Korrigendum

Im Kreativranking der Werbewoche Nr. 43 ging ein Gold Midas Award vergessen, den McCann-Erickson Schweiz an den New York Festivals für die XL-Capital-Kampagne gewann.

Im Kreativranking der Werbewoche Nr. 43 ging ein Gold Midas Award vergessen, den McCann-Erickson Schweiz an den New York Festivals für die XL-Capital-Kampagne gewann.Mit dieser bisher nicht berücksichtigten Auszeichnung liegt McCann-Erickson Schweiz mit 79 Punkten auf Platz 10.

Zahl der Woche

Medien Acht Monate nach dem Start des Ausgeh- und Trendmagazins Week der Pendlerzeitung 20 Minuten sind erstmals offizielle Wemf-Leserzahlen verfügbar.

Medien Acht Monate nach dem Start des Ausgeh- und Trendmagazins Week der Pendlerzeitung 20 Minuten sind erstmals offizielle Wemf-Leserzahlen verfügbar. 218 000
Von Mai bis Oktober wurden diese mittels 8812 Interviews erhoben. Das Resultat: 218000 Leser pro Ausgabe, wovon 60 Prozent zwischen 14 und 34 Jahre alt sind, 87,6 Prozent der Leserschaft sind 18 Jahre und älter. Mit einer wöchentlich verteilten Auflage von 50000 Exemplaren erreicht Week einen Wert von 4.4 Leser pro Ausgabe.

Sprüche ohne Winterzauber

Fachhandel Mit witzigen Inseraten von FCBLK will die Leder-Locher AG neue Kunden ansprechen.

Fachhandel Mit witzigen Inseraten von FCBLK will die Leder-Locher AG neue Kunden ansprechen.
Auch wenn sich der Nikolaus mit Knecht Ruprecht derzeit fleissig in den Inseratespalten und auf Plakatwänden tummelt, sind die beiden als Werbebotschafter nicht bei allen Auftraggebern willkommen. Einer davon ist das Lederwarenfachgeschäft Leder-Locher, das der Jahreszeit entsprechend sein Image auffrischen will. Bis anhin ist das Unternehmen vor allem bei speziellen Projekten kommunikativ aktiv geworden, sagt Kathrin Leder, Beraterin der konzeptführenden Agentur FCB Leutenegger Krüll (FCBLK). So etwa für die Neueröffnung der Filiale in Basel, als ein Hündchen mit Andy-Warhol-Frisur die Vorzüge einer neuen Taschenkreation demonstrierte. Für den aktuellen Auftritt hat das Kreativteam der Walliseller Agentur vier Anzeigen konzipiert. Obwohl diese Ende November gestartet sind, nimmt nur gerade ein Sujet Bezug auf das anstehende Weihnachtsfest. Und selbst dieses kommt gänzlich ohne Winterzauber daher: «Frauen sind käuflich, besonders an Weihnachten», behauptet die Headline neben einer eleganten Damentasche und schlägt damit ganz neue Töne in der Werbung des Lederspezialisten an.
Outlet-Store für kleine Budgets
Auch die drei Imagevisuals kokettieren mit polarisierenden Aussagen wie «Trennen Sie sich endlich von Ihrem alten Sack» oder «Sind Sie immer noch der Meinung, dass Statussymbole 4 Räder brauchen?». Die zweideutigen Schlagzeilen sollen bewusst provozieren, sagt Leder. Neben einem frischeren Image suche das Lederwarenfachgeschäft auch den Zugang zu neuen Kundensegmenten. Den Käufern sollen die Vorteile – Beratung, Serviceleistungen – gegenüber Warenhäusern wie Globus oder Jelmoli aufgezeigt werden.
Trotz der breiten Ansprache bewegt sich die angepeilte Zielgruppe, gemäss Kathrin Leder, im Bereich 30 plus. Schliesslich führt Leder-
Locher Markenprodukte von Luxuslabels wie Lagerfeld & Co. im Sortiment. Wem dafür das (Weihnachts-) Budget etwas zu niedrig ausgefallen ist, kann seine Liebsten trotzdem mit einem Lederaccessoire beglücken: Kürzlich hat Leder-Locher in Wallisellen seinen ersten Outlet-Store eröffnet, der Markenartikel zu reduzierten Preisen anbietet.
Kleine Historie der Leder-Locher AGDie heutige Leder-Locher AG geht auf eine 1822 am Münsterhof 19 in
Zürich eröffnete Sattlerwerkstatt zurück. Unter den Brüdern Heinrich und Gottlieb Locher, Inhaber in zweiter Generation, wird der
Sattlerladen 1861 zum Lederwarengeschäft mit eigener Produktion
ausgebaut. Anfang der Zwanzigerjahre übernimmt Hans Locher das
Geschäft, das fortan als Hans Locher & Co. firmiert. 1964 wird das
Unternehmen in die Familien-AG Leder-Locher AG umgewandelt.
Heute verfügt der Spezialist für Lederwaren über Filialen in
Zürich, Wallisellen, Winterthur, Schaffhausen, Basel und Luzern.
Neben der Eigenproduktion von Handtaschen, Kleinlederwaren und Schirmen führt Leder-Locher auch Erzeugnisse von Markenherstellern wie Bogner, Burberry oder Lagerfeld im Sortiment.(sk)
«Zweideutige Schlagzeilen, die bewusst provozieren sollen»: Anzeigenkampagne für Leder-Locher.
Simone Keller

