Beste Werbung für Werbung

Gastkommentar Frank Bodin sind anlässlich der Verleihung der Goldwürfel sieben Dinge aufgefallen.

Gastkommentar Frank Bodin sind anlässlich der Verleihung der Goldwürfel sieben Dinge aufgefallen.1. Schweizer Werbung ist Weltklasse: Wenn es für den Film «Hochzeitstag» für Fleurop der Walker Werbeagentur Platin oder einen Grand Prix gegeben hätte, er wäre von der Jury verliehen worden. «Hochzeitstag» darf zu einem der grossen Favoriten aus der Schweiz an den grossen internationalen Festivals gezählt werden.2. Die Schweiz ist auch ein Filmland: Dass der 2006er einer der besten Filmjahrgänge der Schweiz überhaupt ist, zeigen die beiden weiteren Film-Goldwürfel. Insgesamt schafften es nur elf Spots auf die Film-Shortlist – womit gesagt ist, dass man auch auf eine Shortlist-Platzierung Stolz sein darf.  
3. Qualität schlägt Quantität: Als vor einigen Jahren Qualitätskriterien nach internationalen Standards für den ADC Schweiz gefordert wurden, gab es einen Auf-schrei. Heute kann sie fast jeder Kreative auswendig: in erster Linie nach Qualitätskriterien zu jurieren statt nach Quoten zeigt positive Folgen. Die sehr guten Arbeiten sind klarer von den guten zu unterscheiden. Und das Niveau der Spitzenkreation aus der Schweiz ist gestiegen. Womit der vor Jahren von Martin Suter formulierte Satz «Der ADC verbessert die Werbung, in dem er sie juriert» vielleicht doch seine Richtigkeit hat. Die Qualitätskriterien haben noch eine weitere Folge: Die Agenturen sind selbstkritischer – bereits bei den Einsendungen. Kaum eine Agentur reicht chancenlose Arbeiten ein, um mit einem Kunden vertreten zu sein. So erklärt sich, dass dieses Jahr 141 Arbeiten weniger als letztes Jahr eingereicht wurden.
4. Mehr ausgezeichnete Werbung mit mehr Relevanz: Unter den Gewinnern sind bekannte Auftraggeber und Marken vertreten. Auch wenn der ADC in erster Linie Kreativität und Innovation beurteilt, so ist die Relevanz der Werbung bei der Vergabe von Edelmetall auch ein Kriterium – Bastelarbeiten und Fakes haben es schwer.
5. Ausgezeichnete Arbeiten für ausgezeichnete Kunden von ausgezeichneten Agenturen: 35 Agenturen dürfen sich mit ihren Auftraggebern über mindestens eine Shortlist freuen. Mit fünf Goldwürfeln ist die Walker Werbeagentur sicher
die grosse Gewinnerin dieses Jahrgangs. Die meisten Auszeichnungen macht ein Kreativ-Oktett unter sich aus: Walker, SFLB, Wirz, Publicis, Ruf Lanz, AY&R, Euro RSCG Switzerland, Jung von Matt.  
6. Definitionsschwierigkeiten in den Kategorien New Media, Gesamtkampagne, Low-’n’-now-Budget, POS, Verkaufsförderung: Dass eine Unterhose auch Aussenwerbung sein soll, zeigt die Kreativität bereits bei den Einreichungen. In einigen Kategorien sind die Auslegungen zum Teil schon fast abenteuerlich – der ADC-Vorstand wird das Problem anpacken.  
7. The Spirit of ADC: Im Gold- und Silber-Level waren sich die Jurymitglieder oft einig, während die eine oder andere Bronze doch die eine oder andere Diskussion nach sich zog: Die Differenzierung reicht da zumindest verbal von «schlechter Bronze» bis «Wohlfühl-Bronze». Fest steht aber, dass mit dem neuen Jurierungssystem jede einreichende Agentur die gleiche Chance hat – dass kleine Agenturen mit wenigen oder überhaupt keinen ADC-Mitgliedern nicht benachteiligt sind, verdeutlicht das diesjährige Resultat, welches beste Werbung für die beste Werbung der Schweiz ist.
Frank Bodin ist Präsident und CEO der Werbeagentur Euro RSCG.

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