Erster Deutsche E-Book Award geht in die Schweiz

Die Schweizer Produktionsfirma Docmine gewinnt an der Frankfurter Buchmesse mit dem Videobook «Carl Lutz – Der vergessene Held» den ersten Deutschen E-Book Award.

In der Kategorie E-Book-Apps hat sich das Startup aus Zürich gegen namhafte Verlage aus Deutschland, Österreich und der Schweiz durchgesetzt. Das Videobook ist eine Koproduktion mit dem Schweizer Fernsehen SRF.

Artikel aus der Werbewoche 15/2014 über Docmine

Am Mittwoch hat im Rahmen der Frankfurter Buchmesse zum ersten Mal die Verleihung des Deut-schen E-Book Awards stattgefunden. Eine hochkarätig besetzte Jury hatte in den Kategorien «E-Books» und «E-Book-Apps» das beste Werk der vergangenen 12 Monate zu küren. Dabei wurde in der Kategorie «E-Book-Apps» das Videobook «Carl Lutz – Der vergessene Held» ausgezeichnet. Dieses Videobook erzählt die Geschichte des Schweizer Diplomaten Carl Lutz, der in Budapest mehr als 50'000 Juden vor dem Holocaust gerettet hat. Der Initiator des Preises, Robert Goldschmidt, begründete die Entscheidung der Jury damit, dass in diesem Videobook mit der Verzahnung von textlicher und filmischer Beschreibung mit anderen Content-Elementen digitales Storytelling auf höchstem Niveau realisiert werde. Videobooks werden als Apps für Tablets angeboten und sind im App Store von Apple oder bei Google Play erhältlich.

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Vom Ursprung her ist das ausgezeichnete Unternehmen Docmine eine Filmproduktion. Unter der Regie von Daniel von Aarburg hat Docmine parallel zur Veröffentlichung des Videobooks auch eine Dokumentation erstellt, welche kürzlich im Schweizer Fernsehen ausgestrahlt und im Rahmen des Zurich Film Festivals präsentiert wurde. «Vielleicht ist es bezeichnend für den Umbruch in der Verlagsbranche, dass ausgerechnet wir als ursprüngliche Filmproduktion diesen Preis gewinnen konnten», sagt der Geschäftsführer von Docmine, Patrick M. Müller. «Denn die Digitalisierung der Inhalte ermöglicht neue Erzählformen, wo die Grenzen zwischen den einzelnen Medien verschwimmen.» Die Dokumentation über Carl Lutz hat das Schweizer Fernsehen koproduziert, und die SRG hat das Projekt innerhalb des Förderprogramms «Pacte Multimedia» finanziell unterstützt.

Die Basis für das Videobook bildete ein ausführliches Skript über Carl Lutz' Lebensgeschichte vom Re-gisseur Daniel von Aarburg sowie das gesamte Rohmaterial, welches bei den Dreharbeiten zur Doku-mentation entstanden ist. «Dank des Videobooks hatte ich die Möglichkeit, komplexe Zusammenhänge mittels anderen Medien wie Texte und interaktiven Grafiken zu vertiefen», erläutert von Aarburg. «Vor allem konnte ich Zeitzeugen-Aussagen ins Videobook aufnehmen, welche ich aufgrund der Filmdrama-turgie weglassen musste. Das war mir ein sehr grosses Anliegen».

Die einzelnen Medien des Videobooks – Videosequenzen, Originalaufnahmen, interaktive Grafiken und Texte – hat das Team in der Zweitniederlassung von Docmine in München zu einem digitalen Erzähl strang unter der kreativen Leitung von Robin Burgauer zusammengefügt. «Lutz hinterliess ein umfasse des Archiv von selbstgedrehten Filmen und ästhetischen Fotografien aus seiner Zeit in Budapest. Wir haben deshalb auf eine visuelle Erzählweise besonderen Wert gelegt, die auch Lutz' eigenem Stil und Ästhetik entsprechen sollte», so Burgauer.

Erfreulich für die Produktionsfirma Docmine ist laut Mitteilung ausserdem, dass Apple das Videobook über Carl Lutz zur Zeit in den deutschsprachigen iTunes Stores in die Kategorie «Beste neue Apps» aufnahm. Zuvor hat Docmine bereits die Videobooks zur SRG-Serie «Die Schweizer» produziert und begleitet auch einige kulturelle Institutionen wie das Goethe-Institut und Grossunternehmen bei der Erstellung digitaler Publikationen. Die Tom Talent Holding des Schweizer Medienunternehmers Thomas Sterchi (Gründer von Jobs.ch) ist zur Hälfte an Docmine beteiligt.
 

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