«Wir ernten jetzt, was wir gesät haben»
WW Nach 13 Monaten kehrt Moneycab zu Adlink zurück. Was für Emotionen machen sich bei Ihnen breit?
WW Nach 13 Monaten kehrt Moneycab zu Adlink zurück. Was für Emotionen machen sich bei Ihnen breit?Markus Rusterholz: Auf der einen Seite Freude, andererseits lastet aber auch Druck auf uns. Doch die Freude überwiegt, denn wir sind überzeugt, dass wir jetzt ernten können, was wir seinerzeit gesät haben. Wir hatten ja damals beim Start von Moneycab das ganze Kommerzialisierungskonzept entwickelt, konnten es dann aber wegen Moneycabs Wechsel zu Goldbach weder beenden noch im Markt anbringen.Der ehemalige Moneycab-Geschäftsführer Markus Gisler warf Adlink nach dem Wechsel zu Goldbach vor, die Plattform zu wenig effizient verkauft zu haben. Heute heisst es von der neuen Leitung, Sie hätten sich im 2001 enorm eingesetzt. Ihr Kommentar?
Die damals von Moneycab gesetzten Planziele sahen im ersten halben Jahr 2001 eine Auslastung der vorhandenen Werbeplätze von über 30 Prozent vor. Tatsächlich kamen wir aber auf mindestens 70 Prozent, obwohl der Traffic auf der Plattform kleiner war als erhofft. Als wir sahen, dass die Werbeleistung geringer war als geplant, stellten wir sofort neue Werbeplätze zur Verfügung. Trotz dieser zusätzlichen Kapazität fiel die Auslastung aber nicht ab, sondern blieb über das ganze erste halbe Jahr bei durchschnittlich 83 Prozent.
Welche Auslastung haben Sie für 2003 budgetiert?
Wenn der Traffic wieder steigt, sollten wir eine Auslastung zwischen 30 und 50 Prozent erreichen.
Sie sprachen von Druck. Was verstehen Sie darunter?
Nach dem Unterbruch haben wir uns gefragt, wie wir die früheren Ansätze weiterführen können. Das ist nicht einfach. Allerdings stehen wir beim Verkauf nicht mehr so sehr unter Druck wie früher mit Vollexklusivität. Moneycab wünscht, dass die andern Marktteilnehmer ihre Ideen ebenfalls einbringen können.
Zusammenarbeit zwischen den Vermarktern statt Exklusivität – ist das ein neues Modell im Onlinebereich?
Nein, so neu auch nicht – und es wird ja auch nicht völlig auf Exklusivität verzichtet. Gerade auf der technischen Ebene erhält nun unser System – Dart (Doubleclick) – als einziges Gültigkeit. Und auch bei der Kommerzialisierung bestimmen ausschliesslich wir und Bernt Maulaz, Marketingleiter von Moneycab, welche Werbeformate zu welchem Preis auf dem Markt angeboten und weiterentwickelt werden. Neu aber ist, dass jetzt auch andere Vermarkter die Möglichkeit haben sollen, sich mit ihren Angeboten einzubringen, und dafür auch kommissioniert werden. Dieses Verkaufsmodell bietet somit mehr Gewähr dafür, dass den Kunden eine neutrale Mediaplanung angeboten wird.
Welche Websites kennen ein ähnliches System?
20min.ch und Cineman.ch. Bei 20 Minuten, das selbst einen starken Crossmediaverkauf tätigt, wirkt sich das Modell umsatzmässig bereits positiv aus. Dennoch wird Adlink weiterhin die exklusive Vermarktungspartnerschaft haben. Wir verzichten nur dann darauf, wenn eine Website durch ihre Betreiber und durch andere Vermarkter aktiv und professionell verkauft werden kann.
Wie würden Sie das aufnehmen, wenn Markus Gisler wieder in den Moneycab-VR zurückkehren würde?
