News: 20 Minuten baut Online-Stellen ab

Die Pendlerzeitung 20 Minuten baut im Online-Newsbereich Stellen ab.

Die Pendlerzeitung 20 Minuten baut im Online-Newsbereich Stellen ab.News 20 Minuten baut Online-Stellen ab Von 700 Stellenprozenten bleiben 200 erhalten. Man habe bemerkt, dass die Nachfrage nach Online-News nicht über den ganzen Tag verteilt ausgeglichen sei, sagte Chefredaktor Markus Eisenhut gegenüber der SDA. Jeweils morgens, mittags und abends sei eine erhöhte Nutzung zu beobachten.
MSN.ch kooperiert mit News Aktuell
Das Microsoft-Portal MSN.ch hat eine Zusammenarbeit mit News Aktuell, dem PR-Text-Service der Schweizerischen Depeschenagentur (SDA), vereinbart. Die MSN-Nutzer finden in den Channels Wirtschaft, Nachrichten, Computer und Gesundheit künftig Medienmitteilungen von Behörden, Organisationen und Unternehmen.
SRG bereitet Himmel für DVB vor Die SRG bereitet die Einführung von Digital Video Broadcasting (DVB) vor. Um die Grundlagen dafür zu schaffen, wird die Ausstrahlung der ersten Fernsehprogramme der anderssprachigen Regionen etappenweise zwischen März und Juni 2002 von terrestrisch auf Satellit umgestellt. In den eigenen Sprachregionen werden die Programme unverändert terrestrisch verbreitet, ebenso in den Sprachgrenzgebieten. Bei den zweiten Programmen hat die Umstellung bereits stattgefunden. Haushalte ohne Kabelanschluss und Satellitenempfang müssen umstellen, wenn sie die ersten Fernsehprogramme der anderen Sprachregionen weiterhin empfangen möchten.

Ein neues Kleid für Ringiers Geld

«CashTV» präsentiert sich mit neuem Studiodesign und frischen Trailern

«CashTV» präsentiert sich mit neuem Studiodesign und frischen TrailernMit dem Umzug ins neue Gebäude von Ringier TV hat die Sendung «CashTV» ein Facelifting vollzogen. Frame Eleven produzierte Signete, Trailer und Jingles, Schubigerbricchi überarbeitete das Studiodesign.Am 9. Dezember wird «CashTV» zum ersten Mal aus dem neuen Studio an der Zürcher Hagenholzstrasse ausgestrahlt. Der Auszug aus dem TPC erforderte eine Neugestaltung des Studiodesigns: Im neuen Gebäude, wo die Sendung ab Dezember sonntags produziert wird, steht «CashTV» weniger Raum zur Verfügung. Dies gab den Anlass, gleich den ganzen Auftritt der Sendung zu überdenken. «Das Dekor war nicht mehr zeitgemäss und etwas spröde», argumentiert Chefredaktor Fritz Spring.
Den Auftritt hat die Designagentur Schubigerbricchi neu gestaltet, die mit Frame Eleven den Pitch um das Redesign gewann. Das Gespann überzeugte durch eine konsequente Umsetzung der Vorgaben: Ein frischer Auftritt sollte entstehen, der die Farbpalette von Cash und Borsalino aufnimmt und den Medienverbund der beiden Formate demonstriert.
Typografische Elemente und die Farbtöne der Kästen und Grafiken der Zeitung wurden in die neuen Signete von «CashTV»
und «CashTalk», Rubrikenjingles, Trailer, Abspann und Einblendungen übernommen.
Für das Hauptsignet wurden die Bewegungsabläufe nicht gefilmt, sondern mit einer hochauflösenden Digitalkamera in Einzelbildern festgehalten und danach zusammenkomponiert.
In einem nächsten Schritt sollen die Internetseiten von Cash, «CashTV» und Borsalino durch ein einheitliches Design noch näher zusammenrücken. Bruno Amstutz

