Coopers erster Fall

BMW befährt mit «Mission Mini» neue Werbeautobahnen

BMW befährt mit «Mission Mini» neue WerbeautobahnenVon Andreas Panzeri Eine ungelöste Detektiv-Story der Bestsellerautorin Val McDermid lockt derzeit 80 Amateuragenten aus 17 Ländern nach Barcelona. Dort jagen sie mit ihren BMW Minis nach gestohlenen Bildern des amerikanischen Künstlers Peter Halley. Natürlich vor den Augen der Medien. In der Schweiz wird der Event von Star TV übertragen.
Mit «Mission Mini» setzt der Autokonzern BMW neue Massstäbe für Event- und Kommunikationskonzepte. Über verschiedene Medien wurde in 17 Ländern von Kanada über Europa bis Australien ein Mini-Roman der englischen Bestsellerautorin Val McDermid unter die Leute gebracht.
Der unvollendete Krimi wurde Mitte August weltweit als Taschenbuch in 23 Lifestyle-Magazinen beigelegt, in der Schweiz zum Beispiel in Forecast, Kult und Massiv. Die ungelöste Kriminal-Story mit Sam Cooper als Detektiv spielt in der Lifestyle-Szene von Barcelona. Dort sind am Tag vor der Vernissage in einer Galerie sechs Collagen des amerikanischen Künstlers Peter Halley verschwunden. Sam Cooper hat eine heisse Spur. Doch diese zu verfolgen, wird sehr aufwändig. Sam Cooper braucht deshalb Hilfe. Hier endet der Roman. Ihre Fortsetzung findet die Fiktion aber in der Realität. Diese heisst «Mission Mini».
In einem kniffligen Wettbewerb sollen in dieser Mission 21 internationale «Schnüffler»-Teams im Verlauf einer Woche die Bilder in Barcelona wieder zum Vorschein bringen. Diese Teams setzen sich aus Promis aus der Show- und Kunstszene sowie Mini-Cooper-Fans zusammen, die in den beteiligten Ländern über öffentliche Castings ausgewählt wurden. Natürlich sind alle Teams sowie die rund 70 eingeladenen Medienleute bei ihrer Jagd in Barcelona mit einem auffällig beflaggten BMW Mini Cooper S unterwegs. Für ihre Ermittlungstätigkeit in Szenenbars und anderen zum Lebensstil potenzieller Mini-Fahrer passenden Dekors hat ebenfalls Val McDermid das Drehbuch mit verschiedenen Aufgaben geschrieben.
Die ganze Aktion wurde konzipiert von der Münchner PR- und Werbeagentur Ketchum. Diese verhandelt derzeit mit diversen TV-Stationen. In Holland wird Kanaal 2, in Deutschland eventuell RTL über den Event in Barcelona berichten. Europaweit wird zurzeit mit einem «Mission Mini»-Trailer auf dem Musiksender MTV um Aufmerksamkeit für das Spektakel geworben. In der Schweiz wird «Mission Mini» von der Zürcher Agentur Peter Bütikofer & Company, Public Relations and Perception Management betreut.
Die «Mission Mini» setzt sich virtuell im Web fort
Als wichtigster Medienpartner für die Schweiz wird Star TV vom 7. bis 11. November über einen Satellitenlink täglich von der Jagd aus Barcelona berichten. Star TV hat auch das Casting des Schweizer Teams übernommen. Als Promi wird Dieter Meier von Yello zusammen mit der Moderatorin Claudia Lässer den BMW Mini Cooper S durch die Strassen von Barcelona steuern. Yello-Meier hat seine Zusage für diese Autowerbung davon abhängig gemacht, dass BMW mit Star TV zusammen gleichzeitig eine Videoserie zur Unfallverhütung für junge Autofahrer produziert.
Werbung in Form von Auftragskunst scheint für viele Künstler noch mit gewissen Hemmschwellen verbunden zu sein. Der amerikanische Künstler Bill Halley zeigt sich inzwischen jedenfalls ein bisschen verunsichert, weil seine sechs Collagen im Rahmen eines PR-Events von BMW nach dem Ende der «Mission Mini» dem Museum of Modern Art von Barcelona geschenkt werden sollen.
Dass solche PR ihren Preis im doppelten Sinne des Wortes haben kann, musste kürzlich die Romanautorin Faye Weldon erfahren. Sie hat für Bulgari ebenfalls einen Roman im Auftrag geschrieben unter dem Titel «Bulgari Connection» – und wurde prompt von der Literaturkritik zerzaust. Der Trend zu solcher Werbung in der Kunst dürfte sich aber weiterentwickeln, weil damit das Publikum auf ungewohnten Wegen erreicht werden kann, wie das Konzept von «Mission Mini» beweist.
«Mission Mini» spielt nicht nur mit neuen Formen der Werbung, sondern setzt auch die neuen Medien ein. Für die Internetpräsenz wurde die Krimigeschichte auf Basis von Flash 5 als spannende und multimediale Alternative zum herkömmlichen Romanformat aufbereitet. Spürnasen haben hier die Möglichkeit, auf eigene Faust mit den Ermittlungen in dem mysteriösen Fall von Kunstraub zu beginnen. «Ich musste untertauchen. Hier auf meinem Notebook befinden sich alle Infos über den Fall. Bis später.» Mit dieser Meldung fordert Sam Cooper die Surfer auf, ihn im Fall «Mission Mini» tatkräftig zu unterstützen.
Unter www.missionmini.com können berufene Spürnasen vom heimischen PC aus zugreifen und «mit der speziell entwickelten, interaktiven Datenbank-Software für Agenten arbeiten», wie BMW Switzerland verrät. Online-Agenten können Notizen zu Recherchen von Sam Cooper abrufen; gescannte Erpresserbriefe sowie «verdeckt aufgenommene Fotos und Videos von Verdächtigen» sind in diversen Dateiordnern zusammengefasst. Entsprechend der Grösse des Projekts ist diese Website in fünf verschiedenen Sprachen verfügbar.

