Autor: admin
Aufgespiesst: Gekonnter Mini-Fang
Anne-Friederike Heinrich, freie Mitarbeiterin der Werbewoche, über die Mini-Aktion der Migros.
Der Migros ist dieser Tage ein genialer Schachzug gelungen – dem ich als leidenschaftliche Migroslistin und Anticoopianerin ganz kritiklos und schmerzfrei Beifall klatschen kann: Die Migros beschenkt unsere Kinder mit «Minis», also Migros- Produkten im Miniaturformat, und Mami und Papi im gleichen Atemzug noch einmal mit einem kleinen Stück Kindheit. Derzeit schätzt sich jeder glücklich, der Nachwuchs hat. Für einmal nicht der Kinder wegen, sondern weil er an der Migros-Kasse auf die Frage der Kassiererin «Sammlet Sie Miniiiiiiiis? » mit einem herzhaften «Ja, natüüüüürli!» antworten kann. Alle anderen erfinden Nichten, Neffen oder Enkelkinder, um in den Genuss der winzigen Greyerzers, Klopapierpackungen und Glacéstängeli fürs Kauflädeli zu kommen. Ob sie die kleinen orangen Sachets, kaum um die nächste Strassenecke gebogen, dann selbst aufreissen und sich an den Miniprodukten freuen, ist ja egal. «So hääääääääärzig», hört man sogar angegraute Herren ausrufen.
Auch bei der eigentlichen Zielgruppe sind die Minis der Hit. Seit die Aktion läuft, brauche ich unserem Zweijährigen nur sagen: «Komm, wir gehen Minis holen.» Und er folgt mir sofort bereitwillig zum Einkaufen. Nur wenn meine Tour vom Eingang bis zur Kasse zu lange dauert, fängt er an zu quengeln: «Mamaaa? Mini? Hmmmm?» Und kaum sind wir an der Kasse, schnappt er der Kassiererin die Sachets aus der Hand und muss sie sofort alle aufreissen. Jedes Mal frage ich mich: Welcher Mini fängt hier eigentlich welchen?
Leidenschaft en miniature
Und ich? Ich bin zwar einerseits sehr begeisterungsfähig, habe mich andererseits aber gut im Griff. Nur bei den Minis überfällt mich eine eigentümliche Gier. Erstens will ich die Sachets, die mein Sohn zerfetzt, am liebsten selbst öffnen und die kleinen Tübchen und Tütchen in meiner Handtasche verschwinden lassen. Zweitens lauere ich immer genau, ob Die vor mir oder Der hinter mir mehr Minis bekommt als ich. Und drittens wähle ich die Kasse, an der wir zahlen, immer so aus, dass die Chance besteht, dass die Person vor oder hinter mir mich fragt: «Wänd Sie mini Minis?» Erfüllt sich mein Wunsch, durchströmt mich eine Woge warmen Glücks.
Sogar mein Göttergatte, sonst über jede kurzlebige Begeisterung für Chrüsimüsi erhaben, ist hin und weg. Jeden Freitag lauert er, ob wir ihm ein paar Tütchen übrig gelassen haben, die er selbst öffnen kann. Meist ist das nicht der Fall, und so pilgert er zu unserem gut gehüteten Sammelkästchen und ruft «cool» oder «so läääss». Wir können es beide kaum erwarten, bis die Kauflädeli-Zeit unseres Bürschchens beginnt. Endlich mal wieder gepflegt spielen!