«Effizienz muss steigen»

Chefredaktor Peter Hartmeier über Wachstumszwang und Qualitätssicherung für den Tagi.

Chefredaktor Peter Hartmeier über Wachstumszwang und Qualitätssicherung für den Tagi.Bedeutet die Platzierung von Inland- vor Auslandpolitik und die Kürzung im Kulturressort eine Degradierung des Tages-Anzeigers zur Zürcher Regionalzeitung?
Im Gegenteil! Unser Massnahmenpaket wertet die grösste Abozeitung der Schweiz nicht ab, sondern auf, im Markt wie auch intern. Viel stärker verunsichert als durch breit abgestützte Strategieentscheide werden Redaktion und Verlag nämlich durch jahrelange Auflagenverluste. Dieser Trend nagt genauso am Selbstbewusstsein wie am Umsatz.
Im Communiqué zur Strukturreform ist von «Weiterentwicklung» und «Wachstum» statt von Sparen die Rede.
Solche Schönfärberei kostet intern wie extern doch nur weiteren Goodwill.
Wieso? Das Budget wurde nach Massgabe des Neukonzepts erstellt und nicht umgekehrt. Die neue Prioritätensetzung soll und muss dem
Tagi Wachstum bringen. Anders lässt sich Qualitätsjournalismus, wie wir ihn wollen und das Millionenzürich ihn braucht, längerfristig nicht finanzieren. Dazu werden auch nach der Rezession die Werbegelder alleine nicht genügen…
…weshalb Sie ganz auf regionale Expansion setzen, die nebst
Einkünften aus dem Mantelverkauf auch neue Abos generieren soll.
Richtig. Mit seinem exklusiven Auslandskorrespondentennetz, der grössten Bundeshausredaktion und der einzigen täglichen Wissenschaftsseite produziert der Tagi den besten Schweizer Zeitungsmantel. Daraus können und müssen wir künftig mehr Kapital schlagen – finanziell wie publizistisch.
Heisst das, die um 1400 Stellenprozente gestutzte Redaktion muss nicht nur gleich viele Seiten wie bisher, sondern zudem bessere Inhalte produzieren?Qualitativ liegt sicher noch was drin. Fast wichtiger scheint mir jedoch, dass auch der Tagesjournalismus nicht mehr um Effizienzsteigerungen herumkommt. Andere Branchen machen uns vor, dass und wie man mit weniger Mitteln mehr Leistung erbringt.
Interview:
Oliver Classen

Nordwest 5 will grösser werden

Lokal-TV Die Nordwestschweiz erhält vielleicht schon bald einen zweiten TV-Sender.

