Messen: Die Zukunft ist angekommen

Die Zeit nach Corona wird, auch in der Messewirtschaft, zu einem Digitalisierungsschub führen. Jetzt sind die ersten Onlinemessen da.

Zukunft

Jetzt kommen die Luga in Luzern und die BEA in Bern mit ihren ersten ausschliesslich Online stattfinden «Messen». Die Messe Luzern lancierte Luga.digital als digitalen Treffpunkt und Marktplatz der Zentralschweiz. Die Luga ist jeden Frühling der Marktplatz und Treffpunkt für die Zentralschweizer Bevölkerung. Viele der Interessen und Bedürfnisse der Besuchenden, welche die Luga anspricht, sind aber nicht nur während den zehn Luga-Tagen relevant, sondern über das ganze Jahr.
«Daher arbeiten wir seit Längerem an einem Konzept, wie wir die Luga digital erweitern können», sagt Luzia Roos-Bättig, Messeleiterin der Luga. «Aus aktuellem Anlass lancieren wir Luga.digital nun ein Jahr früher als geplant». Mit Luga.digital schafft die Messe Luzern als Ergänzung zur physischen Luga einen digitalen Treffpunkt und Marktplatz für die Zentralschweiz. Die Situation um Corona hat den Prozess der Luga, die vom 24. April bis zum 3. Mai in der Messe Luzern hätte live stattfinden sollen, beschleunigt.

Zukunft

Luga.digital: ein langfristiges Projekt

Auf Luga.digital publizieren die Luga, die 450 Aussteller, andere Unternehmen, Organisationen und Vereine ihre Geschichten, Videos und Veranstaltungen und verknüpfen diese mit den Interessen der Besuchenden. Die Besuchenden können auf Luga.digital den Themen, die sie interessieren, folgen und erhalten so ihre personalisierten Neuigkeiten aus der Zentralschweiz – auf Luga.digital und wöchentlich per E-Mail.

Mit Luga.digital erhalten die Aussteller und weitere Organisationen die Möglichkeit, die Menschen der Zentralschweiz 365 Tage im Jahr zu erreichen. «Der Start von Luga.digital ist für alle kostenlos. Das ist unser Beitrag an die Zentralschweizer Wirtschaft», sagt Luzia Roos-Bättig (Bild).

Luga.digital ist keine «Corona-Aktion», welche nur dieses Jahr Bestand hat. Luga.digital wird die Luga von nun an permanent begleiten. «Luga.digital ist ein langfristiges Projekt, das mit der Zeit wachsen wird. Wir geben unseren Kunden damit die Möglichkeit, 365 Tage im Jahr mit der Zentralschweizer Bevölkerung zu kommunizieren.

In einem früheren Artikel wurde bereits darüber geschrieben, dass wenn Messeveranstalter nicht ihren Rückstand in Community-Bildung auf digitalem Weg aufholten, würden sie von messefremden Techfirmen rechts überholt. Das ist einer der Gründe, weshalb die Initiative der Messe Luzern wegweisend ist: Auf dem heutigen Stand lässt sich jetzt aufbauen.

Zukunft

365-Tage-Messe: Vor, während und nach dem Event

Luga.digital basiert auf Content-Live-Marketing von Conteo, einem Spin-off der ETH Zürich. Conteo hat mit Content-Live-Marketing ein Konzept und eine Technologie entwickelt, die es Veranstaltern ermöglicht, Onlinekontakte zwischen ihren Ausstellern und Besuchern erfolgreich zu gestalten – vor, während und nach einer Veranstaltung.

Die Messe Luzern setzt Content-Live-Marketing bereits bei vielen ihrer Fachmessen ein. «Dank der Zusammenarbeit mit Conteo können wir unseren Ausstellern neben unserem Live-Marketing-Angebot auch eine Online-Marketing-Lösung anbieten. Wir sind für unsere Kunden so ein noch wichtigerer Partner im Marketing», sagt Markus Lauber, Vorsitzender der Geschäftsleitung der Messe Luzern.

«Luga.digital bedeutet für Conteo gleich zwei Premieren», so Matthias Baldinger, Geschäftsführer von Conteo (Bild oben). «Content-Live-Marketing wird das erste Mal bei einer B2C-Messe eingesetzt. Und erstmalig ersetzen wir eine abgesagte Messe mit einem unserer digitalen Treffpunkte.»

 

Die Zukunft ist ungleichmässig verteilt

«Die Zukunft ist schon da, sie ist nur nicht gleichmässig verteilt», sagte einst der amerikanisch-kanadische Cyberpunk-Schriftsteller William Gibson. Er meinte damit, dass Spurenelemente der Zukunft immer bereits vorhanden seien , man sie aber richtig miteinander vernetzen respektive sie erkennen und die Konsequenzen dann in die Wege leiten müsse.

Das ist jetzt in Luzern und in Bern geschehen. Es wird interessant zu verfolgen sein, ob jetzt die 365-Tage-Messe kommen wird, eine Community zwischen Ausstellern, BesucherInnen – und dem Messeveranstalter über die Zeit hinaus, während der sich diese Community live trifft. Aber die reale Begegnung wird dabei immer der Höhepunkt bleiben. Sie wird nach Corona wegen des Nachholbedarfs und durch ein gestiegenes Bewusstsein über den Wert des persönlichen Austausches sogar noch wichtiger.

Hat die Coronasituation den Messen einen dringend notwendigen Digitalisierungsschub gegeben? Auf jeden Fall wird die Messewirtschaft nie mehr, wie sie einmal war.

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