Gläsern ist die Psyche des Webusers

Neue Internetforschung von Igem und Blue Eyes Marketing sorgt für mehr Transparenz für Werbetreibende

Neue Internetforschung von Igem und Blue Eyes Marketing sorgt für mehr Transparenz für WerbetreibendeVon Daniel Schifferle Die psychografische und qualitative Segmentierung hält Einzug in die schweizerische Internetforschung. Das von der Interessengemeinschaft elektronische Medien (Igem) und von Blue Eyes Marketing lancierte Tool soll gleichzeitig für Offline-Marktforschung angepriesen werden.
Internetstudien werden differenzierter. Erst in der vergangenen Woche stellte Nielsen/Netratings erstmals Workpanels vor, die die Internetnutzung am Arbeitsplatz erfassen (WW 29/02). Jetzt lanciert Igem zusammen mit der Luzerner Blue Eyes Marketing ein Strategietool für Online-Werbung, das als erste standardisierte Internetforschung auch die Psychografie miteinbezieht.
Damit soll ein Mangel der bisherigen rein quantitativen Forschung beseitigt werden, die lediglich Reichweiten erfasst, aber Aussagen über qualitative Merkmale der User schuldig bleibt. Initiiert wurde das mehr Transparenz versprechende Tool mit dem klingenden Namen Bluemind von der Igem. Deren interne Arbeitsgruppe «Internetforschung» hatte das Projekt vor rund einem Jahr aufgegleist. Als Partner wurde dafür die Blue Eyes Marketing des ehemaligen Demoscope-Forschers Markus Britschgi ins Boot geholt. Die vor rund anderthalb Jahren gegründete Luzerner Firma ist auf die psychografische, qualitative und quantitative Marktforschung spezialisiert. Ebenfalls mit dabei ist das Software-Unternehmen Datavision AG mit Sitz in Klosters, dessen Kernkompetenz im Bereich Software und Programmierung für die psychografische Marktforschung ist.
Psychografietest speziell für die Online-Auswertung
Bluemind soll ab Oktober in regelmässigen Intervallen die Besucher der beteiligten Websites durchleuchten. Neben den psychografischen Merkmalen wird das Tool zusätzlich die soziodemografischen Eigenschaften sowie Interessen, Medienverhalten und Werbebeachtung der Sitebesucher ermitteln.
Die Kunden erhalten die Auswertungen elektronisch, die Ergebnisse werden in visualisierter Form mitgeliefert. Für die Darstellung der psychografischen Daten kommt ein Modell in der Form eines Octagons zum Einsatz (siehe Illustration). Damit werden fürs Erste drei Achsen ausgewiesen: «Change (Innovation) versus Roots (Beharrung)», «Extraversion versus Intraversion» und «Rationalität versus Emotionalität».
«Mit zunehmender Erfahrung werden wir im Laufe der Zeit weitere Achsen hinzufügen», kündigt Britschgi an. Denkbar sei zum Beispiel eine weitere Dimension mit den Merkmalen «ökologisch orientiert versus nicht ökologisch orientiert».
Neu ist an Bluemind insbesondere die Methode, mit der Einstellungen und psychologische Merkmale der User erhoben werden. Um die Online-Erfassung dieser Werte möglich zu machen, setzt Bluemind einen selbst konzipierten Bildertest ein. Dabei sind insgesamt 18 Testbilder zu bewerten. «Das ist ein Zeit sparender Weg. Zudem werden die Befragten dank der visuellen Abwechslung zusätzlich motiviert, den Test bis zum Schluss durchzuhalten», sagt Britschgi.
Bei den Tarifen fahre Bluemind deutlich unter den für Internetforschung üblichen Kosten (siehe auch Interview). Die Aufnahme einer Website kostet 4000 Franken, für jede weitere Site des gleichen Anbieters reduziert sich dieser Betrag auf 900 Franken. Für den Online-Zugriff auf die Datensätze bezahlen Kunden 1000 beziehungsweise 500 Franken, wenn sie zugleich mit einer oder mehreren Sites im Bluemind-Panel vertreten sind. Zudem gibts bei den Login-Gebühren Spezialrabatt für Igem-Mitglieder. Diese bezahlen lediglich die Hälfte.
Trotz Tiefpreisangebot stellt sich die Frage, ob das neue Tool einer Nachfrage entspricht. «Im Moment winken Kunden ab, wenn es ums Internet geht», weiss Peter Döbeli, Mitinhaber der Media-agentur Konnex AG. «Trotzdem ist jedes neue, zusätzliche Transparenz schaffende Planungstool willkommen. Auch wenn es im Moment noch wenig gebraucht wird», ergänzt er.

Modische Pickels.

Auch Models sind Menschen wie du und ich. Sogar Pickel haben sie, wie die neusten Plakate von H&M zeigen.

