Springer & Jacoby wirbt europaweit für Nestea

Die Hamburger Agentur Springer & Jacoby (S&J) hat sich den europäischen Werbeetat für die Eisteemarke Nestea gesichert.

Die Hamburger Agentur Springer & Jacoby (S&J) hat sich den europäischen Werbeetat für die Eisteemarke Nestea gesichert.Gemäss Berichten in der deutschen Fachpresse setzte sich S&J im Pitch gegen die italienische Agentur Lowe Pirella durch. Nestea wird von einem Jointventure zwischen Coca-Cola und Nestlé namens Beverage Partner Worldwide in Zürich vermarktet.

Eine klaffende Lücke eloquent geschlossen

Medienökonomie Die Einführung eines FAZ-Redaktors hat (fast) das Zeug zum Standardwerk.

Medienökonomie Die Einführung eines FAZ-Redaktors hat (fast) das Zeug zum Standardwerk.Keine Frage, der Betreuungsnotstand am Institut für Publizistikwissenschaft und Medienforschung der Universität Zürich ist stossend: Auf dreieinhalb Lehrstühle und einen Gastprofessor kommen derzeit über 1800 Haupt- und Nebenfächler. Nicht minder skandalös, wenn auch weniger beachtet, war die bis Ende 2001 dauernde Vernachlässigung der Medienökonomie. Aber auch nach dem Stellenantritt von Gabriele Siegert (WW 32/02) ist die Beachtung, welche die Fachöffentlichkeit dem wirtschaftlichen Fundament der vierten Gewalt schenkt, umgekehrt proportional zu ihrer Bedeutung geblieben.Eine Folge dieser Unterbewertung war der Mangel an gehaltvollen und zugleich gewitzten Lehr- und Handbüchern. Diese Lücke hat Hanno Beck, Wirtschaftsredaktor der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, mit seinem nach Mediengattungen unterteilten Wegweiser durch dieses weit verzweigte Themengebiet nun endlich geschlossen.
Besonders inspirierend für Praktiker wie Studierende dürfte jedoch der vorgeschaltete Grundlagenteil sein, in dem neben den politisch-gesellschaftlichen Besonderheiten auch «Die Theorie der natürlichen Monopole» und «Der Lemmingeffekt von Netzwerken» zur Sprache kommen.
Nicht mehr ganz «State of the art» sind hingegen Becks Ausführungen zur Zukunft der Zeitungswirtschaft im Zeitalter der virtuellen Internetökonomie. Gut möglich, dass dem renommierten FAZ-Autor hier eigene Existenzängste die Sicht auf die strukturellen Nöte und Missstände seiner Branche verstellt haben. Wenige Wochen nach Erscheinen der «Medienökonomie» gab seine Arbeitgeberin jedenfalls Stellenstreichungen in ungeahntem Ausmass bekannt. Daraus, dass Beck selbst davon (bislang) unberührt blieb, lässt sich jedoch nicht zwingend schliessen, dass sein Buch auch zum ganz persönlichen Survival-Guide im Medienjobdschungel taugt.
> Medienökonomie. Print, Fernsehen und Multimedia von Hanno Beck. Springer Verlag, Berlin 2002. 348 Seiten, Fr. 56.–.

Oliver Classen

Leitfaden für die PR-Praxis

Wer bereits erste Erfahrungen in der Öffentlichkeitsarbeit hat und nach sicheren Wegen für die eigentliche Konzeptarbeit sucht, findet viele Ideen im neuen Leitfaden von Nicole Zeiter.

Wer bereits erste Erfahrungen in der Öffentlichkeitsarbeit hat und nach sicheren Wegen für die eigentliche Konzeptarbeit sucht, findet viele Ideen im neuen Leitfaden von Nicole Zeiter.Wer bereits erste Erfahrungen in der Öffentlichkeitsarbeit hat und nach sicheren Wegen für die eigentliche Konzeptarbeit sucht, findetviele Ideen im neuen Leitfaden von Nicole Zeiter. Ihr Buch «Neue Konzepte für die erfolgreiche PR-Arbeit» wendet sich in erster Linie an den Praktiker, der bei limitiertem Zeitbudget und oftmals fehlenden Fachinformationen mit seiner Konzeptarbeit methodisch
effizient vorankommen muss (ISBN 3-7193-1266-6).