Mit Charme um den Finger gewickelt
Leider ist die Aktion fast vorbei. Unsere Haus-und- Hof-Migros hatte schon in der vergangenen Woche die Warnung plakatiert: «In dieser Filiale gibt es keine Minis mehr.» Und in der Tat, bei unserer letzten Shoppingtour folgte am Schluss die grosse Enttäuschung: Minis sind aus. Welch ein sinnloser Einkauf! Zum Glück haben wir eine liebe Nachbarin, die unser Wochenende gerettet hat: Sie war vor uns posten und hatte einige der letzten Minis ergattert – und uns vor die Tür gehängt. Das war wie ein Geburtstag, an dem man ganz am Schluss doch noch das erhoffte Geschenk bekommt. Wie ich nun aber zukünftig unseren Sprössling für den Wochenendeinkauf begeistern soll, weiss ich noch nicht. Vielleicht verspreche ich ihm: «Wenn du lieb bist, ersteigere ich hinterher ein paar Minis für dich.» Denn inzwischen betreibt nicht nur die Migros eine Tauschbörse für doppelte Minis, auch sonst überall im Internet kann man Minis kaufen und tauschen. Aber geschenkt waren sie natürlich am schönsten.
GFK-Erhebung zur Nutzung von Tablets
Während früher der Fernseher die volle Aufmerksamkeit für sich beanspruchen konnte, nimmt heute mehr als die Hälfte aller Schweizer beim Fernsehen das Media Tablet zur Hand. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie von GFK Switzerland.
Mehr als eine Million Tablets
Die Media Tablets sind zurzeit das Wachstumsprodukt in der Heimelektronik. So haben sich die Verkäufe in der Schweiz in den letzten zwei Jahren jedes Jahr mehr als verdoppelt. Im laufenden Jahr wird mehr als eine Million Geräte abgesetzt. Bereits in jedem dritten Haushalt ist ein Media Tablet im Einsatz.
Kleinere Bildschirme gefragt
Zur hohen Penetration beigetragen haben die stark sinkenden Durchschnittspreise, welche nicht zuletzt aufgrund des Trends zu kleineren Bildschirmen möglich geworden sind. Waren im vergangenen Jahr noch praktisch alle Tablets grösser als acht Zoll, so stand das neue Segment der sechs bis acht Zoll Bildschirme im ersten Halbjahr für 40 Prozent der Verkäufe. Mit den neuen «Phablets» soll nun die letzte Lücke zwischen den Smartphones und den Tablets geschlossen werden.
Der Boom geht weiter
Bei alle grossen Heimelektronik-Hersteller sind die Media Tablets strategisch im Fokus und die Preise werden weiter sinken. Die Dominanz von Apple ist inzwischen gebrochen und die Konkurrenten um Android und Microsoft setzen ebenfalls auf die Karte Tablets.
Prodir gewinnt Red Dot Award
Für seine Purity-Kampagne 2013 wurde der Schweizer Schreibgerätehersteller Prodir mit dem Red Dot Award für Communication Design ausgezeichnet.
Prodir ist ein internationaler Hersteller von Schreibgeräten für die Promotion mit sieben europäischen Niederlassungen und einem Verkaufsbüro in Moskau. Die Schreibgeräte werden ausschliesslich in der Schweiz gefertigt und sollen sich durch Qualität und Design auszeichnen.


People‘s Car Project – der Volkswagen der Zukunft
China sind rund 470 Millionen Menschen online und nutzen aktiv das Internet. Sie vernetzen sich stark über soziale Plattformen, bloggen und stellen eigene Inhalte ins Netz. Doch nicht nur das Internet, sondern auch der Automobilmarkt in China boomt (+10 Prozent im Jahr 2012) und bietet gute Zukunftsperspektiven. Zwei optimale Voraussetzungen für den deutschen Automobilhersteller Volkswagen, sich auf eine besondere Art und Weise im Land der Zukunft zu engagieren.
Unglücklicherweise ist es für den Rest der Welt äusserst problematisch, wenn nicht beinah unmöglich, den Markennamen korrekt auszusprechen. Doch wer, wenn nicht der Bürger der mächtigen Volksrepublik China, sollte sich mit einem Wort wie Volkswagen identifizieren können? Der Wolfsburger Hersteller benötigte ein Projekt, welches nicht nur für jedermann zugänglich, sondern auch verständlich war: Der deutsche Autokonzern entwickelte eine so genannte Online-Crowd-Sourcing-Plattform mit dem Namen People’s Car Project (PCP). Auf der von ihnen erstellten Social-Media-Plattform www.zaoche. cn (bedeutet übrigens «ein Auto bauen») konnte sich jedermann nach Wunsch und Laune sein eigenes virtuelles Traumauto zusammenstellen.
