Zu guter Letzt: Ein Hoch auf die slowakische Sprache

In der Werbe- und Kommunikationsbranche wird es immer schwieriger, ohne Englischkenntnisse überhaupt noch ein Wort zu verstehen. Doch die Amerikanisierung unserer Sprache breitet sich unbeirrt weiter aus. Das Slowakische Kulturministerium hingegen will nun die Reinheit ihrer Sprache mit einem drastischen Gesetzesvorschlag schützen.

In der Werbe- und Kommunikationsbranche wird es immer schwieriger, ohne Englischkenntnisse überhaupt noch ein Wort zu verstehen. Und «Früher wurde in der Schweiz noch Schweizerdeutsch gesprochen», hört man von älteren Generationen immer öfter. Doch die Amerikanisierung unserer Sprache breitet sich unbeirrt weiter aus. Das Slowakische Kulturministerium hingegen will nun die Reinheit ihrer Sprache mit einem drastischen Gesetzesvorschlag schützen. Sprachsünder, die gegen die Regeln ihrer Muttersprache verstossen, sollen künftig mit bis zu 5000 Euro bestraft werden. Der Vorschlag soll demnächst dem Parlament vorgelegt werden. Die Begründung des Ministeriums für den Vorschlag ist der Verfall der Sprachkultur in den Medien und in der Öffentlichkeit. Viel zu häufig würden Fremdwörter verwendet werden, auch wenn es ein entsprechendes slowakisches Wort gebe. Die Gesetzesrevision würde jedoch auch Grammatik- und Rechtschreibefehler unter Strafe stellen. Voraussetzung für eine Bestrafung ist nach dem Gesetzesvorschlag das Vorliegen einer schriftlichen Beschwerde bezüglich eines Verstosses gegen das Sprachgesetz. Diese kann aber von jedermann beim Kulturministerium vorgebracht werden. Slowakische Medien warnten davor, dass dieser Vorschlag breiten Raum für Behördenwillkür eröffnen würde. Übernähme die Schweizer Regierung den slowakischen Gesetzesvorschlag, würde Opa sich möglicherweise wieder öfter mit seinem Enkel unterhalten. Und unsere Beamtenstuben würden von deutlich mehr Beschwerden überhäuft, als die Hotlines der Cablecom.

More articles on the topic