AdRating

Suzuki

SuzukiHundefreunde schauen sich die Kinowerbung von Suzuki lieber nicht an – der Rest der Werbewelt wird gebeten, qualifizierte Meinungen auf www.werbewoche .ch/adrating abzugeben.Möbel Pfister
Werber sind alle designmöbliert, darum wurde die Möbel-Pfister-Kampagne fast unisono ins Werbebrockenhaus verbannt.
Top 16,3%
Flop 83,7%

Goldbach schnappt sich MTV Österreich

TV-Vermarkter Der deutsche Ableger von MTV startet Anfang März ein Werbefenster in Österreich.

TV-Vermarkter Der deutsche Ableger von MTV startet Anfang März ein Werbefenster in Österreich.Die Vermarktung übernimmt die Wiener Niederlassung von Goldbach Media. In der Schweiz wird der Musiksender seit Anfang Jahr von der Goldbach-Tochter IP Multimedia vermarktet.

Smarte Jobsuche

Personalberatung Helle Köpfe will der Medien- und E-Business-Experte Stefan Poth professionell vermitteln.

Personalberatung Helle Köpfe will der Medien- und E-Business-Experte Stefan Poth professionell vermitteln.Weil der Markt mit Stellensuchenden überschwemmt ist, braucht es keine professionellen Vermittlungsbüros mehr, könnte die landläufige Meinung lauten. «Völlig falsch!», entgegnet Stefan Poth. «In der heutigen Situation, wo ein Personalchef einen neuen Mitarbeiter aus 200 Bewerbungen herausfiltern muss, sind professionelle Auswahlverfahren nötiger denn je», ist der langjährige Medien- und E-Business-Experte überzeugt. Poth hat deshalb in Zug ein neues Unternehmen Smart Heads, The Executive Search Consultants, gegründet. Poth weist als Ingenieur HTL der grafischen Industrie und als Projekt- und Geschäftsleiter in verschiedenen Medien- und Kommunikationsunternehmen fundierte Erfahrungen und ein entsprechendes Netzwerk vor. Seine Smart.heads vertritt den Grundsatz der strikten fach- und branchenorientierten Rekrutierung und Selektion von Spezialisten und Führungskräften. Angesprochen sind Fachleute aus Printmedien, Marketing, Kommunikation, Werbung, PR, Verlag, Redaktion, Projektmanagement, Internet und E-Business sowie Grafik und Design. Die neue Agentur ermöglicht Unternehmen aus allen Branchen ihre Kommunikationsexperten durch einen fachspezifischen Rekrutierungs- und Selektionsprozess auswählen zu lassen. Damit fachliche Kompetenz gewährleistet ist, weisen alle bei Smart.heads-Berater und Executive Search Assistants Erfahrungen sowie Aus- und Weiterbildung im Marketing oder Werbebereich auf.
(pan)

Die Egon-Mega-Sause

Noch immer ist es die Nacht der Nächte für die Werbebranche – die Egon-Verleihung an den Werber des Jahres samt der dazugehörigen Party.