Lokal-TV Die Nordwestschweiz erhält vielleicht schon bald einen zweiten TV-Sender.Der Baselbieter TV-Sender Nordwest 5 (NW5), der über die Kabelnetze Reinach und Muttenz/Münchenstein in 25 Baselbieter Gemeinden einstrahlt (130000 potenzielle Zuschauer), hat beim Bundesamt für Kommunikation (Bakom) ein Gesuch um die Erweiterung des Sendegebiets auf die ganze Nordwestschweiz gestellt. Dies bestätigte Beat Alder, Geschäftsführer der Produktions- und Betreiberfirma Nordwest Medien AG in Allschwil BL. Auch das Bakom bestätigt den Eingang des Gesuchs, hat aber Nachbesserungen verlangt. Noch keine Stellungnahme war von TeleBasel erhältlich. Dort zeigte man sich aber schon im Juni 2002 wenig erfreut über die zusätzliche Konkurrenz. Damals begann Alder mit seiner eigens gegründeten Produktionsfirma, dem praktisch stillgelegten NW5 neues Leben einzuhauchen. Derzeit produziert ein siebenköpfiges Team jede Woche eine neunzigminütige Sendung, die täglich mehrmals wiederholt wird. Alder kennt keine Zuschauerzahlen. Doch seine Firma verzeichnet dieses Jahr Werbeeinnahmen von 640000 Franken. «Wir schreiben graue Zahlen», sagt er.
(mk)

I d’Hose,Politiker!

Unterwäsche Wird nach den Bundesratswahlen jemand in Bern ohne Hosen dastehen? Nein, meint ISA Bodywear.

Unterwäsche Wird nach den Bundesratswahlen jemand in Bern ohne Hosen dastehen? Nein, meint ISA Bodywear.Die zweitgrösste Unterwäscheherstellerin der Schweiz hat rechtzeitig vor Beginn der Wintersession allen Parlamentariern in Bundesbern ihre «persönliche Konkordanz-Unterwäsche» zugestellt. Die Wäschestücke sind in schwarzer Grundfarbe gehalten und weisen einen Farbstreifen in der jeweiligen Parteifarbe sowie ein Schweizerkreuz auf. Ein Begleitbrief erläutert kurz die Beweggründe für die Aktion: «Fraue und Manne i d’ISA Hose!». Ob Bundesrat Samuel Schmid nach dem Wahltag seine Hose gegen ein Modell ohne Parteifarben eintauschen kann, wollte die ISA Bodywear in Amriswil noch nicht verraten.

Wagner wirbt für Trumpf in Deutschland

Letztes Jahr hat die Liechtensteiner Marketingagentur Wagner Communications einen Pitch des Bündner Elektrowerkzeugherstellers Trumpf Grüsch AG gewonnen.

Letztes Jahr hat die Liechtensteiner Marketingagentur Wagner Communications einen Pitch des Bündner Elektrowerkzeugherstellers Trumpf Grüsch AG gewonnen.Letztes Jahr hat die Liechtensteiner Marketingagentur Wagner Communications einen Pitch des Bündner Elektrowerkzeugherstellers Trumpf Grüsch AG gewonnen. Das neue Corporate Design überzeugte so, dass das deutsche Mutterhaus sie mit einer Kampagne für Trumpf-Schlitzscheren beauftragt hat.

Alles drängelt zur Bergfahrt

Werbemarkt Nach zweieinhalb Jahren Rückwärtsgang erwarten die Medien jetzt den Aufschwung im Werbemarkt.

