Wie die Führungskraft, so das Unternehmen
SOCIAL MEDIA Die persönliche Einstellung von Führungskräften zu Social Media ist der relevante Treiber für die Nutzung in Schweizer Unternehmen. Dies zeigt eine Studie zum Einfluss emotionaler Faktoren bei der Nutzung von sozialen Netzwerken.

Führungskräfte geben die Richtung vor. Mögen sie Social Media und nutzen es privat, wird es auch im Unternehmen häufiger eingesetzt. Der Einsatz von Social Media im Unternehmen ist abhängig davon, wie Social Media von Führungskräften privat genutzt wird. Sie steht damit in direktem Zusammenhang mit der persönlichen Einstellung und der Emotionalität, die diesen neuen Medien entgegengebracht wird. Dies bestätig eine online Studie, die von webrelaunch GmbH, Sparkling Stream AG und dem Marktforschungsunternehmen Link Institut durchgeführt wurde. Das Ziel dieser Studie war es, nicht nur die bewussten Unsicherheiten im Umgang Social Media, sondern auch die unbewussten Barrieren auf emotionaler Ebene zu analysieren.Persönliche Einstellung von Führungskräften erfasstDas für die Befragung verwendete LINK Internet Panel erlaubt, eine repräsentative Stichprobe von Führungskräften gezielt in ihrem privaten Umfeld zu erreichen. Damit wurde es möglich, die 538 Teilnehmenden nicht nur als Sprachrohr eines Unternehmens, sondern auch in ihrer persönlichen Einstellung und Erfahrung zu interviewen. Dabei sind über 75 Prozent der Befragten als Geschäftsführer, Marketing- oder IT Leiter tätig und vertraten zu je einem Drittel kleinere (bis 49 Mitarbeiter), mittlere (bis 249 Mitarbeiter) und Grossunternehmen (ab 250 Mitarbeiter) aller Branchen.Soziale Medien für NetzwerkaufbauSocial Media wird von Führungskräften vor allem für den Aufbau eines privaten und geschäftlichen Netzwerkes und den Informationsaustausch genutzt. Bei der geschäftlichen Nutzung werden die neuen Medien am häufigsten als Informationskanal für Produkte und Dienstleistungen genutzt. Die Integration in weitere geschäftliche Aufgaben wie die Kommunikation mit Partnerunternehmen oder Kundendienst ist wenig anzutreffen und wird lediglich von 21 Prozent, resp. 24 Prozent der Unternehmen genutzt.Das Wissen rund um Social Media wurde mit einer Einschätzung über technisches Wissen, strategischem Verständnis, organisatorischen Voraussetzungen und den Einsatzmöglichkeiten von Plattform abgefragt. Hier ist der IT Verantwortliche die Person, welche sein Wissen am höchsten einstuft.Kontrollverlust als emotionale BarriereDer potentielle Kontrollvorlust in Social Media durch die Preisgabe öffentlicher Daten, die aufzuwendende Zeit und die Angst davor, dass Ungewolltes publik wird, sind die häufigsten emotionalen Barrieren in der Verwendung. Dennoch wird bei einer expliziten Abfrage das eigene Sicherheitsgefühl im Umgang mit Social Media als hoch eingestuft.Differenzierter werden die Aussagen bei der Verwendung des Impliziten Assoziationstests. Dieser ermöglicht, im Rahmen der online Befragung unbewusste emotionale Einstellungen zu messen und diese mit den expliziten Aussagen zu vergleichen. Hier zeigt sich klar eine Abweichung in der Wahrnehmung: Emotionale Barrieren sind unbewusst stark und beeinflussen die Einstellung, die als Treiber für die Nutzung neuer Medien nachgewiesen wurde.Social Media KompetenzmodellDie Barrieren in Social Media lassen sich nach der Auswertung wie folgt zusammenfassen: Unsicherheit und fehlendes Wissen, unklare Rechtslage / Datenschutz, kein erkennbarer Nutzen/Sinn und Zweck, fehlende Ressourcen, keine verlässliche Messbarkeit und wenig bis keine Integration in unternehmerische Abläufe.Für die Praxis lassen sich mittels einer Cluster Analyse sechs Nutzertypen beschreiben, welche individuelle Voraussetzungen für die Nutzung von Social Media für sich persönlich und für den erfolgreichen Einsatz im Unternehmen mitbringen. Das aus den Erkenntnissen der Studie abgeleitete Social Media Kompetenzmodell ermöglicht diese gezielte Auseinandersetzung.Mehr Infos zur Studie auf Slideshare gibt es hier.
