Radios ellbögeln mit Power
Gattungsmarketing Im harten Kampf um Werbemarktanteile soll Radiopower.ch Wachstum bringen.
Gattungsmarketing Im harten Kampf um Werbemarktanteile soll Radiopower.ch Wachstum bringen.Ob Hochkonjunktur oder Rezession, der Anteil der Radiowerbung am gesamten Werbemix dümpelt in der Schweiz seit Jahren bei drei bis vier Prozent, für mehr reichte es bislang nicht. Verglichen mit dem Durchschnitt aller westeuropäischen Länder (sechs Prozent) hat die Branche Nachholbedarf. Das hat sie auch erkannt und in den letzten Monaten ihre Anstrengungen punkto Gattungsmarketing intensiviert. Den Auftakt machten Radiospots für mehr Radiowerbung, die im letzten Frühling auf den Sendern zu hören waren, einige Sender strahlten zudem auf eigene Faust Werbung für (lokale) Radiowerbung in den Äther aus.Nun gaben sich die Deutschschweizer Privatradios einen erneuten Ruck und gründeten zusammen mit den vier Vermittlern Radiotele, IP Multimedia, Spot Promotion und CoverMedia sowie mit vier Tonstudios die IG Radiopower.ch, die sich am Radio-Day am 1. September erstmals mit grossem Stand, eigenem Logo und einem Flyer präsentierte. Dasselbe gilt auch für die Homepage www.radiopower.ch.
Konzertierte Aktion
Ab 2. September strahlen zudem sämtliche Sender eine neue Testimonialkampagne aus: In jedem der zehn Spotsujets erklärt je ein Werbeleiter oder Mediaberater, weshalb er (auch) auf Radiowerbung setzt. Stefan Nägeli von Denner tut es, weil er so ein jüngeres Publikum erreicht und diesem die Werbebotschaften «hörbar, originell und unterhaltend» übermitteln kann. Und Beat Fingerhut von Ikea bezeichnet Radiowerbung als «flexibel, qualitativ gut und günstig». Den gesamten Radiopower.ch- Auftritt gestaltete die Agentur Aformat in Luzern, die Spots kreierte das Tonstudio Jingle Jungle.
«Unser Ziel ist, dass künftig das ganze Gattungsmarketing unter
Radiopower.ch läuft», sagt Initiant Richi Gasser, Leiter Verkauf und Marketing bei Radio 24. Und Felix Kilchsperger von Radiotele ergänzt: «Mit der Homepage wollen wir den Zugang zum Medium Radio erleichtern. Die führenden Deutschschweizer Pools, Vermarkter und Tonstudios sind auf einen Click zu finden.»
Initianten haben ehrgeizige Ziele
Ein weiteres Ziel von Radiopower.ch formuliert Michi Frank von der IP Multimedia: «Wir wollen den Mediamix verändern, indem wir mehr Werbung ins Radio holen.» Eine Steigerung des Radioanteils auf sechs Prozent in drei Jahren hält er für möglich. «Radio ist nicht nur für kurzfristige Aktionen, sondern auch für Branding-Kampagnen geeignet», weiss er.
Wofür braucht es eine IG neben dem Verband Schweizer Privatradios (VSP)? Das Gattungsmarketing war VSP-intern immer schon ein Thema, doch behandelte die Arbeitsgruppe (Taskforce) auch politische und programmliche Fragen. Als Anfang Jahr die fünf City-Pool-Radios dem VSP den Rücken kehrten, wurde ein neues Gremium für das Gattungsmarketing nötig (siehe auch Interview). So ist Gassers Initiative als Schneise aus der Selbstisolation zu sehen, auch sollen «endlich Kommerz und Verband» (Zitat Gasser) beziehungsweise Gattungsmarketing und Politik getrennt werden.
Rabatte und neuer Radiospot-AwardDie weiter gesteckten Ziele von Radiopower.ch: Felix Kilchsperger will in Kürze auch die Westschweizer Radios einbeziehen. Weiter laufen Anstrengungen, dass alle Radios und Pools auf Anfang Oktober ihre Tarife 2005 vorlegen. Für den Sommer in einem Jahr arbeitet man an einem einheitlichen Sommerrabatt. Zudem wird Radiopower.ch einen neuen Award für Radiospots lancieren, der jeweils Ende März präsentiert wird.
