Zu guter Letzt: Migros beleidigt Muslime
Strenggläubige Muslime fühlen sich von der Migros beleidigt. Denn das orientalische Bad in einem Zürcher Migros-Fitnesspark wird von einer Kalligrafie in arabischer Schrift geziert. Übersetzt steht da geschrieben: «Allah ist schön, er liebt die Schönheit.»
An sich kein Problem, wird sich da der Nicht-Muslim denken. Im Gegenteil, dieser Schriftzug ist ja schliesslich ein Kompliment an Allah, und die Muslime dürften sich geschmeichelt fühlen, dass ein westliches Unternehmen wie die Migros die Wand eines Bades mit diesen Worten schmückt. Falsch gedacht: Weil sich im Hamam Frauen und Männer gemeinsam und nur mit einem Tuch bedeckt aufhalten, empfinden strenggläubige Muslime den Schriftzug an diesem Ort als anstössig, wie die Sonntagszeitung weiss. Da aber strenggläubige Muslime nicht im Traum auf die Idee kommen würden, ein solches gemischtes Bad zu betreten, wäre der Schriftzug eigentlich gar kein Problem. War er auch nicht – bis die Migros kürzlich eine Werbeaktion gestartet hat und die Fotografie der «Allah»-Kalligrafie im Bad in der Gratiszeitung 20 Minuten erschienen ist. Seitdem herrscht Aufruhr. Beim Islamischen Zentralrat der Schweiz (IZRS), dem grössten Verein strenggläubiger Muslime in der Schweiz, melden sich seit Tagen immer wieder Mitglieder und Sympathisanten. Sie wollen wissen, ob das Wort «Allah» in einem Hamam mit halb nackten Menschen denn «halal», also regelkonform sei. IZRS-Sprecher Qaasim Illi hat die Frage von islamischen Gelehrten in Ägypten und Kuwait abklären lassen. Und kennt nun die Antwort: Schlimmer wäre es, den von der Migros verwendete Schriftzug zum Beispiel auf Schuhsohlen oder in Toiletten zu verwenden. Das seien ganz klar unreine Orte. Na, schliessen wir uns doch an.
Im Haman sei es etwas weniger schlimm, aber definitiv deplatziert. Die Migros übrigens lässt sich trotz des Trubels nicht aus der Ruhe bringen und bleibt gelassen – die Dekoration bleibt dort, wo sie ist.

