Muse & Musse: Manuel Da Costa

Muse & Musse Manuel Da Costa Welche kulturelle Veranstaltung haben Sie zuletzt besucht?Manuel Da Costa: Die Einweihung der Aarauer Markthalle – und zwar als Vorstand des Verkehrsvereins Aara

Muse & Musse Manuel Da Costa Welche kulturelle Veranstaltung haben Sie zuletzt besucht?
Manuel Da Costa: Die Einweihung der Aarauer Markthalle – und zwar als Vorstand des Verkehrsvereins Aarau.
Was lesen Sie gerade?
Da Costa: «Was hält Paare zusammen?» von Jürg Willi. Zum zweiten Mal.
Welche CD hören Sie zurzeit?
Da Costa: Im Auto unterwegs mit den Kindern Mungo Jerry oder Shakira, Eminem durch die Türen des Kinderzimmers.
Welchen Kinofilm würden Sie am liebsten nochmals sehen?
Da Costa: Einen Film mit Dustin Hoffmann.
Bei welcher TV-Sendung sind Sie neulich eingeschlafen?
Da Costa: Bei allen nach 23 Uhr, nicht aber auf SF 1.
Welches ist Ihre neuste Entdeckung im Internet?
Da Costa: Zu Hause ist das Internet besetzt, und im Büro ist die Zeit zum Surfen knapp.
Worauf könnten Sie nie verzichten?
Da Costa: Auf ein Choco Petit Beurre von Wernli.
Was machen Sie in einer freien Minute?
Da Costa: Nachdenken über das, was noch zu tun wäre.
Liebe ist …?
Da Costa: … eine Kombination von Vertrauen, Wertschätzung und Teilen.

Spektakel & Barbecue

Von Beat Fritsch

Von Beat FritschWie sieht ein 85 Jahre alter Travestiekünstler aus? Fragten Sie sich jemals, wie Elvis heute singen würde? Denken Sie, die Rolling Stones stünden in 20 Jahren noch immer auf der Bühne? – Die Beantwortung dieser Fragen nahm das Spektakel «Road to Heaven» des Young@Heart-Chorus vorweg. Was da abging – man hätte sich im falschen Film oder gar auf einem missratenen Drogentrip gewähnt, hätte man es nicht besser gewusst. Denn der Tages-Anzeiger lud zur exklusiven Theater-Spektakel-Premiere einen Tag vor der offiziellen Eröffnung in die Werfthalle, und dabei wird einem traditionellerweise sehr extravagante Kost vorgesetzt. Wie eben dieses Jahr der [email protected] Idee zu dieser Truppe entstand in einem Altersheim in – wo denn sonst? – Amerika. Der Jüngste der Künstler ist 68, die Älteste 94. Ganz amerikanisch begann die Show: Ein paar greise Texas-Cowboys in Originalkluft sangen «Rawhide», den Titelsong einer Western-Serie aus den Fünfzigerjahren. Dann hiess es für die Oldies «ab ins Heim». Das Bühnensetting verwandelte sich in ein Altersheim mit Empfang, Pflegerinnen und einer Viermanncombo. Die Insassen legten aber gleich wieder los und schöpften aus dem Vollen. The Beatles, The Rolling Stones und Elvis – das hätte man nach dem ersten Überraschungseffekt ja noch erwartet. Aber die alten Leute setzten noch einen und noch einen drauf. Als sie mit Interpretationen von Devo und den Talking Heads aufwarteten, hätte das Publikum zu tanzen begonnen, wenn genügend Platz gewesen wäre.
Die Gäste durchliefen ein Wechselbad der Gefühle, die Show war ein emotionaler Rundumschlag mit dem ganz grossen Hammer. Von absolut tränenrührenden Einlagen – sogar hart- gesottene Werber zückten die Taschentücher – bis hin zu Songs zum Mitklatschen waren alle Ingredienzen eines absolut perfekten Auftritts vorhanden. Dabei begannen die Songtexte urplötzlich eine komplett andere Bedeutung zu erhalten: so bei der Intonation von «Forever young», das auch Leitmotiv der Bühnenshow war. Oder wenn die wild gewordene Meute aus dem Altersheim dem Publikum ihr «I can’t get no satisfaction» entgegen- schmetterte. Wenn, zwar mit leicht eingerosteten Bewegungen, zu «Staying alive» getanzt wurde. Und als ein alter Mann im Rollstuhl «Every breath you take, every move you make» zum Besten gab. Der definitive Hammerschlag kam dann mit «Stairway to heaven» in einer Version, die auch Led Zeppelin alle Ehre gemacht hätte.
Quintessenz: Der Young@ Heart-Chorus bewies auf eindrücklichste Art und Weise, dass man genau so alt ist, wie man sich fühlt. Und regte zum Nachdenken an: Jede Besucherin und jeder Besucher dürfte einige sehr persönliche Gedanken und Empfindungen mit nach Hause genommen haben. So ruhig jedenfalls wars noch nie, als sich die Besucher zum nächtlichen Imbiss in Richtung Zeltstadt und Beizenlandschaft des Theater Spektakels bewegten.
Nach einigen Fehlgriffen, so waren sich denn auch alle Besucher einig, haben die Programmverantwortlichen der Tages-Anzeiger-Vorpremiere heuer nicht nur ins Schwarze, sondern mitten ins Herz getroffen. Ob all der servierten Leckereien von Buffet und Grill hingegen schwenkte die Stimmung schon bald wieder von nachdenklich auf feucht-fröhlich um. Und als dann die Young@Heart-Stars später ebenfalls zum Essen eintrafen, gabs nochmals eine laute und anhaltende Standing Ovation.
«Marchel-Barbecue» hiess es am Sonntag im «Giardino Verde». Im Tropengarten Richtung Reppischtal fand der grösste Familienanlass der Werbebranche statt – das Grillfest von Markus Marchel. Schon früher hiess es jeweils: Kinder willkommen, doch zum ersten Mal fand das BBQ an einem Sonntag statt und begann schon am Mittag. Normalerweise müssen Werber in Begleitung ihrer Kiddys nach ein bis zwei Stunden an einem Event entnervt das Feld räumen, weil der Nachwuchs keine Ruhe mehr gibt. Nicht so bei Marchel. Selten sah man Eltern so lange sitzen bleiben, denn die Kinder wurden beinahe besser betreut als die Erwachsenen. Marchels Kinderhort stellte alles bisher da Gewesene in den Schatten: professionelle Kiddy-Betreuung, Trampolinzelt, Clowns, Spiele aller Art – alles aus Holz, nix Gameboy –, viel Platz zum Herumtollen sowie ein Mal-, Schmink- und Tattoo-Studio. «Natürlich nur Henna, das geht in drei Wochen wieder weg», beruhigte die Künstlerin die Eltern. Und so wuselten bald einmal kleine und grössere Fischlins, Hallers, Küngs, Marchels, Müllers, Stuckerts, Sutters und wie sie alle hiessen in allen Farben ins und ums «Giardino Verde». Alle Gäste mit Nachwuchs werden nächstes Jahr wohl oder übel wieder ans Marchel-BBQ kommen müssen – der Haussegen könnte sonst noch in Schieflage geraten.
Da Marchel, früher mal Anzeigenleiter beim Beobachter, mittlerweile diese Funktion bei der Hotellerie Suisse ausübt, konnte das Sponsoring auf eine viel breitere gastronomische Basis gestellt werden. Also kamen auch die Erwachsenen voll auf ihre Kosten. Zwar vermisste der eine oder andere den nach Marchel-Originalrezept gebeizten Lammgigot aus früheren Zeiten. Der geladene Grillweltmeister Andreas Arbter jedoch zauberte aus seinen drei Cactus-Jack-Grills (das sind genau die, die wie Lokomotiven aussehen) so viele verschiedene Fleischsorten und andere Grillspezialitäten hervor, dass keine Wünsche offen blieben. Und ausgedehnte Buffet-aufbauten von A wie Apéro zu K wie Käse und S wie Salat bis hin zu Z wie «Zum Dessert» begeisterten alle Gäste, die sich zum Schlemmen und Schwatzen eingefunden hatten. Fürs Ohr wiederum sorgten Saxofonist Roland Graf und Sängerin Eve Kay. Fazit: Das elfte Marchel-BBQ war ein Fünfsterneevent. Und für alle, dies verpasst haben; es wird sicherlich ein zwölftes geben.
Beat Fritsch

