Forscher aus Passion

Manuel Dähler wird Leiter der Forschungsabteilungen der SRG und tritt in Matthias Steinmanns Fussstapfen.

Manuel Dähler wird Leiter der Forschungsabteilungen der SRG und tritt in Matthias Steinmanns Fussstapfen.
«Wir stehen jetzt an der Schwelle von der Generation 1 zur Generation 2», erklärt Manuel Dähler. Und gerät gleich ins Schwärmen: «Die zukünftige Radiocontrol-Uhr wird länger messen können und fleissiger. Sie wird zum Beispiel einen Funkempfänger haben.» Wenn verschiedene Orte mit Funksendern ausgestattet werden, könne man messen, wie viele Leute in einem Kinosaal sind oder im Auto Radio hören. Auch Plakatstellen können mit einem Funksignalgeber erfasst werden. Sogar Zeitungen und Zeitschriften sollen mit der neuen Uhr erfasst werden. «Wann wird ein Medium konsumiert?», ist dabei die Frage, auf die Manuel Dähler alle nur denkbaren Antworten geben will. Hört man dem neuen Leiter der Forschungsabteilungen der SRG in Bern zu, spürt man sofort: Er ist Forscher mit Leib und Seele. Dass er jetzt den gesamten Forschungsdienst managen soll, diese Herausforderung hat er «nicht eigentlich gesucht». Aber der bisherige Leiter der Radioforschung lässt keinen Zweifel daran aufkommen, dass er dazulernen wird.
Als Dähler sich für eine erste Ausbildung als Primarlehrer entschied, gab es noch zu wenig Lehrer. Nach Abschluss des Seminars gab es plötzlich zu viele. Anders als geplant fand der junge «Leist» seine erste Stelle deshalb im Strafvollzug beim Kanton Bern. «Bei einer Anstalt, die sich von Gesetzes wegen auf eher komplizierte Delikte spezialisiert hat», präzisiert Dähler. Und weil er sich im Betreuungsteam nicht adäquat ausgebildet fühlte, begann er, Psychologie zu studieren. Kinder- und Jugendpsychologie zuerst. Dann verschoben sich die Interessen immer mehr in Richtung Sozialpsychologie. Die Frage «Wie funktioniert der einzelne Mensch in seiner sozialen Umgebung?» weckte im jungen Assistenten an der Uni Bern das Interesse an der Forschung, und er begann nach Antworten zu suchen.
Konkret wandte Dähler sein Wissen gleichzeitig auch am Schweizerischen Institut für Berufspädagogik an, wo er als Dozent und Forscher wirkte. Später gründete er zusammen mit zwei Kollegen eine private Beratungs- und Ausbildungsfirma. Dähler suchte Aufträge und bekam 1995 auch einen Anruf von Matthias Steinmann. Zu realisieren war eine Untersuchung im Bereich Motivtypologie: «Wieso konsumieren Menschen welche Medien?»
«Diese Arbeit war die Initialzündung», erinnert sich Dähler. Er lernte nicht nur die Forschungstools der SRG kennen, sondern gewann auch das Vertrauen von Steinmann. 1997 durfte er als Leiter der Radioforschung gleich von Beginn weg die Tests mit der Radiocontrol-Uhr aufbauen. Eine Verpflichtung, die Dähler auch in Zukunft mit einer adäquaten Qualifikation ausweisen möchte. Aus diesem Grund arbeitet er zurzeit an einer Dissertation mit dem Thema «Die Umstellung von der Interviewbefragung auf die Radiocontrol-Messuhr». Diese Arbeit vergleicht die Resultate der Messuhr mit einer Befragung ihrer Träger. Dabei geht es auch darum, herauszufinden, wie gut sich der Mensch erinnern kann. So schliesst sich für Dähler der Kreis zu seinem Psychologiestudium.
Dähler wird von Matthias Steinmann weiterhin gecoacht. Anders als sein Mentor entspannt er sich «nicht beim Pilotieren eines Flugzeugs oder Krimischreiben». Er spielt leidenschaftlich Golf, weil man dabei «etwas mit Entspanntheit machen kann und zugleich konzentriert sein muss».
Manuel Dähler setzt mit Radiocontrol zum Sprung von der (Mess-)Generation 1 zur Generation 2 an.

