Gönnerhafte Spenden für Radio Emme

Privatradio Die Spendenaktion des vom Konkurs bedrohten Lokalsenders Radio Emme verläuft erfolgreich:

Privatradio Die Spendenaktion des vom Konkurs bedrohten Lokalsenders Radio Emme verläuft erfolgreich:Bis vergangenen Freitagmittag sind laut Angaben des Radios Spenden von mehr als 110000 Franken eingegangen. Beim Start der Spendenwoche hiess es, mindestens 100000 Franken müssten zusammenkommen, um das Überleben des Senders zu sichern. Radio Emme hat nun bei der zuständigen Behörde ein Gesuch um Fristverlängerung bis zur Konkurseröffnung eingereicht.

Internetmagazin Slash lanciert Website neu

Webpublishing Die Schweizer Internetzeitschrift Slash hat einen neuen Onlineauftritt lanciert.

Webpublishing Die Schweizer Internetzeitschrift Slash hat einen neuen Onlineauftritt lanciert.Seit Anfang September präsentiert das Monatsmagazin, das auf Deutsch und Französisch erscheint, auf der Website Zusammenfassungen der gedruckten Ausgabe, Tipps und Adressen sowie einen monatlichen Wettbewerb. Ebenfalls abrufbar sind die Mediadaten von Slash.

Der kurze Unterschied

Mode Kein Blatt vor den Mund nimmt Wyler Werbung, wenn es darum geht, wieder einmal kund zu tun, dass im Shoppi & Tivoli das Shoppen nicht Pflicht, sondern Spass für sie und ihn ist.

Mode Kein Blatt vor den Mund nimmt Wyler Werbung, wenn es darum geht, wieder einmal kund zu tun, dass im Shoppi & Tivoli das Shoppen nicht Pflicht, sondern Spass für sie und ihn ist.Mit einem neuen Sujet für die Herbstmode hat sich Ruedi Wyler mal ganz poetisch aufs Wesentliche reduziert. Nur die beiden Blätter sind dabei ganz schamhaft leicht errötet.

Kontrolle ist besser

Providermarketing Zwei Jahre lang bewarb Jung von Matt das Tempo von Bluewin-ADSL. Jetzt ists Zeit für eine neue Botschaft: der Fixpreis.

Providermarketing Zwei Jahre lang bewarb Jung von Matt das Tempo von Bluewin-ADSL. Jetzt ists Zeit für eine neue Botschaft: der Fixpreis.Bluewins Breitbandzugang ins Internet wurde bisher von der schweizweit angelegten Jung-von-Matt-Kampagne (JvM) vermittelt, die aufs Argument Geschwindigkeit setzte. Mit der Headline «Wer’s schneller mag, mag ADSL» hatte die Swisscom-Tochter das Thema zwar für sich gepachtet, musste dafür aber auch Parodien einiger Konkurrenten hinnehmen. Inzwischen sei laut Marktforschungstests die Speed-Botschaft verankert und werde spontan vor allem mit Bluewin gleichgesetzt, erklärt JvM-Client-Service-Director Christoph Bürge. Da Bluewin im stark gewachsenen Residential-Markt führend bleiben will, richteten die Kreativen ihr Augenmerk nach den Early Adopters jetzt auf die Familien.
Weil diese Zielgruppe ADSL als teure Technologie mit verwirrenden Preisstrukturen wahrnimmt, setzt die neue Kampagne den Hebel beim Fixpreis an. Damit baue man gleich mehrere Ängste der Konsumenten ab: Die Ausgaben bleiben unter Kontrolle, und man surft entspannter im Internet. Das böten zwar auch die anderen Provider an, gibt Bürge zu. Aber so wie es Bluewin mit einer differenzierenden Markenführung geschafft habe, sich als schneller ADSL-Anbieter top-of-mind zu positionieren, werde es auch der neuen Kampagne gelingen, das Thema für sich zu besetzen, ist er überzeugt. «Zudem hält eine neue Botschaft den Marktleader vital», erklärt er die Pace-setter-Strategie weiter. Die Kriterien, die potenzielle Kunden davor bewahren sollen, die Konkurrenz aufzusuchen, sind schnell aufgelistet: Eigenständigkeit, wieder erkennbare Tonalität und hohe Identifikation sollten, so Bürge, die Kampagne auszeichnen.
Vorsicht ist gut, aber…
«Mit drei Spots und zwei Anzeigen dramatisieren wir die vorsorgliche Kontrolle der Eltern über stundenlang downloadende, surfende und chattende Kids», fasst Texter Tom Seinige die Idee zusammen. Das Sicherheits-Gen, das besonders wir Schweizer in uns tragen, verzerrt das Bild einer ganz normalen Familie in dieser Kampagne ins Groteske. Die Kontrollmanie geht so weit, dass der Vater täglich seinen Sohn von der Schule abholt, den Rasen täglich auf den Millimeter genau trimmt und die Mutter den Herd zweimal kontrolliert und die Eingangstür doppelt verriegelt, bevor sie das feine Haus verlässt, bloss um die Post aus dem Briefkasten zu holen.
Alles im Griff, auch die ADSL-Kosten für Bluewin.
Luca Aloisi