Schnell, locker, Fedex

Mit neuen und völlig überdrehten Storys lenkt die US-Firma von ihrem USP ab

Mit neuen und völlig überdrehten Storys lenkt die US-Firma von ihrem USP abVon Thérèse Balduzzi Tempo und Slapstickhumor sind schon lange das Markenzeichen der Fedex-Werbung in Amerika. In der neuesten Kampagne von BBDO, New York, stehen schnelle Dialoge im Mittelpunkt. Jeder der fünf Spots dreht sich um eine unterschiedliche Dienstleistung von Fedex.
Verlässlichkeit ist ein Teil des Brandimages von Fedex. Mit ihrer neuen Kampagne unterstreicht die Firma mit Hauptsitz in Memphis, Tennessee, diese Eigenschaft und will das Vertrauen auf seine weniger bekannten Dienstleistungen ausdehnen. In jedem Spot wird eine davon thematisiert. In einem geht es um den Onlineservice, über den man die ganze Abfertigung von Paketen erledigen kann. In einem weiteren um die Fedex-Briefkästen, die in amerikanischen Städten an strategischen Orten, in Geschäftshäusern und neuerdings sogar in Postgebäuden aufgestellt sind. Weitere handeln vom billigeren Fedex-Ground-Transport oder von den ebenfalls neuen, längeren Öffnungszeiten der Fedex-Filialen.
Die 30 Sekunden langen Spots sind als Dialoge inszeniert, in denen ein von Fedex begeisterter Büroangestellter jeweils einem Kollegen eine Anekdote erzählen will, in der Fedex die rettende Rolle spielt. Sein Gegenüber stellt jedoch dauernd Fragen zu Details, die von der Geschichte ablenken.
Bei «Saturday Night Live» ganz gut hingeguckt
In einem Spot etwa geht es um eine Frau, deren Auto von Bankräubern gestohlen wurde, just in dem Moment als sie zur Fedex-Abgabstelle fahren wollte. Dank eines Fedex-Briefkastens auf der anderen Strassenseite gelangte das Paket trotzdem ohne Umwege zu Fedex. Der Zuhörer interessiert sich jedoch mehr dafür, wie die maskierten Räuber durch die Strümpfe sehen konnten. «You don’t get the point» ist deshalb jeweils der wiederkehrende Satz in den Spots. Da die zwei stets aneinander vorbeireden, folgt die Tagline «Don’t worry. There’s Fedex for that.» Die schnellen, komischen Dialoge erinnern an die Sketches von «Saturday Night Live».
In einem weiteren Spot erzählt ein Darsteller von der Geburtstagsparty in einer Speditionsabteilung, bei der alle Mitarbeiter mit einer Ausnahme an einer Lebensmittelvergiftung litten. Dank des Onlineservices von Fedex konnte der Zurückgebliebene jedoch die ganze Ladung Post alleine bewältigen. Wieder interessiert sich der Zuhörer nur dafür, welche Nahrungsmittel zur Vergiftung geführt haben.
In «Hogan’s Heroes» vergisst ein junger Unternehmer wegen eines Marathons der gleichnamigen Fernsehsendung beinahe, ein Paket abzuschicken, kann es aber dank der neuen Öffnungszeiten der Fedex-Filialen doch noch rechtzeitig wegspedieren. In «She wore white» schafft es der unterschätzte Schwiegersohn seinen Schwiegervater zu beeindrucken, weil er als billige Lösung den Grundtransport von Fedex vorschlägt. Im Letzten geht es um Bowlingtaschen, die plötzlich Mode wurden und über Nacht nach Italien exportiert werden mussten.
Die Terrorattacken haben das Spotbudget arg strapaziert
Zwei der Spots mussten nach den Terroranschlägen auf Amerika nochmals abgedreht werden: Die unter Lebensmittelvergiftung leidenden Büroangestellten wurden ursprünglich mit viel Sirenengeheul ins Krankenhaus gebracht. In der veränderten Version rennen sie auf die Toilette. Den Bankräubern rennen keine Polizisten mehr nach, stattdessen fliehen sie in Zeitlupe in einer Wolke von Geldscheinen. Copywriter und AD für die Spots war der Freelancer Ernest Lupinacci. Regie führte Joe Pytka.

Am Code hängt doch alles

Wer tagesaktuelle Kioskzahlen will, muss einen Strichcode auf die Zeitungen drucken