ging auf Indiana-Jones-Safari ins «Giardino Verde». Wie ein Held aus Steven Spielbergs Filmen kommt man sich jedenfalls vor, wenn man die Gartenanlage in Uitikon-Waldegg betritt. In der tropischen Umgebung des «Giardino» ging dieses Jahr das Marchel-Barbecue über die Bühne (Seite 20). Bereits am Mittwoch davor lud der Tages-Anzeiger bei schönstem Zürichseewetter zur traditionellen Premiere des Zürcher Theater Spektakel mit vorheriger Schifffahrt (Seite 18).
Wer sich in der Kommunikationsszene an den diversen Events und Partys trifft, orten wir an den verschiedensten Veranstaltungen der Branche. Haben Sie jetzt schon etwas Spannendes zu berichten? Greifen Sie zum Hörer (01
296 97 98) oder in die Tastatur ([email protected]). Für Veranstaltungstipps wie auch weitere Shortlistbilder: www. werbewoche.ch

Coiffeur Wirz.

Der Frisiersalon von Danniel gehört zu Zürichs Topadressen.

Der Frisiersalon von Danniel gehört zu Zürichs Topadressen. Seit 22 Jahren wird in dieser Frisierstube am Limmatquai die Prominenz der Zwinglistadt gestylt. Doch klassische Werbung für seinen Salon gab es bis jetzt nicht – die Mundpropaganda sorgt für wochenlange Wartefristen. Trotzdem setzte der kreative Figaro jetzt ein originelles Zeichen. Mit Cards for free und A3-Wildplakaten in Zürichs City zeigt Danniel, dass bei ihm kein Haar vor der Schere sicher ist. Zwei Sujets, ein Pinsel und eine Zahnbürste, sind bei Wirz Werbung nicht ungeschoren davongekommen. Den Spiegel hingehalten hat CD Matthias Freuler. Das Gel einmassiert haben die ADs David Dudler und Alan Castioni. Die Haare am Boden zusammengewischt hat schliesslich Texter Roy Spring mit dem Claim «Wir machen mehr aus Haar».Mit Liste gegen Massenpitches. Der Branchenverband Schweizer Werbe- und Kommunikationsagenturen (BSW) stellt fest, dass in jüngster Zeit mehrfach Auftraggeber zu Wettbewerbspräsentationen mit bis zu zwölf Teilnehmern und geringen Entschädigungen eingeladen haben. Um dieser unerfreulichen Entwicklung entgegenzuwirken, führt der BSW neu eine «Pitchliste». Die BSW-Mitglieder melden der Geschäftsstelle künftig die Konkurrenzpräsentationen, zu denen sie eingeladen werden. Die Angaben werden streng vertraulich behandelt. Der BSW-Geschäftsführer überprüft die Zahl der teilnehmenden Agenturen sowie allenfalls die Präsentationsbedingungen. Zeigt sich, dass ein vernünftiges Mass überschritten wird, werden die Agenturen informiert und mögliche Konsequenzen diskutiert.
Sternen statt Kronenhalle. In Zeiten schwelender Rezession kommt dieser Umbau gerade recht: Das Restaurant «Vorderer Sternen» in Zürich führte diesen Sommer im oberen Stock eine sanfte Renovation durch. Jetzt präsentiert sich das Lokal eine kleine Spur gediegener, ohne allerdings die schlichte Gemütlichkeit verloren zu haben. Damit bietet die Beiz um die Ecke die ideale Alternative zur «Kronenhalle» für dauerpitchende Werber oder an der Börse abgestürzte Opernhausbesucher. Dass DDB Zürich die Neueröffnung des «Sternens» mit einem ramponierten Champagnerglas visualisiert hat, soll nicht auf drohende Opernhauskrawalle hinweisen, sondern könnte eine Referenz an die Bartoli sein, die mit ihrem gewaltigen Sopran das Glas sogar bis zum nahen «Sternen» zum Zerspringen gebracht haben soll.
Zehnder kündigt Verträge mit der «P». Die Druckerei Zehnder in Wil SG, die insgesamt 22 Anzeiger und Gratiszeitungen herausgibt, hat sämtliche Kommissionsverträge mit der Publicitas gekündigt. Grund dafür sind Hindernisse, die die «P» Winterthur dem von Zehnder geplanten Gratistitel Winterthurer Nachrichten in den Weg gelegt hatte, indem entsprechende Internetadressen von der «P» reserviert worden waren. Zwar habe sich Jean-Pierre Mosimann, Direktor der «P» Winterthur, bei ihm entschuldigt, sagte Rolf-Peter Zehnder auf Anfrage, doch das mag der Verleger nicht recht ernst nehmen. «Der hat doch nur für seine Kindeleien von oben eins aufs Dach gekriegt», sagte er. Fest steht: Zehnder wird am 19. September mit der Winterthurer Zeitung starten, mit dem fast vollzähligen Personal der von Ziegler Druck und Publicitas aufgekauften und eingestellten Winterthurer Woche (WW 28/02) – und definitiv auch aus deren Büroräumen.
Namensponsoring. Der 1984 aus dem Schulsport und dem Damenturnverein entstandene emmen-
talische Volleyballclub von Oberdiessbach sorgt nach vielen sportlichen Erfolgen für eine Novität: Ab der kommenden Saison 2002/2003 führt er als erster Regionalverein in der Schweizer Volleyballgeschichte das Namensponsoring ein und heisst neu offiziell «Volley Fruitcake (Oberdiessbach/ Emmental)». Das sei für Sportvereine in der Mittelbeschaffung zweifellos die konsequenteste Form, meint dazu die Geld gebende Werbeagentur Fruitcake. Entstanden ist der Kontakt, weil der Gründer und CD der Agentur, Lahor Jakrlin, auch im Klubvorstand der Berner Volleyballer mitwirkt. Das Sponsoring ist vorerst auf drei Jahre garantiert.
PiAr fokussiert auf Kernkompetenzen. Die Zürcher PR-Agentur PiAr will sich künftig auf ihre Kernkompetenzen beschränken. Dazu gehören laut einer Mitteilung die strategische Beratung von Führungspersönlichkeiten, Life Sciences, Financial Services, Medien- und Politberatung sowie das Management von Wirtschafts- und Branchenorganisationen. Sie ergeben sich aus den Spezialgebieten der beteiligten Partner. Die übrigen Geschäftsbereiche werden abgebaut. Gleichzeitig wird die Teamgrösse von 20 auf 17 Mitarbeitende beziehungsweise 14 Vollstellen reduziert. Dennoch plant PiAr im Frühling 2003 die Eröffnung einer Berner Filiale.
Velvet gestaltet Jubiläumsbuch für Sedel. Mehr als 21 Jahre hat es gedauert, bis das Luzerner Kulturzentrum Sedel und seine denkwürdige Entstehung in einem Buch dokumentiert wurden. Als nämlich im Zuge der Zürcher Jugendunruhen der Achtzigerjahre die Situation auch in Luzern zu eskalieren drohte, gab die Stadt dem Druck der alternativen Szene nach, die im ehemaligen Gefängnis ein Kulturzentrum für sich forderte. Als Versuchsbetrieb gedacht, besteht der Sedel nun seit 21 Jahren. Darauf blickt das nun erschienene, von der Luzerner Agentur Velvet konzipierte Jubiläumsbuch «Sedel 1981–2001» zurück. Angeregt wurde der Bildband von zwei Ex-Aktivisten. Die Bilder stammen aus privaten Archiven, die Texte aus der Feder von Sedel-Musikern und -Gängern. Ergänzt wird der Rückblick durch eine eingelegte CD mit dem Sedel-Sound jener Jahre.
Korrigendum. Im Beitrag «Insolvenzverfahren gegen White Lion eröffnet» in der WerbeWoche 28/02 ist von einer Beteiligung der besagten Krefelder Agentur in Zürich die Rede, die von der Insolvenz nicht betroffen sei. Eine solche Beteiligung gibt es nicht. Die ehemalige White Lion Zürich hat sich im Frühling in O2 umbenannt und sich vom Netzwerk getrennt.
Herr und Knecht. War es nur eine zufällige Regieanweisung des Fotografen, oder ist es am Ende gar ein Bild mit viel Symbolkraft? In mehreren Sujets betreibt der Gesamtverband Kommunikationsagenturen GWA zurzeit in der deutschen Presse Imagewerbung für seine Mitglieder. Abgebildet werden dabei jeweils ein Agenturchef zusammen mit einem Auftraggeber in Kombination mit seinem Produkt. Jean-Remy von Matt wurde mit Autovermieterin Regine Sixt abgelichtet und dem Claim «Zusammen seit elf Jahren». Jetzt prangt im Spiegel ein neues Inserat mit Joachim Schmidt von Mercedes-Benz und André Kemper von Springer & Jacoby. Auffallend am Bildaufbau: Der Mercedes-Herr steht und der Werbe-Knecht kniet. «Zusammen seit 13 Jahren», heisst es in der versöhnlichen Schlagzeile. Zwischen den Zeilen könnte man bei diesem Bild auch lesen, dass in der Branche neuerdings bis zu einem Dutzend Agenturen mit einem Pitch in die Knie gezwungen werden und Werbeorganisationen bereits von «missbräuchlichen Konkurrenzpräsentationen» sprechen.

