KPMG ist bester Recruiter der Schweiz
Die KPMG sichert sich in der aktuellen Best-Recruiters-Studie 2025/26 den Gesamtsieg unter über 400 Schweizer und Liechtensteiner Arbeitgebern. Die Studie zeigt: Berufserfahrung wird im Bewerbungsprozess zu wenig honoriert, während KI im Recruiting noch zögerlich eingesetzt wird. Gleichzeitig kommunizieren Arbeitgeber vermehrt Benefits zu Gesundheit und Weiterbildung.

Vor rund 150 HR-Verantwortlichen wurde die KPMG zum Best Recruiter 2025/26 der Schweiz gekürt. Das ergibt die aktuelle Best-Recruiters-Studie, die zum 13. Mal die Recruiting-Qualität von über 400 Schweizer und Liechtensteiner Arbeitgebern analysiert. Die Ergebnispräsentation am 24. März 2026 im Papiersaal Zürich offenbart ein differenziertes Bild der aktuellen Recruiting-Landschaft.
Unter den rund 150 Gästen befanden sich HR-Verantwortliche, Führungskräfte der grössten Arbeitgeber des Landes sowie die Studienbeiräte Kuno Ledergerber und Marco Furtner.
Berufserfahrung wird kaum honoriert
In der aktuellen Studie wurden zwei Mystery-Bewerbungen auf eine Führungsposition verschickt. Der entscheidende Unterschied: Alter und Berufserfahrung der Bewerbenden. Das Ergebnis ist eindeutig: Trotz höherer Erfahrung erhielt die ältere Person nicht häufiger eine Zusage. Studienleiter Christian Pasteka dazu: «Ältere und somit erfahrene Bewerbende werden häufig übersehen, selbst wenn sie die optimalen Qualifikationen mitbringen. Potenziale werden somit häufig nicht genutzt.»
Auch ein Blick auf Karriere-Websites zeigt Handlungsbedarf: Nur 18 Prozent sprechen gezielt Menschen mit Berufserfahrung an, konkrete Massnahmen für die Generation 50+ finden sich sogar nur bei 4 Prozent der Unternehmen. Die Arbeitgeber sind hier angesichts des Fachkräftemangels gefragt, diese wertvolle Zielgruppe nicht zu übersehen. Für viele Bewerbende über 50 bleibt der Zugang zum Arbeitsmarkt entsprechend schwierig.
KI im Recruiting noch zurückhaltend eingesetzt
Ganze 74 Prozent der untersuchten Unternehmen wollen keine Auskunft zum Einsatz von KI geben: Ein potenzieller Bewerber erkundigte sich bei den untersuchten Unternehmen, wie der jeweilige Arbeitgeber zur Nutzung von KI im Arbeitsalltag steht, nur 26 Prozent beantworteten die Anfragen überhaupt.
Gefragt nach dem Einsatz von KI im Bewerbungsprozess sagen die untersuchten Arbeitgeber: KI wird eingesetzt, häufig zur Unterstützung bei der Erstellung von Stellenanzeigen. Nur vereinzelt wird KI systematisch für die Vorauswahl eingesetzt, indem die CVs mit den Anforderungen gematcht werden. Dabei wird aber betont, dass der Mensch im Fokus steht und die KI keine Entscheidungen trifft. Häufig verhindern ausserdem Datenschutzbestimmungen den Einsatz im Auswahlprozess.
Studienbeirat Marco Furtner erklärt den Zusammenhang zwischen Transparenz und Vertrauen: «Wer offen kommuniziert, wie KI im Unternehmen eingesetzt wird, schafft Vertrauen.» Dies gelte ab dem ersten Touchpoint zwischen Bewerbenden und Arbeitgeber und fördere auch den Beziehungsaufbau.
Stärkerer Fokus auf Gesundheit und Weiterbildung
Die Kommunikation von Benefits ist im Vergleich zum Vorjahr um zehn Prozentpunkte gestiegen: Knapp drei Viertel der Schweizer Karriere-Websites heben dieses Jahr Benefits hervor. Besonders gestiegen ist die Kommunikation von Gesundheitsmassnahmen wie sportlicher Gesundheitsförderung, die nun von 43 Prozent der Arbeitgeber angesprochen wird – um sieben Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Ebenso wird ein stärkerer Fokus auf Weiterbildungsmöglichkeiten gelegt: Beinahe drei Viertel der Arbeitgeber kommunizieren interne Kurs- und Seminarangebote.
«Bei diesen Massnahmen handelt es sich um Angebote, welche die Lebensqualität langfristig steigern. Arbeitgeber kommunizieren also vermehrt Faktoren, die Mitarbeitende länger im Unternehmen halten – und das schon im Bewerbungsprozess», stellt Studienleiter Christian Pasteka fest.
Gehaltstransparenz bleibt gering, Equal Pay steigt
Während in der EU die Gehaltstransparenzrichtlinie in Kraft tritt, müssen Gehälter nach wie vor nicht in Schweizer Stellenanzeigen thematisiert werden. Der Anteil ist zwar von 1 Prozent auf 4 Prozent gestiegen, ist aber verschwindend gering.
Häufiger als im Vorjahr wird Equal Pay auf den Schweizer Karriere-Websites thematisiert: Im Vorjahr waren es 12 Prozent, nun thematisieren 20 Prozent der Arbeitgeber die gleiche Bezahlung der Geschlechter und somit aktives Commitment zur Verringerung des Gender Pay Gaps.
Die Top-10-Recruiter der Schweiz und Liechtenstein
Die besten Recruiter 2025/26 sind: 1. KPMG, 2. Promea Sozialversicherungen, 3. Migros Bank, 4. Helsana Versicherungen, 5. Graubündner Kantonalbank, 6. Raiffeisen Schweiz Genossenschaft, 7. CSS, 8. IWB Industrielle Werke Basel, 9. SBB, 10. Hilti.
«Der Fachkräftemangel erfordert eine gezielte Bewerber-Ansprache, gleichzeitig bringt die Demografie am Arbeitsmarkt Herausforderungen. Die ausgezeichneten Arbeitgeber leisten Hervorragendes, besonders angesichts der vielfältigen Herausforderungen, denen HR derzeit begegnet. Gratulation an die KPMG, die sich ihren Gesamtsieg redlich verdient hat», hebt Studieninitiator Markus Gruber hervor.
Studienbeirat Kuno Ledergerber gratuliert den Gewinnern: «Herzliche Gratulation den Top-platzierten Arbeitgebern, insbesondere der Gesamtsiegerin KPMG. Besonders möchte ich den wertschätzenden Umgang mit den Bewerbenden hervorheben, da alle Bewerbungen rasch beantwortet wurden und so die vollen Punkte in der Kategorie Bewerbungsresonanz erreicht wurden.»