Noch immer ist es die Nacht der Nächte für die Werbebranche – die Egon-Verleihung an den Werber des Jahres samt der dazugehörigen Party.Rund 2000 Leute pilgerten letzten Donnerstag in die Event-Zone der Tonimolkerei im Zürcher Westend. Dort taten sich die einen an Drinks und Fingerfood gütlich, während die VIPs nach der Verleihung in den benachbarten In-Club «Q» gebeten wurden, wo sie ein mehrgängiges Menü aufgetischt erhielten.Der Egon, die vom Künstler Max Grüter geschaffene Siegerstatue, ist die Versinnbildlichung des Werbers und seiner Welt schlechthin: Kleiner Mann auf hohem Podest mit ganz grosser Röhre – und pikanterweise innen hohl. Was man von Sieger Ruedi Wyler natürlich nicht behaupten kann. Er habe nämlich Zeit seines Lebens intelligente Werbung gemacht und sei deshalb eine gute Wahl, hiess es, wenn man sich im Publikum umhörte. Dass Wyler den Titel zum zweiten Mal gewann, und zwar exakt zwanzig Jahre nach seinem ersten Werber des Jahres, empfanden viele als sympathischen Zufall. Das passe doch irgendwie zum leicht schrägen, aber immer liebenswerten Wyler.
Ein weiteres Gesprächsthema des Abends war natürlich das Redesign der Werbewoche. Wie jeweils der Name des Werbers des Jahres war auch dieses bis zur Verteilung der ersten Exemplare der neu gestalteten Wochenzeitung ein gut gehütetes Geheimnis. Die Überraschung gelang, und die Komplimente für den neuen Auftritt waren Legion. Die Redaktion ertrinkt seit letzter Woche beinahe in der Fanpost.
Derweil man sich im «Q» dem Essen widmete – wobei hier die echte Partystimmung leider auf sich warten liess –, startete in der Event-Zone eine massive Sause. Der Alkohol floss, und das ist noch untertrieben, in Strömen. Alles gratis, alles von der Werbewoche und ihren grosszügigen Sponsoren offeriert. Gestartet wurde bereits am Eingang an der Remy-Schweppes-Bar. Es sei zwar schade um den Cognac, ihn mit Tonic-Water zu einem Fancydrink zu mixen, meinten einige Gäste – dem Absatz tat dies aber keinen Abbruch. Und auch im Rest der Event-Zone war für genug Flüssiges gesorgt. An weiteren, in der ganzen Halle platzierten Getränke-Outlets ging wohl so viel Trojka-Vodka die Kehlen hinunter wie in einer Nacht Eiswasser die Wolga. Der Alka-Seltzer-Verbrauch in der Werbeagglomeration Zürich dürfte am folgenden Tag signifikant gestiegen sein.
Auf grosses Interesse stiess die Galerie im hintersten Teil der Event-Zone – übrigens der einzige Ort an diesem Abend, wo man sich nicht ständig auf die Füsse trat. Ganz im Stile von alten Ölschinken, wie man sie aus Nationalmuseen kennt, waren hier ehemalige Werber des Jahres in historischen Gewändern im Überformat inszeniert worden. Was bei vielen Betrachtern für grosse Heiterkeit sorgte.
Es war im Übrigen schlicht ein Ding der Unmöglichkeit, im Gewusel der Leute alle Kolleginnen und Kollegen zu finden, mit denen man eigentlich verabredet gewesen wäre. So war folgerichtig einer der häufigsten Kommentare, die man am folgenden Wochenende an den Theken der bevorzugten Werberbars zu hören bekam: «Ach, du warst auch da? – Hab dich gar nicht gesehen.»
So vergnügten sich unter anderen Deniz und Cumi Karagülle am Fest, die Party- und Event-Guys Daryll von Däniken und Michel Pernet waren da, Michael Weber von Publicis kam mit der hübschen Rebecca Zingg, Michael Gerber von mrg Communications und Bart Wasem von Regardez wurden ebenfalls gesehen, dito «P»-Group-CEO Otto Meier, der zusammen mit Heinz Egli in eine Diskussion mit Yvonne Müller und Susanne Fankhauser von KI Media vertieft war; und auch Madeleine Bieri, Adrian Erni und Patrizia Haller wollten sich das Riesenfest keinesfalls entgehen lassen.
Wie auch immer: Es war eine rauschende Werbernacht – und man darf sich jetzt schon auf die Mega-Party im 2004 freuen. Denn der nächste Werber des Jahres kommt bestimmt!
Ruedi Wyler mit Heike Findeis, CEO Bertelsmann Springer Schweiz, und Samuel Helbling, Chefredaktor Werbewoche (r.).
Pierre C. Meier, Chefredaktor Media Trend Journal, unterhielt sich ausführlich mit Verlagsfachfrau Maili Wolf.
Ein klein wenig neidisch aufs Werbewoche-Redesign: Oliver Prange vom Persönlich mit Otto Eisenegger und Felix Kilchsperger (v. l.).
Neidlos, da beide schon einmal Werber des Jahres waren: Danielle Lanz und Markus Ruf von der Kreativagentur Ruf Lanz.
Hatte die Planung den ganzen Abend im Griff: Christian Bonnot von Bonnot’s Eventhouse mit Petra Neumann von Vitamin D.
Besuchten zusammen schon so manche Werberparty, aber selten so grosse: Nicole Stein-egger (l.) und Jana Nyvltova.
Fast bei jeder Party dabei: Roger Baur (l.), Adlink, mit Freundin Raphaela Höhn und Mediaplaner Gerry Stadler von MPG.
Verdrückten sich ob des Gedränges in eine ruhigere Ecke der Event-Zone: Annette Kehrli und Lolo Fäh.
Roland Bienz (l.) und Bruno Wirz (r.), bei Kraft für die Mastro-Lorenzo-Linie verantwortlich, mit Marc Schürmann von Mosaik.
Ihr Steckenpferd sind elektronische Medien: Andreas Meili (r.) und Irène Ackermann von Tamedia mit Andreas Gedenk.
Gute Laune verbreitete Marlise Schneider bei René Hildbrand (l.), Chefredaktor, und San-dro Rüegg, Verlagsleiter TR 7.
Tarkan Özküp (l.) mit Tele-Züri-Forscher Michael Bongard.
Mischeln sich erfolgreich an sämtliche Werberpartys: Thomas Schaer, Matthis Michel und Simon Rahm (v. l.).
Gestaltete das Gratulationsinserat (mit Tempo-Taschentuch) für Ruedi Wyler: Markus Cavegn mit Freundin Nicole Bohn.
«Gehts der Werbung gut, freut sich die Presse», meinten Toni Vetterli und Daniel Kaczynski vom Verband Schweizer Presse.
«Mal einen Blick über die eigene Branche hinauswerfen», sagte sich Bauingenieur Stephan Hofer mit Ehefrau Paola.
Stephan Küng, Initiative-Media-Geschäftsführer, lichtete der Shortlist-Fotograf mit Corinne Blaser von Cinecom ab.
Platzierte seinen Werbe-Van strategisch richtig vor dem Eingang: Stefan Widmer, hier mit Evelyne Meili von der Agentur Angel.
Blond on blond à la Cinecom: Marketingleiter Jean-Claude Bruhin mit Kinoberaterin Claudia Wilden.