Auch Models sind Menschen wie du und ich. Sogar Pickel haben sie, wie die neusten Plakate von H&M zeigen.Modisch Pickel. Der schwedische Schauspieler Peter Stormare, bekannt aus den Filmen «Fargo», «Armageddon» oder «Dancer in the Dark», posiert in diversen Sujets zusammen mit dem polnischen Topmodel Malgosia Bela, ebenfalls eine Mimin. Inszeniert hat die nicht alltäglichen Bilder aus dem ganz gewöhnlichen Alltag Starfotograf Richard Avedon in New York. Die Plakate, E-Boards und Inserate sollen den diesjährigen Modeherbst von H&M als ein Wechselspiel zwischen einem eleganten, diskreten Kleidungsstil sowie legeren Outfits mit einem Hauch von Ethno positionieren.
Walter Schmid in DM-Ruhmeshalle. Der Deutsche Direktmarketing Verband (DDV) ehrt den Schweizer Branchenpionier Walter Schmid. Im Rahmen der Dialogmarketingmesse Dima in Düsseldorf wird Schmid am 2. September in die Hall of Fame des DDV aufgenommen. Er ist der erste Schweizer in der Ruhmeshalle, die der Verband vor zwei Jahren lanciert hat. Die Laudatio hält der St.Galler Direktwerber Friedhelm Lammoth, der als DDV-Ehrenpräsident und Repräsentant der Jury amtet.
Börsen Rallye. Wer zuletzt lacht, lacht am besten. Witzig jedenfalls wirkt der Claim von Lowe, mit dem das Börsenmagazin Stocks ziemlich ironisch für eine neue Aktienrallye in Koproduktion mit dem Online-Broker youtrade.com wirbt. Anders als an der Börse sind die 8000 Franken aber tatsächlich zu gewinnen, wie man im Kleingedruckten lesen kann. Bei der Rallye gilt es, vom 2. September bis am 25. Oktober den SMI zu schlagen. Als Startkapital legen Youtrade und Stocks jedem Gambler 250000 Franken ins Depot – höchst virtuell natürlich.
Ausschreibung für «Jahrbuch der Werbung» läuft. Der Econ Verlag schreibt den Wettbewerb um die Aufnahme ins «Jahrbuch der Werbung» 2003 aus. Gesucht werden die besten deutschsprachigen Kampagnen und Werbeagenturen des Jahres. Anmeldeschluss ist der 26. September, Einsendeschluss für Kampagnen am 10. Oktober. Weitere Informationen finden sich auf der Website www.jdw.de.
«Das Goldene Ohr» präsentiert seine Jury. Der Radiospot-Wettbewerb «Das Goldene Ohr» hat seine Jury vorgestellt. Insgesamt 14 Jurorinnen und Juroren beurteilen, was Werber im vergangenen Jahr über den Äther geschickt haben. In der Jury sitzen: Carole Armour (Hastings), Michael Barney (Lowe), Manuela Caranci (Rent a Voice), Richi Gasser (Belcom), Christian Hansen (Lowe Direct), Roland Hess (Hesskiss), Markus Holenstein (Fünf Freunde), Alex Jaggy (Jung von Matt/Limmat), Petra Kreussler (Generation Media), Paul Riesen (Goldbach Media), Sylvia Rohner (Exxtra Kommunikation), Rudolph Schürmann (Glamour Engineering), Rony Ulmann (freier Filmschaffender), und Theophil Butz (ehemals Mitinhaber von Bosch&Butz). Die Preisverleihung des «Goldenen Ohrs» findet dieses Jahr nicht im Sommer statt, wie sonst üblich, sondern im Spätherbst, am 6. November im Miller’s Studio in Zürich.
Ich bin auch eine Party. Diskretion ist Ehrensache beim neuen Party-Tram der Zürcher Verkehrsbetriebe. Dieses hat nämlich vollständig abgedunkelte Fenster. So können sich die mitfahrenden Gäste nicht nur wie Very Important People in einer total geschützten Stretch-Limousine fühlen. Sie sehen auch nicht, wohin das Party-Tram fährt. Umso grösser dann die Überraschung, wenn das Tram nur einige verwirrende Schlaufen gefahren ist und schliesslich im nahen Depot endet. Dort kann in Zusammenarbeit mit den VBZ der Raum mit allen Möglichkeiten der Fantasie für eine Firmenfete dekoriert oder für eine Produktpräsentation umgestylt werden. Konzipiert wurde die neue Dienstleistung der VBZ von Michel Bronners MB Veranstaltungsagentur in Zürich. Mehr Infos gibt es unter www.mbva.ch.
Shopping Road. Das Sujet ist schon tausend Mal kopiert worden. Aber gerade diese Herausforderung hat AD Mischa Good von Good & Gomez in Zürich gelockt. Jetzt gibt es gleich zwei weitere Versionen des legendären Aeby-Road-Bildes. Kreiert wurden die B12-Plakate im Auftrag der Werbeagentur Bachmann & Partner in Baden für das Einkaufszentrum Neumarkt Brugg. Die Migros hat die gelungenen Fotos auch noch auf eine Tragtasche drucken lassen. Trotzdem soll hier natürlich keinesfalls verraten werden, dass der zweite Nackte von links der AD höchstpersönlich ist.
X’02 legte um 1,8 Prozent zu. Die Messe für Marketing, Kommunikation und Event X’02 ist am Donnerstag zu Ende gegangen. Mit 11300 Fachbesuchern konnte die Messe gegenüber dem Vorjahr um rund 1,8 % zulegen – entgegen dem Trend, wie die Veranstalter betonen. Auch der Kongress im Rahmen der Messe, der Xongress, verzeichnete mit über 700 Gästen einen Zuwachs. Die X’03 findet vom 26. bis 28. August 2003 wieder in der Messe Zürich statt.
Lifestyle. Was dem Casino in Baden die gestylten Promis, sind der Konkurrenz in Schaffhausen die schönen Leute. Fast wie ein Modeprospekt wirken jedenfalls die Sujets, mit denen Swiss Casinos für die Eröffnung ihres neuen Casinos in Schaffhausen wirbt. Nichts mehr von Spielhölle blinkt hier durch, sondern vielmehr die Botschaft: So schön könnte das Leben sein, wenn Fortuna endlich ein Einsehen hat. Gestaltet wurden die Plakate inhouse. Swiss Casinos hat für seine zwölf Spielstätten und die kommenden fünf Neueröffnungen eine interne Werbeagentur mit fünf Leuten aufgebaut.
Gründung im Turmzimmer. Der Gründungsakt fand im Turmzimmer des Basler Rathauses statt. Mit Blickrichtung auf den Stadtteil, in dem die Agentur domiziliert ist: Basel West. So nennt sich ab 1. September die Agentur Kirchhofer Partner. Unter dem neuen Dach sind die bisherigen Leistungstools Kirchhofer Partner, Kirchhofer Editorials und Kirchhofer Werbeagentur zusammengefasst. Die Berührungsängste, die einige Unternehmen vor zehn Jahren zur Unternehmenspublizistik noch gehabt hätten, seien verflogen, begründet Inhaber Albin Kirchhofer den Schritt. Mit dem neuen Namen bekennt sich die seit 1969 bestehende Agentur zum Werbestandort Basel.
Bruttowerbeaufwand im Juli im Plus. Nach fünf Verlustmonaten ist der Bruttowerbeaufwand in der Schweiz im Juli erstmals wieder leicht angestiegen. Er nahm gegenüber dem Vorjahresmonat um 0,36% auf insgesamt 231 Millionen Franken zu, wie aus den Daten von Media Focus hervorgeht. Im Juni hatte noch ein geringer Verlust von 0,27% resultiert. Gut abgeschnitten haben im Juli vor allem TV und Plakat mit einem Plus von 7,8% beziehungsweise 10,4%. Tageszeitungen, die fast die Hälfte des Gesamtumsatzes beisteuern, verloren nach zwei schlechten Monaten nur noch 0,9%. Die ebenfalls wichtigen Publikumszeitschriften legten knapp um 0,1% zu. Daher fielen die deutlichen Verluste bei den andern Bereichen weniger ins Gewicht: Fachzeitschriften setzten 13,4% weniger um, Radio 5,2% und Kino 31,3%. Die Bannerwerbung sackte erneut massiv ab und geriet mit 46,8% weniger Umsatz wieder unter die Millionengrenze.