Aus der Hüfte mitten ins Herz

Aufgefallen Medien neigen zu Schnellschüssen und Vorverurteilungen unter Umkehr der Beweislast. Betroffene reagieren mit Verweigerung, Eigen-PR oder Herstellung von Gegenöffentlichkeit.

Kolumne Medien neigen zu Schnellschüssen und Vorverurteilungen unter Umkehr der Beweislast. Betroffene reagieren mit Verweigerung, Eigen-PR oder Herstellung von Gegenöffentlichkeit.Wahr und wichtig wirkt zunehmend nur noch das, was öffentlich wahrgenommen wird. Wer oder was die kollektive Aufmerksamkeitsschwelle überschreitet, entscheidet heute primär der Medienbetrieb. Publikumsmedien sind die postmodernen Protokollführer, Horchposten, Lautsprecher, aber auch Richter und Henker unserer Zeit. Diese Machtfülle hat den Medien in modernen Demokratien – die beschrieben werden können als Herrschaft des Publikums über die mediale Wahrheit – den Ruf als vierte Gewalt im Staate eingebracht.Wie und wozu Medien in der Aufmerksamkeitsgesellschaft ihre Autorität einsetzen, wird nicht nur fleissig erörtert, sondern auch vielseitig beklagt. Dies keineswegs nur von Menschen, die an den virtuellen Pranger gestellt wurden. Die mediale Schadensbilanz reicht weiter und gründet tiefer. Denn die Art, wie Medien heute Macht ausüben, ist mit publizistischen Faux pas untrennbar verbunden, hat Kehrseiten, die dem Medienbetrieb gewissermassen inhärent sind.
System haben in diesem Sinne vorab zwei Kategorien von Fehlleistungen. Zum einen rapportieren und interpretieren Journalisten Wirklichkeit immer nur selektiv, also lückenhaft, vorausgewählt und damit letztlich subjektiv. Zweitens greifen Medienmacher als selbst ernannte Wächter über die öffentliche Moral verstärkt zur Waffe des Empörungsjournalismus. Allzu häufig aber bringt solch künstliche Entrüstung eine Vorverurteilung und die Umkehr der Beweislast mit sich: Bis zur öffentlich gemachten Feststellung des Gegenteils gelten angeklagte Funktionsträger als schuldig. Und weil eingehende Abklärungen viel Zeit beanspruchen, sind einmal angeschossene Amtsinhaber Job und Ehre oft genug auch dann los, sollten sich die Vorwürfe hernach als stark übertrieben oder gar haltlos erweisen.
Jüngstes, aber gewiss nicht letztes Medienopfer ist der wegen Korruptionsverdachts um Amt und Würden geschriebene ehemalige Bündner Regierungsrat Peter Aliesch. Wohl haben das spätere Strafverfahren die inkriminierten Einladungen und Geschenke als nicht relevant taxiert und das Bundesgericht hat unlängst sogar die ihm dennoch auf-erlegten Verfahrenskosten als rechtswidrig beurteilt. Den Leuten aber, die die «Affäre Aliesch» überhaupt erst zu einer solchen aufgebauscht hatten, war beides nur noch wenige Zeilen wert.
Solche Unterlassungen wie schon die vorausgegangenen Vorverurteilungen zeitigen nun allerdings Konsequenzen, die nicht nur dem Grundauftrag der Medien (Herstellung von Öffentlichkeit, Kontrolle der Mächtigen) diametral widerspricht, sondern auch deren Glaubwürdigkeit und Bedeutung langsam, aber sicher unterminiert. Dazu gehört auch die zunehmende Weigerung fähiger Personen, sich überhaupt noch für öffentliche Funktionen zur Verfügung zu stellen. Als Form des Widerstands gegen die Medienwillkür müssen aber auch die schweren PR-Geschütze taxiert werden, mit denen Politiker und Manager auf die fahrlässige und häufig fatale Verkürzung komplexer Wirklichkeit durch die Medien reagieren und so versuchen, diese sich selbst dienstbar zu machen. Ähnlich muss schliesslich auch die steigende Popularität von Corporate Publishing und anderen Formen der Binnenkommunikation gedeutet werden: nämlich als ernsthafte Bemühungen zur Herstellung kleiner, aber wichtiger «Gegenöffentlichkeiten» jenseits des medialen Meinungs-Mainstreams.
Die vierte Gewalt im Staat gerät oft in die Rolle des Richters und Henkers.