Andreas Panzeri

«Es geht ums nackte Überleben»

Doris Fiala-Goldingers Agentur Relations & More betreut die Öffentlichkeitsarbeit für das Lighthouse.

Doris Fiala-Goldingers Agentur Relations & More betreut die Öffentlichkeitsarbeit für das Lighthouse.
WW Das Lighthouse ist finanziell stark gefährdet: Wie geht es nun weiter?Doris Fiala-Goldinger Weil der Bund heute im Gesundheitswesen sehr viel an die Kantone delegiert, ist diese finanzielle Unterstützung entfallen. Wir sind jedoch ganz klar der Meinung, dass das Hospiz Zürcher Lighthouse im Kanton Zürich auf die Spitalliste müsste. Aus diesem Grund haben wir eine Volksinitiative lanciert. Diese hat ein umwerfendes Echo innerhalb der Bevölkerung ausgelöst. Ohne Unterstützung der Parteien haben wir im Alleingang vor Fristablauf 14000 Unterschriften gesammelt, wovon 12500 gültig sind. Die Volksinitiative ist also gut zu Stande gekommen. Man hätte nur 10000 Unterschriften gebraucht. Jetzt gehen wir davon aus, dass im Sommer eine Abstimmung stattfinden wird und die Stimmbevölkerung im Kanton Zürich über das Überleben des Lighthouse entscheiden kann.
Über Aids kursieren verschiedene Zahlen – viele meinen, die Krankheit sei heute heilbar. Ist das Lighthouse noch nötig?
Der Bedarf für dieses Hospiz ist leider nach wie vor sehr gross. Schwerstkranke können im Lighthouse einen menschenwürdigen Abschied finden. Und wenn man richtig rechnet, würde ein Patient, der in einem Spital stirbt, die öffentliche Hand noch viel mehr als im Lighthouse belasten. Deshalb stimmt das politische Argument vom Spardruck auch nicht.
Wie bedeutend ist nun die Sammelaktion mit den Bären?
Das Lighthouse hat schon immer rund ein Viertel bis ein Drittel seiner Kosten mittels Fundraising finanziert. Da ist die Weihnachtsaktion ein Teil davon. Das reicht aber nicht. Wir brauchen die Unterstützung von offizieller Seite. Es geht um das nackte Überleben des Lighthouse. Die Sympathiewelle ist sehr herzbewegend und eine grosse Hilfe. Aber ohne positive Volksabstimmung wird es nicht gehen.
Wie gefällt Ihnen der Spot mit dem toten Bären?
Es braucht Berufsleute in Marketing und Werbung, die soziales Engagement zeigen. Das ist eine fantastische Aktion von Tarkan Özküp von TeleZüri und Markus Cavegn. Der Spot ist sehr gelungen. Mich hat er stark berührt. Bei diesem Glockenspiel mit dem Kinderlied kommt ein wohliges Wärmegefühl auf – und wenn man dann den Zettel am Fuss des toten Bären sieht, so wie man es in Filmen oder sogar in der Realität schon gesehen hat, wenn ein toter Mensch daliegt, dann ist das sehr bewegend.
Welche Symbolkraft steckt in dem Bären?
Der Bär ist ein Plüschtier, das die Kinder begleitet, wenn sie noch in der Familie behütet sind. Jetzt ist er auch ein Symbol für Wärme und Geborgenheit in den letzten Stunden im Lighthouse. Der Bär hat darum für diese Einrichtung eine hohe Symbolkraft. Das ist mit sehr viel Feingefühl umgesetzt worden.
Interview: Andreas Panzeri

Plötzlich diese Übersicht

Mitgliederpresse Ab Neujahr präsentiert sich die Coop-Presse in einem neuen Layout und sorgt zudem für mehr Übersicht bei den Aktionsinseraten und für Lesespass.

