Auf Wolke 7

Vorstufe Mit Acrobat 7 setzt Adobe seinen bereits eingeschlagenen Weg fort. Es gibt auch für die Druckvorlagen wichtige Änderungen zur Version 6.

Vorstufe Mit Acrobat 7 setzt Adobe seinen bereits eingeschlagenen Weg fort. Es gibt auch für die Druckvorlagen wichtige Änderungen zur Version 6.Das Portable Document Format (PDF) ist ein Multitalent und für die grafische Industrie zum wichtigsten Format beim elektronischen Datenaustausch von Druckvorlagen geworden. Statt «offener» QuarkXPress- oder InDesign-Dokumente samt den notwendigen Schriften, Logos oder Bildern zu versenden, genügt heute, ein «geschlossenes» PDF-Dokument zu verwenden.Ebenfalls geeignet ist das vielseitige Format als elektronisches Dokument. Als Vision verfolgt PDF-Entwickler und -Gralshüter Adobe schon seit mehr als zehn Jahre die Ablösung des Papierdokuments durch sein elektronisches Äquivalent. Heisst: Statt Dokumente auszudrucken, sie auszufüllen und weiterzugeben oder weiter zu faxen, kann dieser Vorgang dank Acrobat-Technologie und PDF-Format komplett digital ablaufen.
Druckindustrie vernachlässigtNachdem erste PDF- bzw. Acrobat-Versionen das papierlose Büro propagierten (das damals «so» noch keiner wollte) und Adobe die Druckindustrie sträflich vernachlässigte, zeigte diese dem elektronischen Multitalent PDF ebenfalls lange die kalte Schulter. Was sollte man mit einem Dokument, das zwar vollständig ist und eine Druckvorlage darstellt, aber womit nicht einmal Beschnittzeichen platziert und auch nicht ausgegeben (belichtet) werden konnten? Adobes PDF war in seinen ersten Versionen für die professionelle Ausgabe unbrauchbar. Plug-in-Entwicklern (Hersteller von Zusatzsoftware) wie callas ist es zu verdanken, dass sich diese Situation änderte. Olaf Drümmer, callas-Geschäftsführer aus Berlin, und der frühere PostScript-Promotor und heutige PDF-Experte Stephan Jaeggi aus Binningen konnten die grafischen Betriebe in Deutschland, der Schweiz und sogar weltweit von den Vorzügen des Formats für die Druckindustrie auf Seminaren überzeugen. Seither hat sich PDF zum wichtigsten Datenformat für die Druckvorstufe entwickelt.
«Unleash the power of intelligent Adobe PDF documents» – diesen Slogan hat sich Adobe für Acrobat 7 vorgenommen. Es geht auch bei der neusten Version nicht vordergründig um Druckvorlagen, sondern um Dokumente, die mit «intelligenten» Funktionen ausgestattet werden können. Acrobat ist damit Teil einer grösseren Gesamttechnologie geworden; Adobe spricht von einer «Intelligent Document Plattform». Mit Hilfe von Acrobat 7 wird das PDF-Dokument zum Teil eines «Dokumentenlebenszyklusses».
Es können in PDF-Dokumenten Prozesse definiert werden, die in der gratis erhältlichen und ebenfalls aktualisierten Reader- oder der Acrobat-Software des Empfängers Aktivitäten auslösen. Mit neuen Funktionen können PDF-Dokumenten zusätzlich Rechte vergeben bzw. Sicherheitsmerkmale hinterlegt werden, ob der Empfänger des Dokuments dieses zum Beispiel drucken, bearbeiten und/oder speichern darf etc. Dazu nutzt der Erzeuger des Dokuments einen so genannten Policy Server. Auf diesem Server können die Regeln für die verschickten Dokumente hinterlegt werden.
Mehr SicherheitPolicies (Sicherheitsregeln) in Verbindung mit dem Policy Server erreichen eine neue Dimension im Bereich Sicherheit. Auf Grund der detaillierten Vergabe von Zugriffsrechten lässt sich die Nutzung eines PDF-Dokuments genau steuern. Nicht mehr nur im Dokument, sondern von einem Server wird die dynamische Zuordnung von Berechtigungen zur Überwachung der internen und externen Online- oder Offline-Nutzung festgelegt. Geregelt wird neben Funktionen wie Drucken, Kopieren auch zum Beispiel das Ausfüllen von Formularen, digitale Unterzeichnen, Kommentieren oder auch das Einfügen/Entfernen von Elementen.
