BSW: Ergebnisse Umfrage und Ranking veröffentlicht
Die BSW-Agenturen sehen nach einem überraschend guten 2011 einem verhaltenen Jahresabschluss 2012 entgegen. Trotz den schwer einzuschätzenden Wirtschaftsprognosen bleibt die Branche für 2013 positiv. Dies zeigt der Verband mit einer Umfrage.
2012 wird für die führenden Schweizer Agenturen ein durchzogenes Jahr. Laut einer im September durchgeführten Umfrage werden 60 Prozent der BSW-Werbe- und Kommunikationsagenturen das Geschäftsjahr 2012 mit einem leichten Wachstum bei den Honorareinnahmen von bis zu 4 Prozent abschliessen. Dies entspricht den vor einem Jahr von einer Mehrheit der Agenturchefs geäusserten Erwartungen. Auch die Mediaagenturen rechnen mit einem Einnahmenplus gegenüber dem Vorjahr. Die Gewinnerwartungen sind dagegen verhalten. Rund zwei Drittel aller Agenturen erwarten nochmals einen Rückgang des Ebit gegenüber 2011. Nur ein Drittel aller Agenturen rechnet damit, dass sich die Resultate von 2011 halten oder steigern lassen.
Der Druck auf die Agenturen nimmt zu
Die wichtigsten Gründe für die Margenerosion sind die hohen personellen und technischen Investitionen in Online Kompetenzen, der immer noch angespannte Personalmarkt (durchschnittlich 65 Prozent der gesamten Honorareinnahmen werden für Personalkosten aufgewendet) und die von Auftraggeberseite zunehmend gestellten Forderungen nach Zusatzleistungen die nicht zusätzlich entschädigt werden wollen.
Die Anforderungen der Auftraggeber nehmen zu
Ebenfalls zugelegt haben die fachlichen Anforderungen an die Werbe-, Media- und Kommunikationsagenturen. Neben dem grundsätzlichen Know-how über digitale Medien, das von allen Auftraggebern vorausgesetzt wird, melden 84 Prozent (Vorjahr 74 Prozent) der Agenturen eine verstärkte Nachfrage nach crossmedialen Kampagnen und 68 Prozent (Vorjahr 60 Prozent) nach mehr strategischem Input. Die Forderung nach Social-Media Kampagnen scheint dagegen etwas zurückzugehen, 70 Prozent (Vorjahr 91 Prozent).
Die Rahmenbedingungen der Auftraggeber werden für die Agenturen schlechter. Die von Auftraggebern gewünschte hohe Beratungs- und Servicequalität verlangt eine sorgfältige Ressourcenplanung Dies wird zunehmend schwieriger. Entscheide auf Auftraggeberseite fallen immer kurzfristiger und verstärkt projektbezogen an. Budgets ändern häufiger 83 Prozent (Vorjahr 77 Prozent), Strategien ändern schneller, 71 Prozent (Vorjahr 65 Prozent) und die Qualität der Agenturbriefings ist abnehmend. Damit ist die Mehrheit der Werbeauftraggeber intensiv gefordert. Die Agenturen orten hier einen grossen Schulungsbedarf.
BSW-Agenturen nehmen die digitale Herausforderung an
Für BSW Leading Swiss Agencies steht ausser Frage, dass die BSW-Agenturen auch diese Herausforderungen meistern werden. Er appelliert trotzdem an die Auftraggeber wieder vermehrt zu einer partnerschaftlichen und professionellen Zusammenarbeit zurückzufinden und die eigenen Hausaufgaben anzupacken. Das heisst bessere Grundlagenarbeit, bessere Planung und bessere Briefings. Die BSW-Agenturen beraten und begleiten ihre Kunden heute disziplinenübergreifend in allen Bereichen der Marketingkommunikation und begegnen damit der Forderung nach Gesamtkommunikationslösungen. 60 Prozent der Werbe-, Media- und Kommunikationsagenturen investierten deshalb massiv in die digitale Aus- und Weiterbildung. 83 Prozent der Werbe- und Kommunikationsagenturen haben bereits Spezialisten eingestellt und entwickeln Online-Lösungen in-house und integriert. Kreations- und Entwicklungsteams bestehen immer mehr aus den Disziplinen Text / Art Direction / Online-Spezialist. 100 Prozent der Media- und 45 Prozent der Werbe- und Kommunikationsagenturen sind zusätzlich Kooperationen mit spezialisierten Agenturen eingegangen.
2012 Werbe- und Kommunikationsagenturen des BSW Leading Swiss Agencies nach Grösse
(Basis BBE 2011)
BBE = Bruttobetriebsertrag: an Kunden verrechnete Eigenleistungen der Agentur, inkl. Freelancer: Honorare aus Beratung aller Art, Entschädigungen für textliche, grafische und andere Arbeiten gemäss Gewinn- und Verlustrechnung, ohne MwSt. und ohne Durchlaufpositionen oder artfremde Erträge. Die Agenturen sind innerhalb der jeweiligen Kategorie nach effektiv erzielten BBE gelistet.

2012 Mediaagenturen des BSW Leading Swiss Agencies nach Grösse
(Basis BBE 2011)
Die Rangliste wurde aufgrund der effektiven BBE (Bruttobetriebserträge) aufgestellt und wird ohne Zahlen — jedoch mit Angaben der Mitarbeiter — veröffentlicht.

Teaserbild: BSW-Präsidentin Nadine Borter
