«Sound is a tool»

Sound-Experte Philipp Schweidler, Partner und Director Strategy von Toniq erklärt im Interview die Chancen und Herausforderungen von Sound als strategisches Tool für Marken.

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Philipp Schweidler | Bild: zVg

m&k Warum gewinnt Sound Branding derzeit an Bedeutung?

PHILIPP SCHWEIDLER Sound ist ein Werkzeug der Markenführung. Aber wie bei jedem Werkzeug gilt: Es muss zur Marke, ihrer Haltung und ihren Zielen passen – und eben bewusst eingesetzt werden. Ach ja, und Pavlov’s Lehren gelten natürlich auch bei Sound: Konsequente Anwendung ist die halbe Miete. Nur so baut eine Marke über Zeit hörbare Brand Equity auf.

Was macht ein gutes Sound Branding aus?

Prägnanz, Differenzierung und Markenpassung. Es braucht ein System, welches den oben genannten Herausforderungen der fragmentierten Kommunikation mit Flexibilität in der Anwendung begegnet: Prinzipien statt Regeln, Inspiration statt Einschränkung. Dazu gehören auch kuratierte Assets, die sich kontextbezogen adaptieren lassen. Und eine übergreifende Geschichte, welche den Sound greifbar und nachvollziehbar macht.

Welche Rolle spielt Sound für die Markenwahrnehmung?

Weil Sound vom Hirn nicht zuerst rational entschlüsselt wird, ist seine Wirkung sehr schnell und direkt. Die Entscheidung, ob eine Marke nahbar, hochwertig, dynamisch, vertrauenswürdig, ruhig oder mutig wahrgenommen wird, passiert innert Sekunden und meist unbewusst – that’s the power of Sound!

Doch noch nicht alle Marken haben die Kraft des Klangs für sich entdeckt – oder unterschätzen ihn. Warum?

Weil viele Unternehmen noch nicht gelernt haben, Sound als Teil der Markenführung zu behandeln, sondern eben als Produktionsfrage verstehen. Die damit ausgelösten Emotionen arbeiten dann aber nicht für die Marke und generieren damit auch keinen eigentlichen Wert. Visuelle Kommunikation hat eine viel längere Geschichte, sie ist in vielen Unternehmen etabliert, mit klaren Guidelines, Budgets und Verantwortlichkeiten. Für Sound fehlen diese Strukturen oft.»

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