Wer tagesaktuelle Kioskzahlen will, muss einen Strichcode auf die Zeitungen druckenVon Markus Knöpfli Seit letztem September sollten eigentlich alle Verkaufsstellen der Kiosk AG den Verlagen tagesaktuelle Verkaufszahlen liefern können. Dem ist aber nicht so. Die Kiosk AG hat ihre Investitionen vorläufig gestoppt. Der Hauptgrund: 30 Prozent der Tageszeitungen haben nach wie vor keinen EAN-Code. Sie behindern so das Projekt.
Was die Kiosk AG Anfang 1999 in Aussicht stellte, liess damals aufhorchen: Bis September 2001 wollte sie alle ihre 1350 Verkaufsstellen mit Scannerkassen ausrüsten (siehe WW 13/99). Dafür sah sie Investionen von knapp 33 Millionen Franken vor. Zudem wollte der Pressegrossist auch die rund 6000 Depositäre, die er täglich schweizweit beliefert, zum Mitmachen animieren. Der Vorteil des so genannten POSI (Point of Sale Information System): Die verkauften Titel und Produkte können, sofern sie mit einem Strichcode versehen sind, sofort zentral registriert und die Verkaufszahlen somit täglich, ja stündlich abgerufen werden – und zwar nach jeder einzelnen, angeschlossenen Verkaufsstelle. Dies ermöglicht Verlagen, aber auch allen Food- und Nonfoodlieferanten schnelle Nachlieferungen sowie die tagesaktuelle Steuerung der Ausliefermenge.
Doch heute liefert die Kiosk AG diese Daten noch nicht – oder höchstens in Ansätzen. Klar, denn bisher hat sie erst 500 Scannerkassen installiert, allerdings an jenen Verkaufsstellen, mit denen sie immerhin 60 Prozent ihres Gesamtumsatzes erzielt. «Diesen Stand werden wir mindestens bis Ende 2002 beibehalten, erst danach werden wir über einen allfälligen Weiterausbau entscheiden», stellt Josef Jungo, Geschäftsführer der zur Valora-Gruppe gehörenden Kiosk AG, klar. Auf jeden Fall würden die 1350 eigenen Verkaufsstellen der Kiosk AG frühestens Ende 2003 mit Scannerkassen bestückt sein, doch könne es durchaus auch Ende 2004 werden.
Die Verlage sind noch nicht auf den Strichcode gekommen
Für die Verzögerung nennt Jungo mehrere, auch firmeninterne Gründe, der Hauptgrund aber scheint banal: «Bei 30 Prozent aller in- und ausländischer Tageszeitungen fehlt nach wie vor ein EAN-Code auf der Frontseite», sagt Jungo. Wieder andere seien nicht in der Lage, einen sauberen Strichcode zu drucken. Ähnliches gelte für die Food- und Nonfoodlieferanten der Kiosk AG. Fehlende oder mangelhafte Codes aber würden die Arbeit an den Kiosken erschweren statt erleichtern, zudem würde dadurch die Aussagekraft der Daten geschmälert.
Jungo führt noch einen weiteren Punkt an: Bisher habe allein die Kiosk AG in Scannerkassen investiert, bei den Depositären hingegen habe sich (mit Ausnahme von Coop) nichts getan. Selbst wenn die Kiosk AG deshalb ihr eigenes Netz weiter ausbauen würde, wären schliesslich nur rund ein Siebtel aller kleinflächigen Verkaufstellen in der Lage, tagesaktuelle Daten zu liefern. Jungos Schluss: «So lange sich bei Verlagen, Produktelieferanten und Depositären nicht mehr bewegt, sind auch wir nicht bereit, weitere Scannerkassen aufzustellen.»
Gleichzeitig will er jegliche Zweifel zerstreuen: «Wir halten am POSI fest. Nur der Weg und die Dauer haben geändert.» So würden nun andere Bereiche POSI-tauglich gemacht: Nächstes Jahr richte die Kiosk AG ein Datawarehouse (für die Aufbereitung der POSI-Daten) und eine neue Kommissionierungsanlage ein. Ferner evaluiere man derzeit ein neues Pressesteuerungssystem. Kurz: «Die Kiosk AG bleibt nicht einfach stehen.»
Doch wissen die Verlage und Produktelieferanten, dass sie eine Millioneninvestition und eine ausgezeichnete Marktforschungsmöglichkeit verhindern, wenn sie ihre Produkte nicht mit sauberen Codes versehen? Gemäss einer Umfrage der WerbeWoche ist dies kaum der Fall. Auch bei der WerbeWoche nicht, die ohne EAN-Code auf der Titelseite ebenfalls zu den «Behinderern» gehört. «Die Kiosk AG ist nie auf uns zugekommen. Auch hat sie diesbezüglich nie irgendwelche Standards gesetzt», sagt Verlagsleiter Otto Eisenegger.
Bei der Kommunikation gesteht Jungo denn auch gewisse Defizite seitens der Kiosk AG ein. «Wir haben das erkannt und werden im nächsten Jahr vermehrt Anstrengungen in diesem Bereich machen», sagt er.
Andererseits zeigten die grossen Verlage bisher wenig Interesse an tagesaktuellen POSI-Daten. Jedenfalls stieg nur gerade Ringier auf Jungos Angebot ein, gegen einen gewissen Aufpreis die bestehenden Scannerkassen längerfristig zu testen (siehe Kasten). Erstaunlich, denn vor zwei Jahren machten die Verlage noch kräftig Druck auf die Kiosk AG.
Ein anderes neues Angebot scheint ihre Neugier eher zu wecken: Dank der 500 POSI-Kassen können zusätzliche, vorläufig aber erst punktuelle Marktdaten über die rund eine Million täglichen Kioskkunden bezogen werden. So sei es beispielsweise möglich, Angaben darüber zu machen, welche Produkte ein Kioskkunde zusätzlich zum Blick oder zur NZZ einkaufe, sagt Jungo. Diese Art Marktforschung könne als zusätzliches Argument bei der Anzeigenakquisition dienen.
Kinderkrankheiten

Im Rahmen eines ersten regulären Versuchs erhält Ringier seit einem Jahr täglich um 16 Uhr tagesaktuelle Blick-Verkaufsdaten von der Kiosk AG, allerdings auf eigenen Wunsch bloss ab 290 der 500 installierten Scannerkassen. Gemäss Clint Reichenbach, Leiter Verkauf bei Ringier, ist allerdings auf diese Daten (noch) kein absoluter Verlass – aufgrund technischer Probleme. Josef Jungo bestätigt «Kinderkrankheiten» und verspricht Abhilfe mit dem neuen Datawarehouse.

PR is very important

Unter dem mehrdeutigen Namen Vipr haben der 48-jährige Ralph Spillmann und der 42-jährige Christian Weber eine PR-Agentur gegründet, die sich auf Finanzkommunikation spezialisiert.