Dieses Projekt half Volkswagen auf einer Seite dabei, die Vorlieben, Bedürfnisse sowie Anforderungen der chinesischen Kunden zu verstehen und auf der anderen Seite einen sicheren Platz im Markt zu behalten. Der Wunsch der Chinesen nach individuellem Automobil-Design schien gross zu sein, denn das Projekt People’s Car Project übertraf alle Erwartungen. Bereits nach elf Monaten zählte die Website 33 Millionen Besucher. Und dies ist nicht alles: über 119 000 verschiedene Konzeptideen wurden unter dem Strich eingereicht.
Doch welche dieser Innovationen sind realisierund welche unbrauchbar? Bewertet wurden die eingereichten Vorschläge in erster Linie durch die Community und anschliessend durch eine Reihe von Experten. Drei der von den Nutzern auf einer Online- Plattform entworfenen und von Volkswagen weiterentwickelten Fahrzeug- und Technologiekonzepte wurden auf der «Auto China 2012» in Peking vorgestellt. Wie darf man sich ein virtuelles selbstgebasteltes Auto vorstellen? Klar ist: Wenn es nach den Chinesen geht, sind Räder überflüssig. Dies zeigt der so genannte «Hover Car», ein schwebender Zweisitzer, welcher sich emissionsfrei über elektromagnetische Strassennetze fortbewegen könnte. Dieses futuristische Fahrzeug, welches eher an ein Gefährt aus einem Science-Fiction-Film erinnert, ist nicht nur mir besonders aufgefallen, sondern erregte auch beim Publikum und bei Fachleuten die grösste Aufmerksamkeit.
People’s Car Project, alles nur Spinnerei oder ernstzunehmende Ideen für die Mobilität von morgen? Wie hoch die Chancen effektiv sind, dass in Zukunft ein «Hover Car» durch unsere Städte schwebt, wird sich zeigen. Fakt ist: Das Ziel von Volkswagen, ihrer Marke mit diesem Projekt einen innovativen Anstrich sowie einen emotionalen zu geben, wurde zweifellos erreicht. Ausserdem wurde das Projekt, welches ursprünglich nur über ein Jahr geplant war, dank des grossen Erfolgs auf unbestimmte Zeit verlängert.
Manuel P. Nappo, Studienleiter CAS Social Media, Management HWZ Hochschule für Wirtschaft Zürich. www.fh-hwz.ch/smm
Nachruf: Adieu Gebi
Ein Nachruf von Doris Gisler Truog auf den am 15. Oktober verstorbenen Gebi Schregenberger.
Adieu Gebi
Am 15. Oktober 2013 hat Gebi Schregenberger sich von dieser Welt verabschiedet. Er ging, wie er gelebt hat, mit grosser Würde. Ich durfte ihn mit meiner Familie begleiten. Dank ihm war Gisler & Gisler zur legendären Werbeagentur geworden: zeitweise die grösste und immer eine der besten. Was aus unserem Hause kam, hatte dem unbestechlichen Blick von Gebi zu genügen – und so halten diese Kampagnen noch heute jeder Kritik stand. Mehr als das – sie sind noch immer eine wahre Augenweide.

Mit sicherer Hand wählte Gebi seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus und schmiedete sie auf seine unnachahmliche Art zu einem verschworenen Team zusammen. Viele von ihnen hätten das Zeug zum AD oder Kreativdirektor in einer anderen Agentur gehabt – aber sie blieben G&G und vor allem Gebi treu. Um sie zu fördern, nahm er oft sich selber zurück. Er war stolz, zur «Gislerei» zu gehören, die es ohne ihn in dieser Form nicht gegeben hätte. Dieser Stolz übertrug sich auf sein ganzes Atelier.
