Züriwerk Markenauftritt: «ändern was behindert»

Die Stiftung Züriwerk erneuert ihren Markenauftritt gemeinsam mit der Agentur Evoq – partizipativ, barrierefrei und mit mehr als 100 Beteiligten. Das neue Design mit Magenta und dem markanten Ü als Superzeichen macht die Strategie «Inklusion 2035» sichtbar.

Züriwerk Pluspunkt präsentiert das neue, inklusive Markendesign. Quelle: zvg

Züriwerk Markenauftritt: Von der Verwechslungsgefahr zur klaren Identität

Die Stiftung Züriwerk, eines der grössten Unternehmen mit sozialem Auftrag im Kanton Zürich, hat ihren Markenauftritt grundlegend erneuert. Gemeinsam mit der Zürcher Agentur evoq entstand ein mutiges Corporate Design, das die strategische Vision «Inklusion 2035» sichtbar macht – und das mit mehr als 100 Mitarbeitenden, Bewohnenden, Fachpersonen sowie Mitgliedern der Geschäftsleitung und des Stiftungsrats als gleichberechtigte Mitgestaltende.

Der bisherige Auftritt war in die Jahre gekommen: Das technisch wirkende Logo, die blau-weisse Farbgebung und die textlastige Website führten regelmässig zu Verwechslungen mit städtischen Betrieben. Parallel dazu schloss Züriwerk eine tiefgreifende strategische Neuausrichtung ab. Die 10-Jahres-Strategie «Inklusion 2035» verfolgt das klare Ziel, eine Gesellschaft zu schaffen, die nicht behindert. Ein neuer Markenauftritt sollte her – einer, der diese Mission authentisch trägt.

«Die alte Marke passte nicht mehr zu unserer Vision von Züriwerk», sagt Roger Stäger, Geschäftsleiter. «Wir wollten nicht einfach ein neues Logo. Wir wollten eine Marke, die unsere Mission authentisch widerspiegelt und mit der sich unsere ganze Organisation identifizieren kann.»

Mitarbeitende des Züriwerks gestalten den neuen Auftritt mit. Quelle: zvg

Ein partizipativer Prozess stellt Inklusion an den Anfang

Statt klassischer Markenentwicklung wählte Züriwerk den von evoq entwickelten partizipativen Prozess nach dem Double-Diamond-Prinzip. Dabei wechseln sich das breite Sammeln in der Organisation und das fachliche Verdichten in der Agentur mehrfach ab. Mehr als 100 Menschen aus der Organisation – Mitarbeitende, Bewohnende, Fachpersonal, Stiftungsrat und Geschäftsleitung – wurden Teil des Prozesses. Alle Workshops seien bewusst barrierefrei gestaltet worden: ohne Zeitdruck, mit individuellen Pausen, gemeinsamen Feedbackrunden und kreativen Resultaten.

«Markenerneuerung ist mehr als Design, sie ist ein strategisches Werkzeug», sagt Myriam Mojon, Leiterin Marketing, Kommunikation & Fundraising bei Züriwerk. «Das gelang uns nur durch einen partizipativen Prozess, bei dem alle gehört werden – ohne Kompromisse bei der Qualität.»

Das Resultat sei ein Markenauftritt, der nicht von oben herab diktiert werde, sondern organisch aus der Organisation heraus entstehe, heisst es in der Mitteilung. Diese Authentizität und die breite Identifikation seien mit klassischen Markenentwicklungsprozessen kaum zu erreichen.

Barrierefreies Design mit Magenta und dem Ü als Superzeichen

Das neue Erscheinungsbild des Züriwerk Markenauftritts wird vom charakteristischen Ü mit drei Punkten dominiert – dem sogenannten Superzeichen. Es lässt sich unterschiedlich interpretieren: Manche sehen eine Gesellschaft auf gleicher Augenhöhe, andere ein lachendes Gesicht. Die Primärfarbe wechselt vom bisherigen Blau zu Magenta – ein Statement für Kreativität, Modernität und Diversität, das Züriwerk zugleich sofort von städtischen Betrieben differenziert.

Züriwerks Identität partizipativ neu definiert. Quelle: zvg

evoq entwickelte zusammen mit den Schriftspezialisten von TypoType ausserdem die massgeschneiderte Schrift Zueriwerk Sans, die barrierefrei funktioniert und gut lesbar ist. Eine spezielle Headline-Variante integriert die drei Punkte aus dem Superzeichen in alle Umlaute. Das Icon-Set basiert auf der unterstützten Kommunikation (UK), einer multimodalen Kommunikationsform, die Züriwerk täglich einsetzt. Alle Icons werden auf hellen Kreisen in einer der Sekundärfarben platziert – das soll ein barrierefreies und visuell konsistentes System entstehen lassen.

«Wir durften mit Freude eine ausdrucksstarke und lebendige Identität entwickeln, welche die Stimmen der Züriwerk-Community in den Mittelpunkt stellt», sagt Markus Wohlhüter, Head of Design bei evoq. «Die partizipative Entwicklung des Auftritts – von digital bis physisch – widerspiegelt sich in allen Elementen des Designsystems.»

Züriwerks neuer Auftritt ziert auch die eigenen Produkte. Quelle: zvg

Neue Website als barrierefreie Kernanwendung

Kernanwendung des erneuerten Auftritts ist die Website, die durch evoq konzipiert, gestaltet und inhouse für eine barrierefreie Nutzung programmiert wurde. Die Informationsarchitektur stellt die Bedürfnisse der Zielgruppen ins Zentrum. So wurde etwa die Jobsuche inklusiv umgesetzt, ohne Unterscheidung zwischen Fachpersonen und Mitarbeitenden. Zentrale Seiten werden zusätzlich in leichter Sprache angeboten. Das bestehende Shopsystem wurde umgestaltet, Services wie das Spendetool, der Newsletter und die HR-Plattform wurden vollständig integriert.

Authentizität durch Teilhabe

Der neue Claim «ändern was behindert» fasst die Mission von Züriwerk prägnant zusammen. Im Vordergrund steht dabei nicht nur Teilhaben, sondern aktiv gelebte Veränderung – nicht die Anpassung der Menschen, sondern die Umgestaltung der Gesellschaft. Die starke Marke soll Züriwerk helfen, sichtbarer zu werden, neue Menschen und Mittel zu gewinnen und ihre Mission neu zu erzählen.


Verantwortlich bei Züriwerk: Myriam Mojon (Leitung Marketing, Kommunikation & Fundraising), Caroline Waldburger, Alexandra Elser (Marketing, Kommunikation & Fundraising), Roger Stäger (Geschäftsleiter), Andrea Kaufmann (Leitung operative Geschäftsbereiche), Marc Hämmerli, (Leitung Wohnen Dezentral & SEBE), Martin Schär (Leitung Produktion Baslerstrasse & Bubikon), David Schildknecht (Romeo & Jane GmbH, Texte Website) sowie eine Vielzahl von Menschen bei Züriwerk.  Verantwortlich bei evoq: Adrian Schaffner (Projektleitung, Beratung, Workshopleitung), Markus Wohlhüter (Beratung und Design-Lead), Gianluca Flütsch, Marta Freitas, Kira Riccius (Grafikdesign und UX-Design), Susanne Pfäffli (Text und Wording), Dominique Haussener (Konzeption und Projektleitung Website), Giannina Binder, Marcel Marty (Programmierung).

More articles on the topic