Unter dem mehrdeutigen Namen Vipr haben der 48-jährige Ralph Spillmann und der 42-jährige Christian Weber eine PR-Agentur gegründet, die sich auf Finanzkommunikation spezialisiert.«Der Name lässt sich als PR für Very Important Persons oder als lesen», kommentiert Weber. Bloss: Mit Vipern will die Agentur nichts zu tun haben.Die VIPs, die Spillmann und Weber als Kunden anpeilen, sind CFOs oder CEOs, etwa von Finanzinstituten, die ihre Produkte Investoren schmackhaft machen wollen. Andere potenzielle Kunden sind mittelständische Unternehmen, die ihr IPO vorbereiten oder gegenüber Kreditgebern Glaubwürdigkeit und Transparenz schaffen wollen.
Vor allem in der Kommunikation zwischen Unternehmen und Investoren wittern die beiden Experten einen steigenden Bedarf und nennen als weitere Schwerpunkte der Agentur Corporate Communication, PR für Finanzprodukte, Medienbetreuung und Content Management.
Für diese Aufgaben bringen die zwei geschäftsführenden Partner ideales Rüstzeug mit: Beide stützen sich sowohl auf einen journalistischen Hintergrund als auch auf Berufserfahrungen in PR-Abteilungen von Grossbanken und in PR-Agenturen. Spillmann war elf Jahre Redaktor bei Finanz und Wirtschaft sowie bei Cash Invest und leitete für CS und UBS die PR im Fondsbereich. Er besitzt zudem ein eidgenössisches PR-Berater-Diplom und war Mitglied der Geschäftsleitung der PR-Agentur Peter P. Knobel.
Weber startete 1985 als Journalist und schrieb fünf Jahre lang über Wirtschaftsthemen, zuletzt als Leiter des Geldressorts bei der HandelsZeitung. Danach nahm er bei der Credit Suisse verschiedene Positionen im Bereich Marketing und PR ein. 1996 wechselte Weber auf die Agenturseite und besetzte den Posten des PR Director bei Suter Global Communication.
Mit diesem Hintergrund kombinieren beide Geschäftsführer finanzielles Know-how mit Erfahrung in PR. «Oft fehlt bei Agenturen das solide Wissen im Finanzbereich», so Spillmann, «diese Lücke können wir füllen.»
Während Weber bereits Mandate für Vipr mitgenommen hatte, war Spillmann noch bis 30. November der UBS verpflichtet und hat dann einen fliegenden Wechsel in seine neue Agentur vorgenommen. Als Dritte im Bunde reiht sich PR-Assistentin Barbara Kohler ins Vipr-Team ein. (ba)

Happige Kollateralschäden

Mit dem TV-3-Aus stehen B&B Endemol, Lava-TV und Xproductions ohne Aufträge da

Mit dem TV-3-Aus stehen B&B Endemol, Lava-TV und Xproductions ohne Aufträge daVon Daniel Schifferle Mit dem bevorstehenden Sendeschluss bei TV 3 geraten auch diverse Produktionsfirmen ins Stolpern: Lava-TV, B&B Endemol und Xproductions stehen vor leeren Auftragsbüchern. Die Suche nach Ersatz läuft auf Hochtouren, doch die Aussichten sind düster.
Die Lancierung von TV 3 im Herbst 1999 hatte gleich drei privaten Produktionsfirmen ins Leben geholfen: B&B Endemol von Freddy Burger und Hannes Bichsel, der Xproductions von Hans Räz und Urs P. Gasche sowie Lava-TV von Mike Helmy und Basil Gelpke. Sie alle schienen Aufträge auf sicher zu haben. Doch mit dem Sendeschluss bei TV 3 drohen nun auch in ihren Studios die Lichter auszugehen.
Wohl am stärksten betroffen ist die Produktionsfirma B&B Endemol. Sie produzierte «pro Tag bis zu sechs Stunden Programm für TV 3», rechnet Bichsel vor. Erst im Jahr 2000 war Endemol mit 50 Prozent bei Freddy Burger und Hannes Bichsel eingestiegen. Der Zweck: Endemol-Formate für die Schweizer Privat-TV-Szene zu produzieren. Doch mit dem Aus von TV 3 bricht diese Nachfrage gänzlich zusammen. Erste Konsequenzen wurden mit der Entlassung von acht von insgesamt fünfzehn Festangestellten gezogen. Zusätzlich sind laut Bichsel «zahlreiche Freelancer» mitbetroffen, die ihre Aufträge verlieren werden.
«Endemol-Formate sind in erster Linie Sendungen für kommerzielles Fernsehen. Wenn jetzt mit TV 3 der einzige grössere private Anbieter wegfällt, haben wir ein Problem», sagt Bichsel. «Wir werden uns neu ausrichten müssen», meint er weiter. Wohin es gehen könnte: Man habe früher viel fürs Ausland produziert und zudem arbeite man ja auch für die SRG.
Produktionsfirmen prüfen den Aufbau eines eigenen Senders
Doch um den Ausfall eines so grossen Auftraggebers zu kompensieren, braucht es viel. Denn B&B Endemol war praktisch jeden Tag mit diversen Sendungen auf dem Tamedia-Sender präsent. Neben «Wer wird Millionär?», «Big Brother» und «Die Bar» kommen auch die vier täglichen Stunden «Game-TV» aus der Küche von B&B Endemol.
Ebenfalls dramatisch ist die Lage für die TV-Unit der Zürcher Firma Xproductions. Im Moment werden noch die letzten drei Folgen von «Fohrler» abgedreht, danach ist die Zukunft völlig offen. «Es ist kein neuer TV-Produktionsauftrag in Sicht», sagt Helena Johannson, Leiterin Bereich TV bei Xproductions. Versuche, neue Aufträge hereinzuholen, seien bisher erfolglos verlaufen. «Die Luft für private Produktionsfirmen war in der Schweiz schon vorher dünn; mit dem Aus für TV 3 ist jetzt ganz tote Hose», bringt sie die Situation auf den Punkt. Daher ist es sehr gut möglich, dass die Xproductions schon bald nur noch ein Produkt betreut, nämlich das Ratgebermagazin «K Geld».
Ähnlich düster siehts bei der Produktionsfirma Lava-TV aus. Sie hat eben die dritte Staffel der Erfolgsserie «Robinson» – und damit auch den letzten Auftrag für TV 3 – zu Ende gedreht. Auch Lava-TV war mit diversen weiteren Produktion wie «Klassenfest», «Hot Flirt» oder in früheren Zeiten «Alarm» und «Abenteuer Schweiz» vollständig auf den Tamedia-Sender eingeschworen.
Immerhin: In solch aussichtslosen Zeiten für private TV-Produzenten spriessen die Phantasien, wie es trotzdem irgendwie weitergehen könnte. Dabei wird sogar der Betrieb eines eigenen Senders nicht ausgeschlossen.
So denkt man etwa bei Lava-TV laut über eine mögliche Weiterführung von TV3 nach. Als Rezept, um der Kostenfalle zu entgehen, denkt man hier über die Mehrfachverwertung desselben Contents in verschiedenen Medien nach (die detaillierten Argumentationen hierzu von Mike Helmy und Basil Gelpke finden Sie auf www.werbewoche.ch).
Und sogar Xproductions weist die Möglichkeit, selbst einen Sender zu lancieren, nicht ganz von der Hand. «Auch darüber könnte man noch nachdenken», sagte Johannson gegenüber der WerbeWoche.

