Kleines Format – grosse Wirkung
Druck Die Heidelberger Druckmaschinen AG (Heidelberg) bekräftigt mit neuen Angeboten ihr Engagement für KMU.
Druck Die Heidelberger Druckmaschinen AG (Heidelberg) bekräftigt mit neuen Angeboten ihr Engagement für KMU.Druckmaschinenhersteller und Lösungsanbieter Heidelberg hat im April Kunden des angestammten und für das Unternehmen sehr wichtigen Segments der kleineren und mittelgrossen Druckereien seine Lösungsangebote vorgestellt. Werner Albrecht, Vorsitzender der Geschäftsführung der Heidelberger Druckmaschinen Vertrieb Deutschland GmbH, orientierte dazu an den als Veranstaltungsreihe und unter dem Titel «Kleines Format – grosse Wirkung» konzipierten mehrtägigen Events auch die deutschsprachige Fachpresse über die Hintergründe der Veranstaltung. Er informierte dort ebenso über die Strategien des Unternehmens im Segment der kleineren Formate im Allgemeinen sowie über die Situation des für Heidelberg besonders wichtigen deutschen Marktes. Trübe AussichtenGemäss Werner Albrecht ist das Umfeld der Druckindustrie derzeit leider nicht von Wachstum geprägt – und läuft nicht synchron mit der Wirtschaft. Die Druckindustrie ist nach seinen Ausführungen ein «Spätzykler». Erst lange nach der Erholung anderer Branchen profitiert auch sie von einem wirtschaftlichen Aufschwung. «Unsere Kunden fühlen sich zudem unsicher. Sie wissen nicht, wohin die Reise geht», erklärt Albrecht die Befindlichkeit der Branche.
Wo soll ein Unternehmen heute investieren? In die Vorstufe, den Druck oder die Druckweiterverarbeitung? Dies sind die Fragen, die nicht nur deutsche, sondern auch Schweizer Druckereien in gleichem Masse beschäftigen.
Zunehmende ProduktivitätWerner Albrecht stellte fest, dass die deutsche Druckindustrie seit 1994 von 240000 um rund ein Fünftel auf 190000 Mitarbeitende geschrumpft ist. Damit habe sich die Situation aber noch nicht beruhigt, ergänzte er.
Ein Grund dafür ist die gesteigerte Produktivität. Sie hat zum Beispiel bei den Bogenoffsetmaschinen in zehn Jahren um über 100 Prozent zugenommen. Bei den Sammelheftern und anderen Weiterverarbeitungsmaschinen hat sich die Produktivität um 60 bis 70 Prozent verbessert. Trotz gestiegenem Bedarf an Drucksachen ist das Volumen hinter diesen Produktivitätsfortschritten zurückgeblieben. Dadurch sind freie Kapazitäten entstanden. «Diese freien Kapazitäten», so Albrecht, «tun dem Markt nicht gut. Sie sind problematisch, weil ein grösseres Angebot (negative) Konsequenzen bei den Preisen nach sich zieht.» Als weitere Kraft wirkt sich die Kostenoptimierung auf Seiten der «Kunden der Kunden» aus. Die Drucksacheneinkäufer beherrschten längst das Einmaleins der Betriebswirtschaft, hätten gelernt, was «Just-in-time-Production» ist, druckten kleinere Auflagen etc., sagte Albrecht.
Eine Differenzierung der Druckereien sieht Albrecht als Ausweg aus diesem Dilemma. Gerade die kleineren Formate böten noch genügend Potenzial. Die Verbindung von Zusatzausrüstungen in Druckmaschinen (Lackwerke, Stanz- oder Perforiereinrichtungen) mit kleinen und/ oder kompakten Weiterverarbeitungsmaschinen verschaffen Unternehmen die notwendigen Vorteile im Markt. Die Druckereien, die diese Strategien verfolgen, sind dadurch weniger austauschbar und können sich in der Folge dem Preisdruck ein Stück weit entziehen.
Bernd Blumberg, Product Manager für das Format 35 x 50 cm und 50 x 70 cm, stellte vor, was Heidelberg hier seinen Kunden an Lösungen bzw. Produkten zu bieten hat. Das Angebot reicht von entsprechenden PDF-Workflows (Druckvorstufe) über Möglichkeiten in der Inline-Veredelung zur kostengünstigen Herstellung von Matt-Glanz-Effekten (Druck) bis zu kompakten Falz- und Zusammentragmaschinen (Druckweiterverarbeitung). Viele dieser Möglichkeiten wurden am Event anhand von Praxisbeispielen live vorgeführt (siehe Kasten).