Peter Freudemann (l.) mit Karin Waltenspühl, Publicitas Chur, und BuchsMedien-Marketingleiter Max Meinherz.

Toni Fricker und Daniel Weissbaum, GL-Mitglieder bei Christinger Partner, nahmen Kristina Frey in ihre Mitte.

Sprachen über gute und schlechte Werbung: Florian Biafori, Mediabox, und Tagi-Marketingleiterin Gabi Wettstein.

Unterhielten sich prächtig an ihrem Tisch: Christian Gartmann (l.), David Honegger und Cornelia Harder.

Keine Berührungsängste: Warner-Chef Leo Baumgartner (l.) und Buena-Vista-CEO Roger Crotti, mit PR-Frau Barbla C. Schaerer.
Im Laufe des Abends auf und neben der Tanzfläche gesehen: Caroline Mohr und Fabian Schmid.

Die Filmspezialisten am Werber des Jahres: Reiner Roduner von Absolutturnus mit Produzentin Franziska Graf.
Stefan Poth (l.) von der Zuger Agentur Smart Heads mit den Radioleuten Paola Libera und Giuseppe Scaglione von 105.
Kamen extra aus der Westschweiz angereist: Géraldine Torchio und Yvan Rodie von der Lausanner Agentur Rytm.
Nicole Schweitzer vom Werk und Peter Felser von SFLB unterhielten sich wohl über die Produktion eines neuen Spots.
Hinter Ruedi Wyler: Astrid Koller, Pascale Nusskern und Basil Bleuler (v. l.) – Karin Glitsch und Jan Tanner von Tanner Communications mit Benjamin Aebischer (r.) von Smile Promotions.
Roger Koller, Geschäftsführer das Werk, und Simone Barmettler, Skip der Curlingmannschaft Absolutturnverein.
«Das ist er jetzt also, der Egon – aber was will mir der kleine Mann genau sagen?», dachte sich Ruedi Wyler wohl in diesem Moment.
Beat Fritsch setzte sich über die gültigen Bestimmungen hinweg und missachtete zu Gunsten der Werbewoche-Leser das Fotoverbot, das im Club «Q» im Zürcher Westend normalerweise gilt. Dort trafen sich nämlich rund hundert VIP-Gäste des Werber-des-Jahres-Event zum gepflegten Nachtessen. Und in der benachbarten Event-Zone der Tonimolkerei, wo die Bühne stand, ging die Post dann ganz schön ab. Dort feierte der Rest der rund 1900 Gäste, die den neuen Werber des Jahres sehen wollten.
Wo sich die Kommunikations-, Media- oder Verlagsbranche zu ihren Events trifft, orten wir an den verschiedensten Veranstaltungen der Szene. Haben Sie schon jetzt etwas zu berichten? Greifen Sie zum Hörer (01 296 97 98) oder in die Tasten ([email protected]). Veranstaltungstipps und gelegentlich auch weitere Shortlistbilder gibt es online unter www.werbewoche.ch

