Bei den Stars sein oder nicht sein, ist doch keine Frage
Zeitschriften Zum dritten Mal in Folge dramatisiert die Schweizer Illustrierte mit einer von Wirz konzipierten Kampagne ihre guten Beziehungen zu Schweizer Promis.
Zeitschriften Zum dritten Mal in Folge dramatisiert die Schweizer Illustrierte mit einer von Wirz konzipierten Kampagne ihre guten Beziehungen zu Schweizer Promis.
Paparazzi: Für Berühmtheiten ein leidvolles Thema, für manches People-Blatt indes Grundlage seiner Skandalstories. Nicht aber für die Schweizer Illustrierte (SI), die sich seit rund zehn Jahren «als einziges Schweizer People-Magazin» (Eigendeklaration) im Markt positioniert.
Für die Ringier-Wochenzeitschrift ist die Verwendung solcher Bilder kein Thema. Die hat die SI auch gar nicht nötig – das behauptet zumindest der vor zwei Jahren von der Agentur Wirz eingeführte Kampagnenclaim «Näher bei den Stars». Denn SI-Fotografen brauchen kein Super-Teleobjektiv – ganz zum Frust der Paparazzi. Deren Unmut über die fehlende Nähe zu «ihren» Stars haben die Wirz-Kreativen bei der Claim-Einführung 2001 auch visuell ausgenutzt und auf unscharfen Schnappschüssen jeweils eine SI-Reporterin oder einen SI-Reporter neben Prominenten gezeigt.
Während dieses Konzept auf Inseraten sehr gut funktionierte, wie Wirz-CD Matthias Freuler erklärt, habe dem Publikum bei den Plakaten die Referenz gefehlt. Für die letztjährige Kampagne habe man sich darum auf eine neue Bildsprache geeinigt: Der Star lässt den SI-Reporter an seinen Tätigkeiten teilhaben. Dieses Konzept soll die Zeitschrift auch dieses Jahr unterstützen, um «ihre rund eine Million Leser zu halten und kontinuierlich die Auflage zu steigern», wie Verlagsleiter Urs Heller kommentiert.
Gute Kontakte genutzt
Nach Ex-Miss-Schweiz Mahara McKay und Goalie Martin Zuberbühler springt heuer Gold-Simi (Amman) mit dem SI-Reporter auf der Schanze um die Wette und Melanie Winiger planscht mit dem Fotografen in der Wanne. «Als wir mit dieser Kreativstrategie gestartet sind, war es für uns nicht zwingend, ‹echte› Prominente abzubilden», erklärt Matthias Freuler. Trotzdem waren die Verantwortlichen auf Kundenseite der Ansicht, dass man die bestehenden guten Kontakte für den Auftritt nutzen sollte. Freuler: «Es ist toll, mit Stars, insbesondere mit Profis wie Melanie Winiger, zu arbeiten, aber die Kampagne funktioniert auch ohne bekannte Gesichter.»
Das wurde bereits letztes Jahr unter Beweis gestellt: Die Sujets «Yoga» und «Ballett» lebten allein von der jeweiligen Synchronsituation der Models – waren als Postermotive aber nicht minder begehrt wie McKay oder Zuberbühler, freut sich Freuler. Auch dieses Jahr zeigt eine (noch) unbekannte südafrikanische Nixe neben dem obligaten SI-Reporter ihre Wasserski-Künste, derweil sich ein anderer SI-Mitarbeiter den Kopf abschlagen lässt, um «unauffällig» nahe beim Hamlet-Darsteller zu sein.
Dabei legt Freuler Wert darauf, dass die Reporter als Begleitpersonen und nicht als Freunde der «Stars» verstanden werden. Das Outfit soll dies verdeutlichen: Während die porträtierte Person der jeweiligen Tätigkeit angepasst gekleidet ist, präsentiert sich der SI-Mann immer in Reporterkluft – selbst auf Wasserskiern oder in der Wanne. Der Eindruck, die beiden Personen seien verbandelt, solle unbedingt vermieden werden, betont der Wirz-Kreative.
Den Erfolg der zweijährigen Kampagnenstrategie – die Auftritte holten nationale und internationale Preise – führt Freuler auf die leicht verständliche Bildsprache zurück. Diese Kommunikation mit wenig Worten freut auch den Verlagsleiter: «Selbst auf der Anzeige stehen nur vier Worte und das sind die gleichen, die der Chefredaktor zu seiner Redaktion sagt».