Mitgliederpresse Ab Neujahr präsentiert sich die Coop-Presse in einem neuen Layout und sorgt zudem für mehr Übersicht bei den Aktionsinseraten und für Lesespass.
53 Prozent aller Deutschschweizer Coop-Kunden konsultieren die Coop-Zeitung (CoopZ) vor ihrem Einkauf. Im Tessin sind es sogar 68 Prozent. Tendenz steigend. Hauptgrund sind die darin publizierten (Wochen-)Aktionen. Damit bringt das Blatt mehr Kunden in die Coop-Läden als Coop-Werbung auf Plakaten, im TV, im Internet und in andern Zeitungen.Kein Wunder also, dass die zweitgrösste Schweizer Detailhandelskette ihr wichtigstes Marketing- und Werbeinstrument pfleglich behandelt. Alle drei bis fünf Jahre steht ein Relaunch an. «Wir wollen die Zeitung jeweils dem Zeitgeist anpassen, nie aber die Leser vor den Kopf stossen», sagt Karl Vögeli, Leiter Coop-Presse.
Weniger statische Titelbilder
Diesem Grundsatz trägt das aktuelle Facelifting Rechnung. Die CoopZ beziehungsweise ihr welsches Pendant Coopération und das italienischsprachige Cooperazione kommen in der ersten Januarwoche in einem abgeänderten Kleid, jedoch nicht völlig neu ausstaffiert daher. Auf der Titelseite entfällt der weisse Schriftzug «zeitung» unter dem Coop-Logo, stattdessen steht das Wort «Coopzeitung» neu in der rechten oberen Ecke. Das Frontbildkonzept sieht weiterhin Porträts vor, diese sollen aber Menschen in Aktion zeigen und weniger statisch wirken. Und auch die Titelschrift wird feiner und dynamischer.
Erstmals kann die CoopZ durchgehend vierfarbig produziert werden. Diese neue Möglichkeit nutzte der Zeitungsdesigner Clemens Barmettler, der seit bald 20 Jahren für das Layout der Coop-Presse besorgt ist, nicht etwa für grafischen Schnickschnack, sondern für eine grosszügigere Bildsprache. So setzt die überarbeitete CoopZ mit einer sechsseitigen Reportage einen starken, dank grossformatigen Fotos auch ansprechenden Auftakt: Die erste Doppelseite gehört ganz dem Bild, auf der zweiten Doppelseite erhält der Text auf bloss einer Spalte etwas Raum, um dann die übrigen zwei Seiten mehr und mehr einzunehmen. Eine weitere zwei- bis dreiseitige Reportage, ein Interview zu einem aktuellen Thema sowie ein doppelseitiges Promi-Interview am Blattende stellen das redaktionelle Grundgerüst der Zeitung dar, die jeweils einen Durchschnittsumfang von 100 Seiten aufweist.
Ganz neue Wege beschreitet das Blatt bei der Kommunikation über Coop selbst: Die Regionalseiten, News aus dem Unternehmen, Produkteneuheiten, Rückrufe und das Betty-Bossi-Rezept sind in einem 24-seitigen Mittelteil enthalten – ein Heft in der Zeitung zum Herausnehmen und Sammeln. Auf fünf Doppelseiten bündelt es auch die Coop-Wochenaktionen: Jedes vergünstigte Produkt ist hier einzeln abgebildet und nach Rubriken geordnet. Das soll den Kunden das Auffinden der Vergünstigungen erleichtern, mussten diese doch bisher in der ganzen Zeitung zusammengesucht werden. Sämtliche Coop-eigenen Aktionsinserate sind zudem neu paginiert und auch im übersichtlicher gestalteten Inhaltsverzeichnis aufgeführt.
Neu führt die CoopZ auch eine Form von Publireportage über Lieferanten ein. Dass die SonntagsZeitung neulich von «Gratis-PR-Strecken für gute Lieferanten» schrieb, ärgert Vögeli. «Wir drucken keine Texte unserer Lieferanten, sämtliche Texte sind von der Redaktion verfasst», sagt er. Richtig sei, dass für die dreiseitige Reportage jeweils die Marketingabteilung das Thema vorschlage. Beispielsweise Unterwäsche. Die Redaktion sucht einen Aufhänger – sie porträtiert das aktuelle Modell des Lieferanten, sie schreibt eine Fabrikreportage oder dokumentiert, wie Grundmaterialien gewonnen werden, flankiert von Tipps, Trends und der entsprechenden Produktepalette von Coop.
Studio Achermann relauncht BrückenbauerAuch die Mitgliederzeitung des Migros-Genossenschafts-Bundes plant auf Frühjahr einen Relaunch, mehr noch: Sie bricht Brücken zur Tradition ab und nennt sich danach Migros-Magazin. Zuständig für die Umgestaltung wird das Studio Achermann sein. Die Zürcher Werbeagentur hat den
Auftrag in einem Pitch gewonnen. In der Westschweiz wird das Blatt
Magazine Migros heissen, die Tessiner bleiben bei Azione und bei ihrem etwas grösseren Format gegenüber dem jetzigen Brückenbauer. Konzeptionell reiht sich der Relaunch in eine neue Kommunikationsstrategie ein, für die auch der seit 1. Dezember als Leiter Migros-Presse wirkende Marius Hagger zuständig sein wird. Er
verstehe sowohl etwas von Journalismus als auch von Geschäftsführung, Internetstrategien und Kommunikation, lobt Monica Glisenti, Leiterin Unternehmenskommunikation der Migros. «Genau das benötigen wir, denn künftig wollen wir für Brückenbauer, Saisonküche und Internet eine übergreifende Kommunikation.» (mk)
Coop zahlt für eigene InserateDie Coop-Presse arbeitet mit einem jährlichen Budget von 120 Millionen Franken. Dieses setzt sich zu 66 Prozent aus Inserateeinnahmen und zu einem Drittel aus Aboerträgen zusammen. Aboerträge? Karl Vögeli nickt: «Ich stelle der Genossenschaft Coop für jeden Abonnenten
Rechnung, auch wenn er die Zeitung gratis erhält. Ich meine, der Firma muss das Blatt etwas wert sein.» Auch die Inserate verkauft Vögeli dem Unternehmen Coop zu den üblichen Bedingungen. Diese ändern ab 2004: Neu bildet der Vierfarbentarif die Grundlage, Schwarzweissanzeigen erhalten eine Reduktion.
Eine ganze Farbseite der deutschsprachigen Ausgabe kostet ab Anfang Jahr brutto 34160 Franken (plus vier Prozent). Coop-eigene Inserate, Anzeigen von Lieferanten und reine Fremdinserate trügen je etwa ein Drittel zum
Volumen bei, sagt Vögeli. Wobei die Fremdinserate dieses Jahr um etwa 13 Prozent zurückgegangen seien. (mk)
Mehr und grössere Fotos will die Coop-Presse ab 2004 zeigen.
Markus Knöpfli

