Schöne Bescherung

So viel Weihnachts-Trash muss sein: Iceland Foods macht Kinder zu begeisterten, aber unfreiwilligen Markenbotschaftern.

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Das ist man sich gar nicht mehr gewohnt: eine lustige Weihnachtskampagne. Auch wenn es sich über Humor streiten lässt: Die trashige Art, wie Iceland Foods und die Londoner Agentur Karmarama berühmte Auspack-Videos auf Youtube geentert und für die eigenen Zwecke umgestaltet haben, ist eine willkommene Abwechslung im ganzen emotionalen (und meist animierten) Weihnachts-Storytelling-Dschungel.

Und ja: Auspackvideos sind auch ein Internetphänomen. Eltern filmen ihre Kinder, wie sie ihre langersehnten Geschenke auspacken. Das wird teilweise millionenfach angeschaut, weil die Freude ansteckend ist und die meisten Menschen glückliche Kinder mögen. Schon herzig und putzig – aber das ändert nichts daran, dass Eltern ihre Kinder überhaupt nicht ins Internet stellen sollten.

Das wiederum ändert aber nichts daran, dass die teilweise fast schon dilettantisch reingebastelten Iceland-Verpackungen und die unpassende Nachvertonung grosses Kino sind. Je nach Humor. (hae)

https://www.youtube.com/watch?v=sifkNx4HAUg

Quelle: Adstasher.com; Youtube.com; Iceland Foods

Schöne Bescherung

Aufgefallen Schwere Wolken hingen am Himmel, als Frau Schulte durch das Schneetreiben Richtung Warenhaus eilte.

Uhren Schwere Wolken hingen am Himmel, als Frau Schulte durch das Schneetreiben Richtung Warenhaus eilte.Unter Vordächern bahnte sie sich einen trockenen und sicheren Weg durch das Wüten der Natur und der Menschenmassen. Weder von ihrer Coiffeuse Iris noch vom Strickheft liess sie sich dieses Jahr für das Weihnachtsgeschenk für ihren 17-jährigen Enkel inspirieren. Heuer würde sie mit ihrer Überraschung für Sven alle anderen in den Schatten stellen. «Eine schwarze Quarz-Uhr ohne Zeiger», erklärte sie einer Uhrenverkäuferin, deren Stirn sich hinter feierlichen Glitzersträhnen in Falten legte. «Die mit dem bunten Jesusbild in der Reklame», versuchte sie der Verkäuferin zu verdeutlichen. Diese war jedoch vom unablässigen «Morgen, Kinder, wirds was geben»-Gesäusel entnervt, dass sie aufgesetzt freundlich parierte: «Wir haben sieben Marken, über 100 verschiedene Modelle, und morgen kommt das Jesuskind.» «Nein, nein», meinte Frau Schulte etwas eingeschüchtert, «nicht das Christkind, sondern mit dem erwachsenen Jesus.» «Das finden Sie wohl sehr originell», höhnte die Verkäuferin. Erst jetzt wurde Frau Schulte bewusst, wie primitiv die Anzeige tatsächlich war und wie leicht sie sich davon übertölpeln liess. «Wir haben hier die neue Christmas-Swatch», sagte die Frau hinter dem Tresen, die nun etwas versöhnlicher blickte. Doch Frau Schulte hatte sich schon abgewandt. «Vielleicht tuts ja auch der Kalender der Sempacher Vogelwarte», überlegte sie und wechselte gemächlich zum Regal mit den neuesten Stützstrümpfen, bevor sie wieder nach Hause ging. (la)

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