Hassliebe
René Worni über den Aufstand gegen die Publicitas.
René Worni über den Aufstand gegen die Publicitas.Publicitas ist allüberall. Kaum ein Kaff, wo die PubliGroupe-Tochter nicht eine Inserateannahmestelle betreibt. Publicitas beliefert alle Printmedien mit Inseraten, auch solche, mit denen sie nicht unter Vertrag steht. Ihre unangefochtene Stellung in der Schweizer Printlandschaft zeitigte auch schon wettbewerbsrechtliche Vorbehalte. «Wenn wir die Aufmerksamkeit der Weko nicht auf uns ziehen, dann machen wir unseren Job nicht richtig», pflegt PubliGroupe-Generaldirektor Hans-Peter Rohner gelegentlich zu sagen. Die Perspektive sorgt nicht wirklich für Behagen.
Jetzt gärt es im Printbusiness, dem Kerngeschäft des Konzerns. Immer mehr Verlage wenden sich vom Giganten ab, die sich über Jahre nicht mit offener Kritik exponieren wollten. Denn alle sind auf die Publicitas-Dienstleistungen angewiesen. Seit Tamedia vor zwei Jahren im Zuge der Annäherung von PubliGroupe und NZZ begann, Mediaagenturen zu belohnen, welche die Publicitas übergingen, ist eine Lawine am Rollen. Die Liste mit Verlagen, die ähnliche Entschädigungen und Rabatte gewähren, wird lang und länger. Das scheint mehr zu sein als blosser Kampf um Marktanteile. Auch vertraglich gebundene so genannte Regietitel gehen über die Bücher. Sie nehmen das Inserategeschäft bei der ersten sich bietenden Gelegenheit selber in die Hand.
Die Gründe sind meist vielschichtig. Neu dabei ist, dass man der Kritik an der Publicitas Taten folgen lässt. So betreut zum Beispiel die Basler Zeitung ihre Key Accounts über eine eigene Firma und besorgt das Inserategeschäft in Liestal im Kampf gegen die Basellandschaftliche Zeitung selber. Man hält die Publicitas nicht für fähig, zwei Konkurrenten im Markt gleichermassen fair zu bedienen.
Offene Kritik hagelt es auch im neuen Presseverbund Nordostschweiz, der sich gänzlich abnabeln und den Inserateverkauf selber an die Hand nehmen will. Man stellte wiederholt fest, dass es der Publicitas egal ist, ob sie eine einzige oder eine Allianz von sechs Zeitungen verkauft und sich massgeschneiderten Lösungen verschloss. Da und dort macht sich angestaute Hassliebe gegen einen Konzern Luft, der sich zwar ausdrücklich dem Erhalt der Pressevielfalt verschrieben hat, doch diese vielleicht nicht immer ganz ernst nimmt.
René Worni, Redaktor
Jetzt gärt es im Printbusiness, dem Kerngeschäft des Konzerns. Immer mehr Verlage wenden sich vom Giganten ab, die sich über Jahre nicht mit offener Kritik exponieren wollten. Denn alle sind auf die Publicitas-Dienstleistungen angewiesen. Seit Tamedia vor zwei Jahren im Zuge der Annäherung von PubliGroupe und NZZ begann, Mediaagenturen zu belohnen, welche die Publicitas übergingen, ist eine Lawine am Rollen. Die Liste mit Verlagen, die ähnliche Entschädigungen und Rabatte gewähren, wird lang und länger. Das scheint mehr zu sein als blosser Kampf um Marktanteile. Auch vertraglich gebundene so genannte Regietitel gehen über die Bücher. Sie nehmen das Inserategeschäft bei der ersten sich bietenden Gelegenheit selber in die Hand.
Die Gründe sind meist vielschichtig. Neu dabei ist, dass man der Kritik an der Publicitas Taten folgen lässt. So betreut zum Beispiel die Basler Zeitung ihre Key Accounts über eine eigene Firma und besorgt das Inserategeschäft in Liestal im Kampf gegen die Basellandschaftliche Zeitung selber. Man hält die Publicitas nicht für fähig, zwei Konkurrenten im Markt gleichermassen fair zu bedienen.
Offene Kritik hagelt es auch im neuen Presseverbund Nordostschweiz, der sich gänzlich abnabeln und den Inserateverkauf selber an die Hand nehmen will. Man stellte wiederholt fest, dass es der Publicitas egal ist, ob sie eine einzige oder eine Allianz von sechs Zeitungen verkauft und sich massgeschneiderten Lösungen verschloss. Da und dort macht sich angestaute Hassliebe gegen einen Konzern Luft, der sich zwar ausdrücklich dem Erhalt der Pressevielfalt verschrieben hat, doch diese vielleicht nicht immer ganz ernst nimmt.
René Worni, Redaktor