Jung und klein und trotzdem laut und spitz

Jugendmedien Ein neues Partymagazin erobert die Ostschweiz. Dank Radio Top soll auch Winterthur fallen.

Jugendmedien Ein neues Partymagazin erobert die Ostschweiz. Dank Radio Top soll auch Winterthur fallen.
St.Gallen ist das heimliche Trendmekka der Schweiz. Glauben Sie nicht? Hier der Beweis: 1995 erschien in der Hauptstadt der Ostschweiz erstmals ein Blatt namens Trend Magazin. 1997 folgte Kult. Und 2003 setzt das Lautundspitz-Booklet zum Siegeszug an. «Das alte Kult habe ich immer gern gelesen», sagt Grafiker Ronny Spitzli, der das Booklet zusammen mit Thomas Lautenschlager lanciert hat. Begonnen haben die beiden unter dem programmatischen Namen Lautundspitz als Partyveranstalter in Schwarzenbach SG. Das war vor drei Jahren. Der Webauftritt der Partys entwickelte sich bald zur Ausgeh- und Foto-Site. Im Juli gaben die beiden Jungunternehmer ihren Aktivitäten die Form einer GmbH und beschlossen, sich auch im Printmarkt zu versuchen.
Für ihr Booklet wählten Lautenschlager und Spitzli das Kleinformat A6. «So kann man es beim Ausgehen in die Hosen- oder Handtasche stecken», sagt Ronny Spitzli. Rund 30 Prozent der monatlichen Gratisauflage gehen in Clubs weg, der Rest in Shops oder Bars. Gestartet ist das Booklet im September mit 10000 Exemplaren. «Die waren jeweils innert zwei Wochen weg», freut sich Spitzli. Und reagiert auf die Nachfrage: Ab Januar wird die Auflage verdoppelt. Zusätzlich zu den Regionen Wil, St.Gallen, Toggenburg, Bodensee und Winterthur liegt das Booklet dann auch im Rhein- und Linthal und im Vorarlberg auf.
Hände weg von Zürich
Anders als die Vorgänger Kult und Trend Magazin will Lautundspitz nicht den Schritt nach Zürich machen. «Dieser Markt ist übersättigt», meint Spitzli. Das Booklet soll sich auf die Ostschweiz konzentrieren – zu der er auch Winterthur zählt. «In Winterthur geben wir jetzt Vollgas», sagt Spitzli. Unterstützung erhält er von Radio Top.
Das Lautundspitz-Booklet ist ab Januar offizieller Medienpartner des Lokalsenders. Es löst die einheimische Ausgehagenda Ruhestörung ab. Radio Top ist seit Ende 2001 in St.Gallen zu empfangen; die Frequenz ist laut Spitzli in der Bevölkerung aber nicht genügend bekannt. Durch Werbung beim jeweiligen Partner möchten beide Medien ihr Publikum vergrössern.
Nicht nur neue Leser, auch neue Anzeigenkunden werden gesucht. «Die ersten Kunden waren vor allem Partyveranstalter oder Partner unserer Website», sagt Spitzli. «Mit der vergrösserten Auflage müssen wir jetzt nationale Kunden gewinnen und Jahresverträge abschliessen.» Bisher schrieb das Booklet schwarze Zahlen – dank geringer Kosten. Die Autoren schreiben gratis, das Layout macht Spitzli selbst in seinem Grafikbüro. Auch die Werbung akquiriert das Duo in Eigenregie: «An eine Kooperation mit einem Medienvermarkter haben wir bisher nicht gedacht.» Wohin sie wollen, wissen die beiden Jungunternehmer aber genau: «In einem Jahr sind wir ein Must für alle Jungen in der Ostschweiz!»
Stefano Monachesi