Ausserdem: Seit dem 1. November ist Kaj-Gunnar Sievert Informationsbeauftragter des Strategischen Nachrichtendienstes (SND).

Ausserdem Seit dem 1. November ist Kaj-Gunnar Sievert Informationsbeauftragter des Strategischen Nachrichtendienstes (SND).Auf Anfang April 2002 wird Geri Aebi neuer Vorsitzender der Geschäftsleitung der Wirz Werbung AG in Zürich. Bis

Ausserdem Seit dem 1. November ist Kaj-Gunnar Sievert Informationsbeauftragter des Strategischen Nachrichtendienstes (SND).
Auf Anfang April 2002 wird Geri Aebi neuer Vorsitzender der Geschäftsleitung der Wirz Werbung AG in Zürich. Bis zu Aebis Wechsel steht der GL weiterhin Verwaltungsratspräsident Hans Ulrich Schweizer vor. Er hat das Amt im Sommer interimistisch übernommen, als Hans Tanner vom GL-Vorsitz zurücktrat.
Hans Tanner, ehemals GL-Vorsitzender bei Wirz, wird im Januar ein Büro im Zürcher Seefeld beziehen und sich für Kommunikation in den Bereichen Design, Kunst, Architektur und natürlich klassische Werbung selbstständig machen. Zudem wird er auf Mandatsebene für Agenturen tätig sein, unter anderem für die Kreationsleitung der cR DDB in Basel.
Ramona Meisser übernimmt ab sofort die Anzeigenleitung der Zeitschriften Meyer’s und d’Chuchi bei der Verlag Meyer AG. Sie löst Maya Ziegler ab, die das Unternehmen verlässt.
Dominik Hug ist neuer Marketing- und Verkaufsleiter der Zeitungsdruckerei Ringier Print in Adligenswil und wird auch GL-Mitglied. Er löst Arthur Sidler ab, der in Pension geht.
Der seit Ende November pensionierte Anzeigenmann Kurt Wider – 22 Jahre bei P und 16 Jahre bei Ringier – ist neu als Key Account Manager für das Magazin Ideales Heim tätig. Gleichzeitig will er die Wiedergeburt des Satiremagazins Nebelspalter kommunizieren.
Gabriela Kofel verlässt die AG für Werbemedienforschung Ende Februar 2002. Ihre Nachfolgerin wird Carine Lins.

Service: Markentechnik 2002/2003 erschienen

Zum vierten Mal erscheint im Deutschen Fachverlag das Jahrbuch Markentechnik.

Zum vierten Mal erscheint im Deutschen Fachverlag das Jahrbuch Markentechnik.Service Markentechnik 2002/2003 erschienen 28 Autoren befassen sich auf 405 Seiten mit unterschiedlichsten Aspekten des Brandings. Ein Forschungsbericht stellt den internationalen Stand des markentechnischen Wissens dar. Herausgeber des Jahrbuchs sind Klaus Brandmeyer und Alexander Deichsel vom Genfer Institut für Markentechnik. Es trägt die ISB-Nummer 3-87150-731-8 und kostet 148 Mark.
Uni St.Gallen erforscht Internet
Viele Webseiten sind unübersichtlich, die Benutzer ärgern sich über lange Ladezeiten, falsch gesetzte Links, Registrierungen und nicht aktualisierte Seiten. Das hat die Studie «Qualität im Internet» ergeben, die der Marktforscher IHA GfM im Auftrag des Instituts für Medien und Kommunikationsmanagement der Universität St. Gallen durchgeführt hat. Neben Hinweisen, wie die Qualität von Webinhalten gesteigert werden kann, zeigt die Studie Faktoren auf, die zu Webloyalität führen. Erhoben wurden die Daten bei 673 Deutschschweizer Webusern. Die Studie kann für 380 Franken bei der IHA GfM (snoyr@ihagfm .ch oder Tel. 041 632 94 18) bezogen werden.