Aufgefallen: Frauen und Kleider sind ein faszinierendes Thema. Faszinierend, weil im Kleidungsverhalten wunderbar die krassen Unterschiede zwischen Mann und Frau gefeiert werden.

AufgefallenFrauen und Kleider sind ein faszinierendes Thema. Faszinierend, weil im Kleidungsverhalten wunderbar die krassen Unterschiede zwischen Mann und Frau gefeiert werden. Oder kennen Sie einen Mann, sprich einen Werber, der sich ein de

Aufgefallen Frauen und Kleider sind ein faszinierendes Thema. Faszinierend, weil im Kleidungsverhalten wunderbar die krassen Unterschiede zwischen Mann und Frau gefeiert werden. Oder kennen Sie einen Mann, sprich einen Werber, der sich ein derart enges Teil überstülpt, dass er sich kaum mehr davon befreien kann? Wohl kaum. Einer Frau kann man(n) sogar ein Oberteil andrehen, das vorher durch den Papierschredder gelassen worden ist – und sie wird sich sexy und modebewusst fühlen. Miss Sixty scheint auf jeden Fall keinen unzufriedenen Eindruck zu machen. Warum jedoch die Hosen noch ganz sind, ist unklar – aber vielleicht ist das ja der Reiz dieses Deux-Pièces. Es wird Zeit, dass der Herbst kommt und wir uns in etwas mehr Tuch hüllen müssen.
Chandra Kurt [email protected]
Kolumne

Alles ist möglichvon Carmelo Buffoli
Das Rezept für einen Werbekuchen ist ganz einfach: Man nehme drei TV-Spots und mische sie mit ein bisschen Direktmarketing. Zu dickflüssig! Gut, dann picke man eben einen Werbespot wieder heraus und gebe stattdessen einen Radiospot hinzu. Hm – noch zu fad? In diesem Fall füge man noch eine Prise Marketing bei – für den strategischen Geschmack. Zum Schluss noch einen Hauch PR, um das Ganze abzuschmecken. Vor dem Backen ändert sich das Rezept aber mindestens noch weitere zehnmal, und dies alles zum gleichen Preis. So wird es oft gewünscht.
Erhält man eigentlich in einer Bäckerei auf Wunsch Schwarzbrot, gemischt mit einem Viertel Vollkorn-Maisbrot in der Substanz eines luftigen Blätterteigs zum selben Preis wie ein normales Buttergipfeli? Wohl kaum. Aber da wir keine Bäcker sind, sondern Werber, ist dies überhaupt kein Problem. In dieser Branche läuft das so. Dass Extrawünsche und ständige Planänderungen mit viel Aufwand verbunden sind, will niemand so recht wahrhaben – zumindest nicht die zahlende Kundschaft. Werber sind ja kreativ, und der Kreativität sind schliesslich keine Grenzen gesetzt. Alles ist möglich. Das Ganze nochmals überarbeiten? Aber sicher! Selbstverständlich sind auch alle weiteren Änderungen im Preis inbegriffen.
Wie lange es wohl noch dauern wird, bis solch ausgefallene Wünsche auch in anderen Branchen geäussert werden? Werden sie dort erfüllt? Niemand käme auf den Gedanken, diese Frage mit Ja zu beantworten, das wäre schlicht und ergreifend unmöglich. Warum soll es dann aber in der Werbung möglich sein?
[email protected] Carmelo Buffoli ist Inhaber von Buffoli und Partner, Zürich.
Business-Luch