Er stiess 1954 zur Agentur, als sie noch «Kaspar Gisler, Reklameberatung» hiess, aber schon das später berühmte Gisler-Zeichen trug. Die ganze, oft stürmische Entwicklung zur Vollservice-Agentur mit gegen 100 Mitarbeitenden trug und prägte er mit. Nach dem Tod von Kaspar Gisler unterstützte er mich in meiner damals noch fast exotischen Rolle als erster weiblicher Agenturboss. Er genoss die vielen Reisen, die mit dem Ausbau unserer internationalen Beziehungen verbunden waren und auch die Anerkennung, die ihm im Kreise führender amerikanischer und europäischer Agenturen zuteil wurde.
Als ich mich aus dem Agenturgeschäft zurückzog, war es für mich selbstverständlich, dass er mein Nachfolger werden sollte. Fast musste ich ihn dazu überreden – er zögerte, und er hatte recht. Aus seinem eigentlichen Beruf herausgerissen, den er so meisterhaft ausübte, verlor er den Boden unter den Füssen. Er stimmte einer Fusion zu, die sich mit der in Jahrzehnten gewachsenen Kultur von Gisler& Gisler nicht vertrug und das Ende dieser charismatischen Agentur bedeutete.
Unsere Freundschaft hat auch diese Prüfung überstanden. Zu seiner und auch meiner grossen Freude trafen wir uns nicht nur im privaten Rahmen und am immer noch regelmässig stattfindenden «Gisler-Höck», sondern durften auch am grossen Nostalgiefest mit 180 Ehemaligen auf die guten Zeiten anstossen, die wir miteinander erlebt haben.
Doris Gisler Truog
Babylonische Verhältnisse bei der Produktion von Online-Werbemitteln
Klassische Werber beklagen sich bereits, wenn für ein Inserat im Reader’s-Digest-Magazin ein Spezialformat produziert werden muss. Was soll eine Online-Agentur sagen, wenn sie für eine Kampagne mit 250 Platzierungen insgesamt 140 unterschiedliche Werbemittel produzieren muss?
Der Auftraggeber hat für seine Online-Kampagne einen Mediaplan gefordert, der neben den grossen Plattformen auch Xbox Live, Online-TV, Mobile Devices etc. berücksichtigt. Für die Kampagne mit zwei Sujets in drei Sprachen erhielten wir von der Media-Agentur einen Produktionsplan für 140 Werbemittel, davon entsprachen lediglich 40 den IAB-Standards. Für die restlichen 100 Werbemittel galten individuelle Spezifikationen, die zum Teil auf den Websites der Publisher gesucht werden mussten resp. nicht einfach zugänglich waren. Da sich die Publisher für Spezialformate wie Xbox Live, YouTube Mastheads, In Read & Keyword Videos und Siteboard Videos nicht auf Standards einigen können, bescheren sie Mehraufwand und Mehrkosten:
– Die Spezifikationen für Spezialformate liegen nur zum Teil schriftlich vor. Sie sind bei den Publishern direkt anzufordern.
– Insbesondere Mobile Advertising führt zur Werbemittel-Inflation, da die Werbemittel je nach Bildschirmauflösung und Bildschirmausrichtung sowie Bandbreite variieren.
– Die einzelnen Werbemittel lassen sich nicht von einer Standard-Dimension ableiten, vielmehr muss jedes Werbemittel einzeln gelayoutet werden.
– Die Publisher haben sich noch nicht auf Dateiformate (FLV, MOV, SWF etc.) geeinigt, was wiederum den Produktionsaufwand erhöht Der Auftraggeber muss berücksichtigen, dass eine Text- oder Bildänderung während der Produktion zu manuellen Anpassungen bei sämtlichen Werbemitteln führt.