Werbemarkt Nach zweieinhalb Jahren Rückwärtsgang erwarten die Medien jetzt den Aufschwung im Werbemarkt.
Die längste Durststrecke der vergangenen 30 Jahre geht dem Ende zu. Diese Ansicht vertreten die von der Werbewoche befragten Medienvermarkter unisono. Allerdings bleibt die Unsicherheit über das Ausmass der Erholung gross. Dass nächstes Jahr wieder Zuwächse folgen werden, wird von keinem bezweifelt. Ob diese aber eher im Bereich von einem Prozent oder gar gegen fünf Prozent liegen werden, steht noch in den Sternen geschrieben. Klar ist aber auch, dass der erwartete Aufschwung weit weg von jener Kletterpartie sein wird, die die Medien vor dem Versinken in der Krise hingelegt hatten.Die Erleichterung ist gross, ganz besonders bei den ausgebluteten Printmedien. «September, Oktober, November, Dezember – jeder Monat schaut ein bisschen weniger schlecht aus», erklärt Publicitas-CEO Otto Meier. Und dieser Trend werde sich fortsetzen. Trotzdem erwartet er für die Presse per Ende 2004 lediglich ein bescheidenes Anzeigenwachstum von «ein bis zwei Prozent».
Dabei würden Titel, die am meisten gelitten haben, die grossen Zeitungen sowie die Finanz- und Wirtschaftspresse, bei der Erholung in der ersten Reihe stehen. «Die Ausdehnung des Aufschwungs auf die gesamte Presse wird indes mit leichter Verzögerung erfolgen», so Meier.
Hypothek Stellenmarkt
Gleichwohl ist die Dürrezeit vorab für die grossen Zeitungen noch nicht ausgestanden. Zwar dürften sie vom Aufschwung der kommerziellen Werbung überdurchschnittlich profitieren. Gleichzeitig wird aber die Erholung des Stellenmarktes, ein gewichtiger Einnahmenposten, weiter auf sich warten lassen. Erfahrungsgemäss reagiert dieser mit einer Verzögerung von «sechs bis neun Monaten» (Meier) auf die konjunkturelle Erholung. Will sagen, die Gewinne bei den kommerziellen Inseraten dürften zunächst von weiterhin rückläufigen Stellenanzeigen weggefressen werden. Erst Ende 2004 rechnet Meier auch für diese Inseratekategorie «mit einem leichten Plus». Deshalb dürften im nächsten Jahr vorab Zeitschriften am meisten vom Aufschwung profitieren, die nicht aufs Comeback der Stelleninserate warten müssen.
Unterschiedlich beurteilen die Vermarkter von TV-Werbung die Entwicklung. Publisuisse-CEO Martin Schneider rechnet für 2004 mit einem Wachstum von zirka drei Prozent. «Vor allem mittelgrosse und kleine Unternehmen, die die Werbeausgaben überproportional heruntergeschraubt hatten, werden mit dem Aufschwung zurückkommen», so Schneider.
Pessimistischer beurteilt hingegen IPM-CEO Michi Frank die nähere Zukunft der gesamten TV-Spendings. «Wenn sich diese auf dem Niveau von 2003 halten können, dann ist das schon gut.» Wirklich zuversichtlich ist er lediglich für die Werbefenster, bei denen er im 2004 ein Wachstum erwartet.
Nach oben zeigen auch die Prognosen für das Radio. «Nach verlustreichen Sommermonaten schlägt das Pendel seit September in die andere Richtung», erklärt Radiotele-Chef Bruno Oetterli. Und auch Frank ist überzeugt, «dass der Radiomarkt 2004 wachsen wird». Damit dies eintreffe, müsse es aber gelingen, neue Kunden ins Radio zu holen. «Zum Beispiel mit Brandingkampagnen, die bisher in diesem Medium kaum vertreten sind.» Mit Zuversicht blickt ebenfalls die Plakatwerbung ins nächste Jahr. «Ich hoffe, dass wir zwischen zwei und fünf Prozent zulegen können», erklärt Christian Kauter, CEO Affichage.
Noch prägnanter könnte im nächsten Jahr das Wachstum bei der Kinowerbung ausfallen, die bereits in den ersten drei Quartalen 2003 mit einem zweistelligen prozentualen Zuwachs im Plus stand. Der Grund: In der zweiten Hälfte 2004 werden die teuren Kinokopien durch die viel preisgünstigere digitale Produktion abgelöst. «Die Folge wird sein, dass wir neue Kunden gewinnen können, denen die Kinowerbung bisher zu teuer war», erklärt Jean-Claude Bruhin. Dank der Einführung der digitalen Produktion rechnet er mit einem Zuwachs «zwischen 10 und 20 Prozent».
Und falls der versprochene konjunkturelle Aufschwung nun doch nicht im erwarteten Ausmass Wirklichkeit würde: Stünde dann der Werbemarkt vor einem weiteren depressiven Jahr? Publicitas-CEO Otto Meier winkt ab. «Im gesamten Marketingprozess steht die Werbung im Moment auf derart schwachen Füssen, dass es nur noch aufwärts gehen kann.»
Die Konjunktur springt wieder anNoch nie seit dem Einbruch vor fast drei Jahren deuteten so viele
Indikatoren auf eine breite konjunkturelle Erholung hin wie jetzt. Die Schweizer Wirtschaft ist im 3. Quartal um ein Prozent gewachsen. Im selben Zeitraum erlebten die USA ein rekordverdächtiges Wachstum von über acht Prozent. Es dürfe davon ausgegangen werden, dass sich der Aufschwung weltweit fortsetzen werde, schreibt das Seco. In der Schweiz ist dies bereits spürbar. So legten die Warenexporte nach drei Quartalen rückläufiger Entwicklung wieder zu. Ein weiteres Zeichen für die bevorstehende Wende: Die Ausrüstungsinvestitionen der
Unternehmen expandierten erstmals wieder nach zweieinhalbjähriger Schrumpfungsphase. (dse)
Die Zeichen der Erholung verdichten sich Seit September nehmen die Werbebuchungen bei sämtlichen Mediengattungen zu. Zusammen mit der sich abzeichnenden weltweiten konjunkturellen Erholung verdichtet sich die Gewissheit, dass die längste
Werbemarktkrise der Nachkriegszeit bald der Vergangenheit angehören wird. Wie stark die Umsatzkurven im nächsten Jahr in die positive Richtung zeigen werden, ist angesichts rasch wechselnder Konjunkturdaten
derzeit gleichwohl schwer vorauszusagen.
Daniel Schifferle

