«2016 können User im Laden, Online und In-App bezahlen»

MOBILE PAYMENT Die Bezahl-App «Paymit» von UBS Schweiz wurde am «Best of Swiss App»-Award zur besten App gekürt. Andreas Kubli, Leiter der Abteilung Multichannel Management & Digitization bei UBS, über die Idee hinter der App, die Herausforderungen bei der Entwicklung und den geplanten Einsatz im Handel.
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Andreas Kubli ist seit Mai 2013 Leiter der Abteilung Multichannel Management & Digitization und verantwortet in dieser Rolle eine breite Palette an digitalen Aktivitäten der UBS Switzerland AG. In dieser Tätigkeit war er massgeblich mitverantwortlich, die UBS als führende Multikanalbank zu positionieren und unter anderem die mehrfach ausgezeichneten digitalen Kanäle (E- und Mobile Banking) und Partnerprojekte (z.B. Paymit und UBS SumUp) zu etablieren.MK Die Bezahl-App Paymit wurde mit dem «Master of Swiss Apps» beim «Best of Swiss Apps Award» prämiert. Was bedeutet Ihnen diese Auszeichnung?ANDREAS KUBLI Wir haben uns sehr gefreut, dass wir zusammen mit der SIX und der ZKB den Master of Swiss Apps 2015 gewonnen haben. Den Sieg des Master Awards sehen wir auch als Bestätigung für die Art und Weise, wie wir die App umgesetzt haben. Neben dem Master Award haben wir zwei Goldmedaillen in den Kategorien Business und Swissness, vier Silbermedaillen und zusätzlich Bronze in den Kategorien wie Usability und Innovation gewonnen. Insbesondere die zwei Goldmedaillen zeigen, dass wir mit unserer Vision von Paymit als offenem mobilem Standard für Bezahldienste strategisch auf dem richtigen Weg sind.MK Was ist die Idee hinter der App Paymit? Und für welche Zielgruppen wurde die App entwickelt?KUBLI Wir haben die Vision, dass Kunden alle Zahlungen, bei denen es sinnvoll ist, zukünftig per Mobile durchführen können. Für die Erstellung der entsprechenden Roadmap haben wir uns deshalb angesehen, welche Bezahlarten vereinfacht werden können. Für einen ersten Schritt stachen uns die Zahlungen zwischen Privatpersonen ins Auge. Ein Beispiel dazu: Wenn Sie mit einer Gruppe von Freunden ins Kino gehen und für alle die Tickets kaufen, dann war es bisher schwierig, diese genau abzurechnen. Ein Kollege hat beispielsweise nur grosse Noten dabei, ein anderer nur Karten. Derjenige, der vorgelegt hat, musste teilweise lange auf sein Geld warten. Mit Paymit vereinfachen wir diesen Prozess enorm. Das Geld kann in einem solchen Fall direkt bei den Freunden angefordert und überwiesen werden – und das auf eine einfache und sichere Art und Weise. Als Zielgruppen kommen alle Personen in Frage, die Zahlungen an andere Privatpersonen leisten. Sie merken, dass wir da grundsätzlich alle ansprechen. Und wir sehen auch, dass die App beispielsweise von allen Altersgruppen genutzt wird – wenn auch unterschiedlich stark.MK Was waren die grössten Herausforderungen bei der Entwicklung?KUBLI Paymit haben wir zusammen mit der SIX und der Zürcher Kantonalbank entwickelt. Immer wenn mehrere Parteien an einem Tisch sitzen und ihre Vorstellungen, Interessen und Wünsche einbringen, wird der Prozess komplex. Für Paymit mussten viele Entscheide gefällt werden, und viele davon mussten mit allen Partnern abgesprochen werden. Gerade weil der Prozess dadurch komplex war, sind wir sehr stolz darauf, dass wir die App in sogar etwas weniger als einem Jahr umgesetzt haben.MK Wie viele Personen nutzen Paymit? Und über welche Marketingkanäle haben Sie die App beworben?KUBLI Paymit wurde über 140 000 mal runtergeladen. Die App UBS Paymit wurde von uns vor allem digital beworben, wobei wir auch Offline-Kanäle genutzt haben, zum Beispiel die erste Seite der 20-Minuten-Ausgabe vom 10 Juni. Das Spannende bei P2P als erstem use case ist, dass ein «Kunden-werben-Kunden-Effekt» entsteht. Mittlerweile sehen wir, dass unsere Nutzer andere Nutzer werben. Das zeigt sich unter anderem dadurch, dass wir auch in «Werbepausen» attraktive Download-Zahlen haben.MK Bisher richtet sich die App an Privatpersonen. Angedacht ist ein Einsatz im Handel (Point-of-Sale, In-App und E-Commerce). Wie sehen diese Pläne konkret aus?KUBLI Im Jahr 2016 werden Nutzer mit Paymit im Laden, Online und In-App bezahlen können. Viel mehr können wir im Moment dazu nicht sagen.MK Der Markt der Bezahl-Apps ist hart umkämpft. Was spricht dafür, dass Paymit sich durchsetzt?KUBLI Paymit ist eine Schweizer Lösung, hinter der grosse Banken stehen. Davon profitieren sowohl der Handel wie auch die Endkunden, weil wir schweizerische Merkmale besser berücksichtigen können. Paymit ist ausserdem mit über 140 000 Downloads die mit Abstand am weitesten verbreitete Mobile-Payment-App der Schweiz. Durch den offenen Standard können ausserdem weitere Banken ihren Kunden die Bezahllösung anbieten.MK In welchen Bereichen des E-Payment sehen Sie in der Schweiz das grösste Optimierungspotenzial?KUBLI Neben Zahlungen zwischen Privatpersonen (P2P) sehen wir gros­ses Optimierungspotenzial auch bei Onlinekäufen und In-App-Käufen. Auch dafür werden wir mit einer Lösung kommen. Als Letztes umgesetzt haben wir eine Lösung für Spendenzahlungen. Der hierfür bisher zur Verfügung stehende SMS-basierte Bezahlprozess für sogenannte Spontanspenden ist für die Hilfswerke mit hohen Kosten von bis zu 6 Prozent und Zahlungsperioden von bis zu 60 Tagen problematisch und brauchte eine Überarbeitung. Aus diesem Grund haben wir rechtzeitig zur Weihnachtszeit in der ­neuen Version von UBS Paymit eine Spendenfunktion eingebaut. Damit können die Nutzer rasch und sicher und für die Hilfswerke kostengünstig spenden.Interview: Simon Wolanin

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