Euro RSCG gewinnt Pitch um M-Electronics

Die Elektroniksparte der Migros wird neu von Euro RSCG Zürich betreut.

Die Elektroniksparte der Migros wird neu von Euro RSCG Zürich betreut.Die Agentur gewann einen Pitch gegen drei Mitbewerber und wurde beauftragt, die Marke M-Electronics neu auszurichten und den Verkauf zu unterstützen. Laut einem Bericht des Tages-Anzeigers vom 30. August beträgt der Etat
20 Millionen Franken. Migros-Sprecher Urs Peter Naef wollte diese Zahl damals gegenüber der Werbewoche nicht kommentieren. Konkurrent Media
Markt gibt laut Media Focus 28 Millionen Werbefranken aus.

>> AdRating

Anzeiger

AnzeigerFestland bearbeitet das Anzeigerland mit Tabloidpizzas für das Gratisblatt. Leckere Anzeigen – gerade für Ad-Rater. Weitere Menüverschläge sind erbeten auf www.werbewoche.ch/adrating
SonntagsBlick
War nicht das Gelbe vom SoBli-Ei, was FCBLK den Ad-Ratern auftischte. Zu viel Gähn und Stöhn und Déjà-Vus.
Top 35,94%Flop 65,06%

Ende des Exotismus

Aufgefallen Dass fremde (Religions-)Gemeinschaften auf zunehmendes Misstrauen stossen, zeigte der jüngste Abstimmungssonntag. Schüren unsere ehemals integrativen Medien heute die Angst vor Parallelgesellschaften?

