern ein Ende setzt, weil das Blatt ihnen die die richtige Entscheidungsbasis liefert.
Die Achtzigerjahre sind zurück: JvM/Limmat wirbt im Story-telling-Stil für die HandelsZeitung.
Luca Aloisi
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