Ticketcorner Studie: Stimmung schlägt das Line-up
Stimmung, Atmosphäre und das gemeinsame Erleben prägen den Besuch von Live-Events stärker als einzelne Programmpunkte. Das zeigt die Studie «Die Live-Entscheidung» von Ticketcorner und der Swiss Music Promoters Association SMPA, durchgeführt von GfK NIQ.

Live-Events haben weiterhin einen festen Platz im Alltag der Schweizer Bevölkerung – doch was Menschen bewegt, ein Konzert, Festival, Musical oder eine Ausstellung zu besuchen, ist komplexer als oft angenommen. Die Ticketcorner Studie «Die Live-Entscheidung», durchgeführt von GfK NIQ im Auftrag von Ticketcorner und der Swiss Music Promoters Association SMPA, beleuchtet die Entscheidungsprozesse rund um Live-Events und liefert aufschlussreiche Befunde für die gesamte Veranstaltungsbranche.
Erlebnis als Ganzes entscheidend
Entscheidend ist laut der Ticketcorner Studie zu Live-Events zunehmend das Erlebnis als Ganzes. Stimmung, Atmosphäre und das soziale Moment stehen für viele Besucherinnen und Besucher an erster Stelle. Line-up, Programm und Inhalte bleiben wichtig, entfalten ihre Wirkung jedoch vor allem im Zusammenspiel mit emotionalen und sozialen Faktoren.
Gleichzeitig treten klare Barrieren zutage: Überraschend ist, dass Menschenmengen der am häufigsten genannte Hinderungsgrund für den Besuch eines Events sind. Noch vor Preisfragen nennen viele Befragte zu volle Veranstaltungsorte als Grund, kein Ticket zu kaufen. Der Entscheid gegen einen Event sei damit oft eine Abwägung zwischen Aufwand, Komfort und Wohlbefinden, heisst es in der Mitteilung.
Erwartungen variieren je nach Eventtyp
Die Studie zeigt zudem, dass sich Erwartungen je nach Eventtyp deutlich unterscheiden. Festivals werden vor allem über Atmosphäre und Programm definiert. Bei Musicals stehen musikalische Qualität, Inszenierung und Sitzkomfort im Vordergrund. Konzerte werden primär anhand von Sicht, Sound und Preis-Leistungs-Verhältnis beurteilt. Ausstellungen punkten bei Themen wie Zugänglichkeit und Vermittlung.
Ein weiteres zentrales Ergebnis betrifft die Zahlungsbereitschaft: Diese sei grundsätzlich vorhanden, aber klar konditioniert, so die Studie. Zusätzliche Ausgaben würden akzeptiert, wenn ein erkennbarer Mehrwert entstehe – etwa durch besonderen Komfort, einzigartige Momente, grosse Künstlernamen oder flexible Ticketmodelle. In der Romandie ist die Bereitschaft höher, für grosse Stars und besondere Erlebnisse mehr zu bezahlen. Die Generation Z weist die höchste Zusatzzahlungsbereitschaft für Formate wie «Meet & Greet» oder Lounges auf.
Generation Z: Mehr Ähnlichkeit als vermutet
Entgegen verbreiteter Annahmen unterscheide sich die Generation Z in ihren Motiven weniger stark von älteren Generationen, heisst es in der Mitteilung. Sie gehe etwas häufiger aus und zeige eine grössere Offenheit für Zusatzangebote. Grundsätzlich teilten jedoch alle Altersgruppen ähnliche Erwartungen an Live-Erlebnisse.
Auffällig ist ausserdem, wie fragmentiert die Informationswege geworden sind. Social Media, persönliche Empfehlungen, Online-Medien, Veranstalter-Websites, klassische Medien und Ticketingplattformen wirken parallel. Entscheidungen entstehen aus dem Zusammenspiel mehrerer Impulse. Dabei nutzt die Generation Z neben Social Media überdurchschnittlich häufig direkt Ticketingplattformen zur Information.
Zur Studie
Die Studie «Die Live-Entscheidung» basiert auf einer repräsentativen Online-Befragung von 1’012 Personen im Alter von 16 bis 74 Jahren aus der Deutsch- und Westschweiz. Die Erhebung wurde zwischen dem 12. und 17. Februar 2026 durchgeführt. Das vollständige Whitepaper kann bei Ticketcorner unter ticketcorner.ch bezogen werden.
