Epica auf den Tracks der Seidenstrasse
Im Osten passiert es. Deshalb hat sich der ursprünglich europäische Award jetzt Richtung aufgehende Sonne geöffnet. Neuerdings auch Werbung aus Indien und China misst sich in diesen Stunden in Paris mit 155 Ideen von 12 Agenturen aus der Schweiz. Die Werbewoche ist vor Ort.
In seinem letzten «Amtsjahr» kann oder muss Andrew Rawlins in dieser Woche von Dienstag bis Freitag 3893 Einreichungen von 648 Agenturen aus 62 Länder durch einen täglich zwölfstündigen Jury-Marathon peitschen. Bewertet werden die Arbeiten von Vertretern aus den Redaktion internationaler Fachzeitschriften wie «Briefing» aus Portugal, «Brand News» aus Italien, «Marketing Türkiye», «New Moment» aus Serbien oder «Werbewoche» aus der Schweiz. Insgesamt sind aktuell in Paris 41 Magazine oder Webseiten aus 34 Ländern vertreten.
Sechs neue Titel von Kanada, Indien, Singapur, China, Australien und den Philippinen hat Epica in seine Runde gewinnen können. Synchron zu dieser globalen Öffnung haben 78 Agenturen aus 18 neuen Ländern erstmals Arbeiten eingereicht. Die Beiträge aus den 2012 neu dazu gekommenen Nationen machen bereits 14 Prozent der totalen Einreichungen aus. Dank dieser Öffnung durfte das Festival auch 2012 ein Wachstum verzeichnen, obwohl die Kampagnen aus den traditionellen Epica-Ländern um 4 Prozent zurück gegangen sind.
«Ich bin gespannt, wo die generelle Entwicklung bei Kreativwettbewerben noch hinführen wird, nachdem zum Beispiel Scholz & Friends in Deutschland beschlossen hat, nicht nur aus finanziellen sondern auch ideellen Gründen auf Wettbewerbe zu verzichten. Jung von Matt will nur noch jedes zweite Jahr mitmachen», fragt sich Michael Weinzettl, der Jury-Vertreter von Lürzer’s Archiv in Paris. «Bei uns ist das Interesse an solchen Wettbewerben enorm. Es herrscht eine richtige Goldgräberstimmung in der Werbung», weiss hingegen Annurag Batra aus Indien, der in seinem Land gleich mehrere Publikationen wie unsere Werbewoche betreut.
Mit ihrem Auftritt in Paris ist die Schweiz mit 155 Einreichungen im vorderen Feld zu finden. Aus Österreich sind 44 Beiträge im Rennen, Deutschland 721, USA 194, England 358 oder Italien 87. Puerto Rico, Zypern, Kambodscha und Nigeria spielen mit nur je einem Beitrag die Aussenseiter-Rolle, welche die Schweiz in den letzten Jahren meistens am European Song Contest spielen musste. Aber im Bereich Werbung kann unsere Stimme nicht mehr überhört werden.
Welche der 155 Arbeiten von 12 Agenturen aus der Schweiz mit einem Epica-Award ausgezeichnet werden, darf die Werbewoche am Freitagabend vermelden. Die beim elektronischen Voting komplizierter zu ermittelnden Bronze- und Silbergewinner sollen bis kommenden Mittwoch errechnet sein.
Andreas Panzeri