Welch eine Pein, hier ein hungriger Gast zu sein Versuchsanordnung I: Es gibt Menschen, die gehen zum Essen in ein feines Lokal, weil sie dessen Küche besonders gut, ausgefallen oder sonstwie berauschend finden. Versuchsanordnung II: Es gibt feine Menschen, die gehen in ein Lokal, weil sie die Inneneinrichtung mögen, die Künstler der Moderne an den Wänden schätzen, das polierte Tafelsilber und die lächelnde Bedienung. Das Essen – muss ihnen egal sein, auch der Preis spielt keine Rolle. Hauptsache, man sitzt dort über Mittag, wird gesehen, sieht zurück, flüstert, nuschelt.
So ein Restaurant ist das «Chez Donati» in Basel. Es ist wunderschön eingerichtet, verströmt einen Hauch von Welt am Rheinknie, ist fast sündhaft teuer und vor allem eines: es ist schlecht.
Das trifft, die Einschränkung folgt sofort, aber nur für die Küche zu. Folgen wir also Versuchsanordnung I, denn für Versuchsanordnung II ist der Autor dieser Zeilen zu wenig gebildet, kauft seine Kleider wahlweise im Brockenhaus oder bei H&M, verfügt nicht über ein Aktiendepot und schon gar nicht über Standesdünkel.
Insalata di rucola con Parmigiano (19.50): Hier kann man nichts falsch machen, also auch nicht meckern. Ravioli di ricotta e spinaci al burro fuso e salvia. (20.–): Der Teig zu dick, die Füllung bedeutungslos, weil ungewürzt und fast nicht vorhanden, schliesslich: zu klein die Portion. Pappardelle con funghi porcini freschi (40.–): Die Nudel war handwarm, die Steinpilze ein kleines verirrtes Häufchen auf dem Teller. Zwar mit viel Geschmack, aber ohne Sauce serviert. Nodino di vitello al rosmarino mit Risotto (48.–): Das Kalbskotelett leicht zäh, der Risotto eine Zumutung, das heisst auch für zahnlose Esser geniessbar – oder anders gesagt: Matsch. Die Ile flottante (jetzt spielt der Preis keine Rolle mehr): Ein Riesending von Eiweiss mit caramelisiertem Zucker überladen. Der Gâteau St. Honoré: eine Crème so unauffällig im Geschmack, die Brandteigküchlein alles andere als krokant – ah, Signore Mora, komme doch lieber ins «Piccoli», auch der Tourte wegen.
Versuchsanordnung II wird man im «Donati» immer wieder antreffen. Versuchsanordnung I meidet solche Lokale (da haben die Kollegen von Al dente schon Recht!) fortan und ärgert sich: Ein so schönes Lokal hat fürwahr eine bessere Küche verdient.
Zu wenig Offenweine. Die Bedienung: herzlich – das einzig Lobenswerte. Montags zu.
Carlo Bernasconi [email protected]
Chez DonatiSt. Johanns-Vorstadt 48
4056 Basel
Tel. 061 322 09 19
Fax 061 322 09 81
Bewertung

Essen …………………..2
Getränke ………………2
Bedienung …………….4
Businessfaktor ……..4
5=top, 4=sehr gut, 3=o.k., 2=naja, 1=Flop

Tele-Frühling im Herbst

Die nächste Gesundheit Sprechstunde erscheint diese Woche in neuem Kleid. Bei der Programmzeitschrift Tele, ebenfalls aus dem Haus Ringier, kommt die erste erneuerte Nummer indes erst am 4. Oktober heraus

Die nächste Gesundheit Sprechstunde erscheint diese Woche in neuem Kleid. Bei der Programmzeitschrift Tele, ebenfalls aus dem Haus Ringier, kommt die erste erneuerte Nummer indes erst am 4. Oktober heraus. Nicht aus Not, sondern «aus einer Position der Stärke» heraus wurden die Relaunches vollzogen.Seit dem Start im Jahre 1998 stieg die Auflage der vierzehntäglich erscheinenden Gesundheit Sprechstunde von 54616 auf 78416 Exemplare. Bei der letzten Beglaubigung gab es allerdings «nur» noch ein Plus von 2300 Exemplaren. «Dennoch sind wir in einer Position der Stärke, denn bei den neuen Leserzahlen können wir wieder deutlich zulegen», sagt Martin Tamas, Verlagsleiter von GesundheitSprechstunde.
Am 30. August erscheint das Medizin-, Wellness- und Beauty-Magazin frisch vom Lausanner Büro Unigraf agence de publicité & graphic geliftet. Es will sich künftig als «Schweizerische Gesundheitsillustrierte» positionieren. Ein «Heftli zur Sendung» soll es indes nicht mehr sein, auch wenn die Nähe zur gleichnamigen Sendung von Presse-TV bleibt.
Die wichtigsten Neuerungen: Das Logo wurde überarbeitet und der Umfang auf 52 Seiten erweitert. «Die Leserin und der Leser erhalten umfangreichere Infos und mehr Beratung», sagt Tamas. Neu enthält Gesundheit Sprechstunde ein mehrseitiges Hauptthema mit News, Meinungen und Erfahrungsberichten. Die neue Rubrik «Helden der Medizin» porträtiert Erfinder und Entdecker, die Ratgeberrubrik wurde von eineinhalb auf gut vier Seiten erweitert. Und schliesslich setzt eine vierseitige Bildreportage in der Heftmitte emotionale Akzente.
Der vordere Teil ist primär medizinischen Themen gewidmet, der hintere Teil berät in den Bereichen Wellness, Fitness, Ernährung, Sex und Beauty. Die klarere Heftstruktur dient der Leserführung, entspricht aber einem Anliegen der Inserenten, die im Übrigen einige neue, zusätzliche Anzeigenformate und -möglichkeiten erhalten. Die Anzeigentarife bleiben vorerst gleich, hingegen haben Abonnenten künftig 49 statt 39 Franken zu bezahlen. Tamas begründet dies mit «mehr Inhalt und Umfang» und mit dem Ausbau von ursprünglich fünf auf heute 13 Redaktoren.
Tele sieht im Anzeigenmarkt noch ein grosses Potenzial
Der Relaunch von Tele ist zwar sozusagen fertig gestellt, befindet sich aber noch im Test von 200 Tele-Lesern. Chefredaktor Klaus Kriesel hat bei der Konzernleitung den Relaunch beantragt – «nicht aus der Position der Schwäche», wie er betont. Ziel ist es, die in den letzten zwei Jahren leicht gesunkenen Auflage- und Leserzahlen zu stabilisieren. Mit einem Wachstum rechnet Kriesel angesichts der Konkurrenz unter den Programmheften (siehe auch Seite 1) nicht, jedoch mit einem «grossen Potenzial im Anzeigenbereich». Neuerungen kommuniziert Kriesel nur sehr vage: Das Konzept wird beibehalten, DVD hält Einzug im Multimediaheft, das Logo erfährt eine Auffrischung, und «die Geschichten werden stärker visualisiert». Das neue Layout hat die Media Group Berlin realisiert. Markus Knöpfli

Neue Kampagnen Tam Tam

Ziel: Redynamisierung der Marke TamTam.