Weitere Acrobat-7-DetailsNeu können nun nicht nur aus Office, sondern auch aus der E-Mail-Applikation Outlook PDFs erzeugt werden – zumindest auf der Windows-Plattform. Bei den «PDF-Mails» bleiben alle Links und Mailadressen weiterhin aktive Links zur entsprechenden Browser- oder Mailadresse. Beigefügte Dokumente (Attachements) werden ebenfalls integriert. Des Weiteren lassen sich in Outlook Express Gruppen von Mails zu PDF-Dokumenten zusammenfassen, was die Rückverfolgung von E-Mail-Korrespondenz deutlich vereinfachen wird.
Das Modul «Web Capture», geeignet für das Umwandeln von Webseiten in PDF-Dokumente, wurde dahingehend verbessert, dass nun Seitengrössen definiert werden können. Aus in PDF-Dokumenten selektierten Textpassagen kann neu direkt ein PDF erstellt werden – praktisch, wenn man nur einen Teil eines Dokuments benötigt. Die neue Funktion «Organizer» zeigt dem Anwender, wann welche Daten bearbeitet wurden etc. Dort können auch so genannte «Collections» erzeugt, diese per Drag & Drop mit unterschiedlichen Dokumenten gefüllt und dann zusammengefasst werden.
Die für die Windows-Plattform verfügbare und mit Acrobat 7 Professional mitgelieferte Software Adobe LiveCycle Designer ist das Werkzeug für die Herstellung von PDF-Formularen. Ähnlich einem Layoutprogramm lassen sich Eingabefelder mit oder ohne Plausibilitätsprüfung etc. zu einem Formular zusammenbauen. Automatisch werden im Hintergrund XML-Markierungen generiert. Ein Formular-Assistent vereinfacht dabei die Herstellung ab Vorlagen und ermöglicht damit auch die Rückmittlung der Daten. Zur einfacheren Erstellung solcher Formulare kann ähnlich wie bei einem Web-layoutprogramm zwischen Erstellungs-, XML- und PDF-Vorschau gewechselt werden.
Mit der Professional-Version sind nun auch Farbraumtransformationen innerhalb eines PDF-Dokuments möglich, können also RGB-Daten mittels Colormanagementprofil in CMYK separiert werden. Auch Technologien aus dem Adobe-Softwarepaket Creativ Suite haben bei Acrobat Einzug gehalten. Mit dem Ink Manager können (für die Ausgabe) Farben getauscht oder zusammengefasst werden. Neu kann ein PDF-Dokument in seinen Dimensionen vergrössert werden.
Neue Features sind u. a. die Einbettung des neuen Schriftenformats OpenType sowie ein überarbeitetes Datenprüfmodul (Preflight-Tool). Auch der vernetzten Produktion von Drucksachen trägt Acrobat 7 Rechnung, in dem es den als Job Definition Format bekannten JDF-Standard unterstützt. Nun können auf solche XML-codierte JDF-Daten zugegriffen und diese geändert werden. Somit wäre Acrobat auch eine Art «JDF-Client».
Acrobat 7Die Standard-Version von Adobe Acrobat beinhaltet die notwendigen Werkzeuge für die Erstellung und den Austausch von sicheren PDF-Dokumenten. Es lassen sich Dateien aus unterschiedlichen Anwendungen und Quellen in einem einzigen Dokument zusammenführen. Das PDF-Dokument wird damit zu einem Datencontainer.
Die Professional-Version erlaubt die Erstellung von PDFs aus Programmen wie AutoCAD oder Visio. Anwender können an Dokumentenprüfprozessen beteiligt werden; zudem lassen sich mit dem LiveCycle-Designer professionelle PDF-Formulare erzeugen. (jf)
Neben Acrobat Elements (für Unternehmen ab 100 Anwender) bietet Adobe auch unter Version 7 wieder eine Standard- (links) und eine Professional-Version.
Jürgen Franck

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