Verbessertes ServiceangebotUm für die kleineren Druckereien das Angebot übersichtlicher zu gestalten, hat Heidelberg die Kunden/ Druckereien in drei Geschäftsmodelle (Akzidenzdrucker/Kostenführer/Spezialist) unterteilt. Mit entsprechenden Workflows, Produkten und Lösungen zeigt Heidelberg, dass sie die Bedürfnisse dieser wichtigen Kundengruppe ernst nimmt.
Neben der Unterstützung der Kunden beim Materialverbrauch und der Reduzierung der Makulatur setzt Heidelberg zukünftig verstärkt auch auf Dienstleistungen. «Es genügt nicht mehr, hochwertige Produkte und Standardservices anzubieten. Das Angebot muss erweitert werden», sagte Werner Albrecht zu diesem Thema. «Auch wir müssen uns abheben im Wettbewerb. Wichtig ist zwar ein guter Preis, aber wichtiger ist auch eine Differenzierung.»
Gewinn nach verlustreichen JahrenSeit dem Jahr 2001 haben sich die Gesamtinvestitionen im für Heidelberg wichtigsten Markt Deutschland in den Bereichen Vorstufe, Druck und Weiterverarbeitung von 1,2 Milliarden auf 700 Millionen in diesem Jahr fast halbiert. Dieser Umstand hat das Unternehmen stark getroffen. Die Konsequenz war der Verkauf des Rollen- und Digitaldruckgeschäfts, nachdem in den Geschäftsjahren 2002/2003 und 2003/2004 Verluste von 120 Millionen und dann 600 Millionen Euro entstanden waren.
Nach dem Verkauf der beiden Sparten hat Heidelberg die Kehrtwende geschafft. Auch dank einer neuen Kostenstruktur konnte die Firma 2004 wieder 61 Millionen Euro Gewinn erwirtschaften. Heute hat sich Heidelberg auf die Standbeine Vorstufe, Druck und Weiterverarbeitung sowie Services ausgerichtet. (jf)
Möglichkeiten der DifferenzierungGrosses Potenzial liegt in der Inline-Veredelung und beim Finishing:
– Verarbeiten von Duftlack
Auftrag eines mikroverkapselten Duftstoffs, vollflächig oder partiell
– Lackieren Dispersions-, UV- oder Blisterlack – Drip-off-Lackierung
Kostengünstige Lösungen für vollflächige und partielle Matt- und Glanzeffekte – MetalFX-Farben Kombination von Basisfarbe Silber mit CMYK ermöglicht Wiedergabe von Metallicfarben
– Die-CuttingGleichzeitiges An- oder Durchstanzen von zum Beispiel Selbstklebematerialien für Sticker (jf)
Jürgen Franck
Wo soll ein Unternehmen heute investieren? In die Vorstufe, den Druck oder die Druckweiterverarbeitung? Dies sind die Fragen, die nicht nur deutsche, sondern auch Schweizer Druckereien in gleichem Masse beschäftigen.
Zunehmende ProduktivitätWerner Albrecht stellte fest, dass die deutsche Druckindustrie seit 1994 von 240000 um rund ein Fünftel auf 190000 Mitarbeitende geschrumpft ist. Damit habe sich die Situation aber noch nicht beruhigt, ergänzte er.
Ein Grund dafür ist die gesteigerte Produktivität. Sie hat zum Beispiel bei den Bogenoffsetmaschinen in zehn Jahren um über 100 Prozent zugenommen. Bei den Sammelheftern und anderen Weiterverarbeitungsmaschinen hat sich die Produktivität um 60 bis 70 Prozent verbessert. Trotz gestiegenem Bedarf an Drucksachen ist das Volumen hinter diesen Produktivitätsfortschritten zurückgeblieben. Dadurch sind freie Kapazitäten entstanden. «Diese freien Kapazitäten», so Albrecht, «tun dem Markt nicht gut. Sie sind problematisch, weil ein grösseres Angebot (negative) Konsequenzen bei den Preisen nach sich zieht.» Als weitere Kraft wirkt sich die Kostenoptimierung auf Seiten der «Kunden der Kunden» aus. Die Drucksacheneinkäufer beherrschten längst das Einmaleins der Betriebswirtschaft, hätten gelernt, was «Just-in-time-Production» ist, druckten kleinere Auflagen etc., sagte Albrecht.
