Zu guter Letzt: Obersalzberg entlässt Führer

Entlässt der Obersalzberg seine Gästeführer, treten die Medien ohne Umweg ins Titel-Näpfchen. Ob gewollt oder nicht, bleibt unklar.

Auf der Jagd nach kurzen, prägnanten Titeln kann es passieren, dass man am Ziel vorbeischiesst und gewisse Doppeldeutigkeiten im Eifer des Gefechts übersieht. So geschehen kürzlich im Zusammenhang mit der syrischen Giftgas-Vernichtung (Werbewoche.ch berichtete) – eindeutig ein unpassender Ausrutscher einer Redaktion. Entlässt das Institut für Zeitgeschichte München-Berlin (IFZ) sämtliche 22 Gästeführer des NS-Dokumentationszentrums auf dem Obersalzberg, so bieten sich doppeldeutige Titel geradezu an. Der Obersalzberg diente bekanntlich Adolf Hitler und anderen ranghohen Nationalsozialisten als langjährige Ferien- und Repräsentationsresidenz. Ende Oktober 2013 titelte Die Welt:

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Screenshot Welt.de

Obwohl zahlreiche Leserkommentare amüsiert auf die etwas verwirrende Überschrift hinweisen, hat die Redaktion auf eine Anpassung verzichtet. Die Vermutung liegt nahe, dass die Verantwortlichen den Humor der Leserschaft teilen. Nicht so die Süddeutsche Zeitung: Nachdem der wohl unbewusst gesetzte Titel in der Printausgabe für Erheiterung in den sozialen Medien und zahlreichen Blogs gesorgt hatte…

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via Twitter @mariusweiss

…passte die Zeitung den Artikel in der Online-Ausgabe an und änderte die Überschrift in «Obersalzberg entlässt alle Gästeführer». (hae)

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