Aletschgebiet präsentiert sich in China einem Millionenpublikum
Am 4. August war einer der grössten chinesischen TV-Sender zu Gast in den Walliser Alpen und drehte eine Sendung. Aus Marketing-Sicht ein Coup.

«Wife’s Romantic Trip» heisst das Format des Senders Hunan TV. Chinesischen Frauen, die sich in ihrer Rolle als Mutter und Ehefrau nicht mehr selbst verwirklichen können, werden darin romantische Kurzurlaube ermöglicht. Es ist das grösste Projekt der TV-Gruppe dieses Jahr. Die ausgewählten Teilnehmerinnen sind echte Stars in China, wie zum Beispiel die Moderatorin Xie Na, die mit 105 Millionen Followern zu den meistgefolgten Personen auf Weibo, dem chinesischen Facebook-Pedant, gehört.

Dass das Staffelfinale mit einer Zeltübernachtung am Bettmersee gekrönt wurde, ist unter anderen Verdienst der Marketingorganisation Matterhorn Region (MRAG) und ihrem Partnernetzwerk auf den Fernmärkten.

Die 2017 von Valais/Wallis Promotion und seinen Partnern geschaffene Organisation Matterhorn Region hat das Ziel, Synergien zu nutzen und gemeinsam unter der Marke «Valais – Matterhorn Region» Wallis-Erlebnisse auf Fernmärkten wie Greater China, zu welchem Festlandchina, Hongkong und Taiwan gehören, Südkorea und Nordamerika zu vermarkten.
Matterhorn Region hat den Empfang des insgesamt 75-köpfigen Produktionsteams im Wallis organisiert und sich um die Formalitäten für die Filmgenehmigung gekümmert. «Dieser Dreh bietet dem Wallis einen einzigartigen Auftritt. Mehr als die Hälfte der chinesischen Bevölkerung sieht sich diese Sendung an, das heisst, fast 500 Millionen Menschen werden die Schönheit der Aletschregion entdecken», freut sich Mario Braide, CEO Matterhorn Region.

Laut Schweiz am Wochenende gehört Braide zu den profundesten Asien-Kennern im Walliser Tourismus. Vor zehn Jahren wurde er nach Asien geschickt, um eine Kehrtwende bei den rückläufigen Übernachtungszahlungen im Sommer einzuläuten. Heute gehören Reisegruppen aus China, Taiwan und Korea zu den wichtigsten Kunden der Region. Besonders in der Zwischensaison sei man auf diese angewiesen, sagt Hotelier Art Furrer. 6000 bis 8000 Übernachtungen buchen asiatische Gäste pro Jahr in Furrers Hotels – und ermöglichen so einen Ganzjahresbetrieb.
Sind es heute noch vorwiegend Gruppenreisen, die meist nach einer Nacht weiterziehen, hofft man im Wallis, in Zukunft auch vermehrt Individualtouristen aus China empfangen zu dürfen. Man wolle sich über Qualität definieren, nicht über Quantität, sagt Braide. Es gehe nicht darum, zu Dumpingpreisen kurzfristig die Betten zu füllen, sondern um eine nachhaltige Entwicklung. (hae)
