Xing will Schweizer Kunden zurückgewinnen
Die Empörung der Schweizer Xing-Nutzer über eine Preiserhöhung war gross. In der Schweiz am Sonntag nimmt der Xing-CEO Thomas Vollmoeller Stellung.
Die Entrüstung war riesig: Die Mitteilung der Gruppe Xing Fail war auf Werbewoche.ch einer der meistgelesenen und –diskutierten Artikel der letzten Monate. In der Folge kündigten auf Twitter zahlreiche verärgerte User die Auflösung ihres Kontos an. Konkret wurde dem sozialen Netzwerk vorgeworfen, dass Xing im Rahmen der Umstellung von Euro auf Schweizer Franken eine versteckte Preiserhöhung für Schweizer Nutzerinnen und Nutzer vollzogen habe. Je nach Vertrag betrage die Ehrhöhung 65-85 Prozent. Im Vergleich zu deutschen Usern würden Schweizer Kunden neu fast doppelt so viel bezahlen.
In der aktuellen Ausgabe der Zeitung Schweiz am Sonntag nimmt Xing-CEO Vollmoeller Stellung zum eidgenössischen Shitstorm, dem sein Unternehmen nach der Preiserhöhung ausgesetzt war. Er bedauert dabei nicht die Anpassungen, sondern die Kommunikation: «Heute würden wir klarer kommunizieren». Die Umstellung auf Schweizer Franken hätte laut Vollmoeller schon längst geschehen müssen. Die Erhöhung der Neukundenpreise für Schweizer «um rund 25 Prozent» sei eine übliche Anpassung. Gründe dafür seien das erneuerte Produkt, die Kosten und das Preisgefüge im Wettbewerb.
Rund 35 Prozent höher seien die Schweizer Preise nun als die deutschen. «Schweizer profitieren vom erneuerten Premiumprodukt und von Zusatzangeboten», so Vollmoeller. «Der höhere Preis kommt zustande, weil wir in der Schweiz höhere Kosten haben. Wir haben ein Team hier, wir schalten Werbung hier, nutzen die hiesige Infrastruktur.» Zudem sei das Produkt «deutlich günstiger als jenes der Konkurrenz».
Am meisten User hätten sich darüber geärgert, dass sie als bestehende Kunden auf das neue Preisniveau angehoben worden seien. Dieses Vorgehen sei üblich, argumentiert Vollmoeller – bei Zeitungen bezahle man auch den aktuellen Abopreis. Wie viele Schweizer ihr Abo gekündet haben, will der Xing-CEO nicht verraten. Man wolle diese Kunden aber zurückgewinnen. Ob das gelingt, wird die Zukunft zeigen. (hae/SaS)
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