Kobalt kauft Bolzern

Agenturen I Die Luzerner Werbeagentur Kobalt hat die Bolzern Kommunikation AG in Kriens übernommen und führt sie als eigenständige Gesellschaft unter dem bisherigen Namen weiter.

Agenturen I Die Luzerner Werbeagentur Kobalt hat die Bolzern Kommunikation AG in Kriens übernommen und führt sie als eigenständige Gesellschaft unter dem bisherigen Namen weiter.Agenturen I Die Luzerner Werbeagentur Kobalt hat die Bolzern Kommunikation AG in Kriens übernommen und führt sie als eigenständige Gesellschaft unter dem bisherigen Namen weiter. Damit komme Kobalt der Vision, zu den führenden Zentralschweizer Fullserviceagenturen zu gehören, einen Schritt näher, erklärt Geschäftsleitungsmitglied Julio Malo. Die beratungs- und designorientierte Kobalt werde in den Bereichen Text/PR sowie Datenmanagement, Fachfotografie, PrePress und 3D-Präsentationsgrafik ergänzt.

Über allen Netzen liegt Schnee

Telecom-Marketing Wie sich bei Kunden bedanken und neue hinzugewinnen? Die Festtagskampagnen der Telecomanbieter.

Telecom-Marketing Wie sich bei Kunden bedanken und neue hinzugewinnen? Die Festtagskampagnen der Telecomanbieter.
Werden die Tage kürzer, rücken die Menschen offenbar näher zusammen. Mitteilsamer werden sie deshalb noch lange nicht. Zwar erzielen die Telefonnetze in den Wintermonaten allgemein höhere Verbindungsdauer, ein Peak ist im Dezember aber dennoch nicht festzustellen. Erst recht nicht auf den Festnetzen. Auch das Bundesamt für Kommunikation (Bakom) stellt einen Substitutionstrend durch Mobilfunknetze fest. Zwar ist die Gesamtdauer aller Verbindungen seit der Liberalisierung des Telecom-Marktes Schweiz 1998 um rund 20 Prozent gestiegen. Die Festnetze steuerten jedoch lediglich einen Drittel zu dieser Entwicklung bei.Beliebte Kindheitserinnerungen
Umgekehrt siehts bei den Handy-Anschlüssen aus: Den Rückstand von einer Million auf die Festnetze im Jahre 1999 wandelten die Mobilfunkanbieter in nur drei Jahren in einen Vorsprung von nahezu zwei Millionen um. Und das trotz deutlicher Preissenkung in der Festnetztelefonie von gut 31 Indexpunkten im gleichen Zeitraum sowie dem starken Zuwachs von Internetdiensten. Immerhin ist es laut Demoscope Leader Swisscom Fixnet (rund 62%) sowie den anderen zwei Schwergewichten Sunrise (17%) und Tele2 (10%) gelungen, ihre Anteile am stagnierenden Markt zu vergrössern. Unter anderem dank kontinuierlichen Werbedrucks.
Um diese Anteile zu verteidigen und weniger, um den Markt anzukurbeln wie in der Sommer-Gratisaktion, setzt Patrizio Pivirotto, Projektverantwortlicher bei Swisscom Fixnet, die Kampagne «Weihnachtszauber» von der Hausagentur Contexta ein. Bei der umfassenden Weihnachtspromotion gehe es nur um ein «imageträchtiges Dankeschön, von dem die Privatkunden profitieren können». Neben gratis telefonieren am Weihnachtstag und einem Rabatt in den Swisscom Shops gibts heuer zudem viel zu gewinnen – wenn man sich anmeldet.