Fensterkampf ohne Sieger

In Lausanne und Genf bleibt der französische Privatsender M6 weiterhin aussen vor

In Lausanne und Genf bleibt der französische Privatsender M6 weiterhin aussen vorVon Anita Vaucher Das M6-Werbefenster wird in der Westschweiz weiterhin vermarktet, auch wenn die Kabelnetzbetreiber von Genf und Lausanne den Sender nicht aufschalten. Das richterliche Nein aus Freiburg gegen die Klage von Télévision Suisse Romande (TSR) stärkt IP Multimedia und M6 den Rücken.
Die von der Westschweizer Sonntagspresse kürzlich veröffentlichten Zahlen machen es deutlich: Das viel diskutierte und von TSR-Direktor Gilles Marchand vehement bekämpfte Schweizer Werbefenster des französischen Privat-TV-Senders M6 ist noch weit davon entfernt, die zuvor eingeschüchterte Konkurrenz das Fürchten zu lehren. Im ersten Halbjahr 2002 verzeichnete M6 gerade einmal 1,6 Millionen Franken Werbeeinnahmen, während die TSR im gleichen Zeitraum 54 Millionen Franken verbuchen konnte. Gilles Marchand schätzte seinerzeit den Verlust für seine Fernsehanstalt auf 10 bis 12 Millionen Franken, falls das Werbefenster in der ganzen Westschweiz ausgestrahlt würde.
Heute empfängt aber bloss ein Drittel der Westschweizer Haushalte die spezifisch schweizerischen M6-Werbeblöcke. Die Einwohner der Haupteinzugsgebiete Genf und Lausanne bekommen diese Werbung weiterhin nicht zu sehen, und das dürfte auch in Zukunft so bleiben. Ungeachtet der Tatsache, dass ein Freiburger Gericht die von TSR eingereichte Klage auf Schliessung des M6-Werbefensters abgewiesen hat.
Da kann Michi Frank, Direktor von IP Multimedia Schweiz, noch so sehr darauf hinweisen, dass seinerzeit bei der Einführung des RTL-Werbefensters in der deutschen Schweiz Basel und Zug über ein Jahr lang mit dessen Ausstrahlung gewartet hätten. In der Westschweiz ticken die Uhren eben anders.
Michi Frank gibt auch zu, dass er die kumpelhaften Verbindungen des Westschweizer Fernsehens zur Politik unterschätzt habe. Im Gegensatz zur Deutschschweiz, wo viele Politiker SF DRS eher kritisch gegenüberstehen, halten die Westschweizer Politiker ihrem Fernsehen die Stange. So gesehen ist der negative Entscheid der Kabelnetzbetreiber in Genf und Lausanne nachvollziehbar, denn dort sind die politischen Gemeinden an den Kabelnetzen beteiligt.
Trotzdem blickt Frank einigermassen zuversichtlich in die Zukunft. Schliesslich konnte M6 bereits einen kleinen Triumph feiern, als im Juni die erste richterliche Instanz des Freiburger Gerichts eine Klage der TSR abgewiesen hatte. Diese hatte die vorläufige Schliessung des Werbefensters von M6 gefordert (WW 27/02). «Natürlich wäre es betriebswirtschaftlich interessanter, die beiden Städte Genf und Lausanne auch im Vermarktungskonzept zu haben», gibt Frank gegenüber der WerbeWoche zu. Schliesslich sei es das erklärte Ziel von IPM, Monopole zu durchbrechen und nicht Ergänzungsangebote zu lancieren.
TSR könnte von vermehrter Spotproduktion profitieren
Ans Aufgeben denkt Frank darum keinesfalls. Das M6-Werbefenster wird in der Westschweiz weiterhin vermarktet, und die Verhandlungen mit Genf und Lausanne werden fortgeführt. Hingegen dementiert er Gerüchte, wonach M6 in der Schweiz
einen eigenen Sender M6 Suisse schaffen werde. Im Herbst will
IP Multimedia eine Studie veröffentlichen. Sie soll aufzeigen, wie viele Werbegelder wie und wo in die TV-Werbung einfliessen.
Nach den Sommerferien will Frank zudem eine Veranstaltung für die Westschweizer Medien organisieren. Er hofft damit, der einseitigen Berichterstattung im Zusammenhang mit der Lancierung des Werbefensters zu Jahresbeginn etwas entgegenwirken zu können. Die Journalisten der Westschweizer Printmedien haben es bis jetzt tunlichst unterlassen, die Interessen der Werbeauftraggeber aufzuzeigen.
Diese suchen verzweifelt nach Alternativen zu den TSR-Programmen, um ein jüngeres Zielpublikum anzusprechen. Zudem sind die Werbeblöcke der Primetime am Westschweizer Fernsehen hoffnungslos ausgebucht. Laut Mediaberater Charly Schwarz schneide sich die TSR mit ihrer Opposition gegenüber dem M6-Werbefenster letztlich ins eigene Fleisch. Für die Werbeauftraggeber lohne sich die Spotproduktion für einen einzelnen Sender oft nicht. Würden aber mehrere Alternativen zur Verfügung stehen, gäbe es mehr Spotproduktionen, von denen schliesslich auch das Westschweizer Fernsehen profitieren könnte.
Vielleicht ist der Widerstand von TSR ja bloss ein Vorwand, um von der eigentlichen Gefahr für den öffentlichrechtlichen Sender abzulenken. TF 1, der grösste Konkurrent von TSR, der mit gemeinsamen Produktionen und gegenseitigem Programmaustausch in Schach gehalten wird, könnte es ebenfalls reizen, ein Schweizer Werbefenster zu eröffnen – wenn M6 damit erfolgreich ist.