Eine Differenzierung der Druckereien sieht Albrecht als Ausweg aus diesem Dilemma. Gerade die kleineren Formate böten noch genügend Potenzial. Die Verbindung von Zusatzausrüstungen in Druckmaschinen (Lackwerke, Stanz- oder Perforiereinrichtungen) mit kleinen und/ oder kompakten Weiterverarbeitungsmaschinen verschaffen Unternehmen die notwendigen Vorteile im Markt. Die Druckereien, die diese Strategien verfolgen, sind dadurch weniger austauschbar und können sich in der Folge dem Preisdruck ein Stück weit entziehen.
Bernd Blumberg, Product Manager für das Format 35 x 50 cm und 50 x 70 cm, stellte vor, was Heidelberg hier seinen Kunden an Lösungen bzw. Produkten zu bieten hat. Das Angebot reicht von entsprechenden PDF-Workflows (Druckvorstufe) über Möglichkeiten in der Inline-Veredelung zur kostengünstigen Herstellung von Matt-Glanz-Effekten (Druck) bis zu kompakten Falz- und Zusammentragmaschinen (Druckweiterverarbeitung). Viele dieser Möglichkeiten wurden am Event anhand von Praxisbeispielen live vorgeführt (siehe Kasten).
Verbessertes ServiceangebotUm für die kleineren Druckereien das Angebot übersichtlicher zu gestalten, hat Heidelberg die Kunden/ Druckereien in drei Geschäftsmodelle (Akzidenzdrucker/Kostenführer/Spezialist) unterteilt. Mit entsprechenden Workflows, Produkten und Lösungen zeigt Heidelberg, dass sie die Bedürfnisse dieser wichtigen Kundengruppe ernst nimmt.
Neben der Unterstützung der Kunden beim Materialverbrauch und der Reduzierung der Makulatur setzt Heidelberg zukünftig verstärkt auch auf Dienstleistungen. «Es genügt nicht mehr, hochwertige Produkte und Standardservices anzubieten. Das Angebot muss erweitert werden», sagte Werner Albrecht zu diesem Thema. «Auch wir müssen uns abheben im Wettbewerb. Wichtig ist zwar ein guter Preis, aber wichtiger ist auch eine Differenzierung.»
Gewinn nach verlustreichen JahrenSeit dem Jahr 2001 haben sich die Gesamtinvestitionen im für Heidelberg wichtigsten Markt Deutschland in den Bereichen Vorstufe, Druck und Weiterverarbeitung von 1,2 Milliarden auf 700 Millionen in diesem Jahr fast halbiert. Dieser Umstand hat das Unternehmen stark getroffen. Die Konsequenz war der Verkauf des Rollen- und Digitaldruckgeschäfts, nachdem in den Geschäftsjahren 2002/2003 und 2003/2004 Verluste von 120 Millionen und dann 600 Millionen Euro entstanden waren.
Nach dem Verkauf der beiden Sparten hat Heidelberg die Kehrtwende geschafft. Auch dank einer neuen Kostenstruktur konnte die Firma 2004 wieder 61 Millionen Euro Gewinn erwirtschaften. Heute hat sich Heidelberg auf die Standbeine Vorstufe, Druck und Weiterverarbeitung sowie Services ausgerichtet. (jf)
Möglichkeiten der DifferenzierungGrosses Potenzial liegt in der Inline-Veredelung und beim Finishing:
– Verarbeiten von Duftlack
Auftrag eines mikroverkapselten Duftstoffs, vollflächig oder partiell
– Lackieren Dispersions-, UV- oder Blisterlack – Drip-off-Lackierung
Kostengünstige Lösungen für vollflächige und partielle Matt- und Glanzeffekte – MetalFX-Farben Kombination von Basisfarbe Silber mit CMYK ermöglicht Wiedergabe von Metallicfarben
– Die-CuttingGleichzeitiges An- oder Durchstanzen von zum Beispiel Selbstklebematerialien für Sticker (jf)
Jürgen Franck