> Kenneth Angst war in den Chefredaktionen von NZZ und Weltwoche und ist heute selbstständiger Berater für Public Affairs.

Bärenstarke Berner Inserate

Anzeigenmarkt Bereits zum zehnten Mal wurden im Rahmen eines Kundenevents der Publicitas Bern die besten Berner Inserate mit dem «Urs» ausgezeichnet.

Anzeigenmarkt Bereits zum zehnten Mal wurden im Rahmen eines Kundenevents der Publicitas Bern die besten Berner Inserate mit dem «Urs» ausgezeichnet.Das Vorurteil von der Berner Provinz hält sich hartnäckig und lässt sich nur mit Überzeugungskraft und Auszeichnungen überwinden. Um nicht ganz im Schatten der Werbemetropole Zürich zu erfrieren, richten die Berner mit freundlicher Unterstützung der Publicitas ihr wärmend grelles Scheinwerferlicht einmal im Jahr auch aufs lokale Schaffen, um ebenso generös das nationale zu würdigen – sofern es in einer wie auch immer gearteten Beziehung zu Bern steht.230 Anzeigenmotive
Beim Wettbewerb um die begehrte Urs-Trophy reichten dieses Jahr Werbeagenturen über 230 Anzeigenmotive zur Beurteilung ein. In den Kategorien «Bestes Berner Kleininserat», «Bestes Berner Lokalinserat» und «Bestes nationales Berner Inserat» nominierte die Jury jeweils drei Sujets für den zu vergebenden Award.
Fredy Collioud, Jury-Präsident und ehemals in Bern berühmt gewordener Werber, führte eloquent durch die Preisverleihung. Moderiert wurde der Event im Kursaal von Stefan Frank – er steht im Solde von Radio BE1. Beim Urs’03 handelt es sich wie jedes Jahr um ein Unikat. Die Trophäe wurde diesmal vom Berner Bildhauer
Walter Kretz geschaffen. Daneben konnten die Gewinner attraktive, sprich geldwerte Preise in Form von Gratisinseraten in den lokalen Printmedien entgegennehmen.
Der Urs’03 für das Beste Berner Kleininserat sowie Inserateraum im Wert von 1000 Franken im Anzeiger Region Bern geht an die Werbung des Restaurants Frohegg, Bern/ Agentur: Nulleins Kommunikationsdesign, Bern. Nominiert wurden ausserdem Gsund & Gnuss, Bern/Agentur: Sonnenwerbung, Bern, sowie Oprandi+Partner, Bern/Agentur: Denis Jeitziner Text+Konzept/Careof Kommunikation GmbH, Bern.
Der Bär für das Beste Berner Lokalinserat sowie eine zweifarbige Gratisanzeigenseite in der Tageszeitung Der Bund geht an Contexta, Bern, für ihr Sujet «Marthaler muss bleiben.» Nominiert waren Bernmobil, Bern/Agentur: Lang Gysi Knoll, Bern, sowie Bifang Garage, Pieterlen/Agentur: Tasty Graphics, Bern.
Milch gewinnt immer
Den Urs’03 für das Beste nationale Berner Inserat sowie eine vierfarbige Gratisinserateseite in der Berner Zeitung geht an die Schweizer Milchproduzenten SMP, Bern/ Agentur: Advico Young & Rubicam, Zürich, mit dem Sujet: «Heute ist Muttertag.» Nominiert waren in dieser Kategorie auch Publisuisse, Bern/Agentur: Publicis, Zürich, sowie Tourismusbüro Ägypten, Bern/Agentur: Publicis, Zürich.
Bei dem bereits zum zweiten Mal durchgeführten «Der Bund Gra-
fik-Förderpreis» haben angehende Grafikerinnen und Grafiker der Schule für Gestaltung Bern und Biel Ideen zum Thema «Das Inserat als Botschafter» kreiert. Den Reisegutschein und damit den ersten Preis gewann Esther Zimmermann aus Wabern.
Andreas Panzeri