Der Traum vom Big Budget

Das Künstler-Duo Com & Com will einen Videoclip und seine Vermarktung zum Gesamtkunstwerk machen.

Das Künstler-Duo Com & Com will einen Videoclip und seine Vermarktung zum Gesamtkunstwerk machen.Geholfen haben dabei Top-kreative aus der Werbebranche. Die visuelle Umsetzung des Com-&-Com-Songs «Side by Side» hat die Spot-Spezialisten Ernst Wirz und Stefan Fraefel zu einem Einsatz der Sonderklasse provoziert. Gleich mehrere international legendäre Clips wurden in einem Kurzfilm parodiert. Fast hätte die Kiste eine Million Franken gekostet, wäre da nicht der ehrgeizige statt geizige Antrieb der Werber gewesen. Entstanden ist ein Clip, der einen Vergleich mit Hollywood keineswegs zu scheuen braucht. Seite 7

Etat-News: Kuoni und Helvetic Tours zu SFLB

Der Reiseanbieter Kuoni hat sich entschieden, künftig mit Spillmann Felser Leo Burnett (SFLB) zusammenzuarbeiten.

Der Reiseanbieter Kuoni hat sich entschieden, künftig mit Spillmann Felser Leo Burnett (SFLB) zusammenzuarbeiten.Etat-News Kuoni und Helvetic Tours zu SFLB Die junge Werbeagentur wird ab Anfang 2003 sowohl für die Marke Kuoni als auch für die Tochter Helvetic Tours verantwortlich zeichnen. Zurzeit wird der Etat von Advico Young & Rubicam (AY&R) betreut. Die führenden Köpfe hinter der mehrfach ausgezeichneten Kuoni-Kampagne haben allerdings grossenteils von AY&R zu SFLB gewechselt. Ob die Kampagne der neuen Agentur auf dem Konzept der alten aufbauen wird, konnte CEO Peter Felser der WerbeWoche noch nicht sagen. Kuoni habe erst einen Grundsatzentscheid gefällt, Details würden später besprochen. Der Reisekonzern musste im ersten Halbjahr 2002 einen Umsatzrückgang von 15,8 % hinnehmen.
Trimarca berät Haus Paradies Das Viersternehotel Haus Paradies in Ftan GR lässt sich neu von Trimarca beraten. Nach einer Vorpräsentation erhielt die Churer Kommunikationsagentur den Auftrag, ein Kommunikationskonzept und ein Facelifting des Corporate Designs zu erstellen. Trimarca wird ausserdem im Bereich Produktentwicklung tätig. Geplant ist ein Ausbau des Wellness- und Suitenbereichs im Haus Paradies.