– Jedes Werbemittel wird für sich analysiert und abgenommen. So kann es vorkommen, dass ein einzelnes Videoformat von einem Publisher nicht angenommen wird, da es zu laut ist.
– Will der Auftraggeber die Performance der Kampagne mit einem 3rd Party Tool messen, ist jedes Placement mit einem Tracking Code zu versehen, der korrekt eingefügt und getestet werden muss. Um die Online-Werbung auf unterschiedlichen mobilen Endgeräten weiter zu etablieren, sind die Publisher aufgerufen, nicht nur an ihre eigene Technologie zu denken, sondern auch an die Anforderungen der Werbetreibenden. Nur mit einem weiteren Ausbau der Standards sind kreative Media- Pläne und kosteneffiziente Umsetzungen möglich.
Sandra Marques
Retrocharme für Radio Blue Sky
Für den neuen Radiosender Blue Sky, welcher ab dem 6. Dezember auf Sendung geht, hat Contexta den neuen Kommunikationsauftritt einschliesslich Logo gestaltet.
Der Launch von Radio Blue Sky wird von einer Plakat- und Inseratekampagne begleitet. Das Logo des neuen Senders steht dabei im Mittelpunkt und wird mittels Lichtinstallation inszeniert. Die verschiedenen Wolkenelemente sind im Rahmen der Produktion real angefertigt und später fotografiert worden. Auf diese Weise sollen nicht nur die Songs von den Bee Gees, Rod Stewart oder Prince in den Köpfen hängenbleiben, sondern auch der visuelle Auftritt des neuen Senders, heisst es in der Mitteilung vom Dienstag.
Neben den grössten Hits der 70er und 80er bringt Blue Sky aktuelle Nachrichten und Wetterprognosen. Der Sender ist auf DAB+, Kabel, Satellit und Internet praktisch überall zu empfangen.
Verantwortlich bei Music First Network: Franziska Hartmann, Paola Scaglione. Verantwortlich bei Contexta: Nadine Borter (Gesamtverantwortung), Jan Ehrenreich (Creative Direction), Ulysse Schnegg (Art Buying, FFF), Sandro Heierli (Grafik), Raphael Gammenthaler (Text), Giuseppe Luciano (Beratungsgruppenleitung), Michèle Borter, Delia Zeiter (Beratung). Produktion: Grafic-in. Foto: Caspar Martig, Sam Konrad.

Google testet Werbebanner
Google testet in den USA erstmals grosse Werbebanner über seinen Suchergebnissen. Seit Mittwoch werden über den Treffern der Suchmaschine in einigen Fällen grosse Fotos angezeigt, die auf Unternehmen verlinken.
Mit den grossen Werbebannern bricht Google ein Versprechen, das es vor acht Jahren gegeben hatte. „Es wird keine Werbebanner auf der Google-Seite mit Suchergebnissen geben. Es wird keine verrückten, blinkenden, grafischen Dinger auf der Google-Seite geben, die herumfliegen und aufpoppen. Niemals“, versprach damals die Google-Managerin Marissa Mayer, die mittlerweile Chefin des Konkurrenten Yahoo ist. Wer nun am Mittwoch in den USA aber beispielsweise nach der Fluggesellschaft Southwest Airlines suchte, dem wurde ein riesiges Foto eines Flugzeuges der Airline angezeigt, darunter Links zu Buchung, Checkin und Kundenservice.
Die Schlichtheit der Google-Seite hatte – neben der Qualität der Suchergebnisse – zum Erfolg von Google beigetragen. Bislang werden reine Text-Werbeanzeigen neben den Suchergebnissen präsentiert, zudem bezahlte Suchergebnisse über der Trefferliste. Die Preise für klassische Internetwerbung auf dem Computer – und damit die Verdienstmöglichkeiten von Google – sind zuletzt aber gesunken. Grund ist der Boom mobiler Geräte wie Smartphones und Tablets, für die Werbung neu konzipiert werden muss.
(SDA)
Nichts wie weg!