Ziel: Redynamisierung der Marke TamTam.Tam Tam Werbemittel: TV-Spot (schweizweit). Einsatz: Seit Mitte Juli bis auf weiteres.
Auftraggeber: Nutrifrais SA, Genf; Verantwortung: David Evéquoz, Corine Yerly, Marketing. Werbeagentur: Simko, Genf; CD: Olivier Girard; AD: Alexandre Guidetti; Beratung: Suzanne Fellay, Vanessa Kienle; Produktion: Le Studio, Genf; Realisation: David Charhon; Ton: Séchez vos larmes.

Etat-News: Soldini Bienenfeld betreut geistlich

Die Zürcher Kleinagentur Soldini Bienenfeld (SB) hat die Geistlich Pharma AG in Wolhusen LU als Kunden gewonnen.

Die Zürcher Kleinagentur Soldini Bienenfeld (SB) hat die Geistlich Pharma AG in Wolhusen LU als Kunden gewonnen.Etat-News Soldini Bienenfeld betreut geistlich Für die Abteilung Biomaterials bewirbt SB das neue Produkt Chondro-Gide. Dabei handelt es sich um ein Verfahren, mit dem Kniegelenkschäden repariert werden. «Das bedeutet eine neue Zeitrechnung für die Orthopädie», meinte Frank Bienenfeld begeistert. Die Agentur meldete sich selbstständig bei Geistlich mit Vorschlägen für das Marketing und erhielt den Zuschlag ohne Pitch. In einem ersten Schritt werden Verkaufstools, Broschüren und anderes erarbeitet, die sich an Ärzte wenden. Sie sollen ab nächstem Monat eingesetzt werden.
Erat Thoma & Herzog positioniert Technoplast neu Die Rorschacher Werbeagentur Erat Thoma & Herzog (ET&H) hat die Technoplast Engineering AG aus Diepoldsau SG als neuen Kunden gewonnen. Die Agentur setzte sich in einem Pitch gegen Freicom aus Balgach und Dachcom aus Rheineck durch. Technoplast entwickelt Kunststoff-Elektronik-Systeme für Unternehmen. ET&H soll die Firma neu positionieren. Neben dem Corporate Design gehören dazu flankierende Massnahmen im gesamten Kommunikationsbereich, beispielsweise Events und Corporate Citizenship.

Neue Kampagnen Spirig Pharma

Ziel: Bekanntmachung des neuen Generikums Ciproflox.

Ziel: Bekanntmachung des neuen Generikums Ciproflox.Spirig Pharma Werbemittel: Zweiteilige Inserate in Fachmedien, Mailings, Fachbroschüre. Einsatz: Seit Juli bis auf weiteres.
Auftraggeber: Spirig Pharma AG, Egerkingen; Gesamtverantwortung: Peter Huber, Floriane Erbeia. Werbeagentur: Flavian Kurth, Basel; CD/AD: Flavian Kurth; Grafik: Diana Dold; Fotos: Jürgen Weisheitinger; Bildbearbeitung: Vogt und Stöcklin.