Lets read Violet

Eine neue englischsprachige Monatszeitschrift für Expatriates

Eine neue englischsprachige Monatszeitschrift für ExpatriatesEnde dieses Jahres soll erstmals das in englischer Sprache geschriebene Magazin Violet, The Swiss International Magazine, erscheinen. Die Herausgeber publizieren auch die Onlinezeitung largeur .com, die monatlich 600000 Pageviews verzeichnet, wie Gabriel Sigrist der WerbeWoche erklärte. Er und Pierre Grosjean rechnen mit einer Auflage von 35000 bis 40000 Exemplaren für Violet. Zur Hauptsache soll das Magazin über Abos verkauft werden. Ziel sei eine Abonnentenzahl von 20000, ergänzt Sigrist. Violet soll aber auch am Kiosk erhältlich sein und über Botschaften, anglofone Klubs und Mitarbeiter multinationaler Firmen mit Sitz in der Schweiz vertrieben werden. Diese würden mit gezielten Mailings angeschrieben, sagt der Mitherausgeber weiter.
Der Vorgänger scheiterte an seiner Positionierung
Dem Vorgänger von Violet, der Geneva Post, war wenig Glück beschieden. Der 1994 vom Genfer Anwalt Jacques Werner als Tageszeitung lancierte Titel musste bereits kurz nach der Lancierung in eine Wochenzeitung umgewandelt werden. Nur zwei Jahre später kam das definitive Aus für das Blatt.
Mediaplaner warfen seinerzeit dem Produkt und seinen Machern vor, es sei schlecht positioniert und die Anzeigenpreise viel zu hoch. Doch Herausgeber Werner mochte damals die Stimmen der Mediaspezialisten nicht hören. Man brauche den Segen dieser Leute nicht, um eine Zeitung zu machen, liess er sich damals in der WerbeWoche vernehmen.
Expatriates interessieren sich vermehrt fürs Gastland
Violet wird im Kreise der Mediaspezialisten indes weit positiver bewertet. Ein englischsprachiges Magazin für die über eine Million Menschen in der Schweiz, die täglich Englisch sprechen, mache durchaus Sinn. Die Werbeauftraggeber wünschten heute vermehrt als noch vor sechs oder zehn Jahren ein breites und vielschichtiges Medienangebot. Das Monatsmagazin Violet mit nationaler Streuung sei deshalb ein willkommenes Zusatzangebot für die nationa-len und internationalen Werbeauftraggeber.
Voraussetzung für das Gelingen des Magazins seien allerdings vernünftige Anzeigenpreise und ein hohes redaktionelles Niveau. Das Verhalten der anglofonen Expatriates habe sich ebenfalls geändert. Diese interessierten sich vermehrt für das Geschehen im Gastland, weiss man bei den Mediaspezialisten ausserdem.
Dies bestätigt auch Gabriel Sigrist, Mitbegründer von Violet. Wer in seiner Firma, aber auch im Freundeskreis kompetent mitreden wolle, sähe sich vermehrt verpflichtet, sich mit der Umwelt auseinander zu setzen, meint er. Gegenüber dem Vorgängerprojekt Geneva Post sieht Sigrist zudem gewichtige Unterschiede. Nebst der nationalen Verbreitung werde die monatlich erscheinende Zeitschrift von einem Onlineauftritt begleitet. Damit könne auf die Tagesaktualität eingegangen und der Servicecharakter verstärkt werden. Diesem werde in Violet viel Bedeutung zugemessen.
Erst war Violet ein Arbeitstitel, nun wird er definitiv
Für ein hohes Niveau im Redaktionsteil sollen englischsprachige Journalisten sorgen, die in der Schweiz als Korrespondenten für ausländische Zeitschriften schreiben. Diese reissen sich offenbar um einen Job bei Violet. Er habe bereits zahlreiche interessante Bewerbungen erhalten, bestätigt Gabriel Sigrist gegenüber der WerbeWoche weiter.
Berichten wolle man über Bereiche, welche die internationale Gemeinschaft interessierten. Nebst der Redaktion in Genf ist auch ein Redaktions- und Verkaufsbüro in Zürich geplant. Das genaue Erscheinungsdatum der ersten Ausgabe von Violet ist noch nicht festgelegt, doch rechnen Sigrist und Grosjean mit dem Monat Dezember.
Der Name Violet sei erst nur Arbeitstitel für das Projekt gewesen, sagt Sigrist. Weil aber Violett die Farbe der Zukunft sei und der Name gefallen habe, sei das Magazin jetzt definitiv so getauft worden. Auf die Farbe der Zukunft hatte seinerzeit schon der inzwischen wegfusionierte Le Nouveau Quotidien in seinem Layout gesetzt.
Anita Vaucher

Inzest im Liftschacht

Im neuen Zürcher Stadtmagazin Lift feiert die Szene vor allem sich selber

Im neuen Zürcher Stadtmagazin Lift feiert die Szene vor allem sich selberVon Oliver Classen Es kommt aus dem trendigen «Chreis Chaib» und widmet sich den drei magischen K: Kultur, Kommunikation und Kunst. Dieser Urbanitätsmix soll das neue, serviceorientierte Szeneblatt Lift davor bewahren, im Altpapierstapel stecken zu bleiben.
Nach Basel, Luzern, St.Gallen und Aarau hat nun auch Downtown Switzerland seine «regionale Kulturz(w)eitschrift». Oder besser: soll haben. Denn noch sei die Finanzierung des als Info- und Meinungsplattform konzipierten Magazins im A4-Format nicht restlos gesichert, sagt Projektleiter und Journalist Markus «Punky» Kenner.
Zwecks Animation weiterer Gönner und Sponsoren, aber auch «um das Leserecho mal auszuloten» hat der umtriebige
Ex-DRS-3-Musikredaktor zusammen mit einer ganzen Armada von Freunden und Freundesfreunden eine 66-seitige Probenummer produziert. Ab 2003 soll der vom verlagsunabhängigen Verein Panorama Produktion herausgegebene Lift zehnmal jährlich in einer Auflage von 11000 Exemplaren erscheinen.
Die redaktionelle Verantwortung für das unaufwändig, aber ansprechend gestaltete Magazin liegt bei der AZ-Journalistin Gabriela Schenker, aus deren Feder auch die Coverstory über «Die Kanzleistrasse» stammt. Dort ist nicht nur die WerbeWoche, sondern nun auch Lift domiziliert. Grund genug für das bislang von Starthilfe (Migros Kulturprozent, Präsidialabteilung der Stadt Zürich und andere Geldgeber), ehrenamtlichen Mitarbeitern und (diesmal 14 bezahlten) Anzeigenseiten lebende Blatt, dieser Zentralachse des Kultkreises 4 eine achtseitige Reportage mit allerlei Lokalprominenz zu widmen.
Kooperation mit Schwesterblättern ratsam
Neben solch seichter Nabelschau, einigen Kulturkritiken und Kolumnen finden sich in der gratis in Szenelokalen und In-Läden aufliegenden Nullnummer auch drei kleine Mediengeschichten. In jener über den Verlagsstandort Zürich mahnt die Autorin zu weniger Autis-mus und mehr zwinglianischer Bescheidenheit – eine Attitüde, die auch den etwas selbst verliebten Lift-Konstrukteuren gut anstünde.
Erklärtes Ziel von Kenner und Konsorten ist es, dass ihr «Netzwerkprojekt», das neben dem Printprodukt eine schöne und zudem funktionale Website beinhaltet (www.liftonline.ch), «innert zwei Jahren» selbst tragend wird. Ein Mittel zu diesem Zweck könnte die Teilnahme am «Medienpool Kultur» sein, den die Basler Programmzeitung, das Luzerner Kulturmagazin und die St.Galler Saiten vergangenen November ins Leben riefen. Gegen Lift als viertes Rad am Wagen der Deutschschweizer Kulturmagazine könnten einzig Bedenken der Schwesterblätter sprechen, dass der Zürcher Nachzügler alleine mehr als halb so viel auf die Waage bringt wie das bisherige Trio zusammen (akkumulierte Auflage 21000 Exemplare).
Vorderhand aber hoffen die neuen Nachbarn von der Kanzleistrasse erst mal auf konstruktive Kritik von Publikum und Branche. Letztere dürfte vor allem von der linksalternativen Zürcher Konkurrenz kommen. Schliesslich lebt Lift letztlich vom gleichen Inserentenstamm wie die (rote) FabrikZeitung, das SP-Organ PS oder auch die WoZ. Wer weiss, vielleicht schlummert hier bislang noch unentdecktes Pool-Potenzial.