Sanfter Relaunch für Die Vorstadt

Die Zürcher Lokalzeitung Die Vorstadt ist am Mittwoch sanft renoviert erschienen. Der Titelkopf des Gratis-Wochenblatts aus Oerlikon wurde modernisiert und mit Teasern zum Inhalt der Zeitung ergänzt.

Die Zürcher Lokalzeitung Die Vorstadt ist am Mittwoch sanft renoviert erschienen. Der Titelkopf des Gratis-Wochenblatts aus Oerlikon wurde modernisiert und mit Teasern zum Inhalt der Zeitung ergänzt.Zudem wurden Leserbindung und Service verstärkt. Dazu gehören Veranstaltungshinweise in der «Agenda Zürich Nord», eine Umfrage und ein Wettbewerb. Neue Gefässe sind «Aus dem Gemeinderat» mit Beiträgen zur Politik in Zürich-Nord und «Fussball Zürich Nord» mit Berichten über den Regionalfussball. Die Vorstadt erscheint in einer Auflage von 35600 Exemplaren und gehört der Akeret AG in Dielsdorf, die auch die Tageszeitung Zürcher Unterländer herausgibt.

Mediaforum.ch baut seine Plattform aus

Das Online-Portal www.mediafo rum.ch hat seine Dienstleistungen für die Print- und Medienproduktionsbranche erweitert.

Das Online-Portal www.mediafo rum.ch hat seine Dienstleistungen für die Print- und Medienproduktionsbranche erweitert.Der wöchentlich erscheinende Pressespiegel, eine Mischung aus Mediamonitoring und Newsletter, besitzt nun ein Archiv. Über Rubrikenwahl und Suchfunktion kann der Nutzer auf Shop-Angebote für Verbrauchsmaterialien, Verpackungen, Maschinen/Geräte/Einrichtungen, Fachbücher, Software/Fonts/CD-ROM und Hilfsmittel/Diverses zugreifen. Bestellt wird nicht mit Kreditkarte, sondern gegen Rechnung.

L’Agefi lanciert neue Wochenendbeilage

Wirtschaftspresse Die Westschweizer Wirtschaftszeitung L’Agefi erscheint neu am Freitag mit der Wochenendbeilage Perso.

Wirtschaftspresse Die Westschweizer Wirtschaftszeitung L’Agefi erscheint neu am Freitag mit der Wochenendbeilage Perso.Wirtschaftspresse Die Westschweizer Wirtschaftszeitung L’Agefi erscheint neu am Freitag mit der Wochenendbeilage Perso. Das Heft, das Vorbildern bei Wall Street Journal und Financial Times nachempfunden wurde, behandelt Wirtschaftsthemen unter dem «Konsumenten-Blickwinkel», wie es in einer Mitteilung heisst. Auf vier bis acht redaktionellen Seiten finden sich Börsenberichte und Finanzberatung ebenso wie Einkaufstipps für Hightech, Autos, Uhren und Schmuck oder Kunstgegenstände.

BAK weckt Verlangen auf Design

Das Bundesamt für Kultur (BAK) präsentiert vom 22. Oktober bis 15. Februar im Lausanner Gestaltungsmuseum Mu.dac die Siegerarbeiten des eidgenössischen Wettbewerbs für Design unter dem Titel «Désir Design».

Das Bundesamt für Kultur (BAK) präsentiert vom 22. Oktober bis 15. Februar im Lausanner Gestaltungsmuseum Mu.dac die Siegerarbeiten des eidgenössischen Wettbewerbs für Design unter dem Titel «Désir Design».Gezeigt werden Werke junger Schweizer Gestalter aus den Bereichen Grafikdesign, Textil- und Modedesign, Fotografie, Industriedesign und Bühnenbild. Zur Ausstellung erscheint ein Katalog bei Lars Müller Publishers.

