Mehr Sein als Schein

Kosmetika V Direktmarketing statt Inserate, dialogbasierte Kommunikation statt Plakate: Juvena of Switzerland setzt auf direkten Kundenkontakt und hat damit Erfolg.

Kosmetika V Direktmarketing statt Inserate, dialogbasierte Kommunikation statt Plakate: Juvena of Switzerland setzt auf direkten Kundenkontakt und hat damit Erfolg.Es geht auch anders. Statt auf langweilige 08/15-Sujets, ganzseitige Inserate und viel nackte Haut setzt Juvena of Switzerland auf augenfällige Botschaften und Point-of-Sale-
Aktivitäten. Jüngstes Beispiel der aussergewöhnlichen Werbestrategie von Juvena ist die Körperpflegelinie Body. Vor wenigen Monaten wurde die neue Linie lanciert. Ohne Plakate und Inserate. Geworben wurde nur mit stilvoll gestalteter Direktwerbung und verkaufsunterstützenden Massnahmen wie Sampling, Merchandising, edlen Kundenbroschüren und den Produkten selbst. «Wir sind der Meinung, dass wir durch die starke Fokussierung auf den Verkaufsort unseren Kunden so am gerechtesten werden», sagt Corinne Züblin, PR Coordinator von Juvena Schweiz.
Zurück zum KerngeschäftEinen Anteil von acht Prozent am Gesamtumsatz von Juvena soll die neue Linie bis Ende Jahr in der Schweiz erreichen. Überdies soll sie helfen, Juvenas Marktposition in der Körperpflege zu stärken und ihre Positionierung zu festigen.
Nach wie vor gehört das Augenmerk aber der Gesichtspflege. Mit dieser erwirtschaftet Juvena derzeit 70 Prozent des weltweiten Umsatzes – «was die pharmazeutischen Wurzeln und die Spezialisierung in der Anti-Ageing-Hautpflege von Juvena widerspiegelt», wie es bei Juvena heisst. Aushängeschilder des Beauty-Herstellers sind denn auch die Klassikerlinie Juvenance, die im vergangenen Jahr eingeführte Pflegelinie Juvelia für die reife Haut, die Convenience-Linie Rejuven, die auf die jüngere Haut abgestimmte Personal Skin Collection und die Männerlinie Discover.
30 Prozent des Umsatzes verteilen sich auf die restlichen Produkte. In wenigen Monaten wird dieses Sortiment nun aber reduziert. Welche Produkte aus den Regalen der Parfümerien und Drogerien fliegen, will man bei Juvena aber noch nicht verraten.
Fokussierung auf die Kernkompetenz – die Gesichtspflege – heisst die neue Devise von Juvena. Mit dieser Produktelinie hat sich die Firma schliesslich einen Namen gemacht. Gegründet wurde sie vor bald 50 Jahren in einem pharmazeutischen Labor in Zürich. 1954, als man nur stark fettende, schwere, salbenartige Crèmen kannte, brachte Juvena die erste so genannte Light Crème auf den Markt und schaffte damit den Durchbruch. Seit 1967 werden die Pflegeprodukte in Baden-Baden produziert, entwickelt werden sie nach wie vor in Volketswil. Seit 1990 gehört Juvena dem deutschen Kosmetikmulti Beiersdorf.
Nach wie vor assoziieren viele Frauen Juvena mit positiven Schweizer Eigenschaften: Qualität, Sicherheit und Innovation. Aspekte, mit denen sich gute klassische Werbung treiben liesse, wie Katrin Leder, Gruppenleiterin und Account Director von FCB Leutenegger Krüll (FCBLK), erklärt. Seit Anfang Jahr betreut die Agentur den Etat von Juvena (International), konzipiert neue Werbeideen und arbeitet eng mit der eigenen Werbeabteilung von Juvena zusammen. Vier bis fünf Auftritte für verschiedene Produkte und Produktlinien arbeitet FCBLK jährlich für Juvena aus.
Werbetechnisch vieles machbarWie hoch der Etat ist, will bei FCBLK niemand verraten. Investiert wird – so Juvena – primär in POS-Aktivitäten und in die interne Ausbildung des Verkaufspersonals. «Klassische Grossauftritte haben
in diesem Kontext momentan keine Priorität», heisst es beim Kosmetikahersteller. Zum Nachteil von FCB Leutenegger Krüll. Dort fuchst es die Kreativen hinter vorgehaltener Hand, nicht mehr klassische Werbung für Juvena kreieren zu können. Dennoch ist man bei der Agentur überzeugt: «Juvena ist als Kunde sehr interessant», sagt Kathrin Leder. Denn es gäbe nicht viele Marken, die so innovativ seien. «Juvena entwickelt regelmässig neue, aussergewöhnliche Produkte und hat eine ausgesprochen interessante Produktepalette. Mit diesem Potenzial könnte man werbetechnisch gesehen viel machen.»
Eine erste Chance, für Juvena klassisch zu werben, werden die CDs und ADs vielleicht schon bald bekommen. Bis zum Herbst wird weltweit das Redesign des Packaging umgesetzt sein. Analog zum neuen Auftritt der Marke Juvena of Switzerland wird anstelle der einzelnen Linien der Brand in den Vordergrund gestellt. Somit erhält das gesamte Portfolio ein Upgrading durch einen einheitlichen Auftritt. Wie er begleitet wird, steht allerdings noch nicht fest. Bei FCBLK hofft man auf einen klassischen Werbeauftritt. «Ideen hätten wir genug», verrät Leder.
Juvena will bis Ende Jahr seinen Kosmetikaverpackungen ein einheitliches Gesicht geben.

Kundendialog mit Schönheitsgarantie: Folder von Juvena für Body.
Schwieriger Kunde, der an klassischer Werbung kaum interessiert ist: Juvena.
Annelies Friedli

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