Social Commerce erreicht Mehrheit der Schweizer E-Shopper

Sechs von zehn Personen in der Schweiz bestellen regelmässig über Social Media-Plattformen – deutlich mehr als im europäischen Durchschnitt. Facebook führt beim direkten Einkauf, während YouTube als Inspirationsquelle dominiert. TikTok gewinnt an Bedeutung und überzeugt mit hohen Conversion-Raten.

Happiness, Beauty, Finger (1 Person)
Quelle: zvg

Social Commerce hat in der Schweiz einen Meilenstein erreicht: 59 Prozent der regelmässigen oder gelegentlichen E-Shopper kaufen auf mindestens einer sozialen Plattform ein – entweder direkt oder über Links zu einem externen Webshop. Diese Quote liegt deutlich über dem europäischen Durchschnitt von 44 Prozent. Nur die rumänischen E-Shopper sind mit 62 Prozent noch etwas aktiver. Das zeigt das E-Shopper Barometer 2025 von DPD, für das zwischen Mai und Juli 2025 über 30’500 Personen in 22 europäischen Ländern befragt wurden.

Soziale Medien als Inspirationsquelle

Drei Viertel der über 1’000 Befragten in der Schweiz geben an, sich in den sozialen Medien für Online-Käufe inspirieren zu lassen. Dabei suchen sie nicht nur Produktinformationen der Anbieter. Sie interessieren sich für Kommentare und Bewertungen anderer Nutzerinnen und Nutzer oder für Video-Demos und «Unboxings» durch Youtuber. 35 Prozent der E-Shopper lassen sich durch Empfehlungen von Verwandten und Freunden in sozialen Medien zu Käufen anregen. Nur 25 Prozent geben an, dass Influencer einen vergleichbaren Einfluss auf ihre Kaufentscheidungen haben.

YouTube inspiriert, Facebook verkauft

Als Inspirationsquelle ist YouTube bei den Schweizer E-Shoppern am beliebtesten. 40 Prozent nutzen die Video-Plattform, gefolgt von Instagram (37 Prozent), Facebook (35 Prozent), TikTok (30 Prozent) und Pinterest (18 Prozent). Als Verkaufsplattform liegt Facebook mit 30 Prozent vorne, vor Instagram (28 Prozent), YouTube (26 Prozent), TikTok (22 Prozent) und Pinterest (13 Prozent).

Ein anderes Bild ergibt sich beim Blick auf die Conversion-Raten, also das Verhältnis zwischen der Nutzungshäufigkeit eines sozialen Mediums und den tatsächlichen Käufen auf dieser Plattform. Hier schneiden Reddit und Pinterest am besten ab, mit einem deutlichen Vorsprung auf X, TikTok, Facebook und Snapchat. Beispielsweise sagen 48 Prozent der Personen, die mindestens einmal pro Woche Facebook nutzen, sie würden auf dieser Plattform auch einkaufen. Bei YouTube sind es nur 32 Prozent.

Schweiz führt bei Secondhand-Verkauf und Retouren

Die Studie liefert auch über den Social Commerce hinaus interessante Erkenntnisse zum Online-Shopping-Verhalten. Während in Europa 45 Prozent der Privatpersonen Secondhand-Produkte auf Online-Plattformen verkaufen, sind es in der Schweiz 60 Prozent. Im Durchschnitt verkaufen sie pro Jahr 20,5 Gegenstände im Internet – ein europäischer Spitzenwert.

36 Prozent der Schweizer E-Shopper geben an, das letzte im Internet bestellte Paket wieder zurückgeschickt zu haben. Das sind mehr als doppelt so viele wie vor der Corona-Pandemie. In keinem anderen europäischen Land ist die Retourenquote so hoch wie in der Schweiz.

Neue Services für Privatkunden

Der regelmässig erstellte E-Shopper Barometer dient DPD auch als Grundlage, um den Kundenservice zu optimieren. Seit diesem Jahr können Privatkunden und kleine Unternehmen ihre Pakete flexibel über das DPD Web Parcel Tool verschicken. Der Paketschein lässt sich online erstellen, bezahlen und ausdrucken. Gegen einen Aufpreis von fünf Franken wird das Paket zuhause abgeholt.

Die neue myDPD App ermöglicht es, den Zustellort oder Zustelltag mit wenigen Klicks anzupassen oder eine Abstellpräferenz zu hinterlegen. «Bei DPD verfolgen wir sehr genau, wie sich das Verhalten der E-Shopper verändert. Das C2C-Geschäft – der Paketversand zwischen Privatpersonen – nimmt rasant zu», sagt Tilmann Schultze, CEO von DPD Schweiz. Kundinnen und Kunden profitieren zudem vom Ausbau der Out-of-Home-Standorte in Zusammenarbeit mit Valora. Wer mit DPD Web Parcel ein Paket verschickt, kann dieses an über 1’000 Standorten in der Schweiz aufgeben.

Die Studie fokussiert sich auf die «regelmässigen E-Shopper»: Personen zwischen 18 und 70 Jahren, die mindestens einmal pro Monat online einkaufen. Das entspricht 80 Prozent der Bevölkerung.

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