Die Traumfabrik vom Greifensee

Wirz + Fraefel produzierte für Com & Com den bisher aufwändigsten Videoclip der Schweiz

Wirz + Fraefel produzierte für Com & Com den bisher aufwändigsten Videoclip der SchweizVon Andreas Panzeri Vier weltbekannte Clips werden im Musikvideo «Side by Side» vom Künstlerduo Com & Com zitiert und parodiert. Realisiert haben die fast millionenschwere Produktion die Spot-Spezialisten Wirz + Fraefel. Natürlich zu einem Spezialpreis – um einmal zeigen zu können, dass man auch in der Schweiz Top-Videos genauso gut drehen kann wie im fernen Hollywood.
Im Expo.02-Jahr präsentiert das Künstlerduo Com & Com Schillers «Wilhelm Tell» als multimediales Popmusical mit Livemusik, Comedy, Tanz und Videos. Die Premiere dieser Show ging am vergangenen Wochenende im Stadttheater Luzern über die Bühne. Eine Schlüsselrolle bei der Produktion spielt dabei das Video «Side by Side». Dieser bisher aufwändigste in der Schweiz produzierte Musikclip wurde als Goodwillaktion von den Spot-Spezialisten Ernst Wirz und Stefan Fraefel realisiert. Gedreht wurde vier Tage lang auf 35mm im Studio Maur. Der Aufwand an Technik und Kunst muss den Vergleich mit in Hollywood produzierten Clips keineswegs scheuen.
Die Single zu diesem Clip soll national wie international durch einen Major vertrieben werden. Ziel ist es, den Song, der in seiner Melodie auch Elemente der Schweizer Nationalhymne verwendet und verfremdet, im Ex-po.02-Jahr möglichst hoch in die Schweizer Hitparade zu hieven. Dazu ist Com & Com eine intensive Partnerschaft mit verschiedenen Medien eingegangen. Com & Com sieht diesen Prozess der realen Distribution als
«die Vollendung eines Gesamtkunstwerks».
Auch Harald Szeemann ist von Com & Com begeistert
Hinter Com & Com stehen Johannes M. Hedinger aus Zürich und Marcus Gossolt aus St.Gallen. Beide sind Musiker und bildende Künstler zugleich. Ihr letztes und bislang grösstes Projekt war «C-Files: Tell Saga», das im Jahr 2001 auch an die Biennale nach Venedig eingeladen wurde und seither in über zehn Ländern gezeigt worden ist.
Im neuen Video «Side by Side» wollen Com & Com das Publikum «in einer ungewohnt grossen, amerikanischen Weise ansprechen». Im Stil einer Parodie sollen «verpopptes Pathos, Heimat und Ruhm» auf die Schippe genommen werden. Com & Com spielen zwei Autorennfahrer. Diese siegen für die Schweiz. Bei einer erträumten Siegerehrung wird ihnen die Nationalhymne vorgespielt. Gleichzeitig träumen die Rennfahrer davon, als Popsänger mit ihrem Lied «Side by Side» einen grossen Hit zu landen. Stattdessen landen sie aber nach einem Crash beim Autorennen im Himmel.
Diese Geschichte wird im Clip mit viel Ironie und Überhöhung gängiger Klischees erzählt. Verschiedene Stereotypen des Starsystems werden persifliert. In den Clip fliessen deshalb auch Zitate berühmter Clips von Robbie Williams, Shaggy oder Snoopy Dogg ein. Als Parodie seiner selbst hat Dieter Meier einen Gastauftritt. Der Star von Yello hat sich für diesen Job vom Ausstellungsmacher Harald Szeemann begeistern lassen, der von der Kunst von Com & Com schon länger überzeugt ist.
Bei solchen Voraussetzungen hat sich auch Regisseur Ernst Wirz für das Projekt sehr schnell erwärmen können. Er wollte allerdings nichts Halbherziges machen. «Eine Parodie muss mindestens so gut sein wie das Original, das ist für mich das Kriterium», meint Wirz.
Damit hat sich die Produktion natürlich enorm aufwändig entwickelt. «Trotzdem hatten wir immer noch beschränkte Mittel im Vergleich zu den zitierten vier Clips. Diese Originale von Shaggy oder Williams haben alle rund eine Million Dollar gekostet», relativiert Ernst Wirz.
Genaue Zahlen für seine Version könne man aber keine nennen. «Wir haben unsere Arbeit gratis geleistet, und die meisten Techniker haben zu Minimalpreisen wie bei einem Kunstfilm gearbeitet», lässt sich auch der verantwortliche Produzent Stefan Fraefel entlocken. «Wir alle haben gefunden, das sei eine witzige Geschichte und für alle ein Challenge», begründet Kameramann Pascal Walder sein Engagement. «Zudem machten die Dreharbeiten viel Spass.»
Wirz + Fraefel betrachtet den Clip auch als Referenzarbeit
Auch die Lieferanten haben viel Goodwill gezeigt und sind zum Teil als Sponsoren aufgetreten. Zählen durfte die Produktion ebenfalls auf die Hilfe des Stadttheaters Luzern. Dieses hat den Choreografen und die Tänzerinnen sowie die Kostüme zur Verfügung gestellt. Auch die verschiedenen Dekors wurden von den Werkstätten des Stadttheaters Luzern gebaut. «Ohne diese Hilfen und normal produziert wäre der Film wahrscheinlich auf ein Budget zwischen 600000 und einer Million Franken gekommen», schätzt Fraefel.
Natürlich sehen Wirz und Fraefel diese Produktion nun als eine gelungene Referenzarbeit. Ein strategischer Wechsel von den Werbespots zur internationalen Clipszene sei mit «Side by Side» aber nicht angestrebt, «obwohl wir für entsprechende Aufträge natürlich offen sind», wie Fraefel ergänzt.
Der Clip könnte in Hollywood produziert worden sein
Der Clipmarkt sei allerdings eine schwierige Sache, selbst in der Schweiz. «Solche Sachen kann man nur zum Spass machen», glaubt Ernst Wirz, der auch schon für den Edelbüezer-Rocker Gölä eine ähnliche Goodwill-Geschichte realisiert hat. Man wolle mit solchen Aktionen allerdings nicht als Preisbrecher auftreten. «Zwischendurch brauchen wir solche Produktionen einfach zum Ausprobieren von neuen Ideen», erklärt Ernst Wirz, der selber auch Musiker ist und deshalb über eine enge Beziehung zu solchen Clips verfügt.
«Das Geld haben wir auch nicht unseren Kunden abgezwackt. Die beiden Typen haben uns einfach überzeugt. Die sind witzig und gut und wollen etwas wagen», meint der Regisseur. Deshalb habe man sich entschlossen, das Geld und die Zeit zu investieren. «Natürlich ist dann alles ein bisschen grösser geworden. Wenn man einmal dran ist, will man, dass es wirklich gut ist. Das ist die Motivation hinter dem Projekt.»
Die grösste Knacknuss bei der Umsetzung bildete schliesslich der Anspruch, Topstandard zu ironisieren. «Unser Anliegen war es, dass man auf den ersten Blick das Gefühl haben muss, dieser Clip sei tatsächlich in Hollywood mit den dortigen Topmöglichkeiten gedreht worden.» Auf der anderen Seite musste aber auch Witz hineingebracht werden. Der Clip durfte gleichzeitig nur eine Parodie sein.
«Dieses Schwanken zwischen Ironie und Top Level war der grösste Challenge bei dieser Produktion. Das scheinen wir gemeistert zu haben», freut sich Ernst Wirz. Auf die Theateraufführung in Luzern hatte die Arbeit von Wirz und Fraefel aber keinen Einfluss. Die Bühnenfassung liess diese selbstreflektierende Dimension vermissen und wurde von den Medien als nur bieder und klamaukig kritisiert. «Side by Side» ist zurzeit auf Viva in «heavy rotation» zu sehen.
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Com-&-Com-Videoclip
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Aufschwung-Kampagne
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News: drucker habens weiter schwerDie grafische Industrie hat im zweiten Quartal 2002 unter der schwachen Konjunktur und speziell den sinkenden Werbeausgaben gelitten.