Working Days & Nights

Von Beat Fritsch

Von Beat FritschEin gut gefüllter Eventkalender lag letzte Woche vor. Beginn: Mittwochmittag – Ende: Freitagnacht. Zuerst gings in die Studios von Viva-Swizz im nördlichsten Zürcher Aussenquartier Seebach, wo an einer Pressekonferenz Managing Director Asta Baumöller über die Ernennung von Giovanni Zamai zum Programmleiter informierte (siehe Seite 18). Im Anschluss an die PK wurde die Beförderung im kleinen Rahmen mit Lachshäppchen und Feinperligem gefeiert.Allzu lange konnte man nicht verweilen, in Oerlikon und somit in nächster Nachbarschaft fand auch noch die Marketing- und Eventmesse X’02 statt. Dort laden traditionsgemäss unter Federführung der Schweizer Werbung SW die Branchenverbände Allianz Schweizer Werbeagenturen ASW, der Schweizer Direktmarketingverband SDV und die Vereinigung für Werbekommunikation Idée-VfW zu einem Umtrunk. Sei es nun, weil der Point-X der Branchenverbände einen neuen Standplatz hatte; sei es, weil zur selben Zeit noch andere Messeapéros stattfanden – oder sei es, weil die Diplomierung der Planerinnen und Planer Marketingkommunikation heuer nicht an der X’02 durchgeführt wurde: Der Apéro kam im Gegensatz zu anderen Jahren nie so richtig in die Gänge und es fanden merklich weniger Leute als auch schon den Weg zum Point-X.
Eigentlich stand die ganze Messe ein wenig im Zeichen des allgemeinen Rückgangs, auch wenn die Veranstalter eine marginale Zunahme der Besucherzahlen vermelden konnten. «Das Einzige, was jedes Jahr grösser wird, sind die Abstände zwischen den Messeständen», frotzelte ein nicht genannt sein wollender Besucher (und Golf spielender Inhaber einer Dialogmarketing-agentur). Was jedes Jahr auch noch wachse, dies jedenfalls der Eindruck weiterer Kommentatoren, sei die Papierflut im Vorfeld der Veranstaltung. Manch einer hatte den Eindruck, dass die Ausstellung vor allem der Druckindustrie nütze. Und effektiv kennt auch der Autor dieser Kolumne keine andere Messe, zu der er jeweils schon vorab so viele Ticketgutscheine, Prospekte, Wettbewerbsausschreibungen und Einladungen zu einem Standbesuch erhält. Ganz zu schweigen von den vor Ort verteilten Gimmicks, Mustern und «Bhaltis». Die X’02 ist ein ideales Revier für Jäger und Sammler.
Dass gegenüber den letzten Jahren anscheinend alles umgekehrt ablaufe, war auch der Kommentar von Christophe Guye anlässlich seiner Agenturparty im Zürcher Seefeld. Die sonst sonnenverwöhnte Street Parade fand im Regen statt – die bis anhin vom Wetterpech verfolgte Gartenparty der Agentur Guye Benker ging bei strahlendstem Sonnenschein über die Bühne. Vielleicht liegts ja am neuen Kompagnon von Guye. Just vor einem Jahr nämlich ist Creative Director André Benker als Partner zur Agentur gestossen.
Einiges an Branchenprominenz findet sich jeweils bei den Werbern der Weltwoche ein. Neben den Exponenten des Wochenmagazins, namentlich Uli Rubner, Ivan Schultheiss, Ariane Vuagneux und Roger Köppel, sah man auch Tagi-Anzeigenleiter Fridolin Holdener, Tagi-Medienredaktor Toni Lienhard, Tagi-Marketingleiterin Gabi Wettstein, Expo-Werbeleiter Matthew Katumba, Bilanz-Marketingleiter Martin Coninx oder Bilanz-Geschäftsführerin Elke Zappe. Und allesamt unterhielten sie sich blendend im kleinen, aber feinen Privatpark an der Klausstrasse. Einige – darunter ein gewisser Alex T. – dem Vernehmen nach bis vier Uhr in der Früh. Nur eine Kritik wurde laut. Irgendwie war der mit der Verpflegung betraute Caterer schon ein bisschen ein komischer Kauz. Er machte zuweilen den Eindruck, es reue ihn, den Gästen die sicherlich mit viel Liebe zubereiteten Speisen auszuhändigen.
Riesig wie eh und je präsentierte sich einmal mehr das legendäre Plakandafest. Wenn auch ohne Skihüttenfeeling – letztes Jahr sprengte man ja sämtliche Dimensionen und häufte neben einem echten Curling-Rink im Hochsommer Tonnagen von Gletscherschnee auf –, aber trotzdem mit viel Holz. Ganz gemäss dem Motto «Back to the Roots» prangte auf der Einladung einer dieser monumentalen, Arbeiter-verherrlichenden Albert-Anker-Schinken aus Zeiten, in denen das gebräuchlichste politische Schimpfwort noch «Sozialist» und nicht «Neo-Liberaler» war. Dass Erfolg heute wieder mehr mit Arbeit als mit Show zu tun hat, symbolisierte auch der «Showblock». Während des ganzen Abends führten stämmige und kräftige Mannsbilder vor,
wie früher Wasserleitungen aus Baumstämmen gebohrt, Radlager gedrechselt oder Brennholz gespalten wurde. Verantwortlich für das «Arbeitslager» auf dem Geeren ob Gockhausen zeichnete Christian Dür von Visualixevent.
«Ausflug ins Expo-Land» hiess es Ende Woche. Die Diplomübergabe an die Planerinnen und Planer Marketingkommunikation fand dieses Jahr in Biel statt. Wobei man von der Terrasse des Restaurant «La Péniche» den direkten Blick auf die Arteplage geniessen konnte. Den vorangehenden Besuch der Expo.02 liess sich auch das Shortlistteam nicht entgehen, zumal man dies mit dem prominentesten Guide tun konnte. Expo-Werbeleiter Matthew Katumba – noch leicht übernächtigt von der Guye-Benker-Party tags zuvor – führte uns elegant an sämtlichen Warteschlangen vorbei. Was bedeutete, dass man in «Nullkommanix» Eintritt in die Pavillons erhielt und so, Katumba sei Dank, die Bieler Arteplage in absolutem Rekordtempo abspulen konnte.
Beat Fritsch

at work. So siehts jeweils aus, wenn andere Partybesucher längst im Land der Budgetträume weilen: Erst die Stippvisite bei Viva-Swizz, dann ab zum Apéro der Kommunikationsverbände an der X’02 (Seite 20). Weiter, hopp hopp, zu Guye Benker (Seite 21), ans Plakandafest und zur Diplomfeier für die Planerinnen und Planer Marketingkommunikation an der Expo.02 (Seite 22).
Wer sich in der Kommunikationsszene an den diversen Events und Veranstaltungen trifft, orten wir überall, wo in der Branche etwas los ist. Haben Sie jetzt schon etwas Spannendes zu berichten? Greifen Sie zum Hörer (01
296 97 98) oder in die Tastatur ([email protected]). Für Veranstaltungstipps wie auch weitere Shortlistbilder: www. werbewoche.ch

Neue Kampagnen Migros-Genossenschafts-Bund

Ziel: Einführung des Pflanzenbrands Paul Greenwood.

Ziel: Einführung des Pflanzenbrands Paul Greenwood.Migros-Genossenschafts-Bund Werbemittel: Inserate in Publikums-, Frauen- und Wohnzeitschriften, POS-Material. Einsatz: Seit 12. August bis auf weiteres.
Auftraggeber: Migros-Genossenschafts-Bund, Zürich; Verantwortung: Othmar Schumacher, Matthias Haudenschild. Werbeagentur: Weber Harbeke, Zürich; CD: Thomas Harbeke, Max Weber; AD: Kim Küng; Text: Christian Sidow; Desktop: Nadja Meier; Beratung: Michael Breuer, Urs Hirschi; Fotos: Schaub Stierli.
Besprechung siehe Seite 5

Neue Kampagnen Masterfoods

Ziel: Neupositionierung der Marke Mars.

Ziel: Neupositionierung der Marke Mars.Masterfoods Werbemittel: Banner und Popups. Einsatz: August bis September.
Auftraggeber: Masterfoods, Zug; Verantwortung: Marc Schmidlin, Market Development Manager. Online-Agentur: dCTRL-Interactive Media and Motion Graphics, Zürich; Media-agentur: Mediacom Zürich & Wien; Planung/Beratung: AdLink Internet Media AG, Zürich; Danilo Monteduro.