Eine Arbeitsgruppe legt demnächst Kriterien fest und wählt die Jury. Dass der Award den bisherigen Preis «Das goldene Ohr» konkurrenzieren wird, ist man sich bewusst. «Wir haben uns seinerzeit darum bemüht, dass die Radios beim «goldenen Ohr» mitmachen und mitzahlen», sagt Kilchsperger. «Doch nun wurden die Privatradios plötzlich ausgeladen. Wir wissen weder warum noch wie es dort weitergeht.» (mk)
Trister Vergleich: In der Schweiz ist der Werbemarktanteil der Radios sehr tief. Zusammenstellung: Allmediaconsulting
Markus Knöpfli
Konzertierte Aktion
Ab 2. September strahlen zudem sämtliche Sender eine neue Testimonialkampagne aus: In jedem der zehn Spotsujets erklärt je ein Werbeleiter oder Mediaberater, weshalb er (auch) auf Radiowerbung setzt. Stefan Nägeli von Denner tut es, weil er so ein jüngeres Publikum erreicht und diesem die Werbebotschaften «hörbar, originell und unterhaltend» übermitteln kann. Und Beat Fingerhut von Ikea bezeichnet Radiowerbung als «flexibel, qualitativ gut und günstig». Den gesamten Radiopower.ch- Auftritt gestaltete die Agentur Aformat in Luzern, die Spots kreierte das Tonstudio Jingle Jungle.
«Unser Ziel ist, dass künftig das ganze Gattungsmarketing unter
Radiopower.ch läuft», sagt Initiant Richi Gasser, Leiter Verkauf und Marketing bei Radio 24. Und Felix Kilchsperger von Radiotele ergänzt: «Mit der Homepage wollen wir den Zugang zum Medium Radio erleichtern. Die führenden Deutschschweizer Pools, Vermarkter und Tonstudios sind auf einen Click zu finden.»
Initianten haben ehrgeizige Ziele
Ein weiteres Ziel von Radiopower.ch formuliert Michi Frank von der IP Multimedia: «Wir wollen den Mediamix verändern, indem wir mehr Werbung ins Radio holen.» Eine Steigerung des Radioanteils auf sechs Prozent in drei Jahren hält er für möglich. «Radio ist nicht nur für kurzfristige Aktionen, sondern auch für Branding-Kampagnen geeignet», weiss er.
Wofür braucht es eine IG neben dem Verband Schweizer Privatradios (VSP)? Das Gattungsmarketing war VSP-intern immer schon ein Thema, doch behandelte die Arbeitsgruppe (Taskforce) auch politische und programmliche Fragen. Als Anfang Jahr die fünf City-Pool-Radios dem VSP den Rücken kehrten, wurde ein neues Gremium für das Gattungsmarketing nötig (siehe auch Interview). So ist Gassers Initiative als Schneise aus der Selbstisolation zu sehen, auch sollen «endlich Kommerz und Verband» (Zitat Gasser) beziehungsweise Gattungsmarketing und Politik getrennt werden.
Rabatte und neuer Radiospot-AwardDie weiter gesteckten Ziele von Radiopower.ch: Felix Kilchsperger will in Kürze auch die Westschweizer Radios einbeziehen. Weiter laufen Anstrengungen, dass alle Radios und Pools auf Anfang Oktober ihre Tarife 2005 vorlegen. Für den Sommer in einem Jahr arbeitet man an einem einheitlichen Sommerrabatt. Zudem wird Radiopower.ch einen neuen Award für Radiospots lancieren, der jeweils Ende März präsentiert wird.
Eine Arbeitsgruppe legt demnächst Kriterien fest und wählt die Jury. Dass der Award den bisherigen Preis «Das goldene Ohr» konkurrenzieren wird, ist man sich bewusst. «Wir haben uns seinerzeit darum bemüht, dass die Radios beim «goldenen Ohr» mitmachen und mitzahlen», sagt Kilchsperger. «Doch nun wurden die Privatradios plötzlich ausgeladen. Wir wissen weder warum noch wie es dort weitergeht.» (mk)
Trister Vergleich: In der Schweiz ist der Werbemarktanteil der Radios sehr tief. Zusammenstellung: Allmediaconsulting
Markus Knöpfli