Drucker habens weiter schwer Die grafische Industrie hat im zweiten Quartal 2002 unter der schwachen Konjunktur und speziell den sinkenden Werbeausgaben gelitten. Die Ertragslage ist gemäss einer Erhebung des Branchenverbandes Viscom rückläufig.

Drucker habens weiter schwer Die grafische Industrie hat im zweiten Quartal 2002 unter der schwachen Konjunktur und speziell den sinkenden Werbeausgaben gelitten. Die Ertragslage ist gemäss einer Erhebung des Branchenverbandes Viscom rückläufig. Laut Viscom erwartet die Druckindustrie eine leichte Belebung gegen Ende des Jahres. Im Jahresdurchschnitt würden die Umsätze rund 5 Prozent unter dem Vorjahr liegen.
Senioren starten Werbekombi Die Monatszeitschriften Générations und Zeitlupe bilden neu die «Werbekombi 55+». Générations aus Lausanne und die von der Stiftung Pro Senectute herausgegebene Zeitlupe erreichen gemeinsam eine Auflage von rund 104000 Exemplaren. Der Anzeigenverkauf liegt bei Publimag (Générations) und Jean Frey Fachmedien AG (Zeitlupe).
SF DRS startet neue Reisesendung Mit «einfachluxuriös» präsentiert das Schweizer Fernsehen DRS diesen Herbst eine neue Reisesendung. Die erste der vier Folgen wird am 26. September um 21 Uhr auf SF 1 ausgestrahlt. «einfachluxuriös» zeigt eine Reisedestination jeweils von zwei Seiten: Präsentatorin Monika Schärer und eine Gastmoderatorin bereisen das Land unter verschiedenen Vorzeichen, die eine als Rucksack-, die andere als Nobeltouristin. Die erste Folge mit Daniela Lager führt nach Bali. Als Sponsor tritt der Tourismuskonzern Kuoni auf.

Parkplatz als Mass der Dinge

Weber Harbeke Werbeagentur realisierte zwei neue Spots für die Migros-Klubschule

Weber Harbeke Werbeagentur realisierte zwei neue Spots für die Migros-KlubschuleVon Andreas Panzeri Die Zürcher Werbeagentur Weber Harbeke zeigt in zwei neuen Werbespots, dass die Klubschule Migros nicht nur Kurse für die Freizeit anbietet, sondern auch in der beruflichen Aus- und Weiterbildung eine immer grössere Rolle spielt.
Ein flotter Mittdreissiger kommt federnden Schrittes aus einem Bürohaus. Er begibt sich zu seinem Auto und parkiert es kurzerhand von einem normalen Parkplatz für die Angestellten auf den für die Direktion reservierten Parkplatz um. Dann kehrt er zufrieden an seinen Arbeitsplatz zurück. Offensichtlich wurde der Mann gerade befördert. Das Klubschul-Logo der Migros und der neue Claim «Mehr Erfolg» sagen dem Publikum, warum.
Klubschulen mit einer neuen Kommunikationsstrategie
Mit diesem TV-Spot macht die Werbeagentur Weber Harbeke zurzeit darauf aufmerksam, dass die Klubschule Migros nicht nur im Freizeitbereich, sondern auch in der beruflichen Weiterbildung eine immer gewichtiger werdende Rolle spielt.
Die Klubschule Migros ist mit ihren über 50 Ausbildungsstätten das grösste Erwachsenenbildungsinstitut der Schweiz. Sie bietet sowohl im Freizeitbereich als auch in der beruflichen Aus- und Weiterbildung einen sehr hohen Qualitätslevel. Die Erfolgsquote ihrer Kursteilnehmerinnen und -teilnehmer liegt nach eigenen Angaben bei externen Diplomprüfungen regelmässig über dem Landesdurchschnitt. Als erste gesamtschweizerisch tätige Erwachsenenbildungsinstitution erhielten die Klubschulen Migros im Sommer 2001 das eduQua-Zertifikat.
«Diese und andere Tatsachen sind wenigen bekannt und widersprechen dem noch weit verbreiteten Image der Klubschule als freizeitorientierter Schule», fassen Thomas Harbeke und Max Weber die Ausgangslage für die neuen Spots zusammen. Ihre Agentur, die schon länger für die Klubschulen der Migros wirbt, hat eine neue Kommunikationsstrategie entwickelt, die auch eine berufsorientierte Kundschaft ansprechen soll.
Die Klubschule Migros für den privaten und den beruflichen Erfolg: Für die Werber bedeutete das eine Marke mit den zwei Themenwelten Freizeit und Karriere. Als verbindendes Element haben die beiden CD den Erfolg gesehen, den man dank der Klubschule geniesst. Diesen Faktor dramatisierte die Agentur in zwei TV-Spots, die beide eine einfache, aber überraschende Erfolgsstory aus dem Alltag erzählen.
Mit Buschklängen aus Down Under stellt sich der Erfolg ein
War das Symbol für diesen Erfolg im beruflichen Bereich die Beförderung auf den Direktionsparkplatz, so wählte man im Freizeitbereich eine mehr allgemein gültige Anerkennung. Dieser Spot zeigt einen jungen Mann, der in einer Altbauwohnung am Boden sitzt und auf einem Didgeridoo spielt. Er beendet seine Musik auf dem Blasrohr. Aber darüber beschweren sich plötzlich seine Nachbarn mit Geklopfe und per Telefon. Angenehm überrascht durch den Zuspruch, den seine Kunst findet, beginnt der Mann wieder zu spielen. Augenblicklich hört damit auch das Klopfen auf. Logo und Claim am Schluss sagen, wo und warum er so gut spielen gelernt hat: «Klubschule. Mehr Erfolg.»
«Parkplatz» ist 20, «Didgeridoo» 25 Sekunden lang. Die beiden Spots wurden von Chocolate Films, Zürich, produziert. Regie führte Benjamin Kempf, «ein junges Talent, das recht viel versprechend ist», wie Thomas Harbeke meint.
Die Kampagne ist ab August auf SF DRS, TSR, TSI, Sat1, Pro7, RTL sowie diversen Regionalsendern der Deutschschweiz zu sehen. Zu den Spots gibt es auch eine Printkampagne. Dazu hat die Agentur verschiedenste Sujets und Ideen entwickelt bis zu einem Sattelschlepper, der mit dem Klubschul-Claim bemalt ist. Im Gegensatz zu den zentral aus Zürich koordinierten Spotschaltungen werden diese Werbeaktivitäten aber regional von den einzelnen Klubschulen organisiert.