News: nicht mehr geld für Regional-TV

Der Bundesrat will den lokalen und regionalen Fernsehstationen nicht sofort mehr Geld geben und lehnt eine Empfehlung von Ständerat Filippo Lombardi ab

Der Bundesrat will den lokalen und regionalen Fernsehstationen nicht sofort mehr Geld geben und lehnt eine Empfehlung von Ständerat Filippo Lombardi abNews Nicht mehr Geld für Regional-TV , den Beitrag aus den SRG-Gebühren von 5 auf 7,5 Millionen Franken zu erhöhen. In der Vernehmlassung zum neuen RTVG sei dessen Beibehaltung mehrheitlich befürwortet worden. Bis zum Inkrafttreten 2005 sei eine Übergangslösung nötig, argumentiert Lombardi, der seit August als Präsident des Verbands schweizerischer Privatfernsehen (Telesuisse) amtet.
Bund und BZ gehen Zusammen aus Die konkurrierenden Berner Tageszeitungen Der Bund und Berner Zeitung (BZ) wollen gemäss einer Grundsatzerklärung ab Frühling 2002 ihre beiden Ausgehmagazine zusammenlegen. «Der publizistische Wettbewerb in den Trägerzeitungen geht unvermindert weiter», erklärte Pepe Wyss, Direktor des Bund Verlags, der SDA. Die Magazine Berner Woche (Bund) und Nonstopp (BZ) beruhen vor allem auf Daten und Anlässen, die minuziös zusammengetragen werden müssen.
Swiss Music Radio startklar Am 14. Dezember will Swiss Music Radio entscheiden, wann der Sender starten wird. Er hatte schon am 15. Dezember 2000 vom Bundesrat eine Konzession erhalten, musste aber den Starttermin zweimal verschieben. Die Initianten wollen ein Radioprogramm mit 100 Prozent Schweizer Popmusik landesweit per Kabel verbreiten.
Zürcher Agentur bringt Bikini-Blatt Die Zürcher BB Classical Promotions AG hat sich die Europarechte am US-Magazin Swimsuit Illustrated gesichert. Das vierteljährlich erscheinende Magazin wird durch Fotos junger Frauen in Bikinis dominiert, versteht sich aber als Lifestylemagazin. BB will im April die deutsche Ausgabe launchen. Das Heft wird jeweils begleitet von Events mit Modelwettbewerben, Produktepräsentationen und Parties.

Arbeitslose Skalpelle.

In den USA und in Brasilien wird für Schönheit mehr Geld ausgegeben als für Bildung und Sozialleistungen.