Betty kocht auch für dich

TBWA Switzerland wirbt für die Früchte der Liaison zwischen Betty Bossi und Coop

TBWA Switzerland wirbt für die Früchte der Liaison zwischen Betty Bossi und CoopVon Simone Keller Seit diesem Frühjahr steht die «Kochlehrerin» Betty Bossi für Coop am Herd und zaubert unter dem Label Idee Betty Bossi schmackhafte Convenience-Produkte in die Coop-Regale. Mit einer nationalen Kampagne von TBWA Switzerland startete Mitte August die Kommunikation dieser Allianz.
Zeit ist in der heutigen Gesellschaft ein kostbares Gut. Immer mehr Leistungen müssen in immer kürzeren Abständen erbracht werden. Hat der Mensch ein bisschen Freizeit, will er diese voll auskosten und nicht für Unnötiges verschwenden. Darunter zählt für viele offenbar auch das Stehen am Herd. Gemäss ACNielsen sind die Detailhandels-verkäufe pro Tausend Kilogramm allein für Sandwiches und Fertigsalate in den letzten drei Jahren um 37 Prozent gestiegen. Der Umsatz hat in dieser Zeit sogar um mehr als die Hälfte zugenommen.
Der kontinuierliche Anstieg des Absatzes von Convenience-Produkten macht deutlich, dass Ready-to-eat und Ready-to-cook zentrale Begriffe im heutigen Foodbereich sind. Gerade weil die Gerichte fremd zubereitet sind, legt der Konsument grossen Wert auf Qualität: Die Speisen sollen zwar einfach und schnell serviert werden können, müssen aber zugleich ausgewogen und hochwertig sein.
Dieser Ansprüche ist sich auch die Basler Coop-Gruppe bewusst. Lebensfreude, Convenience, Dynamik, Frische und Gesundheit stellen für sie zentrale Begriffe im eigenen Leitbild dar. Dies sind gemäss dem Coop-Pressesprecher, Karl Weisskopf, Trends, die den Einkauf und Konsum der heutigen Gesellschaft bestimmen.
Mit der neuen Kompetenzmarke Idee Betty Bossi, die seit Anfang Juni in den Regalen liegt, will das Detailhandelsunternehmen diesem Kundenbedürfnis verstärkt Rechnung tragen. Das neuartige Sortiment besteht aus Ready-to-cook- und Ready-to-eat-Produkten, die nach Rezepten von Betty Bossi hergestellt werden. Geburtsstunde des neuen Convenience-Angebotes war im November vergangenen Jahres, als die Coop-Gruppe 50 Prozent der Betty Bossi Verlag AG übernehmen konnte. Die andere Hälfte der Anteile hält nach wie vor der Ringier Konzern, dem die Marke im letzten Jahr gut 68,1 Millionen Franken einbrachte.
Ursprünglich in der Marketingabteilung der Schweizer Niederlassung von Unilever ausgetüftelt, eroberte die fiktive Kochlehrerin Betty Bossi als Rezeptautorin in den letzten 50 Jahren die helvetischen Küchen. Vom tiefen Vertrauen, das Frau – später auch Herr – Schweizer dem Namen seit Generationen entgegenbringen, will nun auch Coop profitieren.
Die ersten Zahlen von Idee Betty Bossi erfreuen Coop
Die Regale der Coop-Filialen sind zwar bereits seit bald drei Monaten mit Idee-Betty-Bossi-Produkten bestückt, trotzdem tritt das Basler Unternehmen erst seit Mitte August mit einem nationalen Werbeauftritt an die Öffentlichkeit. Federführend in der Konzeption der Kampagne ist TBWA Switzerland, die den siebenstelligen Etat zwei Konkurrenten vor der Nase wegschnappte. Den eher späten Zeitpunkt der Lancierung begründet Ursula Guhl, TBWA-Client Unit Manager, damit, dass man heute bereits ein breites Sortiment präsentieren könne. Anfang Juni habe zuerst eine stille Einführung stattgefunden, in deren Umfeld nur gerade einige Neuheiten vorgestellt wurden.
Seit zwei Wochen wird den Schweizer Kinogängern und TV-Zuschauern die neue Allianz vorgestellt und deren Produkte schmackhaft gemacht: In einer schnellen Szenenabfolge erscheinen verschiedene Menschen mit einer umgebundenen Serviette, die sich als visueller Aufhänger durch alle Werbemittel zieht.
Der Claim «Endlich besser essen. Freuen Sie sich drauf!» und der Packshot lösen den Spot auf. Mit der Follow-up-Kampagne, die drei weitere TV-Spots sowie fünf Plakat- und sieben Inseratesujets umfasst, soll die Botschaft durch Testimonials vertieft werden. Ein Italiener schreibt in Gedanken einen Brief an seine Frau; ein junger Mann philosophiert über das Leben und ein Pärchen zählt sich seine Macken auf, während sie in die erste gemeinsame Wohnung einziehen. Alle drei Spots gipfeln darin, dass die Protagonisten mit umgehängter Serviette in leidenschaftlich-lustvoller Pose verharren und sich so auf ihre Idee Betty Bossi Sandwiches, ihre Pizza oder ihren Salat freuen.
Kernzielgruppe sind die berufstätigen 20- bis 49-Jährigen. Aber auch Senioren sollen laut Guhl angesprochen werden, denn für diese Generation sei Zeit heute ebenfalls ein kostbares Gut.
«Kostbar» sind auch die Artikel der neuen Linie Idee Betty Bossi: «Es handelt sich um hochwertige Produkte, deshalb sind sie auch teurer», erklärt der Pressesprecher und präzisiert, dies beginne schon bei der Auswahl der Rohstoffe.
Trotz der höheren Preislage ist man bei Coop mehr als zufrieden mit den bisherigen Verkaufszahlen. Laut Weisskopf seien diese sogar «ausgezeichnet». Und das, obwohl das allgemeine Konsumtief dem Basler Grossverteiler ebenfalls eine spürbare Flaute beschert hat. Auch wenn die Gesamtzahlen nach wie vor über dem Vorjahreswert liegen, wie der Pressesprecher versichert. Der Zukunft der neuen Kompetenzmarke sieht Karl Weisskopf optimistisch entgegen; er ist überzeugt, dass das gute Preis-Leistungsverhältnis die Konsumenten zu überzeugen vermag.
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