Sex, immer wieder Sex

Netratings misst erstmals im deutschsprachigen Raum das Internetverhalten im Job

Netratings misst erstmals im deutschsprachigen Raum das Internetverhalten im JobVon Markus Knöpfli Das Surfverhalten am Arbeitsplatz der deutschen Internetuser ist nur geringfügig anders als am Heim-PC. Ob zu Hause oder an der Arbeit: Am meisten Zeit wird für das E-Shopping aufgewendet und bei Suchmaschinen das Stichwort Sex eingegeben. Dies geht aus ersten Daten hervor, die das Netratings-Workpanel für den Monat Juli ausweist.
Um gleich zu Beginn alle Missverständnisse auszuräumen: Nielsen/Netratings Deutschland kann zwar neuerdings auch die Internetnutzung am Arbeitsplatz messen, das Institut ist aber nicht in der Lage, separate Zahlen herauszugeben. Der Grund: Das derzeitige Workpanel mit rund 600 Panelisten ist zwar gemäss Stefan Raum, Leiter von Nielsen/Netratings Deutschland, repräsentativ genug, um allgemeine Aussagen zur Internetnutzung am Arbeitsplatz zu machen. Für Angaben über die Nutzung der einzelnen Domains oder gar Sites genügen die Fallzahlen jedoch bei weitem nicht. Zum Vergleich: Die Internetnutzung am Heim-PC wird in Deutschland bei rund 4900 Panelteilnehmern gemessen – und bis zum Spätsommer sollen es gar 6300 bis 7000 sein.
Die Konsequenz daraus: Nielsen/Netratings veröffentlicht neu zwei Sorten Daten, jene des reinen Homepanels sowie eine Mischung aus Home- und Workpanel. Zwar will Nielsen/Netratings auch das Workpanel weiter ausbauen (Ziel: 1000 Panelisten), doch Raum macht Hoffnungen auf reine Workpaneldaten zunichte: «Das wird es nicht geben, denn das wäre zu aufwändig und zu teuer.» Da viele Firmen um ihre Datensicherheit fürchten würden, sei es sehr schwierig, von den Firmenchefs oder IT-Verantwortlichen die Messerlaubnis zu erhalten.
Sonst aber stünde das Workpanel dem Homepanel in nichts nach, sagt Raum. Sowohl Rekrutierung der Panelisten als auch Nutzungsmessung erfolge nach einheitlicher Methode. Gemessen wird mit im PC des Panelteilnehmers installierter Software, die die erhobenen Daten zeitgleich an einen Grossrechner liefert. Auf Grund von monatlichen Interviews geht Nielsen/Netratings davon aus, dass in Deutschland 34,6 Millionen Menschen zu Hause über einen Internetzugang verfügen. Weitere 4,8 Millionen haben auch oder nur am Arbeitsplatz einen Internetzugang.
Was Männlein und Weiblein verbindet, wird zuerst gesucht
Gemäss den im Juli erhobenen Werten unterscheiden sich die gemischten Paneldaten von denen des reinen Homepanels wie folgt: 19,5 Millionen Personen nutzten das Internet von zu Hause aus – und zwar während je 9 Stunden und 4 Minuten. Das gemischte Panel dagegen weist 24 Millionen aktive Nutzer aus, die durchschnittlich 14 Stunden und 9 Minuten surften. Während der Arbeitszeit wurde das Netz also durchschnittlich während rund 5 Stunden benutzt – gut halb so lang wie in der Freizeit.
Auffallend ist, dass sich unter den Top 20 in beiden Panels dieselben Domains wiederfinden, die auf den ersten neun Reichweitenrängen sogar eine identische Reihenfolge belegen. Erst auf den hinteren Plätzen sind geringfügige Verschiebungen feststellbar. Alle diese Domains weisen im gemischten Panel eine Besucherzunahme um 25% (t-online.de) bis 50% (yahoo.com) gegenüber dem Homepanel aus.
Ironischerweise gehören die elektronischen Shoppingcenter ebay.de und amazon.de sowie das Portal lycos.de (Ränge 3, 6, 7) zu jenen Domains, die mit Zuwächsen zwischen 38% und 42% am meisten profitieren konnten. Dies akzentuiert sich noch, wenn man neben der Reichweite auch die Nutzungsdauer betrachtet. Während die klassischen Suchmaschinen beim gemischten Panel um 18% (yahoo.de) bis 26% (google .de) zulegen, sind es bei ebay.de zwar nur gut 5%, jedoch auf sehr hohem Niveau, und bei lycos.de kommt es zu einer Nutzungssteigerung um ganze 85%.
Wenn man die Nutzungszeiten mit der Reichweitendifferenz der beiden Panel multipliziert, kommt man schliesslich auf folgende Rangliste: Lycos.de wird von allen deutschen Internetusern zusammen allein in der Arbeitszeit während insgesamt 271 Stunden und ebay.de während 251 Stunden genutzt. Gemäss einer Pressemitteilung von lycos.de wird auf dem Portal in der Regel am häufigsten nach Informationen im Bereich Sex gesucht. Wenn das die deutschen Arbeitgeber wüssten…
Top-20-Domains Deutschland

Juli 2002
Home Home + Work
Rang Domain Besucher Reichweite Ø Verweilzeit/ Domain Besucher Reichweite Ø Verweilzeit/
in 1000 in % Besucher in 1000 in % Besucher
 1 t-online.de 10 357 53,01 0:48:38 t-online.de 13 037 54,27 0:48:18
 2 google.de 7 322 37,48 0:16:11 google.de 10 053 41,85 0:19:16
 3 ebay.de 7 157 36,63 1:46:18 ebay.de 9 874 41,10 1:51:51
 4 microsoft.com 6 018 30,81 0:07:10 microsoft.com 8 524 35,48 0:08:26
 5 web.de 5 499 28,15 0:34:39 web.de 7 546 31,41 0:48:35
 6 amazon.de 4 503 23,05 0:09:35 amazon.de 6 395 26,62 0:10:07
 7 lycos.de 4 191 21,45 0:12:02 lycos.de 5 783 24,07 0:22:16
 8 yahoo.de 3 999 20,47 0:28:57 yahoo.de 5 375 22,38 0:34:14
 9 freenet.de 3 977 20,36 0:15:08 freenet.de 5 285 22,00 0:19:17
10 msn.de 2 946 15,08 0:05:43 msn.com 4 279 17,81 0:16:43
11 msn.com 2 921 14,95 0:14:28 msn.de 4 237 17,64 0:06:38
12 rtl.de 2 821 14,44 0:15:42 google.com 4 137 17,22 0:04:39
13 google.com 2 789 14,28 0:03:42 rtl.de 3 793 15,79 0:14:48
14 gmx.net 2 583 13,22 0:22:41 yahoo.com 3 595 14,97 0:33:49
15 yahoo.com 2 386 12,21 0:28:08 gmx.net 3 569 14,86 0:27:47
16 aol.de 2 218 11,35 0:21:08 gmx.de 3 140 13,07 0:03:21
17 gmx.de 2 195 11,24 0:02:50 bahn.de 2 980 12,41 0:16:10
18 aol.com 2 041 10,45 0:06:02 aol.de 2 957 12,31 0:19:29
19 bahn.de 2 009 10,28 0:16:41 de.vu 2 848 11,86 0:02:16
20 de.vu 1 971 10,09 0:02:36 aol.com 2 839 11,82 0:07:47
Quelle: Nielsen/Netratings

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