In den USA und in Brasilien wird für Schönheit mehr Geld ausgegeben als für Bildung und Sozialleistungen. Publicis beweist in der Schweiz mit der neuesten Kampagne für den Kleiderladen Mambo, dass es ohne Chirurgen auch geht. Zürichs Friendship Store lässt seine Adventsverkäufe durch Texter Dani Krieg und AD Uwe Schlupp ankurbeln. Das Duo geht für den neuen Auftritt mit einer Vergleichstaktik gegen die grassierende Schönheitssucht vor: Den horrenden Operationskosten stellen sie die Preise der Mambo-Stücke gegenüber.Nicht bloss eine Frage dedr Optik. Was denken Vorgesetzte und Kollegen, wenn der smarte Daytrader, der erfolgreiche Manager oder der aufstrebende Jungunternehmer eines Morgens statt der obligaten Krawatte eine leuchtendrote Socke um den Hals gebunden trägt? Ein klarer Fall für den Optiker! Dies jedenfalls ist die Schlussfolgerung, die das Kreativteam um CD Matthias Freuler bei Wirz Werbung für den kommenden Auftritt der Kompetenzmarke Dynoptic zieht. Die Plakate und Inserate sollen eine Verankerung der Marke bewirken und gleichzeitig auf die einzelnen Dynoptic-Partner hinweisen. Fragt sich nur, was in diesem fortgeschrittenen Stadium der nachlassenden Sehschärfe ein Optiker noch retten kann…
Blick Online wird billiger. Der Webauftritt der Boulevardzeitung Blick ist bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr einem Redesign unterzogen worden. Der Inhalt teilt sich neu in die sieben Channels Aktuell, Sport, Unterhaltung, Games, Erotik, Service und Shopping auf. Mitte Dezember soll das Angebot um das Thema Mobilität und Reisen erweitert werden. Jeder Bereich besitzt eine eigene Farbe und ein Visual, die auch in Werbemitteln weitergeführt werden. Die Bannerpreise wurden um rund 10 Franken gesenkt. Der Tausenderkontaktpreis auf der Startseite beträgt noch 50 Franken, bei einer «Run of site»-Schaltung 35 Franken.
Process gewinnt Auftrag der Migros. Die Zürcher Branding- und Designagentur Process darf den Migros-Genossenschafts-Bund auf ihrer Kundenliste begrüssen. Die Migros will ihr Profitcenter Logistik Transport in eine unabhängige Tochtergesellschaft umwandeln. Process wurde dazu mit der Ausarbeitung der strategischen Positionierung, dem Naming sowie der Konzeption und Realisation des Gesamterscheinungsbilds beauftragt.
Verbilligung bleibt. Kein Schnellschuss bei der Verbilligung der Zeitungstransporte: Der Nationalrat hat den Kommissionsantrag abgelehnt, den Kredit für die Verbilligung der Zeitungstransporttaxen von 100 auf 70 Millionen Franken zu kürzen. Anders als der Ständerat war der Nationalrat der Ansicht, dass dieser «Schnellschuss» gegen gültige Verträge verstösse. Finanzminister Kaspar Villiger und die Minderheit räumten ein, dass die heutige Regelung nicht befriedige, weil davon vor allem Grossverlage und Gratisblätter profitierten.
Woodtli ist das Buch. Martin Woodtli, 29, ist in Zürich lebend anzutreffen, wo Menschen an Prozesshaftem stärker interessiert sind als an abgeschlossenen Arbeiten. «Vektorisierte Grafiken in ihren (Spiel-)Welten beliebig verschieben» könnte ein Motto für die Arbeiten Woodtlis heissen, der nach Ausbildungen als Visueller Gestalter auch bei David Carson und Stefan Sagmeister mitgewirkt hat. Jetzt liegt sein erstes Buch vor, das in einem «garantiert Philippe-Starck-freien Environment» präsentiert wurde (Seebad Enge, Zürich, thank you Rea!) und enigmatische Texte von Raphael Urweider enthält. Das Buch selbst ist Programm: Ihm «fehlt» ein Deckel, der die Woodtli-Welt im Innersten zusammenhält. Ein Buchblock ists, und die Abbildung auf der ersten Seite läuft kongenial in einen Kartonschuber über. Der Berliner Verlag Die Gestalten hat ihn um die Publikation gebeten. Der Buchhandel hat es, für 69.90 Schweizer Franken.
Powerpool: Nichts als Schall und Rauch. Der neue Powerpool zwischen den Radios 24 und Zürisee startet nicht am 1. Januar 2002, denn Theodor Gut, VR-Präsident der Radio Zürisee AG, hat ihn am 29. November sistiert. Der Grund: Radio Zürisee ist mit den Radios Top und Grischa bereits im Leaderpool liiert und darf gemäss Vertrag bei keinem anderen nationalen Pool mitmachen. Top und Grischa haben denn auch rechtliche Mittel erwogen. Gut hat nun nachgegeben, gleichzeitig aber den Leaderpool auf Ende 2002 gekündigt – um frei zu sein für den Powerpool. Top-Chef Günter Heuberger ist darob nicht traurig. Hauptsache sei, es herrsche Disziplin in der Radiobranche, sagt er.
Giras geboren. Sechs Schweizer Agenturen haben gemeinsam die Gesellschaft der Investor Relations Agenturen der Schweiz (Giras) ins Leben gerufen. Die Gründungsmitglieder sind die AG für Public Relations (APR), Burson Marsteller, Peter Bütikofer & Company, Farner PR, Suter Global Communication und Wirz Investor Relations. Zum Präsidenten wurde Peter Fenkart von APR gewählt. Die Agenturen repräsentieren nach eigener Aussage die Mehrheit des schweizerischen Marktes für professionelle IR-Dienstleistungen.
FKK-Bergsport. Funktionale Outdoor-Bekleidung tauge nur dann, wenn sie so leicht und passgenau ist, dass man sie praktisch nicht spürt, so wie das der skandinavische Outdoor-Equipment-Hersteller Haglöfs für seine Produkte in Anspruch nimmt. Da im Gegensatz dazu Werbung nur dann wirklich etwas taugt, wenn sie wahrgenommen wird, lanciert René Sennhauser mit seiner gleichnamigen Agentur Haglöfs’ Produkte auf dem Schweizer Markt, indem er sie gar nicht erst präsentiert. So hat er, frei nach Grimms Märchen, den Anspruch des Herstellers buchstäblich umgesetzt und mit der Schlagzeile «Je weniger Sie uns wahrnehmen, desto besser fühlen Sie sich» aufgelöst. Splitterfasernackte Sportler und Kletterer kraxeln an Hängen, dass sich Sportlerinnenherzen trotz sibirischer Temperaturen herzlich erwärmen.
Editorial