Mit einem herzergreifenden Spot will Contexta den Erfolg der letztjährigen Weihnachtskampagne – sie erhielt einen Edi-Award – zumindest auf kreativer Ebene toppen. Dafür schöpfte die Agentur wieder aus dem Vollen. Kein Bild zu kitschig, kein Tierchen zu herzig und kein Sternenhimmel zu funkelnd, um in der Geschichte rund um die Weihnachtsfee und ihren Zauberstab aufzutreten, so Rolf Hunziker von Contexta.
«
Keine US-Werbefigur
«Eine mit Gefühl überladene Werbewelt, die nur zur Weihnachtszeit ihr Ziel erreicht, wie es Coca-Cola mit seinem Truck und Santa Claus vorbildlich zeigt», führt Hunziker weiter aus. Mit dem kleinen Unterschied, dass nicht eine amerikanisierte Werbefigur die Kamine runterplumpst, sondern eine auch für Werbezwecke merkwürdige Weihnachtserscheinung, die Haus um Haus in einem tief verschneiten Dorf der «Märchenschweiz» mit wundersamen Swisscom-Weihnachtsglanz verzaubert.
Mit ähnlich traditionellen Motiven schickt die Orange-Agentur Lowe ihren Samichlaus auf den Weg, um die Weihnachtsaktion der zeitlich limitierten «Superpreispläne» zu promoten.
Nicht in die gleichen Schneespuren wollte Wirz mit ihrer vierten Sunrise-Kampagne für 2003 stapfen. Als «erfrischend unweihnächtlich» beschreibt CD Thomas Kurzmeyer die Werbeidee: «Sunrise Festnetz macht nicht mit Cherubinen oder Weihnachtsmännern von sich reden, sondern mit einem knallharten Rabatt.» Der zweitgrösste Telecom-Anbieter, der im dritten Quartal ein eindrückliches Umsatzwachstum bekannt gab, gewährt allen Festnetzkunden automatisch einen Rabatt auf das Land, mit dem sie im vergangenen Monat am meisten telefoniert haben – je nach Destination bis zu 60 Prozent.
Mehr Ausland im Inland
Auf mehreren Ebenen spielt die Kampagne auf die Preisreduktion an: Mit elf verschiedenen Plakatsujets wird ab Mitte Dezember die reduzierte Botschaft «mehr Ausland» durch telefonierende Menschen inszeniert. Diese geben sich klischeehaft und in übergrossen T-Shirts als glühende Anhänger eines spezifischen Landes zu erkennen. Kreativer fällt die Mediataktik aus: Kleinformatige Anzeigen wurden in den Leibblättern von in der Schweiz lebenden Ausländern gebucht, so im Hürriyet, im Tachles oder im Corriere degli Italiani, zählt Kurzmeyer einige der sonst eher selten genutzten Medien für Schweizer Kampagnen auf.
Preisrunden für WerbekampagnenDie letzte Fernmeldestatistik des Bakom zeigt, dass seit der Marktöffnung die Preisnachlässe bei Mobil- (–25%) und nationalen Verbindungen (–30%) deutlich geringer waren als im Bereich internationale Anrufe (–75%).
Obwohl laut Studie der Preiskampf um Marktanteile beim
Festnetz langsam am Abflauen ist, werden alle auch noch so kleinen Änderungen werbestrategisch günstig übers ganze Jahr verteilt, um die Visibility hoch zu halten. (la)
Kein Bild zu kitschig, kein Tierchen zu herzig, kein Sternenhimmel zu funkelnd: Contexta für Swisscom Fixnet.
«Erfrischend unweihnächtlich»: Wirz für Sunrise.
Der Samichlaus bringts:Lowe für Orange.
Luca Aloisi

