Livio Arfini: Mit 78 zum zweiten Mal in Pension

Drei Monate waren geplant, fast zehn Jahre sind es geworden: Livio Arfini, der «älteste Praktikant der Schweiz», geht Ende Oktober 2026 bei der Luzerner Agentur Rocket zum zweiten Mal in Pension.

Livio Arfini: Mit 78 zum zweiten Mal in Pension

Livio Arfini geht erneut in Pension. Quelle: zvg

Drei Monate waren geplant, fast zehn Jahre sind es geworden: Livio Arfini, der «älteste Praktikant der Schweiz», geht Ende Oktober 2026 zum zweiten Mal in Pension. Seine Geschichte bei der Luzerner Werbeagentur Rocket zeige, was entstehen könne, wenn Generationen auf Augenhöhe zusammenarbeiten, heisst es in der Mitteilung.

Ein Praktikum ab 65

2017 suchte Rocket mit einer ungewöhnlichen Stellenausschreibung einen Praktikanten oder eine Praktikantin: Mindestalter 65 Jahre. Den Job bekam der damals 68-jährige Livio Arfini. Im März trat er sein dreimonatiges Praktikum an und blieb weit darüber hinaus Teil der Crew.

Unter dem Kampagnentitel #TooYoungToFeedTheBirds stellte die Agentur eine einfache Frage: Warum sollen Neugier, Kreativität und Lernbereitschaft mit der Pensionierung enden? Die Ausschreibung sorgte nach Angaben der Agentur schweizweit für Aufmerksamkeit.

Vom Praktikanten zum langjährigen Teamkollegen

Vor seiner ersten Pensionierung war Livio Arfini in der Personal- und Organisationsentwicklung tätig. Bei Rocket brachte er seine Erfahrung in Ideen, Konzepte und Kundenprojekte ein. Bereits während des Praktikums übernahm er die Leitung eines Projekts für die Zielgruppe 65+ und setzte gemeinsam mit einem rund 50 Jahre jüngeren Grafikerlernenden verschiedene Massnahmen um.

Livio Arfini inspirierte das junge Team. Quelle: zvg

Die Zusammenarbeit über Generationen hinweg blieb ein fester Bestandteil seines Agenturalltags. Zuletzt arbeitete er auch mit einer Lernenden zusammen, die fast 60 Jahre jünger ist als er. Entscheidend war für ihn dabei stets die Zusammenarbeit auf Augenhöhe.

«Livio hat Ideen hinterfragt, neue Blickwinkel eingebracht und seine Erfahrung mit uns geteilt», sagt Mathias Schürmann, Managing Partner bei Rocket. «Gleichzeitig war er offen dafür, von jüngeren Kolleginnen und Kollegen zu lernen. Genau diese Gegenseitigkeit hat die Zusammenarbeit so wertvoll gemacht.»

Neugier kennt kein Pensionsalter

Für Livio Arfini stand die Freude im Vordergrund, weiterhin etwas beizutragen, Neues kennenzulernen und mit anderen Generationen zusammenzuarbeiten. «Mit 65 muss man nicht aufhören, neugierig zu sein», sagt er. «Für mich war es eine grossartige Erfahrung, nochmals in eine völlig andere Arbeitswelt einzutauchen und gleichzeitig meine eigene Erfahrung einbringen zu können.»

Ende Oktober endet nun seine Zeit bei Rocket. Ob er jetzt endlich alt genug ist, um die Vögel zu füttern, beantwortet er im Abschiedsvideo. Darin beantworten er und seine bis zu 60 Jahre jüngeren Arbeitskolleg:innen Fragen zur Zusammenarbeit, zum Lernen zwischen Generationen und zum Arbeiten nach der Pensionierung.

 

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