Kolumne Dass fremde (Religions-)Gemeinschaften auf zunehmendes Misstrauen stossen, zeigte der jüngste Abstimmungssonntag. Schüren unsere ehemals integrativen Medien heute die Angst vor Parallelgesellschaften?Die Zeitwächter haben ein neues Schreckwort: Es heisst «Parallelgesellschaft» und bedroht angeblich die innere Sicherheit der westeuropäischen und nordamerikanischen Staaten. Der britische Innenminister murmelt es in die Mikrofone, wenn in Mittelengland pakistanische Jugendliche randalieren, und sein Pariser Kollege verwendet das französische Pendant, um antijüdische Ressentiments junger Nordafrikaner zu erklären. Deutsche Verfassungsschützer und Polizeiexperten wiederum sorgen sich um Türkenghettos, in denen der Geist des Grundgesetzes durch die Botschaft eines intolerant ausgelegten Korans ersetzt werde. Kurzum: In unserer Nachbarschaft bilden sich Brückenköpfe eines kommenden Bürgerkriegs – so will man uns wenigstens glauben machen.
Es ist erstaunlich, wie wenig Widerstand die Massenmedien diesem Alarmismus entgegensetzen. Dabei gehörten Presse, Funk und Fernsehen doch gerade noch zu den besonders blauäugigen Propagandisten einer multikulturellen Gesellschaft. Der Besuch von China Town in San Francisco und ein Bummel durch den New Yorker Kiez orthodoxer Juden waren Pflichtprogramm weltläufiger Touristen. Und die Orientalisierung des Berliner Bezirks Kreuzberg wurde geradezu als Erlösung des Viertels von deutscher Provinzialität gefeiert. Es konnte gar nicht exotisch und andersartig genug zu gehen für solche Folklore-Freunde.
Nun ist plötzlich alles anders. «Nine Eleven» hat die öffentliche Wahrnehmung und Einschätzung des Fremden verändert. Misstrauen und Verdacht sind an die Stelle des harmlos-hedonistischen Vergnügens getreten. Die Rede von der Bedrohung durch Parallelgesellschaften geht selbst denen über die Lippen, die sich vor Kurzem noch vehement gegen die Forderung wandten, eine «Leitkultur» für alle durchzusetzen. Wo
Integration das Allheilmittel gegen soziale Aufsplitterung zu sein scheint, wird rasch vergessen, was gestern noch für wahr gehalten wurde.
Gegen solche Volten des Zeitgeists ist daran festzuhalten, dass die westlichen Gesellschaften sich schon lange zu Ansammlungen von Parallelgesellschaften gewandelt haben. Zur Moderne gehört die Pluralisierung von Lebensstilen, die auch in entsprechenden Milieus ausgelebt werden. Wohnquartiere werden danach gewählt, ob das Umfeld stimmt. Milieuspezifische Normen, Verhaltensweisen und Moden sind längst gang und gäbe. Wer nur das Kopftuch islamischer Frauen als Zeichen bewusster Unterscheidung wahrnimmt und sich davon provozieren lässt,
übersieht, dass es der Sache nach ähnlich grosse Differenzen auch innerhalb der heimischen Bevölkerung gibt.
Ein Blick in einen gut sortierten Zeitungskiosk genügt, um zu erkennen, wie weit die Gesellschaft heute eine Konstruktion ist, in der viele Subsysteme eher durch Abgrenzung eine Balance herstellen als durch Unterwerfung unter irgendeine (von wem zu definierende?) Leitkultur. Die Medienindustrie jedenfalls profitiert von der Aufsplitterung in immer neue, parallele Leser-Gesellschaften. Und auch die Werbebranche lebt ja von der Ausstattung betont unterschiedlicher Lebenswelten. Ärger darüber artikulieren nur jene schwerblütigen Leitartikler, die sich immer noch gern als Generalisten des Gemeinwohls stilisieren.
Hören wir also auf, über eine Entwicklung zu jammern, die zu den Freiheitsgewinnen moderner bürgerlicher Gesellschaften geführt hat. Statt sich in Endlosdebatten über Integrationspflichten zu verheddern, sollte man lieber ein paar (wenige) Grenzen definieren, die Bewohner der Parallelwelten nicht überschreiten dürfen, weil sie sonst das Wohlbefinden ihrer Nachbarn beeinträchtigen. Eine effiziente Polizei und eine funktionierende Justiz reichen dazu völlig aus.
> Heribert Seifert ist Medien- und Kulturkorrespondent der NZZ
in Deutschland.

Gratisblatt im neuen Kleid

Verlage Festland begleitet den Wechsel des Anzeigers ins Tabloid-Format.