Flowcube für EbiSquare

Auf den von Schindler nicht mehr benötigten Landreserven am Hauptsitz in Ebikon bei Luzern soll auf 70000 Quadratmetern ein Erlebniszentrum mit integriertem Shopping entstehen.

Auf den von Schindler nicht mehr benötigten Landreserven am Hauptsitz in Ebikon bei Luzern soll auf 70000 Quadratmetern ein Erlebniszentrum mit integriertem Shopping entstehen.EbiSquare heisst die Kombination von Freizeit, Gastronomie, Konsum, Unterhaltung, Sport und Erholung. Voraussichtlicher Baubeginn ist 2004. In einer ersten Projektphase ist die Zürcher Flowcube Communications von Maja Amrein und Alfredo Schiliro mit dem Erstellen verschiedener Kommunikationsmittel für die Akquisition von Investoren und Mietern beauftragt worden.

MRG Communications verteidigt Havelaar-Etat

Das Kommunikationsbudget der Max-Havelaar-Stiftung wird auch künftig von der Basler Agentur MRG Communications betreut.

Das Kommunikationsbudget der Max-Havelaar-Stiftung wird auch künftig von der Basler Agentur MRG Communications betreut.Nach drei Jahren bei MRG plant das Fair-Trade-Label Max Havelaar eine gänzliche Neuausrichtung der Werbeanstrengungen. Drei Agenturen wurden zum Pitch gebeten, in dem sich MRG gegen die beiden Mitbewerber durchsetzte.

Softies mit baerenstarker Persönlichkeit

Käseproduktion Die Luzerner Firma Baer, Herstellerin von Weichkäse, startet mit neuem Slogan und überarbeitetem Logo eine nationale Kampagne – nicht zuletzt im Blick auf den liberalisierten Käsemarkt.