Ich schätze Herrn Gisler als kompetenten Mann, wenn es um Content geht. Das Vermarkten einer Onlineplattform aber funktioniert anders als beim Print, wo er seinen Leistungsausweis erbracht hat. Ich denke, dass er jetzt bei der AZ Medien, die im Onlinebereich eine sehr gute Eigenvermarktung betreibt, mehr Einblick in die Materie gewinnt und dass er auch im letzten Jahr bei Moneycab Dinge erkannt hat, die er heute anders machen würde. Auch vom Menschlichen her sehe ich für eine Rückkehr absolut kein Problem.
Adlink-Geschäftsführer ad interim Markus Rusterholz zur Rückkehr von Moneycab.
Interview: Markus Knöpfli
Die damals von Moneycab gesetzten Planziele sahen im ersten halben Jahr 2001 eine Auslastung der vorhandenen Werbeplätze von über 30 Prozent vor. Tatsächlich kamen wir aber auf mindestens 70 Prozent, obwohl der Traffic auf der Plattform kleiner war als erhofft. Als wir sahen, dass die Werbeleistung geringer war als geplant, stellten wir sofort neue Werbeplätze zur Verfügung. Trotz dieser zusätzlichen Kapazität fiel die Auslastung aber nicht ab, sondern blieb über das ganze erste halbe Jahr bei durchschnittlich 83 Prozent.
Welche Auslastung haben Sie für 2003 budgetiert?
Wenn der Traffic wieder steigt, sollten wir eine Auslastung zwischen 30 und 50 Prozent erreichen.
Sie sprachen von Druck. Was verstehen Sie darunter?
Nach dem Unterbruch haben wir uns gefragt, wie wir die früheren Ansätze weiterführen können. Das ist nicht einfach. Allerdings stehen wir beim Verkauf nicht mehr so sehr unter Druck wie früher mit Vollexklusivität. Moneycab wünscht, dass die andern Marktteilnehmer ihre Ideen ebenfalls einbringen können.
Zusammenarbeit zwischen den Vermarktern statt Exklusivität – ist das ein neues Modell im Onlinebereich?
Nein, so neu auch nicht – und es wird ja auch nicht völlig auf Exklusivität verzichtet. Gerade auf der technischen Ebene erhält nun unser System – Dart (Doubleclick) – als einziges Gültigkeit. Und auch bei der Kommerzialisierung bestimmen ausschliesslich wir und Bernt Maulaz, Marketingleiter von Moneycab, welche Werbeformate zu welchem Preis auf dem Markt angeboten und weiterentwickelt werden. Neu aber ist, dass jetzt auch andere Vermarkter die Möglichkeit haben sollen, sich mit ihren Angeboten einzubringen, und dafür auch kommissioniert werden. Dieses Verkaufsmodell bietet somit mehr Gewähr dafür, dass den Kunden eine neutrale Mediaplanung angeboten wird.
Welche Websites kennen ein ähnliches System?
20min.ch und Cineman.ch. Bei 20 Minuten, das selbst einen starken Crossmediaverkauf tätigt, wirkt sich das Modell umsatzmässig bereits positiv aus. Dennoch wird Adlink weiterhin die exklusive Vermarktungspartnerschaft haben. Wir verzichten nur dann darauf, wenn eine Website durch ihre Betreiber und durch andere Vermarkter aktiv und professionell verkauft werden kann.
Wie würden Sie das aufnehmen, wenn Markus Gisler wieder in den Moneycab-VR zurückkehren würde?
Ich schätze Herrn Gisler als kompetenten Mann, wenn es um Content geht. Das Vermarkten einer Onlineplattform aber funktioniert anders als beim Print, wo er seinen Leistungsausweis erbracht hat. Ich denke, dass er jetzt bei der AZ Medien, die im Onlinebereich eine sehr gute Eigenvermarktung betreibt, mehr Einblick in die Materie gewinnt und dass er auch im letzten Jahr bei Moneycab Dinge erkannt hat, die er heute anders machen würde. Auch vom Menschlichen her sehe ich für eine Rückkehr absolut kein Problem.
Adlink-Geschäftsführer ad interim Markus Rusterholz zur Rückkehr von Moneycab.
Interview: Markus Knöpfli