Sie werden uns noch fehlen – nicht nur in den Spitälern, auch den Medien. Der Dauerbrenner, die Deutschen, waren unser liebstes Feindbild. Von Jürg Altwegg
Aus diesen beiden Gründen hat mir der Artikel von Christoph Plate in der NZZ am Sonntag sehr gefallen: Das war Klartext, deutsch und deutlich, vor allem deutsch. Titel: «Nichts wie weg». Plate hatte in der aussenpolitischen Redaktion der Zeitung gearbeitet, zehn Jahre lang, und «gerne». Doch kaum ist er nach geglückter Flucht zurück im heimischen Schwabenland und stellvertretender Chefredaktor der Schwäbischen Zeitung, kommen die Vorwürfe. Nach Steinbrück der zweite Deutsche ohne Komplexe.
Bemerkenswerterweise hatte selbst die SVP in den 25 Jahren ihrer Hegemonie die Deutschen lange geschont – obwohl sie im Zentrum ihrer Ideologie und ihres Schweiz-Bilds, die auf den Weltkrieg zurückgehen, stehen. Als ob es sich um ein Tabu handelte. Es ist dann auch geplatzt: Nach dem Triumph mit der Minarett-Initiative setzte die SVP auf die antideutsche Stimmung und machte in Zürich Wahlkampf mit ihr. Der «deutsche Filz» an den Hochschulen und in den Krankenhäusern wurde attackiert, «Berliner Zustände» mussten vermieden werden. Vor zwei oder drei Jahren wehrten sich die deutschen Professoren mit einer Anzeige in der NZZ. Jetzt gehen sie nach Hause. Schon bevor sie die Trendwende bei der deutschen Einwanderung thematisierte, hatte die NZZ am Sonntag zur Wahl in Deutschland ein Dossier über den Zustand der Beziehungen publiziert und verkündet: Normalisierung herrscht. Bereits wird der Exodus der Deutschen beklagt, und die NZZ am Sonntag bat ihren früheren Redaktor um eine Stellungnahme. Nun konnte Plate im eigenen Leibblatt alles loswerden, was er zuvor nicht gesagt hatte. Der Schweizer als Bünzli&Blocher hat ihn aus Zürich vertrieben. Engstirnigkeit, Antisemitismus und antideutsche Klischees zeichnen uns aus. Mangelnde Streitfreudigkeit und fehlende Selbstironie bescheinigt er einer ganzen Nation.
Und all das haben viele der Reaktionen bestätigt. Aber auch andersrum: reinste Fehleinschätzung, Herr Plate! Das Mitleid der Nachbarn, «wo sich unsere Kinder doch angefreundet hätten» (die nächste Generation als Hoffnungsträger), war reine Ironie, welche die teutonische Selbstironie überfordert hat. In Tat und Wahrheit haben sich die mitleidenden Nachbarn über den Wegzug des fremden Nestbeschmutzers in spe im voraus ehr- und redlich gefreut.
Jürg Altwegg ist Korrespondent der Frankfurter Allgemeinen Zeitung in Genf.
NZZ: Neuer Leiter Projektmanagement
Steven Neubauer wird Leiter Projektmanagement bei der Neuen Zürcher Zeitung NZZ. Er tritt die neu geschaffene Stelle am 1. Januar 2014 an.
Der 37-jährige Steven Neubauer verfügt über eine langjährige Erfahrung in der Management Beratung insbesondere von Medienunternehmen. Der gebürtige Deutsche studierte Betriebswirtschaft an der Universität Bayreuth und wurde 2008 an der Universität Aachen im Bereich Innovationsmanagement promoviert. Seit 2003 ist er bei McKinsey & Company zunächst in Berlin und später in Zürich tätig.
Die aktuellen Herbstfarben…
…kann der interessierte Beobachter am besten auf der dmexco im September in Köln erfahren. Weit über 20 000 Menschen tun das, um festzustellen, was heute die richtige Farbe in der Kommunikation ist – state of the art.
