In zehn eigenen Reisebüros hat Hotelplan als erster Schweizer Reiseanbieter seit Januar Erfahrungen mit Virtual Reality (VR) in der Kundenberatung gesammelt. Schwyz Tourismus hat VR-Filme produzieren lassen und diese an Ferienmessen mit Hilfe von VR-Brillen Besuchern gezeigt. Und das Trafo Hotel nutzt VR-Inhalte zusammen mit der Trafo-Eventhallen.Was das bringt und wie die virtuelle Zukunft aussehen könnte, diskutierten unter der Leitung von Handelszeitung-Redaktor Andreas Güntert der CEO Hotelplan Suisse Kurt Eberhard, Vendelin Coray, Geschäftsführer Schwyz Tourismus, Erik Roedenbeck, Direktor Trafo Hotel und Blue City Hotel, Baden, und Jan Azzati, Virtual-Reality-Unternehmer, Co-Gründer immersiveweb.ch am 27. Juni in Zürich an einer Veranstaltung des Swiss Travelwriter Clubs (STC).Virtuell auf die Reise gehenEin Kreuzfahrtschiff aus der Ferne ganz nah inspizieren, sich am Ayers Rock umschauen ohne zu schwitzen oder den Hotelpool virtuell begutachten: Solche Anwendungen macht Virtual Reality möglich – indem man per Datenbrille virtuell ins Geschehen eintaucht.Solche Erfahrungen machten potenzielle Kunden seit Januar in zehn ausgewählte Hotelplan-Reisebüro. Für CEO Kurt Eberhard war dies ein Versuchsbetrieb, um Erfahrungen zu sammeln über die Reaktionen der Kunden und der Reiseberaterinnen und –berater. Im Reisegeschäft geht es um Emotionen und darum, wie diese den Kunden in der Beratung vermittelt werden können. Dafür will Hotelplan auch neue Medienanwendungen testen und – soweit sinnvoll – einsetzen.Ähnliche Beweggründe hatte auch Schwyz Tourismus. Der Unterschied ist, dass die Tourimusorganisation eigene Inhalte herstellen liess, nämlich vier VR-Filme. Hotelplan als Vermittler ist auf VR-Content von Leistungsträgern (Hotels, Airlines, Kreuzfahrtengesellschaften, Tourismusorganisationen etc.) angewiesen.Bald ein „alter Käse“Vendelin Coray ist klar, dass die VR-Innovation von Schwyz Tourismus noch zwei, drei Jahr an Messen ein Publikums-Hit sein kann, aber dann zum „alten Käse“ zählt. Dann müssen neue Inhalte mit interessanten Stories erzeugt werden, um wieder Interesse zu wecken.Obwohl Hotelplan bis jetzt in den zehn Versuchsfilialen kein zusätzliches Geschäft realisiert hat, können sich alle eigenen Reisebüros für die Beratung mit VR-Inhalten bewerben. Also wird VR nur in denjenigen Reisebüros eingesetzt, die selber ein echtes Interesse zeigen.Mixed RealityFür Virtual-Reality-Unternehmer Jan Azzati steht die Entwicklung im VR-Bereich noch völlig am Anfang. Er ist überzeugt, dass sich noch viel bewegen und verändern wird. Die Zukunft sieht er in der Mixed Reality, also in Systemen, in denen die Realität mit Anwendungen der virtuellen und erweiterten Realität (Augmented Reality) verbunden wird.