Selbst in unmittelbarer Promi-Nähe behält der SI-Reporter sein klassisches Outfit.
Simone Keller
Paparazzi: Für Berühmtheiten ein leidvolles Thema, für manches People-Blatt indes Grundlage seiner Skandalstories. Nicht aber für die Schweizer Illustrierte (SI), die sich seit rund zehn Jahren «als einziges Schweizer People-Magazin» (Eigendeklaration) im Markt positioniert.
Für die Ringier-Wochenzeitschrift ist die Verwendung solcher Bilder kein Thema. Die hat die SI auch gar nicht nötig – das behauptet zumindest der vor zwei Jahren von der Agentur Wirz eingeführte Kampagnenclaim «Näher bei den Stars». Denn SI-Fotografen brauchen kein Super-Teleobjektiv – ganz zum Frust der Paparazzi. Deren Unmut über die fehlende Nähe zu «ihren» Stars haben die Wirz-Kreativen bei der Claim-Einführung 2001 auch visuell ausgenutzt und auf unscharfen Schnappschüssen jeweils eine SI-Reporterin oder einen SI-Reporter neben Prominenten gezeigt.
Während dieses Konzept auf Inseraten sehr gut funktionierte, wie Wirz-CD Matthias Freuler erklärt, habe dem Publikum bei den Plakaten die Referenz gefehlt. Für die letztjährige Kampagne habe man sich darum auf eine neue Bildsprache geeinigt: Der Star lässt den SI-Reporter an seinen Tätigkeiten teilhaben. Dieses Konzept soll die Zeitschrift auch dieses Jahr unterstützen, um «ihre rund eine Million Leser zu halten und kontinuierlich die Auflage zu steigern», wie Verlagsleiter Urs Heller kommentiert.
Gute Kontakte genutzt
Nach Ex-Miss-Schweiz Mahara McKay und Goalie Martin Zuberbühler springt heuer Gold-Simi (Amman) mit dem SI-Reporter auf der Schanze um die Wette und Melanie Winiger planscht mit dem Fotografen in der Wanne. «Als wir mit dieser Kreativstrategie gestartet sind, war es für uns nicht zwingend, ‹echte› Prominente abzubilden», erklärt Matthias Freuler. Trotzdem waren die Verantwortlichen auf Kundenseite der Ansicht, dass man die bestehenden guten Kontakte für den Auftritt nutzen sollte. Freuler: «Es ist toll, mit Stars, insbesondere mit Profis wie Melanie Winiger, zu arbeiten, aber die Kampagne funktioniert auch ohne bekannte Gesichter.»
Das wurde bereits letztes Jahr unter Beweis gestellt: Die Sujets «Yoga» und «Ballett» lebten allein von der jeweiligen Synchronsituation der Models – waren als Postermotive aber nicht minder begehrt wie McKay oder Zuberbühler, freut sich Freuler. Auch dieses Jahr zeigt eine (noch) unbekannte südafrikanische Nixe neben dem obligaten SI-Reporter ihre Wasserski-Künste, derweil sich ein anderer SI-Mitarbeiter den Kopf abschlagen lässt, um «unauffällig» nahe beim Hamlet-Darsteller zu sein.
Dabei legt Freuler Wert darauf, dass die Reporter als Begleitpersonen und nicht als Freunde der «Stars» verstanden werden. Das Outfit soll dies verdeutlichen: Während die porträtierte Person der jeweiligen Tätigkeit angepasst gekleidet ist, präsentiert sich der SI-Mann immer in Reporterkluft – selbst auf Wasserskiern oder in der Wanne. Der Eindruck, die beiden Personen seien verbandelt, solle unbedingt vermieden werden, betont der Wirz-Kreative.
Den Erfolg der zweijährigen Kampagnenstrategie – die Auftritte holten nationale und internationale Preise – führt Freuler auf die leicht verständliche Bildsprache zurück. Diese Kommunikation mit wenig Worten freut auch den Verlagsleiter: «Selbst auf der Anzeige stehen nur vier Worte und das sind die gleichen, die der Chefredaktor zu seiner Redaktion sagt».
Selbst in unmittelbarer Promi-Nähe behält der SI-Reporter sein klassisches Outfit.
Simone Keller