Man sieht viele neugierige, begeisterte und auch ratlose Gesichter, denn die Vielfalt der digitalen Kanäle, Möglichkeiten, Optimierungen, Geschäftsmodelle, technischen Lösungen ist so überwältigend, dass nicht jeder dem Bombardement der Chancen gewachsen ist. Von klarer Orientierung ganz zu schweigen. Aber nach Gemeinsamkeiten kann man suchen, also Schlagworte, die einem an vielen Ständen der Anbieter begegnen oder in vielen Synopsen der unzähligen Vorträge und Seminare auftauchen.
Daraus lassen sich dann schon die Modefarben der Saison ableiten. In diesem Jahr ganz klar vorne auf der Wunschliste der Kunden und Agenturen: «Bewegtbild» und «Social». Das gab es im letzten Jahr auch schon hier und da, in diesem Jahr fast überall. Das liegt zum guten Teil daran, dass man statischen Motiven in digitalen Kanälen zunehmend mit Skepsis begegnet, passiven Konsumenten auch. Das Display-Geschäft der Vermarkter bröckelt. Also, bitte, liebe Bilder – und Konsumenten – bewegt und engagiert Euch! Da fühlt man sich als Kinovermarkter selbst im digitalen Zeitalter in allerbester Gesellschaft. Das bringen wir allemal mit, zugegebenermassen schon seit über 100 Jahren. Neu daran für uns ist, dass wir uns heute auch in die Kette der vollständig digitalen Kanäle einreihen können und dass Schnelligkeit, Beweglichkeit, aber auch Transparenz in der Leistung erheblich zugenommen haben und heute sogar mit Online- Medien ziemlich entspannt konkurrieren können. Stichwort: Ist-Besucherzahlen aus der Kasse pro Kampagne, aktuell und vollständig generiert, kein Panel, keine Berechnung, echte Zahlen.
Gefreut haben wir uns auch über ein drittes Key- Word auf der dmexco: «local». Kombiniert man diese Schlagworte – dafür gibt es die etwas lahme und nicht ganz neue Abkürzung «SoLoMo» –, erhält man eine Vorstellung vom Zusammenwirken der drei Faktoren: Ich bin unterwegs («Mo») und natürlich mit meinem Smartphone digital vernetzt, ich bin erreichbar («So»), meine Freunde wissen, wo ich bin und was ich so tue, und dieser Ort ist ebenfalls bekannt («Lo»), der Kontext an diesem Ort auch. Das sind natürlich paradiesische Zustände, wenn man sich vorstellt, dass mit all diesem Wissen ausgestattet Marken und Dienstleistungen jetzt mit mir in den Dialog treten können. Da wird sogar die NSA vor Neid erblassen.
Wenn dies das Erfolgs-Triple der aktuellen und zukünftigen Kommunikation ist, dann sind wir begeistert und ganz vorne dabei. Die besten bewegten Bilder (in jeder möglichen Dimension), vollständig engagiertes und eingebundenes Publikum, sozial interagierend dabei und lokal adressierbar. Wer hätte sich das vorstellen können, dass ausgerechnet die Online-Medien für uns überzeugte Kinoleute so gute und zielführende Massstäbe setzen können. Und dabei haben wir auch mit dem Datenschutz überhaupt kein Problem. Es sitzt ja jeder freiwillig im Kino, freut sich über die Gemeinschaft im Saal und den interessanten Content auf der ganz grossen Leinwand und bezahlt nicht zu wenig Geld dafür. Mit etwas Glück lernen wir unsere Sitznachbarn sogar kennen. Das ist richtiges Leben. Bei diesen Modefarben bin ich ganz sicher dabei. Und übrigens: Nächstes Jahr fahre ich im September wieder nach Köln. So viele gute Nachrichten sind ja sonst kaum zu kriegen.
Von Florian Weischer, Geschäftsführer WerbeWeischer