«Die Experten»

Sponsoring Das Zürcher Einkaufszentrum ShopVille lässt für TeleZüri eine Sendung produzieren.

Sponsoring Das Zürcher Einkaufszentrum ShopVille lässt für TeleZüri eine Sendung produzieren.Fast wöchentlich werden TeleZüri von verschiedensten Unternehmen wie Autohändlern oder Modeketten gesponserte TV-Sendungen angeboten. Jetzt hat das Fernsehen der Tamedia zugegriffen bei einem neuen Projekt aus der Ideenküche von Zogg Kettiger Gasser. Die Zürcher Werbeagentur hat für ihren Kunden Einkaufszentrum ShopVille in Zürich «einen besonders werbewirksamen Event gesucht», wie Oskar Gasser erklärt. Realisiert wird jetzt ein vom ShopVille finanziertes TV-Magazin «Die Experten». Angelehnt an eine schon seit zwanzig Jahren bestehende Sendung von BBC Prime können in dieser Show die Zuschauer mit Antiquitäten oder Kuriositäten ins ShopVille kommen. Dort werden die Gegenstände vor laufender Kamera von Experten der Galerie Koller geschätzt. Gefilmt werden zwei Stunden, daraus werden die besten 25 Minuten zusammengeschnitten. Zehn Folgen sind geplant. Realisiert wird das Projekt von Condor Communications. Die ersten Aufnahmen finden am Samstag, 31. Januar, zwischen 15 und 17 Uhr statt.
(pan)

SRG und SW:Konsumentenschutz irrt

Werbeverbote Die SRG hält die Ausstrahlung von TV-Spots für die Allianz gegen Werbeverbote nicht für ungesetzlich.

Werbeverbote Die SRG hält die Ausstrahlung von TV-Spots für die Allianz gegen Werbeverbote nicht für ungesetzlich.Werbeverbote Die SRG hält die Ausstrahlung von TV-Spots für die Allianz gegen Werbeverbote nicht für ungesetzlich. SRG-Sprecherin Josefa Haas sagte der Nachrichtenagentur SDA, das Verbot der politischen Werbung sei durch ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte im Jahre 2001 eingeschränkt worden. Der Rechtskonsulent des Dachverbandes Schweizer Werbung (SW), Marc Schwenninger, erklärte, auf Grund eines Entscheids des Bundesamts für Kommunikation vom März dieses Jahres fielen nur noch Kampagnen, die direkt auf Volksabstimmungen und Wahlen zielten, unter das Verbot.
get_footer();