Respekt, bitte!
Gastkommentar Claude Catsky, der Schweizer Löwen-Gewinner in Cannes, verteidigt seine Kollegen.
Gastkommentar Claude Catsky, der Schweizer Löwen-Gewinner in Cannes, verteidigt seine Kollegen.Letzte Woche zog an dieser Stelle ein Kollege der schreibenden Zunft eine (er)nüchtern(d)e Bilanz über das wieder einmal so genannt schlechte Schweizer Abschneiden am International Advertising Festival von Cannes. Dem möchte ich energisch widersprechen. Und eine Lanze für die zahlreichen Shortlist-Nominierungen brechen, die Schweizer Agenturen Jahr für Jahr erreichen.Eine Shortlist an diesem schwierigsten aller Wettbewerbe, der mit über 18000 Einreichungen zu Recht als Weltmeisterschaft der Werbung gilt, ist nicht einfach nichts. Wer schnöde und beinahe respektlos über diese Platzierungen hinweggeht und diese sogar als Misserfolg interpretiert, sollte sich vielleicht mal kurz vom Liegestuhl am Hotelstrand erheben, seine Badeschlappen und die Sherpa-Sonnencreme beiseite legen und ohne Sonnenbrille, dafür wachen Auges durch die wunderbare Press&Poster-Ausstellung im Festivalgebäude wandern. Oder sich in den klimatisierten Kinosälen dem eingehenden Studium der Film-Shortlist hingeben, auf der unglaublich einfallsreiche und überraschende TV-Spots zu sehen sind, die einem das hohe Niveau dieses Wettbewerbs vor Augen führen.
Dann wird es so manchem notorischen Pessimisten wie Schuppen von den Gucci-bebrillten Augen fallen, und er wird sogleich von der tiefen Erkenntnis beseelt sein, dass jeder, der hier eine Shortlist erreicht, stolz darauf sein darf, damit zu den Weltbesten seines Fachs zu gehören. Denn nichts anderes bedeutet eine Cannes-Shortlist. Und jeder Werber, der diese Platzierung erreicht, hat ein Recht darauf, von der einheimischen Fachpresse wenigstens das zu bekommen, was in diesem Land so rar geworden ist wie Cannes-Löwen: Respekt.
In diesem Sinne möchte ich alle Agenturen respektive deren Kreative, die heuer eine Shortlist erreicht haben, von Herzen dazu beglückwünschen. Vor allem auch jene, die dieses kleine Wunder Jahr für Jahr wiederholen können. Es ist eine grossartige Leistung, an der Werbe-Weltmeisterschaft unzählige Schweizer Agenturen und Grafikbüros hinter sich gelassen zu haben, die mit ihrer mittelmässigen bis schlechten Arbeit Lichtjahre von einer Shortlist entfernt sind.
Und: Wer in Cannes regelmässig Shortlist-Platzierungen erreicht, braucht sich auch international nicht zu verstecken. Denn auch im Ausland kocht man nur mit Wasser. Und wer einen Löwen gewinnen will, braucht keine Riesenlobby, sondern einfach eine atemberaubend gute Idee und manchmal auch schlicht ein Quäntchen Wettkampfglück.
> Claude Catsky ist Inhaber der Werbeagentur Catsky & Partner.
Dann wird es so manchem notorischen Pessimisten wie Schuppen von den Gucci-bebrillten Augen fallen, und er wird sogleich von der tiefen Erkenntnis beseelt sein, dass jeder, der hier eine Shortlist erreicht, stolz darauf sein darf, damit zu den Weltbesten seines Fachs zu gehören. Denn nichts anderes bedeutet eine Cannes-Shortlist. Und jeder Werber, der diese Platzierung erreicht, hat ein Recht darauf, von der einheimischen Fachpresse wenigstens das zu bekommen, was in diesem Land so rar geworden ist wie Cannes-Löwen: Respekt.
In diesem Sinne möchte ich alle Agenturen respektive deren Kreative, die heuer eine Shortlist erreicht haben, von Herzen dazu beglückwünschen. Vor allem auch jene, die dieses kleine Wunder Jahr für Jahr wiederholen können. Es ist eine grossartige Leistung, an der Werbe-Weltmeisterschaft unzählige Schweizer Agenturen und Grafikbüros hinter sich gelassen zu haben, die mit ihrer mittelmässigen bis schlechten Arbeit Lichtjahre von einer Shortlist entfernt sind.
Und: Wer in Cannes regelmässig Shortlist-Platzierungen erreicht, braucht sich auch international nicht zu verstecken. Denn auch im Ausland kocht man nur mit Wasser. Und wer einen Löwen gewinnen will, braucht keine Riesenlobby, sondern einfach eine atemberaubend gute Idee und manchmal auch schlicht ein Quäntchen Wettkampfglück.
> Claude Catsky ist Inhaber der Werbeagentur Catsky & Partner.