Käseproduktion Die Luzerner Firma Baer, Herstellerin von Weichkäse, startet mit neuem Slogan und überarbeitetem Logo eine nationale Kampagne – nicht zuletzt im Blick auf den liberalisierten Käsemarkt. Küssnacht am Rigi, dort, wo der Legende nach der Ur-Eidgenosse Wilhelm Tell das Schicksal der Schweiz besiegelte, hat auch der Bauernsohn und Kaufmann Edwin Baer ein Stück helvetische Geschichte geschrieben: Er gründete 1922 in der Hartkäse-Hochburg Schweiz eine Weichkäserei. Heute generiert die Firma Baer mit einem Absatz von 3025 Tonnen rund 44 Millionen Franken Umsatz pro Jahr. Das wohl bekannteste Baer-Produkt ist der Camembert Suisse, der heuer in sein 76. Produktionsjahr geht. In der Schweiz beträgt der Anteil von Weichkäse rund 12,7 Prozent am Käsemarkt – dies entspricht einer jährlichen Absatzmenge von 11000 Tonnen. Marktleader in diesem Segment ist der französische Grosskonzern Bongrain, der den Schweizer Detailhandel mit Marken wie Saint’Albray, Chaumes oder Caprice des Dieux beliefert. An zweiter Stelle steht Baer, gefolgt von den Laiteries Réunies Genève (LRG) mit der Weichkkäseproduktion Val d’Arve SA.
Gemäss einer AC-Nielsen-Erhebung verfügt die Marke Baer über eine Bekanntheit von 85 Prozent. Trotzdem will sich das Unternehmen neu positionieren und die Brandawareness noch weiter steigern. Dazu beitragen soll
die aktuelle Kampagne aus Image-TV-Spots
und Produkte-Inserate – konzipiert von Atelier A4 in Rotkreuz und Alborghetti Communications in Zürich.
Unter dem Motto «die Weichen, die schwach machen» zeigen die Spot-Protagonisten, wie viel Herz-
blut Baer-Mitarbeitende in die Produktion «ihres» Käses fliessen lassen. Kein Aufwand wird gescheut, um den richtigen Reifegrad der Milchprodukte zu erreichen: Es werden mitunter sogar melancholische Akkordeonklänge angeschlagen, um Camembert und Co. weich zu kriegen – so jedenfalls zeigt es der TV-Spot.
Wichtiger Bestandteil der Kampagne ist auch der neue Slogan «Voller Persönlichkeit», der den bisherigen «Natürlich schmeckts besser» ablöst. Dieser stand lange Zeit für das Engagement der Firma Baer in der Bio-Produktion. Doch während der ausgediente Slogan als Philosophie innerhalb des Unternehmens nach wie vor gelebt wird, wie Baer-Marketingleiter Alex Stähli erklärt, sei es nicht möglich gewesen, ein breites Bio-Sortiment unter der Marke Baer zu vertreiben, da die Hauptdistributoren Migros und Coop die Produkte unter ihren Bio-Labels verkauften. Mit der Neupositionierung wurde auch das Logo angepasst: Rot und Gold ersetzen Grün und Schwarz. Man habe mehr Genuss und Hochwertigkeit hineinbringen wollen, erklärt Stähli, und: «Das Rot darf ruhig auch ein bisschen Swissness transportieren.»
Keine Käsegrenzen mehr
Dies kommt nicht von ungefähr, denn die bilateralen Verträge mit der EU sehen im Weichkäsehandel einen schrittweisen Abbau der Zollbeschränkungen innerhalb der nächsten fünf Jahre vor. Dies werde den Wettbewerb intensivieren und den Preisdruck im Heimmarkt erhöhen. Es stelle daher eine grosse Herausforderung dar, den Sprung in eine europäische Liga zu schaffen, sagt Stähli. Zumal man sich die letzten 20 Jahre auf den kleinen Schweizer Markt spezialisieren musste. Zur Zukunft von Baer meint Stähli: «Wir brauchen eine starke Position im Heimmarkt, um diesen zu verteidigen und zusätzlich eine gute Basis für den Export zu schaffen.» Ziel sei eine Verdoppelung des Absatzes innerhalb der nächsten fünf Jahre – nur
so könne auf Produktivitätsebene europäisches Niveau erreicht werden.
Baer-Camembert schmeckt mit dem auf Swissness getrimmten Logo noch besser.
Bongrain (25%)Baer (20%)
LRG (13,5%)
Übrige (41,5%)
Simone Keller

Migrosbank relauncht mit Aseantic den Webauftritt

Der Bieler Internetdienstleister Aseantic entwickelt für den Neukunden Migrosbank einen neuen Webauftritt.

Der Bieler Internetdienstleister Aseantic entwickelt für den Neukunden Migrosbank einen neuen Webauftritt.Der Bieler Internetdienstleister Aseantic entwickelt für den Neukunden Migrosbank einen neuen Webauftritt. Herzstück ist ein Content-Management-System, das der Bank mehr interaktive Möglichkeiten bieten soll und ein neues Design mit sich bringt.

Ally McBeal plakativ

Anwaltskanzleien Der Zürcher Anwaltsverband (ZAV) beschreitet neue Marketingwege und bewirbt seine Dienstleistungen auf Plakaten. Eine Revolution in der diskreten Zunft? Gemach.

