Lighter ist manchmal nicht better
Heineken ist in den USA in den Rassismus-Fettnapf gestolpert – und muss sich nun dem Shitstorm stellen.

Man fragt sich manchmal schon ein klein wenig – wie es passieren kann, dass ein Spot wie «Sometimes lighter is better – Rooftop» durch die zahlreichen Kontrollmechanismen eines Unternehmens «durchrutschen» kann. Und dass sich Agentur und Kunde erst von einem verärgerten Influencer auf das Malheur aufmerksam machen lassen müssen. In diesem Fall Chance the Rapper. Ein – man ahnt es – Rapper mit über sieben Millionen Twitter-Follower.

Der Rooftop-Spot ist teil der «Sometimes lighter is better»-Kampagne, mit der Heineken neuerdings Heineken Light mit lediglich 99 Kalorien pro Flasche bewirbt und die in den vergangenen Tagen im US-Fernsehen anlief. Besagter Spot fehlt übrigens auf dem Youtube-Account von Heineken USA, bzw. wurde vermutlich von dort entfernt.
Der Tweet von Chance the Rapper hat eine grosse Diskussion entfacht. Rassistisch oder nicht? Die meisten User sind sich einig: höchst rassistisch. Das Bier, das der Barkeeper über die Theke schlittern lässt, passiert erst mehrere dunkelhäutige Menschen, ehe es bei der hellhäutigen Frau ankommt. Das ist kombiniert mit dem Claim «Sometimes lighter is better» ein wahrlich seltsamer Plot – ganz egal, ob ungewollt, ungeschickt, unsensibel oder kalkuliert. Denn light bedeutet bekanntlich nicht nur leicht, sondern auch hell.
Man könnte es ja ahnen, dass man als Unternehmen durch solche Ausrutscher nur verlieren kann und vielen (potentielle Kunden) vor den Kopf stösst. Das haben in der jüngeren Vergangenheit die Werbepannen von Dove oder H&M gezeigt. (hae)