Werbung als Spiegel unserer Welten Werbung ist heute ein Ort ständiger Umwandlung: von Waren in Bilder, von Begehren in Versprechen, von Information in Unterhaltung. Dabei spiegelt Werbung immer auch die ästhetischen Werte und das soziale Umfeld ihrer Entstehung. Einmal aus dem kurzlebigen kommerziellen Kreislauf herausgefallen, stellt sie so etwas wie ein Archiv von Sozialbeziehungen und Weltbildern dar. Die Werbung der Nachkriegszeit dokumentiert beispielsweise nicht nur den Aufstieg der Markenartikel, sondern ebenso den Traum einer familiären und sozialen Harmonie mit klaren Rollenzuweisungen für Mann und Frau.
Heute zielt Werbung aufs Individuum. Sie reflektiert veränderte soziale Beziehungen und Lebensstile. Sie inszeniert immer weniger das Produkt, sondern vor allem das Erlebnis seines Konsums. Dazu bedient sie sich der Codes der Popkultur und der darin entwickelten Phantasien und Strategien. Die Welt der Werbung entwickelt sich somit immer mehr zu einem Spiegel unserer Wünsche, der zeigt, was unsere Gesellschaft beschäftigt und im Innersten zusammenhält. Vielleicht werden künftige Archäologen unsere Werbebotschaften dereinst als schlüssige Selbstbeschreibung unserer Kultur entdecken…
Jede Woche stellen wir in der WerbeWoche rund ein Dutzend Kampagnen vor, mal kürzer, mal ausführlicher. 21 der diesjährigen Kampagnen präsentieren wir Ihnen nochmals auf den Seiten 14/15. Wir laden Sie ein, uns Ihre Nummer 1, mitzuteilen. Senden Sie uns die beiliegende, frankierte Antwortkarte bis zum 31. Dezember zurück. Die Siegerkampagne wird am
17. Januar anlässlich der Egon-Verleihung im Palais-Xtra in Zürich bekannt gegeben.
Erstmals werden sich dieses Jahr auch die Leserinnen und Leser der Schweizer Illustrierten und der Programmzeitschrift Tele an der Wahl beteiligen können. Samuel Helbling, Chefredaktor
PS: Die Wahlzettel für den «Werber des Jahres 2001» werden mit separater Post verschickt. Sie erhalten die Unterlagen nächste Woche. Die Anmeldekarte für die Wahlfeier finden Sie wie gewohnt in der WW-Ausgabe 46 vom 13. Dezember.

Alpine Apocalypse Now

Für das junge Image von Sportplausch Wider setzt Publicis weiter auf coolen Zynismus

Für das junge Image von Sportplausch Wider setzt Publicis weiter auf coolen ZynismusAn seiner Penetranz und an seinen Peinlichkeiten delektierte sich die halbe Radionation. Noch vor dem ersten Ermüdungsbruch hat Publicis Testfahrer Walti, Werbeheld von Sportplausch Wider, in Pension geschickt. An seine Stelle tritt ein griesgrämiger Sporthändler: Heinz Stierli, fiktiver Inhaber von Stierli-Sport in Wallisellen. Mit seinen Tiraden gegen Wider stärkt er in dieser Negativstrategie die Positionierung des Konkurrenten bei der Zielgruppe. Trotz des bescheidenen Etats gelingt es Markus Gut und Markus Ruf, den Kultstatus von Sportplausch Wider weiter zu fördern. Indem sie auf der Grundidee «Plausch» eine erlebnisorientierte Strategie umsetzen, die nichts von ihrem pubertären Zynismus eingebüsst hat. Deutlich wird dies am Saisonstartsujet, das Francis Ford Coppolas Meisterwerk persifliert. Seite 6

Musik und nochmals Musik

Z-Rebranding fokussiert auf den Siegeszug des Musikteppichs

Z-Rebranding fokussiert auf den Siegeszug des MusikteppichsDie Namen von Radiosendern ändern nur ganz selten. Und wenn, dann nur im Zusammenhang mit einem radikalen Konzeptwechsel. Nicht so bei Radio Z, das seit vergangenem Montag mit dem neuen Namen HitradioZ und der Subline «Das Beste der Achtziger und der Neunziger und die Megahits von heute» auf Hörerfang geht. In Wirklichkeit vollzieht aber das Rebranding nur nach, was bei Z bereits seit Monaten täglich umgesetzt wird: die Fokussierung des Musikteppichs auf die Ohrwürmer der letzten beiden Jahrzehnte, die entsprechend jeder kennt. «Dieses Rezept hat sich auch in sehr hart umstrittenen Radiomärkten im Ausland bestens bewährt. Die kommerziell erfolgreichsten Sender sind dort ausnahmslos im gleichen musikalischen Umfeld positioniert, wie wir es jetzt bei HitradioZ definiert haben», sagt Frank Bienenfeld, Mitinhaber der Werbeagentur K1 Soldini Bienenfeld, die das Rebranding vollzogen und die Kampagnen (Print, TV und Radio) kreiert hat.
Wenn schon Neuerungen, dann gleich alles aufs Mal
Trotz absolutem Hohelied auf den Musikteppich leiden die Informations- und Serviceangebote von Z aber nicht, hiess es an einer Medienorientierung. Im Gegenteil, man baue dort sogar aus. So zum Beispiel für die Autofahrer, die ab Januar auch Staubulletins geliefert bekommen. Dieser Service entsteht in Zusammenarbeit mit der Verkehrsagentur Traffix.
Bei Z hat man zum Monatswechsel gründlich gehandelt und alles gerade aufs Mal gemacht. Denn gleichzeitig mit dem Rebranding per 1. Dezember hat auch ein neuer Programmleiter die Z-Mannschaft übernommen. Daniel Deicher (33, lic. rer. pol.), der vor seiner Berufung nach Zürich drei Jahre lang Programmleiter bei Radio Pilatus war, soll die neue Strategie mit frischen Ideen umsetzen. Deicher nimmt bei seinem Stellenantritt auch in der Geschäftsleitung Einsitz.
Gleichzeitig mit dem Rebranding war natürlich auch für den Internetauftritt ein angepasstes Gesicht unabdingbar. Die Umsetzung des neuen Z-Grooves auf der Onlineplattform (www. hitradioz.ch) bewerkstelligte die Firma Netadvertising in Zürich. Daniel Schifferle
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