Zeigt mal eure Zähne her
Dentalhygiene Für den Migros-Kaugummi Candida White schaut Exxtra Kommunikation Tieren ins Maul – ganz entgegen gewohnter Werbestrategien.
Dentalhygiene Für den Migros-Kaugummi Candida White schaut Exxtra Kommunikation Tieren ins Maul – ganz entgegen gewohnter Werbestrategien.«Lächeln ist das wichtigste soziale Signal der menschlichen Mimik», ist der britische Anthropologe Desmond Morris überzeugt. Wen wunderts, dass das «Tier» Mensch immer mehr Geld in die Hand nimmt, um seinen Artgenossen ein perfektes Gebiss zu zeigen: Rund 163 Millionen Franken investierten die Eidgenossen 2002 in die Zahnpflege. Lächelnde Models sollen beweisen, dass ein weisses Gebiss der Schlüssel zum Erfolg ist. Im Mai ist auch Migros mit Candida White in den Markt der Zahnweiss-Kaugummis eingestiegen. Behaupten muss sich die Neulancierung vor allem gegenüber der ähnlich positionierten Marke V6. Diese ist schon seit längerer Zeit im Bereich Whitening aktiv. Während der Grossist seiner «Me-too»-Strategie treu bleibt, konzipierte Hausagentur Exxtra Kommunikation einen Kontrapunkt zu gängigen Kampagnen: Statt Menschen blecken auf drei Plakatsujets Vertreter der Tierwelt ihre Zähne. «Weil das Produkt nicht neu ist, können wir uns einzig in der Kommunikation von der Konkurrenz abheben», begründet Beraterin Barbara Hardmeier die ungewohnte Kreativstrategie.
Dass Herr und Frau Schweizer für ein makelloses Gebiss (fast) alles tun, widerspiegelt das Behandlungsangebot der ästhetischen Zahnmedizin. Neben Bleaching und Veneers – dabei werden dünne Schalen auf die Zähne geklebt – unterziehen sie sich auch kleinen chirurgischen Eingriffen, um das perfekte Lächeln zu erhalten.
Bleichen statt ÜbertünchenIn der Schweiz existieren für diesen Bereich der Zahnmedizin noch keine gesicherten Zahlen, wie Markus P. Lorch, Präsident der Schweizerischen Gesellschaft für ästhetische Zahnmedizin, erklärt. Demgegenüber zeigen amerikanische Erhebungen, dass Patienten immer häufiger der Schönheit wegen den Zahnarzt aufsuchen. Gemäss einer Studie der American Academy of Cosmetic Dentistry aus dem Jahr 2000 ist die Nachfrage nach ästhetischer Zahnmedizin seit 1995 stark gestiegen. Während sich Bleaching-Behandlungen verdreifacht haben, wurden Veneers rund doppelt so oft gewünscht, wie noch fünf Jahre zuvor. «Ich gehe davon aus, dass diese Zahlen mit einer zeitlichen Verzögerung auch auf Schweizer Verhältnisse übertragbar sind», gibt sich Lorch optimistisch.
Derweil sich Zahnärzte die Sitzungen teuer bezahlen lassen, sind die Produkte aus dem Detailhandel schon für wenige Franken erhältlich. Dass diese aber ein ausreichendes Ergebnis bringen, bezweifelt Lorch. Die für eine Bleichwirkung erforderlichen aktiven Stoffe seien nur in niedriger Konzentration enthalten, da die Gefahr einer Überdosierung bestünde. «Dunkle Zähne können mit solchen Produkten kaum sichtbar aufgehellt werden», meint der Ästhet unter den Dentisten.
Simone Keller
Dass Herr und Frau Schweizer für ein makelloses Gebiss (fast) alles tun, widerspiegelt das Behandlungsangebot der ästhetischen Zahnmedizin. Neben Bleaching und Veneers – dabei werden dünne Schalen auf die Zähne geklebt – unterziehen sie sich auch kleinen chirurgischen Eingriffen, um das perfekte Lächeln zu erhalten.
Bleichen statt ÜbertünchenIn der Schweiz existieren für diesen Bereich der Zahnmedizin noch keine gesicherten Zahlen, wie Markus P. Lorch, Präsident der Schweizerischen Gesellschaft für ästhetische Zahnmedizin, erklärt. Demgegenüber zeigen amerikanische Erhebungen, dass Patienten immer häufiger der Schönheit wegen den Zahnarzt aufsuchen. Gemäss einer Studie der American Academy of Cosmetic Dentistry aus dem Jahr 2000 ist die Nachfrage nach ästhetischer Zahnmedizin seit 1995 stark gestiegen. Während sich Bleaching-Behandlungen verdreifacht haben, wurden Veneers rund doppelt so oft gewünscht, wie noch fünf Jahre zuvor. «Ich gehe davon aus, dass diese Zahlen mit einer zeitlichen Verzögerung auch auf Schweizer Verhältnisse übertragbar sind», gibt sich Lorch optimistisch.
Derweil sich Zahnärzte die Sitzungen teuer bezahlen lassen, sind die Produkte aus dem Detailhandel schon für wenige Franken erhältlich. Dass diese aber ein ausreichendes Ergebnis bringen, bezweifelt Lorch. Die für eine Bleichwirkung erforderlichen aktiven Stoffe seien nur in niedriger Konzentration enthalten, da die Gefahr einer Überdosierung bestünde. «Dunkle Zähne können mit solchen Produkten kaum sichtbar aufgehellt werden», meint der Ästhet unter den Dentisten.
Simone Keller