Neuer Besitzer für One FM und Lausanne FM

Privatradios Der bisherige Mehrheitseigner der Lokalradios One FM (Genf) und Lausanne FM, Pio Fontana, hat einen Grossteil seiner Aktien an den Genfer Antoine de Raemy verkauft.

Privatradios Der bisherige Mehrheitseigner der Lokalradios One FM (Genf) und Lausanne FM, Pio Fontana, hat einen Grossteil seiner Aktien an den Genfer Antoine de Raemy verkauft.Gemäss der Wirtschaftszeitung L’Agefi, die sich auf ein Schreiben an die Mitarbeiter der Sender beruft, behält Fontana eine Minderheitsbeteiligung. Er besass bisher rund 70 Prozent der Aktien, woraus L’Agefi einen Kaufpreis von sechs bis sieben Millionen Franken berechnet. Über den neuen Besitzer de Raemy wurde nur bekannt, dass er Karriere beim Warenhauskonzern Manor gemacht hat. Fontana trennt sich von seinen Radiosendern aus Gesundheitsgründen.

Jetzt hilft nur noch die Geburtenrate

Radiomarketing Zum 20-Jahr-Jubiläum der Privatradios liess sich Ruf Lanz eine witzige Gattungskampagne einfallen.

Radiomarketing Zum 20-Jahr-Jubiläum der Privatradios liess sich Ruf Lanz eine witzige Gattungskampagne einfallen.Das tut weh: «DRS 3 ist neu Zürichs Nr. 1.» titelte kürzlich 20 Minuten auf der Front – eine Hiobsbotschaft für alle Privatradios. Gemäss Radiocontrol weist DRS 3 im Grossraum Zürich die höhere Tagesreichweite und den grösseren Marktanteil auf als Radio 24.Ausgerechnet drei Tage nachdem sich am RadioDay die Lokalradios zum 20-Jahr-Jubiläum mit der Auszeichnung «Radio of the Year» gegenseitig auf die Schulter klopften, führte der Beitrag den Hörertrend allen deutlich vor Augen: Während die SRG-Sender erneut zugelegt haben, büssten fast alle Privaten ein (siehe WW 28/03). Offenbar sind immer mehr Ohren taub für die Hits von gestern, heute und morgen sowie für Statistiken, die nachweisen, dass das Durchschnittsalter der Hörer öffentlich-rechtlicher Stationen höher ist. Seitdem nämlich fast nur noch Jingles für die Eigenständigkeit der nahezu homogenen Sendeprogramme sorgen, wandern die Konsumenten zu den Staatsradios ab. Höchste Zeit also, sich auf die eigenen Qualitäten zu besinnen und mit einer Imagekampagne Paroli zu bieten.
Mehr Privatradio – mehr Babys
«Wir wollten eine Radiokampagne, die von nationalem Interesse ist und die Hörerinnen und Hörer im Bündnerland genauso aufhorchen lässt wie jene im Welschland oder in Zürich», sagt Roland Baumgartner, Vorstandsmitglied VSP und Geschäftsführer von Radio Argovia. Gleichzeitig sollte sie via Hörermarkt den Werbeauftraggebern zeigen, dass kreativ überraschende Radiospots viel Gehör finden.
Nur: Wie verschafft man sich Gehör, wenn die Hörer abtrünnig werden? Die beauftragte Agentur Ruf Lanz sah die Lösung bei Bundespräsident Pascal Couchepin, der ähnliche Sorgen hat, weil in der Schweiz immer weniger Kinder und damit Ohrenpaare gezeugt werden. Die Radiospots unterstützen Couchepins Appell, sich diesbezüglich etwas mehr ins Zeug zu legen. «Natürlich mit lust- und humorvollen Anregungen», erklärt Markus Ruf. Nach dem Alphorn-Intro kommen in zwölf Spots unterschiedliche «Experten» zu Wort, vom Kamasutra-Meister über die Urologin bis zum Liebesroman-Autor. Die Auflösung verdeutlicht die nicht ganz uneigennützigen Absichten: «Damit auch in Zukunft so viele Leute Radio hören wie heute.» Zeitlich verzögert sollen Inserat und TV-Spot die Radiokampagne flankieren «und den Beweis liefern, dass sie hier und dort ihre Folgen hatte», verweist Danielle Lanz auf das Motiv mit den absonderlichen, aber nicht ganz unbekannten Essgelüsten.
Sinnlicher Sound aus Privatradios mit Folgen: Ruf-Lanz-Anzeige.
Luca Aloisi
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