Verlage Festland begleitet den Wechsel des Anzeigers ins Tabloid-Format.
Auf den ersten Blick einengend, auf den zweiten Blick konzentrierter dank neuem Format. So visualisiert die Agentur Festland in Zürich den Relaunch der Ostschweizer Wochenzeitung Anzeiger im handlichen Tabloid-Format. Das Gratisblatt erscheint in einer Auflage von über 200000 Exemplaren im Raum Thurgau, St. Gallen, Appenzell und Liechtenstein – und ab Januar im neuen Format (WW 43/03). Der neue Anzeiger ist durchgehend farbig gedruckt. Das Blatt will «über Menschen aus der Ostschweiz berichten, Themen kritisch hinterfragen und vermehrt Tipps und Serviceleistungen anbieten».Kampagne in zwei Phasen
Die Relaunch-Kommunikation von Festland erfolgt in zwei Phasen: Die Teaser-Kampagne, die die Kerninhalte anhand von Symbolbildern in der komprimierten Grösse des neuen Anzeigers vermittelt, kündigt ab sofort das neue Format und das optimierte Inhaltskonzept an. «Leute im neuen Format» zeigt zum Beispiel ein neu zusammengelegtes Hemd. «Kultur im neuen Format» zeigt eine Tüte Popkorn genau in der Grösse des neuen Anzeigers. «Autos im neuen Format» wirbt für entsprechende Inserate mit einem aufs Anzeiger-Format zusammengepressten Schrottauto.
Mit der ersten Ausgabe des Anzeigers im neuen Format startet Phase zwei, die eigentliche Launch-Kampagne, bei der das Produkt im Mittelpunkt stehen wird.
Eine Tabloid-Pizza wirbt für das neue Format des Anzeigers.
Gratiszeitung Der Ostschweizer Anzeiger wird zum Tabloid und bewirbt die Formatänderung mit geschredderten Autos.
Andreas Panzeri

Aargauer Parlament gegen Suchtmittelwerbung

Werbeverbote Der Aargauer Grosse Rat hat ein Postulat überwiesen, das ein Werbeverbot für alkoholische Getränke und Tabak auf öffentlichem Grund und an öffentlichen Gebäuden verlangt.

Werbeverbote Der Aargauer Grosse Rat hat ein Postulat überwiesen, das ein Werbeverbot für alkoholische Getränke und Tabak auf öffentlichem Grund und an öffentlichen Gebäuden verlangt.Gegen «eine weitere Beschneidung der Gewerbefreiheit» wehrten sich die SVP und Teile der FDP. Die Regierung stellte sich hinter das Postulat.

Produkttest und Recht

Warentest Im Marketing spielt der Umgang mit Daten aus Tests von Waren- und Dienstleistungen eine wichtige Rolle.

Warentest Im Marketing spielt der Umgang mit Daten aus Tests von Waren- und Dienstleistungen eine wichtige Rolle.Da Testresultate einen starken Einfluss auf den Abverkauf von Produkten und Dienstleistungen ausüben, tauchen in der Praxis immer wieder
rechtliche Fragen auf: Wie ist es zu werten, wenn Produkt P als Sieger eines Tests proklamiert wird, in dem der Hauptkonkurrent K gar nicht getestet wurde? Antworten auf Fragen dieser Art bietet das neue Buch von Andreas Gersbach. «Der Produkttest im schweizerischen Recht» ist bei Schulthess erschienen und kostet 55 Franken, ISBN 3-7255-4634-7.

Internationale Ehre für Egon-Gestalter

Kunst Dem Zürcher Künstler Max Grüter ist eine seltene Ehre zuteil geworden:

Kunst Dem Zürcher Künstler Max Grüter ist eine seltene Ehre zuteil geworden:Der Gestalter der Egon-Skulptur für den Werber des Jahres der Werbewoche hat von der Kulturzeitschrift Lettre International gestalterische «carte blanche» bekommen, um auf dem Titelblatt und auf sieben Seiten seine Werke zu präsentieren. Der Designer, der seit dem Start vor dreizehn Jahren auch für NZZ Folio die Cover gestaltet, wählte als Sujet «My private space program». Zu sehen ist zum Beispiel eine Weltraum-Disco. Dazu hat sich Max Grüter bei Recherchen in verschiedenen Berliner Russendiscos inspirieren lassen. Heft 63 von Lettre International steht in diesen Tagen an Kiosken zum Verkauf.

Surprise vierzehntäglich

Strassenmagazine Surprise erscheint ab Dezember zwei- statt einmal pro Monat. Das auf der Strasse verkaufte Magazin erhält zugleich ein neues Layout.

Strassenmagazine Surprise erscheint ab Dezember zwei- statt einmal pro Monat. Das auf der Strasse verkaufte Magazin erhält zugleich ein neues Layout.Strassenmagazine Surprise erscheint ab Dezember zwei- statt einmal pro Monat. Das auf der Strasse verkaufte Magazin erhält zugleich ein neues
Layout. Surprise wurde 1997 als Massnahme gegen die Arbeitslosigkeit lanciert und wird heute in mehreren Schweizer Städten in einer Auflage von 27000 Exemplaren verkauft.
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