Anwaltskanzleien Der Zürcher Anwaltsverband (ZAV) beschreitet neue Marketingwege und bewirbt seine Dienstleistungen auf Plakaten. Eine Revolution in der diskreten Zunft? Gemach.
«Lässt Ihre Frau Sie durch den Richter grüssen?» oder «Sucht der Staatsanwalt ein stilles Plätzchen für Sie?» sind nur zwei von acht Plakat-Headlines, die mit Augenzwinkern seit wenigen Tagen für eine diskrete Berufsgattung werben. Der Absender gibt sich mit dem präventiven Rat zu erkennen: «Kommen Sie lieber, bevor Sie müssen. Ihre Anwältin. Ihr Anwalt.» Hinter der zweiwöchigen Plakatkampagne steht der Zürcher Anwaltsverband ZAV, der einer breiten Öffentlichkeit das vielfältige Dienstleistungsspektrum seiner Mitglieder bekannt machen will. Das Plädoyer für eine frühzeitige Rechtsberatung sei nötig gewesen, weil «die meisten im Anwalt den harten Kämpfer vor Gericht sehen, der seinen Klienten aus den Schwierigkeiten herausboxt», sagt CD Markus Gut der Agentur Publicis. Er denkt dabei an das zum Teil von amerikanischen Prozessthrillern zementierte Anwaltsbild. Zusätzlich zeichnet die Prozessberichterstattung der Medien das unvollständige Berufsbild der Anwälte. Dabei sorgten gemäss einer im Jahr 2000 durchgeführten ZAV-Studie der nicht-prozessuale Bereich – die Rechtsberatung – für zwei Drittel des Anwaltshonorars.
Mit einer Plakatkampagne – Publicis hatte den Pitch im vergangenen Sommer gewonnen – will deshalb der ZAV bei dieser Wahrnehmung ein kleines Gegengewicht setzen. Weitere Gründe, die zur Lockerung der Standesregel geführt haben, nannte Mirko Ros, Präsident des ZAV, an der Pressekonferenz: Zur Liberalisierung im Ausland, der Kartellgesetzrevision sowie dem neuen Bundesgesetz über die Freizügigkeit der Anwälte, komme die Konkurrenz auf dem Rechtsberatungsmarkt – Treuhandbüros und Rechtsabteilungen von Firmen –, die sich aber nicht an die Richtlinien, die bisher für Anwälte galten, halten mussten.
Keine US-Verhältnisse Stellt nun die Gattungskampagne mit dem Dienstleistungskatalog tatsächlich einen Tabubruch für die Anwaltszunft dar? Wird mit den ironischen Publicis-Texten von Johannes Jost – selbst Fürsprecher – und Albert Matzinger tatsächlich eine bisher werbefreie Bastion geschleift, und ist damit die Standeswürde in Gefahr? Bruno Pellegrini, Sprecher des Schweizerischen Anwaltsverbands (SAV) in Bern, winkt ab: Bereits 1986 habe es Verbandswerbung gegeben, erinnert er sich. «Ihr Anwalt weiss Rat» lautete damals die Copy der Anzeigen, in denen verschiedene Situationen umschrieben wurden. Im Rahmen der Öffnung der EU-Dienstleistungsrichtlinien erfuhr auch die Kommunikationspraxis von Schweizer Anwälten eine schrittweise Anpassung: Und so erschienen in den Neunzigerjahren Praxisbroschüren mit Leistungs-, aber ohne Referenzlisten, streuten Kanzleien so genannte «Hauszeitungen», wurden zielspezifische PR-Veranstaltungen wie Themenpodien organisiert, und schliesslich gelangten «Tombstone»-Inserate bei Mergers und Acquisitions in die Wirtschaftsseiten grosser Blätter, in denen die Advokaturen der Leserschaft ihre Beratungsleistungen präsentierten.
Anders als in den USA, wo Kanzleien mit TV-Spots Kunden akquirieren, stellten laut Pellegrini die Anwälte bei uns kein grosses Marktpotenzial für die klassische Werbebranche dar. Werbebotschaften von Anwaltskanzleien auf Plakaten oder im Radio würden vom Schweizer Publikum kaum mit Glaubwürdigkeit und Seriosität assoziiert. Das widerspiegeln auch Marketinguntersuchungen, wonach mehr als 95 Prozent der relevanten neuen Kundenkontakte auf dem Weg mündlicher Empfehlung gewonnen werden. «Daher glaube ich nicht, dass mehr Werbung kommen wird, sondern eher zielgruppenspezifische PR», sagt Pellegrini.
Plakataktion der Zürcher Anwälte: Erst den Anwalt anrufen, bevors brenzlig wird.
Luca Aloisi
get_footer();