Zu guter Letzt: Nespresso… what ever

Nestlé findet die George-Clooney-Parodie des israelischen Kapsel-Herstellers Espresso Club immer noch nicht lustig. Ein Schweizer Anwalt soll in Tel-Aviv für Ordnung sorgen.

Das israelische Unternehmen Espresso Club hat mit dem Marktführer Nespresso einiges gemeinsam: Kaffeekapseln, Kaffeemaschinen, Klubvertrieb. Wenig überraschend, passen Espresso-Club-Kapseln laut Espresso-club.co.il (und Google Translate…) auch in Nespresso-Maschinen. Mit diesen Ähnlichkeiten kann (und muss) Nespresso leben – den ganzen Kapselstreit haben wir in der Schweiz ja zur Genüge miterlebt.

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Nicht akzeptieren hingegen will Nestlé gewisse Gemeinsamkeiten in der Werbung. Die israelische Kaffeefirma macht nämlich auch vor dem Nespresso-Testimonial schlechthin nicht halt und setzt in den Spots ein George-Clooney-Double ein. Ein ziemlich Gutes: David Segal. Die Werbung richtet sich offensichtlich gegen den Konkurrenten und lässt den vermeintlichen Nespresso-Botschafter im Vergleich zur günstigen Konkurrenz alt aussehen.
 

Bereits vor zwei Jahren hat Nestlé den israelischen Kaffeehersteller deswegen verklagt. Zu stark die Verknüpfung von Clooney und Nespresso – Nestlé sah das Firmenimage in Gefahr. Die israelischen Richter hatten jedoch kein Gehör für die Anliegen des Schweizer Kaffee-Giganten, lehnten die Forderung nach 50'000 Dollar Schadenersatz und dem Kampagnen-Stopp ab und erlegten Nespresso laut Haaretz.com die Gerichtskosten von über 14'000 Dollar auf.

Doch vom Tisch war das Thema deswegen längst nicht. Espresso Club warb weiter, Nestlé ärgerte sich weiter. Wie Timesofisrael.com berichtet, geht der Streit nun in die nächste Runde. Vergangene Woche sei ein Schweizer Anwalt in Tel Aviv gelandet. Denn obwohl Espresso Club in den Werbungen einen Hinweis platziert, dass es sich beim gezeigten Mann nicht um George Clooney handle, sorgt sich Nespresso, bei den Konsumenten könne es durch die Spots zu Verwirrungen und Verirrungen kommen.

Gegenüber der Zeitung Yedioth Ahronoth zeigt sich Espresso-Club-CEO Oren Tal zuversichtlich, den Rechtsstreit erneut zu gewinnen. Auch wenn der Fall für Nestlé ein Präzendenzfall sei, den das Unternehmen um jeden Preis für sich entscheiden wolle. Tal ist der Meinung, die Forderung von Nestlé ergebe keinen Sinn. In der Werbung sei es normal, sich auf Konkurrenten zu beziehen und sich über sie lustig zu machen. Die Espresso-Club-Spots seien zudem klar als Parodie zu erkennen.

Nespresso hingegen ist der Meinung, die Kampagne überschreite die Form des fairen Wettbewerbs. Man investiere viel in die Markenbildung, lege grossen Wert auf Produktqualität und auf den Kundenservice, wird ein Sprecher zitiert. Es sei folglich verständlich, dass man sich gegen Versuche Dritter, auf dieser Reputation mitzureiten, das Unternehmen zu kopieren und die Kunden zu täuschen, wehre.

Ob die wertvolle Reputation am Ende durch den ungleichen Kampf David gegen Goliath nicht mehr Schaden nimmt, bleibt abzuwarten. Die Leserkommentare in den internationalen Medien lassen vermuten, dass sich Nestlé durch den neuerlichen Rechtsstreit zumindest keine neuen Freunde schafft. (hae)
 

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